Noch grüner als die Neustadt

Die Neustadt ist grün. Auf den Straßen und Plätzen wachsen Bäume. Unterm Pflaster sprießen Gräser und auf dem Alaunplatz sieht man zwischen den vielen Besuchern auch immer mal ein grünes Fleckchen. Und wem das nicht reicht, der kann auch fix an der Prießnitz entlang in die Heide spazieren. Mit einem kleinen wenig Geschick hört man dort den einen oder anderen Singvogel und kann wilde Tiere oder besser unangeleinte Neustadt-Hunde beobachten. Für die meisten Neustädter reicht das als Grün-Menge dicke aus. Doch möglicherweise gibt es den Einen oder Anderen, der noch ein bisschen Sehnsucht nach mehr Natur, nach mehr Grün und nach richtig wilden Tieren hat.

Wiesenteich Mönau im Herbst - Foto: PR/Dirk Weis
Wiesenteich Mönau im Herbst – Foto: PR/Dirk Weis
Gut, das es Guttau gibt. Das kleine Örtchen liegt mitten im Nirgendwo, nördlich von Bautzen im Gebiet der 1000 Teiche. Neulich besuchte mich der Diplomforstwirt Oliver Harig. Der arbeitet dort im Biosphärenreservat. Und sie würden sich über Besucher freuen. Seine Augen beginnen zu leuchten, wenn er erzählt: Gänse, Schwäne und Silberreiher seien derzeit zu sehen und mit Glück auch mal ein Seeadler. Die Zugvögel machen jetzt im Herbst Station in der Heide- und Teichlandschaft. „Schon allein die herrlichen Eichen sind einen Ausflug wert“, schwärmt Oliver und versucht das Geräusch eines röhrenden Hirsches nachzumachen, den vorsichtige Besucher am ehesten in der Dämmerung erleben können.

Silberreiher am Lucasteich - Foto: PR/Dirk Weis
Silberreiher am Lucasteich – Foto: PR/Dirk Weis
Auf jeden Fall gibt es dort viel mehr Grün als in der Neustadt. Oliver kann es vergleichen, wohnt er doch auf der Alaunstraße. „Wir haben in dem 30.000 Hektar großen Gebiet mehr als 5.000 Tier- und Pflanzenarten“, sagt er. Aufgrund des Klimas finden viele seltene Arten hier eine Nische. Oliver arbeitet im „Haus der Tausend Teiche“, die Bildungsstation des Reservats. Hier gibt es Seminare, Informationen und ein Wassererlebnisgelände. Und hier startet man den Ausflug in die Natur. Die Anreise ist mit dem Auto oder mit dem Bus möglich.