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Fit together mit Claudia Seidel

Dresden in Film und Fernsehen


Sie werden überrascht sein, wie viele Filme in Deutschland gedreht wurden, und es wird Sie freuen zu erfahren, dass Sie viele dieser Drehorte leicht besuchen können!

Mit seinen wunderschönen Landschaften, dichten Wäldern, majestätischen Bergen und kleinen mittelalterlichen Städten inmitten ausufernder moderner Metropolen, ist Deutschland nicht nur ein ideales Urlaubsziel, sondern auch der perfekte Drehort für viele Kinofilme. Von Marvel bis zu Musicals, von Fantasy bis zu rasanter Action – Deutschland ist Schauplatz für einige der größten Hollywood-Produktionen.

Dresdner Altstadt - Foto: Melina Kiefer, Unplash
Dresdner Altstadt – Foto: Melina Kiefer, Unplash

Dresden, eine der größten Barockstädte Europas, liegt etwa 30 Kilometer nördlich der Grenze zur Tschechischen Republik und erhebt sich majestätisch am Ufer der Elbe. Sie war der Sitz der sächsischen Herrscher, die ihre Aufmerksamkeit auf die Schlösser am Flussufer und die hoch aufragenden Kirchen richteten und der Stadt ihre umfangreichen Kunst- und Antiquitätensammlungen hinterließen. Ein Spaziergang durch die Altstadt führt Sie zurück in die opulente Vergangenheit Dresdens mit ihren prächtigen Palästen und Kathedralen. Diese historischen Stätten sind seit Ende des Zweiten Weltkriegs originalgetreu rekonstruiert worden, und viele von ihnen beherbergen verschiedene Schätze, alte Waffen und Gemälde berühmter Künstler. Die blühende Kunstszene Dresdens ist in der Neustadt zu finden, wo Sie in den engen Gassen über skurrile Kunstinstallationen, Galerien, Straßengraffiti und bunte Häuserfassaden eintauchen können. Vom Essen in einer Molkerei aus dem 19. Jahrhundert, bis zum Museumsbesuch in der Altstadt – diese Stadt hat für jeden Geschmack etwas zu bieten. Und aus diesem Grund wird diese Stadt oft als Drehort für Film und Fernsehen verwendet. Besonders für den Dresdner Tatort wird immer wieder in der Stadt, gerne auch in der Neustadt gedreht.

Ermittlerinnen Karin Gorniak (Karin Hanczewski) und Leonie Winkler (Cornelia Gröschel) auf der Alaunstraße - Drehstart für zwölften Dresden-Tatort "Pavlovs Köter" (Arbeitstitel) - Foto: MDR/Hardy Spitz
Ermittlerinnen Karin Gorniak (Karin Hanczewski) und Leonie Winkler (Cornelia Gröschel) auf der Alaunstraße – Drehstart für zwölften Dresden-Tatort „Pavlovs Köter“ (Arbeitstitel) – Foto: MDR/Hardy Spitz

The Grand Budapest Hotel (2014)

In Wes Andersons The Grand Budapest Hotel geht es um den Concierge Monsieur Gustave H. (Ralph Fiennes), dem der Mord an seiner 84-jährigen Geliebten, der Witwe Madame D. (Tilda Swinton), angehängt wird. Gemeinsam machen sich Gustave und sein Lobbyist, Schützling und Freund Zero (Tony Revolori) auf die Suche nach dem Reichtum und dem Beweis von Monsieur Gustaves Unschuld. Anderson ist bekannt für seine symmetrischen Rahmen, seine visuellen Ornamente, seine romanhaften Kapitelüberschriften und das überzeugende Gefühl der Sehnsucht nach der Vergangenheit, welches er in fast allen seinen Filmen anwendet. Er nutzt all diese Elemente und macht eine verlorene Welt zu einer lebendigen Filmwelt.

Die Fluchtszene beispielsweise, in der Monsieur Gustave und seine Freunde aus dem Zimmer fliehen. Anstatt die Figuren zu zeigen, sind ihre Silhouetten an der Wand zu sehen, wie sie unter dem Bett des Wächters durchrutschen und darüber springen. Die Gruppe trifft auf fünf Wachen, die Poker spielen, und Gunther opfert sich, damit seine Freunde entkommen können. Sofort schneidet die Einstellung auf die Reaktionen der anderen Ausbrecher, die die schreckliche Szene beobachten. In der nächsten Einstellung ersticht Gunther den letzten Wachmann, und kurz bevor er stirbt, sticht ihm der Wachmann in die Brust und stirbt.

Andersons frühere Filme wie Rushmore und Bottle Rocket haben ihm geholfen, die grundlegenden Elemente dessen zu schaffen, was ein Wes Anderson-Projekt ausmacht. Seine Filme haben einen hohen Wiedererkennungswert, und durch die Beherrschung seines Handwerks und seines Stils hat er ein Werk geschaffen, das einzigartig für ihn ist.

Wes Andersons amerikanisch-deutsch-britisch koproduziertes Film-Meisterwerk wurde von Kritikern und Publikum gleichermaßen positiv aufgenommen. Wenn Sie den Film gesehen haben oder etwas über Andersons Regiestil wissen, kennen Sie die die atemberaubenden Bilder und die Ästhetik seiner Arbeit. Der Großteil der Dreharbeiten fand in Deutschland statt. Der Hauptdrehort war das Warenhaus in Görlitz, Sachsen. In der Filmbranche wird Görlitz oft als Görliwood bezeichnet; dieser lustige Spitzname ist darauf zurückzuführen, dass eine Reihe von Filmen, die in Deutschland gedreht wurden, diesen Ort für verschiedene Szenen auswählen. Andere bekannte Filme sind Die Bücherdiebin, The Monuments Men und auch Der Vorleser. Obwohl dieses Kaufhaus eigentlich verlassen ist, ist sein schöner Jugendstil perfekt für Andersons Film. Es diente als Kulisse für die Lobby des Hotels. Weitere deutsche Drehorte für The Grand Budapest Hotel sind Schloss Waldenburg, das Zwingermuseum in Dresden und die Aussichtsplattform der Basteibrücke im Nationalpark Sächsische Schweiz, ebenfalls in der Nähe von Dresden.

Der Fall Furtwängler (2001)

Dieser Film spielt in Berlin und Dresden und basiert auf einer wahren Geschichte. Der Film handelt von Wilhelm Furtwängler, der wohl bedeutendster Dirigent seiner Generation, der gezwungen wird, sich dem amerikanischen Entnazifizierungsausschuss zu stellen. Obwohl er von allen Vorwürfen freigesprochen wird, bleibt sein Name durch seine Verbindung mit den Nazis befleckt. Nach der Machtübernahme Hitlers im Jahr 1933 wurden viele jüdische Künstler gezwungen, Deutschland zu verlassen. Andere gingen aus Protest freiwillig ins Exil. Furtwängler entschied sich zu bleiben. Während er dazu beitrug, vielen jüdischen Musikern eine sichere Zuflucht zu gewähren, war er gleichzeitig eines der wichtigsten Kulturgüter der Nazis. Die Frage nach der politischen Verantwortung des Künstlers in einem totalitären Regime bleibt bis heute offen – ob man bleiben und dem eigenen Volk dienen oder die Heimat verlassen soll.

Tatort

Der „Tatort“, eine Fernsehserie die seit 1970 ununterbrochen läuft und mit rund 30 abendfüllenden Episoden pro Jahr das am längsten laufende deutsche Fernsehspiel ist. Der Tatort wurde von der ARD für ihren Sender Das Erste entwickelt und ist insofern einzigartig, als er von allen regionalen Mitgliedern des Senders sowie den öffentlich-rechtlichen Sendern Österreichs und der Schweiz gemeinsam produziert wird, wobei jeder regionale Sender eine Reihe von Episoden in einen gemeinsamen Pool einbringt. Daher ist die Serie eine Sammlung verschiedener Polizeigeschichten, in denen verschiedene Polizeiteams in ihrer jeweiligen Stadt Verbrechen aufklären. Die Einzigartigkeit der Architektur, der Bräuche und der Dialekte der Städte ist daher ein charakteristischer Teil der Serie, und oft ist die Stadt und nicht die Polizei die eigentliche Hauptfigur einer Folge. Auch Dresden war ein beliebter Drehort für viele Folgen. Das Konzept der Lokalsender, nur ein paar Sendungen pro Jahr zu produzieren, hat auch dazu geführt, dass die Sendungen länger (90 Minuten) und psychologisch ausgefeilter sind als andere wöchentliche Fernsehdramen.

Auch die lokale Street-Art-Szene beteiligte sich an der passenden Gestaltung der Umgebung.
Auch die lokale Street-Art-Szene beteiligte sich an der passenden Gestaltung der Umgebung.

Dresden (2006)

Dresden ist eine Liebesgeschichte, die inmitten des Chaos und des Grauens des Zweiten Weltkriegs spielt. Sie erzählt die Geschichte einer schönen jungen deutschen Krankenschwester, die sich in einen verletzten britischen Piloten verliebt. Anna (Felicitas Woll) ist mit einem wohlhabenden Arzt verlobt, aber sie will mehr als die fade Gewissheit, die er ihr bieten kann. Bei ihrer Visite im Krankenhaus entdeckt sie Robert (John Light), der sich versteckt hält. Anna weiß wenig über ihn und ist sich zunächst nicht bewusst, dass er ein britischer Soldat und damit ihr Feind ist. Was als ruhige, private Romanze beginnt, eskaliert zu einer Affäre, die das Paar nur schwer im Zaum halten kann. Woll und Light geben wunderbare Hauptdarsteller ab, aber es sind die Nebenfiguren, die hervorstechen. Dr. Carl Mauth (Heiner Lauterbach), Annas Vater, ist ein komplizierter und fesselnder Mann, der sogar Morphium stehlen würde, wenn seine Patienten in Not sind. Wenn man sein gefühlsbetontes Gesicht sieht, versteht man seine Absichten, ohne dass man ihn sprechen hören muss. Den Filmemachern von Dresden gelingt es hervorragend, sowohl die Briten als auch die Deutschen als unvollkommene Menschen darzustellen, die sich nicht sicher sind, was richtig und falsch ist. Der Film spielt im Januar 1945, vor den alliierten Bombenangriffen auf Dresden, und das deutsche Produktionsteam versteht es hervorragend, ein seifenopernartiges Melodrama mit fieberhafter Action zu verbinden. Es gibt einige Szenen, die grausam anzusehen sind. Aber meistens geben sie einen prägnanten Eindruck von der Gewalt, die den Krieg begleitet. Obwohl die dreistündige Miniserie positiv mit der epischen Liebesgeschichte in Titanic verglichen wurde, hat sie auch einige der süßen Aspekte von Summer of My German Soldier, einem Fernsehfilm aus dem Jahr 1978, der die unwahrscheinliche Freundschaft zwischen einem jungen jüdischen Mädchen und einem deutschen Kriegsgefangenen zeigt.

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