Anzeige

Societaetstheater

Neues Leben in der Markthalle durch die Malle

Lange stand das Obergeschoss der Neustädter Markthalle leer. Seit Mai bespielt die Agentur „neuerdings“ rund 700 Quadratmeter davon mit Ausstellungen, Workshops und Begegnungsformaten. Bis Ende September soll bewiesen werden, dass hier mehr möglich ist als Trödelmarkt.

Das Obergeschoss der Neustädter Markthalle hat seit Mai neue Bewohner*innen. Foto: Jonasz Schulze

Das neue Projekt von „neuerdings“ handelt nicht um den beliebtesten Urlaubsort der Deutschen, sondern um die Wiederbelebung der Neustädter Markthalle mit Ausstellungen, Workshops und Begegnungsformaten. Den Auftakt machte am 13. Mai das Soft Opening mit der Vernissage „Nischen“, einer Gruppenausstellung von 13 Dresdner Fotografinnen und Fotografen, die noch bis Ende September zu sehen ist. Neben den Fotos gab es Getränke, Eis von Pau Pau und Tischtennis.

Die Idee um das ganze Projekt entstand in einer Arbeitspause. Luise Thiem schwärmte ihrer Kollegin Anna Weiß von den Berliner Markthallen vor, wo sie lange gelebt hatte, und fragte sich laut, warum es so etwas in Dresden nicht gibt. Die Antwort lag buchstäblich um die Ecke: Das Obergeschoss der Neustädter Markthalle stand seit Jahren leer. Anna googelte den Eigentümer und rief einfach an.

Luise Thiem, Lorenz Köhler und Anna Weiß beim Soft Opening der Malle am 13. Mai: Das Team von neuerdings begrüßt die ersten Gäste. Foto: Jonasz Schulze

Reallabor für alle

„neuerdings“ sieht die Malle ausdrücklich als Testphase. „Wir verstehen Leerstand nicht als Problem, sondern als Möglichkeit“, sagt das Team um Anna Weiß, Luise Thiem und Lorenz Köhler. Keine Stadtförderung, kein festes Budget. Möbel kommen vom Kommunalmaterialdepot der Stadt Dresden, Materialien werden wiederverwendet statt neu produziert.

Anzeige

Radensleben Transporte

Anzeige

Blitzumzug

Anzeige

Villandry

Anzeige

Scott & Lila am 24. Mai bei Kultur am Pavillon

Anzeige

teilAuto

Anzeige

Zeitlos

Anzeige

Blaue Fabrik

Das Nutzungskonzept ist bewusst breit gehalten. Ein solidarisches Kostenprinzip soll dafür sorgen, dass kommerzielle Nutzerinnen und Nutzer eine Pauschale zahlen, während gemeinwohlorientierte Initiativen kostenlos einen Raum bekommen. „Ein Experimentalraum für alle, die Bock haben, sich auszuprobieren“, nennt es Anna. Startups genauso wie soziale Projekte, junge Kreative genauso wie Studierende.

Vom Palais in die Markthalle

In ihrem vorherigen Projekt im Japanischen Palais (Neustadt Geflüster vom 20. August 2025) bespielten sie von Juni bis Dezember 2025 einen ungenutzten Ausstellungsbereich, ohne finanzielle Mittel, mit kuratierten Designausstellungen, Märkten und partizipativen Projekten. Beim Vintage-Markt zum Auftakt in der Markthalle kamen tausend Menschen.

Jetzt kooperiert das Team unter anderem mit dem Netzwerk Neustadt(t)raum zu Inklusion und barrierearmen Kulturangeboten, mit der TU Dresden zu Transformationsprozessen in ostdeutschen Konsum- und Freizeiträumen sowie mit dem Beratungs- und Begegnungszentrum für Seniorinnen und Senioren Dresden-Neustadt, wo ein moderierter Gesprächsraum für pflegende Angehörige entsteht.

Außerdem gastieren die Dresden Design Days im August in der Malle (Neustadt Geflüster vom 24. März 2026). Darüber hinaus entstehen mit den „Belleroom Designtalks“ Diskursräume zu kritischen Designpraktiken, ergänzt durch einen Workshop zur Möbelherstellung in Zusammenarbeit mit machen&erleben, einem Projekt der sbb workshops gUG.

Anzeige

Radensleben Transporte

Anzeige

Scott & Lila am 24. Mai bei Kultur am Pavillon

Anzeige

Kieferorthopädie

Anzeige

teilAuto

Anzeige

Kieferorthopädie Dr. Manuela Beltz

Wie es weitergeht

Ob die Malle über September hinaus bestehen bleibt, liegt beim Eigentümer. Neuerdings hofft zumindest auf einen Kompromiss: die Galeriefläche ganzjährig zu behalten, während der Trödelmarkt im Winter den Rest der Halle nutzt. „Er braucht noch entsprechend was zum Sehen“, sagt Anna bevor der Besitzer entscheiden kann. Die nächsten Monate sind also auch eine Beweisführung.

13 Dresdner Fotografinnen und Fotografen zeigen ihre Arbeiten in der Ausstellung „Nischen“. Foto: Jonasz Schulze

Die Malle

Ergänzungen gern, aber bitte recht freundlich.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert