Es war ein besonderer Moment, als sich Ernst Hirsch am Sonntag mitten im Tarkowski-Saal in der Schauburg erhob und die historische Glocke des Kinos zum Tönen brachte. Der Dresdner Filmchronist war Ehrengast des regionalen Fokusprogramms – und hatte einiges mitzubringen: Zu sehen waren seine eigenen Filmaufnahmen vom Alten Dresden, darunter die Sprengung der ersten Carolabrücke im Jahr 1952, die er als Teenager selbst gefilmt hatte.

Ergänzt wurden sie durch Aufnahmen vom Wiederaufbau des Dresdner Schlosses und des Zwingers sowie einem Farbfilm über eine Künstlergemeinschaft auf dem Weißen Hirsch. Weitere Informationen zur Retrospektive gibt es im Blog der Sächsischen Landes- und Universitätsbibliothek. Die Retrospektive war Teil von insgesamt 197 Veranstaltungen.
Mehr als 21.400 Gäste beim 38. Filmfest Dresden
Vom 14. bis 19. April kamen über 21.400 Gäste zu den Veranstaltungen an 19 Spielorten im Stadtgebiet. Im Vorjahr waren es 17.000. Das Festival erreicht damit einen der höchsten Besucherwerte seiner Geschichte.
Preise im Wert von 72.500 Euro vergeben
Bei der Preisverleihung im Filmtheater Schauburg vergab das Festival zehn Goldene Reiter und sieben Sonderpreise – mit einem Gesamtwert von 72.500 Euro. Die Programme des Internationalen, Nationalen und Mitteldeutschen Wettbewerbs zählten zu den besucherstärksten Reihen und kamen zusammen auf über 4.000 Besucher*innen. In der Kinder- und Jugendsektion ragte „Kids 1 – Tierisch viel entdecken“ mit 756 Gästen besonders heraus. Der Neustädter Kurzfilm „Moon Unit“ (Neustadt-Geflüster 24. März 2026) ging leider leer aus – das Publikum im Thalia war trotzdem begeistert dabei und applaudierte der anwesenden Filmcrew um Regisseurin Marlene Tanczik.

Sonderprogramme und Reihen stark besucht
Das Rahmenprogramm bot ebenfalls einiges: Beim Branchentreff der Dresdner Filminstitutionen wurde in einer Fishbowl-Diskussion die Frage gestellt, ob Filmkultur auf dem Land Menschen zusammenbringt. Das Gesprächsformat „10 Things I Hate About Shorts“ sorgte für lebhafte Debatten, das „Erzählcafé: Arbeitskleid Kittelschürze“ für nachdenklichere Töne – und die „Festival Drag Party“ in der GrooveStation für den passenden Ausklang.

Nächster Termin steht schon fest
„Wir freuen uns sehr über den deutlichen Anstieg der Besucherzahlen und die positive Resonanz unseres Publikums und unserer Gäste“, sagt Festivalleiterin Anne Gaschütz. „Gerade in einer finanziell angespannten Situation sind diese Zahlen eine wichtige Bestätigung unserer Arbeit – und ein starkes Signal dafür, wie relevant und gefragt das Filmfest ist.“ Der nächste Termin steht bereits fest: Das 39. Filmfest Dresden findet vom 13. bis 18. April 2027 statt.


















Der „Neustädter“ Kurzfilm „Moon Unit“ war gar nicht im Rennen um offizielle Preise, da er in keinem Wettbewerb lief. Er wurde vom Publikum aber zum beliebtesten Film in seinem Programmblock (Jugend 2) gewählt – wenn ich das richtig mitbekommen habe.
Ich sponsere ein „m“ für die „Filcrew“ ;-)