Baozi bleibt auf der Straße

Eigentlich wollte der Hefekloß-Verkäufer Christian Münch in der Neustadt ja einen Laden für seine „Baozi“ eröffnen. Vor etwa einem halben Jahr hatte er dafür ein Crowdfunding gestartet. Aber dann kam Corona und damit warf er seine Pläne um.

Christian Münch verkauft Hefeklöße auf der Böhmischen Straße
Christian Münch verkauft Hefeklöße auf der Böhmischen Straße
„Die ganze Corona-Sache hat das Filial-Projekt gekippt – ich denke zukünftig lieber in Richtung Streetfood-Truck nach“, sagt Christian. Bis dieser Food-Truck jedoch Realität wird, hat er eine kleine „Krisenfiliale“ auf der Böhmischen Straße eröffnet. Kurz vor 12 Uhr waren heute schon die ersten Gäste da, die lauthals von den Baozis schwärmten.

Derzeit erhalten die Inselverantwortlichen und anderen BRN-Veranstalter ihre Absagen. Klar, die Bunte Republik Neustadt wird ja in diesem Jahr nicht gefeiert, zumindest nicht als Stadtteilfest. Aber für den dauerhaften Stand für Christians Baozis gab es eine Genehmigung. „Den Standort kannte ich ja schon von der BRN“, sagt Christian, der sonst während des Festes hier immer Hefeklöße verkauft hat. Er habe bei der Stadtverwaltung angefragt und die Genehmigung erhalten, berichtet er heute.

Baozis auf der Böhmischen Straße

Ab sofort verkauft er nun aus seinem quietschgelben Zelt heraus von 12 bis 18 Uhr Baozis. Freitag und Sonnabend bis 22 Uhr. Das Zeltchen steht unmittelbar neben dem Hebedas zwischen Rothenburger Straße und Friederike-Beier-Weg.

Ab sofort gibt's Baozi auf der Böhmischen Straße
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8 Kommentare zu “Baozi bleibt auf der Straße

  1. Seltsam, das dies genehmigt wurde. Dann sollte jeder BRN-Stand eine Ausnahmegenehmigung erhalten. Alle oder keiner. Ist ja sonst nicht gerade fair.

  2. Auf welcher Rechtsgrundlage wird hier eine dauerhafte Genehmigung für einen Zeltverkauf auf dem Bürgersteig erteilt? Man kommt so schon immer kaum hier durch weil dauernd PKWs und Lieferanten an der Stelle die Wege blockieren.

  3. Der Stand hat aber nichts mit der BRN zu tun. Er steht ja jetzt schon da und auch noch nach dem ehemaligen BRN-Wochenende. Das ist schlicht und einfach eine dauerhafte Verkaufsbude. Er hätte zur BRN nur auch da gestanden.

  4. Welche Missgunst gerade in der lebhaften und toleranten Neustadt aufkommt, traurig. Hier versucht einer seine Existenz zu erhalten, die ihm durch die Corona-Geschichte nahezu zerstört wurde. Also mal eher bisschen zurückhaltend hinterfragen, das mit der BRN ist hier lediglich ein Zufall weil die in den Zeitraum fallen würde und überhaupt, überall stehen Verkaufsstände auf Bürgersteigen, Rosterbuden usw. wo sollten die sonst stehen, auf der Straße? Ich finde die Aktion mutig und wünsche dem Betreiber alles erdenklich Gute.

  5. Liebe Meine Güte, ich weiß nicht, ob das Missgunst ist. Ich würde da eher eine Kritik an der Genehmigungspraxis heraushören.

    Tatsächlich ist mir in der Neustadt kein Verkaufsstand auf dem Fußweg bekannt. Andererseits ist die Straße daneben ja auch ein verkehrsberuhigter Bereich. Vielleicht führt der Baozi-Stand so dazu, dass künftig dort entsprechend langsamer (also mit der geforderden Schrittgeschwindigkeit) gefahren wird. Dem Christian wünsche ich auf jeden Fall viel Erfolg.

  6. Herr Launer, was ist dieses Jahr schon normal?
    Ungewöhnliche Umstände erfordern scheinbar ungewöhnliche Maßnahmen.

  7. ich finde auch, jede verkaufsbude, die zur BRN „nur auch da gestanden“ hätte auf einem fußweg, sollte sich jetzt eine dauerhafte genehmigung holen! wenns hier klappt, wird es bei den anderen auch schon klappen. das bringt kohle in die kassen für alle, die unter finanziellen einbußen wegen des BRN-ausfalls leiden. da sollte jeder sofort seine chance kriegen, den ausfall irgendwie auszubalancieren. man stelle sich unsere neustadt dann vor: dauerhaft überall buden, streetfood, keine parkende Autos mehr im Halteverbot. das wird grandios! buden für alle! :d

    „Hier versucht einer seine Existenz zu erhalten, die ihm durch die Corona-Geschichte nahezu zerstört wurde“

    das ist super! die chance sollte dann jedem gegeben werden. der eine oder andere wird es unsolidarisch finden, der andere findet es super, dass dem einen die möglichkeit geboten wird – anderen nicht. dann sollte man auch den lutherplatz absperren und sondergenehmigungen erteilen, für alle budenbesitzer, die jetzt unter einbußen leiden, weil die brn ausfällt.

    *Ironie aus, jetzt ernsthaft*

    die böhmische strasse ist m.E. eine einbahnstraße, in der halteverbot gilt und dazu noch eine „spielstraße“. auf der straße wird aber ohnehin schon sehr viel geparkt (nicht ordnungsgemäßer weise). das hier eine genehmigung erfolgt ist, ist für mich sehr fraglich. ein stand auf dem alaunplatz, hauptstraße, wäre da wohl angebrachter gewesen.

  8. Im Verkehrsberuhigten Bereich gilt laut StVO „Wer zu Fuß geht, darf die Straße in ihrer ganzen Breite benutzen; Kinderspiele sind überall erlaubt.“.

    Die zugehörige Verwaltungsvorschrift konkretisiert als Vorgabe: „In der Regel wird ein niveaugleicher Ausbau für die ganze Straßenbreite erforderlich sein.“

    Der Gehweg ist also kein Gehweg, die Platten liegen nur – wenn ich mich richtig erinnere – um den Eindruck eines klassischen neustädter Straßenraumes zu vermitteln (#Denkmalschutz).

Kommentieren gern, aber bitte recht freundlich.

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