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Der Universalgelehrte des unnützen Wissens

Dirk aus Löbau bereichert mit seinem Label ‚Das ist Räudige Kunst‘ die Neustadt seit über fünf Jahren. Der Nischenkünstler finanziert sich durch „lebenslanges Crowdfunding“. Zwei große Projekte liegen vor ihm. 

„Man kann alles lernen, wenn man die Zeit dafür hat“, sagt Dirk aus Löbau. Er bezeichnet sich selbst als Nischenkünstler mit breit gefächerten Interessengebieten: „Ich mache eigentlich alles, außer malen.“ Unter dem Label Das ist Räudige Kunst produziert der Autor Hörspiele, Lesungen und Interviewprojekte, begleitet Vogelkundeführungen, ging auf Lesereise mit Geschichten über seine Heimatstadt Löbau.

Dirk aus Löbau: "Ich bin ein Mensch voller Wut." Foto: Philine
Dirk aus Löbau: „Ich bin ein Mensch voller Wut.“ Foto: Philine

Am 3. Oktober feiert er mit seiner Lesung „Das glaube ich dir nicht!“ Dresden-Premiere im AZ Conni und stellt seine Zuhörerschaft vor eine Herausforderung: Vorgetragen werden kuriose, skurrile, nahezu unglaubwürdige wahre Begebenheiten. Werden alle es schaffen, ihr Smartphone in der Tasche zu lassen und die Geschichten zu glauben …?

Saitans drei goldene Regeln

Ende des Jahres wird Dirks Kochbuch mit dem Titel Wampengeheimnisse erscheinen – online und kostenfrei. „Ich bin ein großer Fan von nichtkommerzieller Wissensvermittlung“, erklärt Dirk. Sein Kochbuch gibt mit einer Mischung aus Rezepten und Warenkunde Einblicke in eine günstige und einfache vegane Küche. Für die 30 Jahre AZ Conni-Party kochte der autodidaktische Maître gemeinsam mit Freund*innen sein Werk Probe. Ein Prüfungsmoment, wie er sagt – mit erfolgreichem Ausgang.

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Die Rezepte sind jeweils für eine Person kalkuliert, aber durch eingefügte Piktogramme leicht auf größere Mengen skalierbar. Zudem werden in den ersten Kapiteln Grundlagen erklärt, so auch die „drei goldenen Regeln des Saitan“. Das Kochbuch soll gemeinsam mit den Nutzenden perfektioniert und erweitert werden, beschreibt Dirk die Idee.

Von dir zu mir und zurück

Für seine Auftritte und Veröffentlichungen wählt der Schriftsteller analoge und digitale Orte ohne Bezahlschranke aus.“Ich habe das Privileg, mir meine Zeit frei einteilen zu können“, erklärt er. „Alles, was ich brauche, ist ein Dach über dem Kopf, eine Versicherung und ein Internetzugang.“ Sein Schaffen finanziert er mithilfe kleinster privater Spenden. Im Gegenzug für die Zuwendungen sieht Dirk sich in der Verpflichtung „den Menschen etwas zurückzugeben“ und Projekte zu verwirklichen: „Das ist der Deal, den ich eingehe. Die Hilfe der Unterstützenden soll gerechtfertigt sein.“ Er setzt auf eine Kooperation „von dir zu mir und zurück.“ Ein lebenslanges Crowdfunding auf Überzeugungsbasis.

Titel zu "Wampengeheimnisse" von Lauren Powers
Titel zu „Wampengeheimnisse“ von Lauren Powers

Die Skepsis ist milder geworden

„Ich habe so ein krasses Netzwerk“, sagt Dirk. Ein vielfältiger Freundeskreis trage und inspiriere ihn seit Jahren. „Ich bin sehr dankbar für die Hilfe der Leute.“ Das Interesse an anderen Menschen habe er von seinem Großvater: „Mein Ziel ist es ja, der bekannteste Löbauer zu werden. Mein Großvater hatte es geschafft, der freundlichste Löbauer zu sein. Wenn ich mir von ihm so viel abgeschaut hätte, würde Das ist räudige Kunst heute nicht so laufen.“

Da gibt es die eine Anekdote, laut der der Bürgermeister von Löbau eines Tages aus dem Rathaus kam, um endlich den regen Herrn kennenzulernen, der täglich auf dem Marktplatz mit allen Vorbeikommenden plauschte. „Das war mein Großvater“, sagt Dirk. „Er hat trotz seiner bewegten Biografie sein Grundvertrauen in die Menschheit nicht verloren. Das kann man von mir nicht so behaupten, mein Lebensmotto ist jedoch von seinem Handeln inspiriert: Ich hasse alle Menschen gleich.“ Und warum hassen, und nicht lieben? „Weil ich ein Mensch voller Wut bin. Meine Skepsis ist milder geworden über die Jahre, aber ich lebe in einer Welt, die ich nicht verstehe. Das wird sich nicht ändern.“

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Wenn es ein Ziel in seiner Arbeit gibt, dann ist es ein lebenslanges Lernen: „Ich habe mir verschiedene Skills angeeignet und bin so was wie der Universalgelehrte des unnützen Wissens.“ Seine Errungenschaften macht er der Öffentlichkeit zugänglich: „In den letzten Jahren habe ich viel gelernt. Langsam fühlt es sich für mich so an, dass ich eine Berechtigung habe, meine Skills mit anderen zu teilen.“

Dirk aus Löbau: "Ich bin privilegiert. Ich habe alles, was ich brauche." Foto: Philine
Dirk aus Löbau: „Ich bin privilegiert. Ich habe alles, was ich brauche.“ Foto: Philine

Mit der Unterstützung der angehenden Tischlerin Alexandra Möhring will Dirk aus Löbau ein mobiles Hörspieltheater mit dem Arbeitstitel >> Mind. 1. m2 << gestalten. Alexandra baut derzeit die Bühne für das Projekt, die dem Namen gemäß einen Quadratmeter misst. Dirk entwirft ein Hörspiel, zu dem er auf dieser Plattform agieren wird. „Ich habe befreundete Bands gefragt, ob ich ihre Musik benutzen darf.“ Innerhalb von drei Jahren sollen die Zyklen Ich, Du und Wir entstehen. 2022 ist die erste Kleinstädtetour geplant. Dirk ist gespannt auf den Prozesscharakter: „Mir geht es darum zu wissen, ob ich Theater machen kann.“ Jede Vorstellung sei gleichzeitig die Chance, Änderungen und Eindrücke einfließen zu lassen.

Das ist Räudige Kunst

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  • Lesung „Das glaube ich dir nicht“ am 3. Oktober 2021 von 16 bis 19 Uhr im AZ Conni, Eintritt frei
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