Asphalt für den Martin-Luther-Platz

Während am Montag im Ortsbeirat kaum wesentliche Neuerungen an den Umgestaltungsplänen des Martin-Luther-Platzes vorgestellt wurden, gab es gestern im Bauausschuss eine Überraschung. Der verkehrspolitische Sprecher der CDU-Fraktion Hans-Joachim Brauns schlug vor, statt Kopfsteinpflaster künftig Asphalt auf dem Platz zu verwenden. Damit soll es ruhiger werden. Der Vorschlag fand eine knappe Mehrheit im Ausschuss und ist damit beschlossen.

Pflaster adé?
Pflaster adé?
In den in mehreren Jahren immer weiter entwickelten Plänen der Stadtverwaltung war Kleinpflaster auf dem Martin-Luther-Platz vorgesehen. Im Bereich der Martin-Luther-Straße sollte dieses durch geschnittenes Pflaster ersetzt werden, damit Radfahrer weniger holpern müssen.

Nun also Aspahlt für die umlaufende Straße. Das Denkmalamt muss diesen Vorschlag noch einmal prüfen. Der Antrag der Grünen, den Platz in eine verkehrsberuhigte Zone zu verwandeln, fand keine Mehrheit. Im Ortsbeirat hatte es am Montag dafür noch eine knappe Mehrheit gegeben.

Der Baubeginn hat sich verschoben, Herbst 2013 steht auf dem Plan, allerdings hängt der Baubeginn auch vom geplanten Ausbau der Bautzner Straße ab (Neustadt-Geflüster vom 16. Mai 2012). Ursprünglich sollte der Umbau schon in diesem Jahr abgeschlossen sein (Neustadt-Geflüster vom 8. Dezember 2010). Die Sanierung des Platzes soll nach den bisherigen Plänen rund 850 000 Euro kosten. Rund um die Kirche und auf dem Kirchvorplatz wird Parken dann nicht mehr möglich sein. Den Verlust der insgesamt 81 Stellplätze soll das um die Ecke entstehende Parkhaus auf der Bautzner Straße ausgleichen. Dort sind insgesamt 244 Stellplätze geplant, ein großer Teil davon ist für Anwohner gedacht. Diese Parkplätze sollen 35 Euro pro Monat kosten.


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Auch der Platz vor dem Kircheneingang rund um den Kugelbrunnen soll verschönert werden. Die Hochbeete müssen jedoch bleiben, da sie die Lebensgrundlage für die Bäume bilden.


Nachtrag 2013: Ein Stellplatz im Parkhaus kostet 65,- Euro.

14 Kommentare zu “Asphalt für den Martin-Luther-Platz

14 Gedanken zu „Asphalt für den Martin-Luther-Platz

  1. Da kann das Denkmalamt doch wohl kaum einverstanden sein!
    Ich bin für möglichst fahrradfreundliches Pflaster und Anwohnerparken auf den verbleibenden Plätzen.
    Sollen doch die Besucher das Parkhaus nutzen, wenn sie mit dem Auto in die Neustadt kommen.

  2. parkhaus für 35€ pro monat? da würde ich als anwohner lieber mein auto auf eine straße stellen. und dafür mehr fußweg in kauf nehmen. zumal das parkhaus ja auch nicht vor der haustüre steht. es wird wohl eher so sein, dass noch mehr autofahrer versuchen auf der kamenzer straße, tieckstraße oder der melanchthonstraße etc. zu parken. wobei das jetzt schon zu bestimmten zeiten unmöglich ist.

  3. Also wenn man mal bedenkt daß man für 50€ auch ’ne Monatskarte bekommt! 50€ nur um ein Auto wo hin zu stellen, hmmm ….

  4. 35 Euro klingt viel, ist aber ein Preis, der nur über einen sehr langen Zeitraum die Baukosten eines Stellplatzes amortisieren kann. Der Preis wird wohl nur möglich sein, weil da Stellplatzablösegelder der Stadt reingeflossen sind.

    Es sollte jedem, der wie selbstverständlich nach einem kostenlosen Stellplatz verlangt, bewußt werden, dass das Auto locker 10m² braucht (ohne Flächen fürs Ein- und Ausparken).

    Somit sind 3,50 warm für den Qadratmeter Miete ein echt sozialer Preis, wenn man es mit den inzwischen fälligen Beträgen für Wohnraum in der Neustadt vergleicht… ;)

  5. die anwohner des lutherplatzes werden nach einer umgestaltung und dem wegfall der parkplätze quasi gezwungen einen platz für 35€ zu mieten. das sind 420€ mehr im jahr die man einplanen muss. die meisten sind auf ihren fahrbaren untersatz angewiesen und müssen so in den sauren apfel beissen. also mir würde das nicht gefallen.

  6. @ s.: 395€ – den Anwohnerparkausweis brauchst Du ja nicht mehr ;)

    Ansonsten: wer bestimmt denn, wie öffentlicher Raum zu nutzen ist. Schon heute reichen die Plätze nicht aus – und z.B. die an der Ostseite des Innenplatzes sind heute nur geduldet. Als ich am MLP gewohnt habe und dann doch mal ein Teilauto mitgebracht hab, gab es auch keinen Platz mehr. Von daher: „gleiches Unrecht für alle“. Wer sich trotz der guten Alternativen ein Auto leisten will oder muss, der sollte eben auch einen Stellplatz mit einkalkulieren…
    Hat ja auch Vorteile: kein schippen und kratzen im Winter, die Außenspiegel bleiben dran,…

  7. @ booby… ne Monatskarte nützt mir aber herzlich wenig, wenn ich ständig mit nem Firmenwagen im dresdner Umland unterwegs bin und Werkzeug und Waren zu transportieren hab, vll solltest Du mal dran denken, das Autos auch einen gewissen Nutzwert haben und nicht von vornherein Lauffaulheit oder Straßenbahnphobie unterstellen

  8. Hallo Anton.
    Bezüglich Martin-Luther-Kirche: Kannst du nicht mal in Erfahrung bringen, wer dort die Mechanik der Uhr betreut? Sie stand jetzt fast zwei Monate lang still (zumindest die Uhr, die der Böhmischen Str. zugewandt ist). Ist doch auch ne Gelegenheit, mal wieder eine schöne Neustadt-Geschichte zu erzählen.
    Danke :)

  9. @ Anton: Na – das ist doch ein Schnäppchen!
    @ all: Ich wette, dass 90% der am Lutherplatz-Lebenden kein Auto brauchen. Tram-Haltestelle vor der Tür, bald auch ne Bautzner mit Radfahrstreifen – alles beste Bedingungen auf das Auto verzichten zu können. Der Aufenthaltsqualität der Straßen und Plätze der Stadt tut das nur gut, wie man z.B. zur BRN sehen kann.
    Und übrigends: Die Stellplatz- und Garagensatzung Dresden sagt nichts über die Entfernung Wohnung-Stellplatz aus – aber in der Sächsischen Bauodnung steht etwas von zumutbarer Entfernung. Und in der LBO aus Schleswig-Holstein steht: „Bei Wohnungen ist eine Entfernung bis zu 300 m zwischen Baugrundstück und Stellplatz zumutbar. In denkmalgeschützten, innerstädtischen Bereichen kann diese Entfernung überschritten werden, wenn die Erhaltung oder der Schutz der Bereiche dies rechtfertigen.“ Auch wenn diese in Sachsen keine Rechtskraft hat – Orientierung ist sie sicher. Also bitte nicht rumjammern, wenn die Blechkiste mal 3 Schritte weiter stehen muss.
    Ich wäre ja fürs Quartiersparken: Alle müssen in Parkhäusern parken und die Straßen und Plätze bleiben autofrei mit Ausnahme zum Anliefern und Abholen. Das Beispiel Vauban in Freiburg ist da wirklich toll (http://de.wikipedia.org/wiki/Vauban_(Freiburg_im_Breisgau)).

Kommentieren gern, aber bitte recht freundlich.

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