Schrödingers Katze ist …

Anfang der 1990er machte ein Graffito in der Neustadt die Runde: „Schrödingers Katze ist tot – NURR“. Heute würde man bei dieser Schablonen-Kunst von einem Stencil sprechen. Bei „Schrödingers Katze“ handelt es sich um ein physikalisches Gedankenexperiment, nach der, grob gesagt, eine Katze gleichzeitig tot und lebendig ist, ausführlich kann man das in der Wikipedia nachlesen. Was die Künstler mit ihrer Aussage „Schrödingers Katze ist tot“ damals unterstreichen wollten, ist unklar. Fakt ist, dass sich dieses Graffito ins Hirn eingebrannt hat und als ich heute die folgende Botschaft erhielt, musste ich unmittelbar an diese Zeit und dieses Graffito denken.

tote Katze abzugeben
tote Katze abzugeben
Gesehen auf der Martin-Luther-Straße.

7 Kommentare zu “Schrödingers Katze ist …

  1. Wer seine Katze schmerzlich vermisst, wird sicher froh sein, wenn er nun Gewissheit hat, dass sie tot gefunden wurde. So traunrig es auch ist. Ich finde es nett, dass sich jemand die Mühe macht und solch einen Zettel aushängt.

  2. Zur Bewegung NURR liest man auf deren Seite (http://www.nurr.net)folgendes: „Dem Betrachter (Endverbraucher) wird die Verwertbarkeit und Sinnschöpfung der Werke freigestellt. Ein Statement, das nicht nur offen provokativ den direkten Link zur Waren- und Konsumwelt herstellt, sondern auch direkt die Verantwortung an den Rezipienten überträgt. »Bild Dir Dein Bild«, und mach dir eine Meinung! Diese appellativen Angebote der rot-weißen Presse finden sich transformiert in der Strategie der BEWEGUNG NURR wieder. Diese präsentierte sich bereits kurz nach ihrer Gründung mit einer plakativen Aktion im Dresden der frühen 90er Jahre. Leicht anarchistisch, aber mit einer guten Portion kreativen Humors versehen und somit ein Störelement im eingefahrenen Betrieb. Da war an Hauswänden zu lesen »Schrödingers Katze ist tot«. Nun wussten vielleicht nicht allzu viele Dresdener, wer denn Schrödingers Katze gewesen war, aber durch diese situationistische Aktion griff man tief hinter die malersüchtige Stimmung der Elbmetropole und verschaffte sich auf einen Schlag Öffentlichkeit für künstlerische Gruppenaktionen jenseits des gegenständlichen Objekts und der Performance. … (Bild Dir Dein Bild von Peter Lang)“

    Nur mal so zur Aufklärung. Möge sich jeder eine eigene Meinung bilden :D

  3. Bei allem NURR – sollte diese Meldung einer kleinen Richtigstellung unterzogen werden: Die Kamenzer Strasse endet an der Louisenstrasse. Folglich scheint meine Hausanschrift doch noch richtig zu sein. Der Zettel hing gestern an eben meiner Haustür und auch die Nachbarn wohnen noch immer in meinem Hinterhaus…

    Martin-Luther-Strasse

    Hilft aber bestimmt nur(r) dem Besitzer der Katze.

  4. Lieber Anton, gern geschehen! Ja die BEWEGUNG NURR ist noch recht aktiv, da ist das Trollmann Projekt auch nur ein Projekt von vielen. Aber sie hat es nach Berlin verschlagen.

Kommentieren gern, aber bitte recht freundlich.

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