Denkmalschutz für Eisenbahnunterführungen!

Wenn man diese Bahnunterführung an der Friedensstraße sieht, möchte man den Sanierern zurufen: „Warum bewahrt ihr denn die schönen Säulen nicht?“ Mag sein, dass die Unterführung hin zur Gartensparte und dem alten Monarchs-Stadion nicht der wichtigste Verkehrsknoten Dresdens ist, dennoch ist es schade, wenn solche Zeugnisse alter Handwerkskunst einfach verschwinden.

Säulen adé beim Brückenbau an der Friedensstraße.
Säulen adé beim Brückenbau an der Friedensstraße.

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18 Ergänzungen zu “Denkmalschutz für Eisenbahnunterführungen!

  1. also ich will mich ja nicht zu weit ausm fenster lehnen, aber ich glaube es handelt sich um ein industrielles gusserzeugnis, was wiederum nichts mit handwerk zu tun. leider erfüllen sie halt nicht mehr die anforderungen und wirklich endlich mal allerhöchste eisenbahn, das sich was bewegt richtung b/le.

  2. Es werden in Dresden Schritt für Schritt alle Unterführungen so getauscht, dass sie stützenfrei sind. Sieht man ja auch an der Lößnitzstraße, Bischofsweg etc.

  3. Lieber Uhu,
    auch wenn die Stützen nicht handgeschnitzt sind, Handwerk steckt dennoch zur Genüge drin und ein ganz klassisches Relikt der Gründerzeit sind sie allemal. Damit ist die Frage nach ihrem Verbleib durchaus berechtigt und der Denkmalschutz wird sich sicher damit befasst haben. Alles andere wäre nicht nur schade, sondern auch Frevel an der Stadt- und Verkehrsgeschichte. Solange die Säulen der Verkehrsplanung nicht direkt im Wege stehen, ist es doch eine Bereicherung für ein Viertel, wenn im Straßenraum noch ein paar solcher historischen Blickfänge aufwarten. Da stör ich mich doch eher an so manchem sandkastengroßen Schlagloch in der Ecke. ;)

  4. also einige dieser abgetragenen säulen aus den brückenersatzmaßnahmen findet man in der „stadtoase liststraße“ als gestaltungselemente wieder.

  5. Lieber Dresdenvermisser,
    ich mag deine art der argumentation gar nicht, eine sachliche tatsache soweit überspitzt und verfremdet darzustellen dass das gegenteil gerechtfertigt wird. ums klarer zu formulieren: ist es ein gusserzeugnis, steckt per definition kein handwerk dahinter. bassta aus da gibts nichts zu diskutieren! oder ist zähneputzen auch handwerk weil du deine hände benutzt? immer dieses dumme grundlagengelaber, das geht mir so aufn s**** hier.

  6. es geht ja um wiedergestaltung mit alten teilen nach komplettumbau, dort wo mal keine vierspurstrasse durchmuss.
    man sollte die säulen einfach wieder hinstellen und die alten brückenträger mit paar sichtblechen anschrauben für die optik.
    es sind doch relikte der industriegeschichte und der großstadtwerdung, auch die eisenkonstrukte dieser epoche sind heute gestalterisch top und bekommen bei erneuerung keinen ersatz. auch bei der DB-marienbrücke sieht man nur noch ungestalteten beton, die bahn scheint sich im zentrum von „elbflorenz“ unreflektiert modernistisch austoben zu dürfen. die haben ggf. bundesabsprachen bezüglich denkmalsschutz. und eben mehr nicht. glück, dass man die DB-planer vom Abriss des zweiten hauses an der hechtstrasse wg. S-Bahn-Station abbringen konnte. eins kommt aber weg.

  7. @uhu: Jetzt hast du dich ja doch ziemlich weit aus dem Fenster gelehnt. Dein zweiter Kommentar ist zu Beginn unverständlich für mich, sachlich fragwürdig und noch schlimmer ziemlich persönlich werdend, unterstellend.

    Ein Gusserzeugnis kann sehr wohl Handwerk sein und ein Gießer ein Handwerker.
    Nur weil ein Bäcker immer wieder dieselbe Backform verwendet, ist er noch immer Handwerker und noch lange kein Industriearbeiter.
    Wenn du anderen Leuten die Zähne putzen würdest, würde man es als Handwerk betrachten – sogar mit einer elektrischen Zahnbürste.

    Wenn du keine Lust hast, zu diskutieren, dann lasse es einfach sein und verhalte dich nicht wie Kurt Beck am 3. Oktober bzw. nicht so, wie es der schwäbische Kabarettist Uli Keuler einmal ausdrückte:
    „Ich brauch deine Meinung nicht, wenn ich mit dir diskutier(e)“.

  8. @sebnitzer
    bla bla bla, wie gesagt, ein industrielles massenerzeugnus steht im harten gegensatz zum traditionellen handwerk, das wirst du durch deine unkenntnis nicht umkrempeln können. und das du selber stuß quatscht zeigt sich, das du konjunktiv benutzt. denn was dem bäcker seine form, wäre dem schmied sein hammer. aber wie bereits geschrieben, betreibt eure grundlagenforschung selber. du bist bestimmt auch son super großstadt-web-designer, der seine „kunst“ internet-„handwerk“ nennt. das is nichts anderes als lebensfremd und ich habe sehr wohl lust zu diskutieren, aber eine gewisse schnittmenge an basisgrundlagen sollte schon da sein um das überhaupt möglich zu machen. und wenn man bei so gut wie jedem thema beim urknall anfangen muss und wirklich um jede definition gefeilscht werden muss, kann man nie und nimmer an wirkliche substanz, in die tiefe gehen. guckt doch von mir aus, wenn ihr selbst den unterschied nicht begreift, bei wiki. dort stehts schon im kopf irgendwo. ihr scheint ja keine handwerker (steinmetz, kunstschmied, tischler, schlosser etc.) in der familie zu haben.

    @buxi
    so einfach ist das halt einfach alles nicht, wie sich das manchmal vorgestellt wird. um sicherheits und qualitätsstandards einzuhalten – denn keiner will doch dass die brücke einbricht – müssen ja auch materialstandards eingehalten werden, die mit hundert jahre altem stahl niemals zu erfüllen wären, schon alleine des alters, aber auch der damaligen qualität wegen. der aufwand stünde in keiner relation zum nutzen. das mit den blechen habe ich nicht verstanden, und wenn es doch so gemeint war, wie ich denke, ist das völliger käse. es geht doch um eine ertüchtigung, wieso sollte man die alte brücke wieder benutzen? es geht doch darum dass sie keinen gegenwärtigen belastungen und erfordernissen mehr standhält.
    was ich aber eigentlich schrieben wollte: dein kommentar zur marienbrücke ist ungerechtfertigt, oder du verwechselst die brücke, oder hast nicht richtig hingeschaut. die ist sehr wohl gestaltet, imitiert die dresdner brücken gut und stellt gleichzeizig nen kontrast zwischen neu und alt her; da ist doch alles unterhalb der auflager geblieben und das oberhalb aufwändig angepasst. was es da zu meckern gibt versteh ich nich und „modern austoben“ hätte ja komplett anders aussehen können (einfach ne flache decke ohne bögen beispielsweise).

  9. @ uhu: Ich glaube, buxi meinte, dass man die Säulen stehenlassen könnte, ohne das sie statische Funktion haben. Sprich: die Brücke wirkt „historisch“, ist aber technisch auf dem neuesten Stand und braucht die alten Stützen nicht…

    Ich würde das zwar nicht schlecht finden – aber wahrscheinlich wird niemand die Sicherung der Teile übernehmen. Und wenn dann der erste Pkw davorgeknallt ist, wird auch wieder die Frage gestellt, wozu…

  10. „so einfach ist das halt einfach alles nicht“ – wie wahr, wie wahr…

    Die Übergänge zwischen Handwerk und Industrie bzw. industrieller Fertigung sind fließend, die Abgrenzung ist oft schwierig und beschäftigt, wegen rechtlichen Unterschieden, die Gerichte.
    Was früher Handwerk war, wird heute oft industriell hergestellt.
    Ein und derselbe Betrieb kann weitgehend automatisierte Massenfertigung, als auch Einzelstücke nach Auftrag herstellen, welche weitgehend von Hand zu fertigen sind.
    [Wer dies nicht wahrhaben will, denkt wahrscheinlich auch, es gibt nichts zwischen Mann und Frau (Achtung: Hanebüchene Unterstellung!).]

    Im vorliegenden Fall kann es gut sein, dass ein gewisser „uhu“ Recht hat, der behauptet, bei den sog. Pendelstützen handele es sich um ein industrielles Gusserzeugnis.
    Wer sollte das entscheiden?
    Darum geht es aber (leider) hier gar nicht mehr, sondern darum, dass dieser „uhu“ den Verfasser des Beitrages, sowie einige Kommentatoren einfach als blöd hinstellt, irgendetwas haltloses unterstellt und ein (fragwürdiges) Niveau und Wissen voraussetzt, womit er hier völlig fehl am Platz ist. Denn beim Thema „gusseiserne Pendelstüzen“ um 1900 handelt es sich wohl kaum um „Basisgrundlagen“. Es kommentieren hier Leute mit völlig unterschiedlichem Bildungsgrad und Horizont, die nur vereinigt, dass sie irgendein Interesse an Themen haben, die die Dresden-Neustadt betreffen…
    …und das ist auch gut so.

    @E-Haller: Die neuen Bahnunterführungen sind übrigens keineswegs immer stützenfrei, z.B. nicht am Bischofsweg oder in der Johann-Meyer-Straße. Dort gibt es „fette“ Betonstützen.

  11. Das Denkmalschutzamt hat in den letzten Jahren Dutzende der Säulen geborgen, weil sie eben der Nachwelt erhalten bleiben sollen. Die unterschiedlichen Säulen liegen in einem Lager der Stadt.
    Es ist aber nicht so leicht die Säulen wieder so zu verwenden, dass es auch passt. Wenn die Stadt neue Grünflächen plant wird oft darüber nachgedacht, ob man die Säulen aufstellen kann. In den nächsten Wochen werden z.B. Säulen in dem kleinen Stadtpark an der Ecke Schweriner Straße / Löbtauer Straße. Wer Ideen hat wo man weitere Säulen aufstellen könnte, sollte eine Mail an das Grünflächenamt oder Stadtplanungsamt schicken. Es sind noch Säulen übrig… .

  12. hallo sebnitzer und danke für deine offenen worte, sie werden gewiss nicht verhallen. ich empfinde leider aber oft, das genau der umstand zutrifft, dass man nahezu bei keinem beitrag durch eine oberflächennahe ebene durchstößt und es eben ständig nur zu randebedingungsstreitigkeiten kommt, bsplw. „gründerzeit“, „gentrifizierung“ usw usf und das finde ich schade. ich gebe zu, dass dieser prozess meinerseits, der dir aufstoßen zu scheint, aufgrund wechselnder namen meinerseits für außenstehende schwer einsehbar ist. vielleicht waren meine erwartungen bezüglich der „diskussionen“ hier auch einfach zu hoch gesteckt; den verfasser habe ich aber mit keinem einzigen wort als „blöd“ dargestellt, nur den kommentator „dresdenvermisser“ in kombination seines namens und seiner anmaßenden aussage „…nicht handgeschnitzt sind, Handwerk steckt dennoch zur Genüge drin und ein ganz klassisches Relikt der Gründerzeit sind sie allemal.“ das hört sich für mich an wie „aber die haben doch autobahnen gebaut!“-light. nur das stieß mir auf. außerdem denke ich, dass die grenze zwischen handwerk und ind.mass.-prod. nicht fließend ist, sondern sich verschoben bzw. abgelöst hat, quasi mit dem untergang des handwerks einherging. is ja nun auch wurst – die dinger vergammeln ja eh im lapidarium, wahrscheinlich neben dem rest der schönen pusteblumen-brunnen.

  13. Uhu – die Formenvielfalt der Gründerzeit ist um ein vielfaches höher als die der momentanen Architektursprache…das ist Fakt.

  14. @Klaus: Also, diesen „Fakt“ würde ich dann doch gerne mal bewiesen sehen. Streng genommen hatte die Gründerzeit überhaupt keine Formenvielfalt, zumindest keine eigene. Welcher Stil der Gründerzeit greift denn bitte NICHT in eklektizistischer Weise auf die Stile vergangener Epochen zurück, also die Neoromanik, -Gotik, -Renaissance etc.? Besonders eigenständig würde ich das nicht nennen, jedenfalls nicht so sehr, dass es rechtfertigte, die zeitgenössische Architektur in ihrer Gesamtheit abzuqualifizieren.

  15. die säulen wieder hinstellen (wo es geht) kostet doch nicht so viel, und ob da n auto vorkracht, wen scherte das bisher, ständig werden schilder, geländer, mauern oder kabel etc. beschädigt, dann wirds halt wieder repariert. warum sollte da n auto davorkrachen? keine ahnung. nur allein die säulen hinzustellen, sähe ggf noch unzureichend aus, daher die idee ein paar alte verblendungen für die optik davorzuschrauben. es geht doch nur um etwa zwei brücken. notfalls eben nur die ollen säulen hinstellen.

    uhu: das an der marien-bahn-brücke ist mir bestens bekannt, die geht ja auch durch – so wie sie jetzt eben ist. allerdings ist es nur eine kaschierung des optischen verlustes der eisenkonstruktion durch eine geringe strukturierung der betonflächen. wie man hierzulande weiß, sind neue stahlbrückenkonstruktionen ja durchaus möglich.
    die schönste brücke dresdens war übrigens die überaus filigrane alte carolabrücke mit ihrem schmuck, und derlei kennt heut ja kaum mehr jemand. und so siehts dann eben aus, und keine(r) weiß in welcher stadt man sich grad befindet.
    der rest der pusteblumen sprudelt doch seit jahren in prohlis. also, liebes eulentier, mal aufwachen vielleicht!

Ergänzungen gern, aber bitte recht freundlich.

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