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Schritt für Schritt gen Swinghimmel

Das Gypsi-Swing-Quintett Caracou startete anno 2019 in eine neue Ära. Der Gründung im Frühjahr und vielen Proben folgten ersten Konzerte. Nun, nach diversen Widrigkeiten, steht ein heißer Herbst bevor: Auf die Aufnahme des ersten eigenen Albums folgt die erste echte Tournee.

Caracou 2022
Caracou mit Klaus Jacob (Gitarre), Gunther Lietz (Violine), Jana Pöche (Gesang), Frank Schlüter (Gitarre), Chris Farnaby (Bass).
Foto: PR / Patrick Neumann

Vier Männer und eine Sängerin – in der Neustadt bekannt bis verwurzelt – sind auf dem Sprung, obwohl die erste eigene Scheibe bescheidenerweise „Pas à pas“, also Schritt für Schritt, heißt. Drei Jahre bis zum ersten eigenen Werk sind für neue Bands nichts Ungewöhnliches. Dass die letzten beiden Winterhalbjahre nicht sonderlich künstlerfreundlich waren, ist bekannt.

Video im leeren „Carte Blanche“

Caracou hat diese Phase überstanden und genutzt – und das durchaus arteigen: Sängerin Jana Pöche verweist auf die Produktion eines melancholischen Musikvideos im leeren „Carte Blanche“, welches – Ende Januar 2021 veröffentlicht – das Zeitgefühl spiegelte. Es war ihre Version von Cole Porters „It’s All Right With Me“ und zeigt en passant, aber durchaus eindrucksvoll: Sie meinen es ernst – und sie sind allesamt Musikprofis. Vorbilder wie Django Reinhardt und Duke Ellington, aber auch französische Chansons mit dem Charme der frühen Zaz sind Bezugspunkte.

Ein Konzert in der Dresdner Jazztonne und zwei luftige Neustadtinterventionen – am Alaunpark und im Hof der ehemaligen Blauen Fabrik an der Prießnitz, also ganz in der Nähe ihrer Probenresidenz – fanden viele Sympathisanten und begründeten die Zuversicht, es als Ensemble gemeinsam zu schaffen und Caracou zu einer zukunftsträchtigen Band zu formen. Dabei erfolgte der Wandel zur unikaten Kreation – also von den Interpretationen der großen Klassiker der Szene hin zu eigenen Stücken, die allesamt schon livehaftig am tanzenden Publikum erprobt und verfeinert wurden. Noch bis zum 3. August läuft dazu eine Crowdfunding-Kampagne, die zwar schon etliche echte Fans erkennen lässt, aber für die es noch ein Stück Arbeit bis zum Endziel von 7.000 Euro ist.

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Die Stadtbäume brauchen Wasser!

Gitarrist Frank Schlüter, der wie Sängerin Jana Pöche 2012 zum Studium an die Musikhochschule nach Dresden kam und auf dessen Initiative die Band vor drei Jahren zusammenfand, erklärt die Summe folgendermaßen: „Wir wollten den Leuten nicht vorenthalten, was solch eine Produktion wert ist.“ In die Summe inbegriffen sind das Aufnehmen, Mischen und Mastering der Titel, das Anfertigen neuer Fotos, das Erstellen des Artworks und Layouts für die CD sowie das Pressen und die digitale Veröffentlichung der Songs – zum Beispiel auf Spotify.

Tour im September

Ein bisschen Merch soll auch sein, all das Geld geht ins Projekt, also auf jeden Fall zugunsten der Sache. Sowohl Pöche als auch Schlüter sind davon überzeugt, dass in der laufenden letzten Woche noch einiges passiert und somit das Spendenziel erreicht werden kann. Danach folgt der nächste Schritt: das erste Album und die erste Tournee mit eigens gemietetem Bandbus – sieben Auftritte an zehn Abenden. Das wird ebenso prägend wie die Waldsession im Mai, als sie vier Tage lang im bekannten und vor allem in der Gitarristenszene beliebten Tonstudio Waldhaus Tangerhütte gastierten.

Caracou in der Dresdner Tonne vor drei Jahren – am 10. Dezember ist es wieder soweit. Diesmal mit erstem Album „Pas à pas“.
Foto: PR / Peter R. Fischer

Die Tour beginnt am 16. September dank der dortigen Jazzfreunde im Alten Werk Dahn, also tief im Westen, führt über das „mon ami“ am Weimarer Goetheplatz gleich zweimal nach Leipzig (Horns Erben und Opernball) und in den großen Saal vom Stadtkulturhaus Freital (23. September) und endet auf dem Radebeuler Weinfest (25. September, 17:30 Uhr). Zuvor gibt es schon einen Auftritt am 4. September (ab 13 Uhr) in der Radebeuler Reihe „WeinBergKulTour“, dann folgt am 10. Dezember der nächste Tonne-Streich.

Der Herbst kann also kommen – dass er locker bis fluffig bleibt, dazu will Caracou Schritt für Schritt beitragen. Wer es nicht glaubt, sollte die Konzertchancen wahrnehmen.

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Die Stadtbäume brauchen Wasser!

Oder sich selbst einen privaten Stuben- oder Büro-Gig buchen – noch bis kommenden Mittwoch geht das auch unkompliziert über die Geldsammelseite „Startnext“, anderthalb Riesen sind so ein Wohnzimmerkonzert wert, nur zwei davon werden gegeben! Auch die diversen Saitenunterrichtsstunden für Gitarre, Bass und Geige – je drei für achtzig Eulen – sind bei allen vier Herren noch zu haben.

Jana Pöches Gesangsunterricht war hingegen zum Zeitpunkt des Flusses dieser Zeilen nur noch einmal buchbar. Und auch ein paar Genusspakete von Klaus Jacob, der für dreißig Euro als Sommelier Rosé- Rot- oder Weißwein auserwählt hat und einen exklusiven Caracou-Korkenzieher dazulegt, sind noch zu haben. Die haptischen Vertriebswege der neuen Scheibe in die Neustädter Plattenläden sind titelgemäß noch nicht ganz klar, auf jeden Fall wird es das neue Album über die Netzpräsenz und natürlich bei den Konzerten geben.

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