Ein kleines Stück Normalität

Noch ist die Corona-Krise nicht geschafft. Aber die Zahlen der gemeldeten Neuinfektionen, gerade für Dresden und Sachsen, lassen hoffen, dass auch die ersten Lockerungen nicht zu einer neuen Welle führen.

Blumenau wieder geöffnet
Blumenau wieder geöffnet
Seit heute dürfen nun auch Kneipen, Bars und Restaurants wieder öffnen. Der Hotel- und Gaststättenverband Sachsen hat für Gastronomen ein Schutz- und Hygienekonzept erarbeitet, dass auch mit dem Sozialministerium abgestimmt ist.

Mein erster Imbiss-Test führt mich ins Blumenau auf der Louisenstraße. Die Tische drinnen und draußen sind auf Abstand eingestellt. Neben der Tür: Desinfektionsspender und ein Plakat mit Corona-Regeln.

Die Kellnerin begrüßt mich mit einem Lächeln in den Augen und modischer Maske vor Mund und Nase. Viel ist nicht los. Ich entscheide mich für einen Platz an der Sonne direkt vor der Tür und ordere ein Kesselgulasch.

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Kaum sitze ich, fährt der Handwerker unaufgefordert seinen Kleinbus weg und ich hab freie Sicht auf die Straße. Herrlich. Die Sonne schafft es gerade übers Dach des gegenüberliegenden Hause und kitzelt mir die Nase.

Kurze Zeit später steht der Kaffee bereit und auch auf das Essen muss ich nicht lange warten. Kürzer jedenfalls als die Leute auf der anderen Straßenseite, die bei Curry & Co. für Pommes und Würstchen eine kleine Wartegemeinschaft gebildet haben.

Kesselgulasch zum Mittagstisch.
Ein Stück Normalität: Kesselgulasch zum Mittagstisch in einem richtigen Teller.

Nun steht vor mir ein Teller aus Porzellan, dazu ein richtiger Löffel. Herrlich. Vorbei sind die Zeiten mit Asiette, Pizza-Karton und Plaste-Besteck. Ich lasse es mir schmecken und dabei den Blick schweifen. Gegenüber wird demnächst ein neues Café eröffnet: Andalieb soll es heißen – zu deutsch Nachtigall. Dem muss ich wohl mal nachgehen. Dann rumpelt und knattert es über die Straße, zwei pappbespannte Zweitakter der Trabbi-Safari hoppeln vorbei. Sind das schon Touristen?

Die Gulaschsuppe ist gut gewürzt, reichlich und durchaus schmackhaft. Aber der Geschmack bleibt heute nebensächlich, zu viel gibt es zu sehen. Das Leben, es tummelt sich schon wieder auf der Louisenstraße. Beim Bagel-Tom steht auch eine kleine Schlange, gegenüber bei Guram im Combo sitzen die ersten Gäste beim Espresso.

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Als dann eine junge Frau mit ihrem Fahrrad versucht, den groben Fugen im Kopfsteinpflaster auszuweichen, denke ich daran, dass die Straße vielleicht auch mal saniert wird. Und bin in Gedanken schon dabei, wie das dann mal aussehen könnte und wem das wohl wieder nicht gefällt…

So fängt sie wohl an, die kleine Normalität.

5 Kommentare zu “Ein kleines Stück Normalität

  1. Kesselgulasch zum Mittag!!! Mensch, das wäre es gewesen – dass ich da nicht drauf gekommen bin… Danke für die Nebeninfo, dass Curry & Co. auch wieder auf hat, die Kinder haben die besten Pommes der Stadt schon schmerzlich vermisst ;-)

  2. @Micha

    Die besten Pommes der Stadt ? Gelächter….!!! Und nochmal Gelächter, wovon sich die Kinder dieser Stadt so ernähren…

  3. @ s. & w. :
    Ihr seid doch nur neidisch, weil ihr keine Pommes mehr b e i ß e n und verdauen könnt. Da bleibt nur Brei … guten Appetit!

  4. Sehr schöner Artikel mit wunderbar kritischen und ironischen bis satirischen Einlagen. Gut gewürzt. DANKE!

  5. Finde es schön, dass man auf der Louisenstraße noch sieht, wo früher da die Straßenbahn gefahren ist. Auf der Kamenzer Straße ist es nicht mehr erkennbar. Hat zufällig jemand noch ein Bild vom Gleisdreieck vor dem Alaunpark?

Kommentieren gern, aber bitte recht freundlich.

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