Autofreie Woche – Details und offene Fragen

In der “Woche des guten Lebens” soll die Äußere Neustadt vom 30. August bis zum 6. September 2020 für Autos und Motorräder gesperrt werden. Nach mehreren Vorstellungsrunden wird das Projekt nun etwas klarer.

Autofreie Louisenstraße zur BRN 2017
Autofreie Louisenstraße zur BRN 2017

Welche Straßen sind betroffen?

Im Wesentlichen geht es bislang um die Äußere Neustadt ohne die Randstraßen.
Gesperrt werden sollen (Stand 19. Februar):

  • Förstereistraße
  • Alaunstraße
  • Rothenburger/Görlitzer Straße
  • Martin-Luther-Straße
  • Kamenzer Straße
  • Talstraße
  • Pulsnitzer Straße
  • Böhmische Straße
  • Louisenstraße
  • Jordanstraße
  • Timaeusstraße
  • Schönfelder Straße
  • Sebnitzer Straße

Allerdings räumen die Organisator*innen ein, wenn es nicht gelingt, genügend Stellplätze für die dort abgeparkten Autos aufzutreiben, könne das Projektgebiet verringert werden.

Ist das Ganze schon beschlossen und genehmigt?

Die Stadtverwaltung teilte auf Nachfrage mit: „Eine Veranstaltungsanmeldung liegt dem Straßen- und Tiefbauamt noch nicht vor. Die Veranstaltung muss nach straßenrechtlichen Vorschriften genehmigungsfähig sein. Grundsätzlich unterliegt der öffentlichen Straßenraum dem Gemeingebrauch, Er darf der Allgemeinheit nur für ein besonderes Ereignis entzogen werden.“ (Stand 7. Februar)

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Das heißt, da noch nichts beantragt wurde, gibt es auch noch keine Entscheidung. Für eine Genehmigung spricht, dass das Projekt im Rahmen der „Zukunftsstadt Dresden 2030“ gefördert wird und das Projektteam vom Oberbürgermeisterbüro unterstützt wird. Dagegen spricht, dass in der Straßennutzungssatzung eine Umwandlung einer Straße in eine Fußgängerzone nicht vorgesehen ist. Der Verweis der Stadtverwaltung auf „ein besonderes Ereignis“ lässt aber Platz für Interpretationsspielraum.

Wie viele Fahrzeuge sind betroffen?

Wie das Straßen- und Tiefbauamt (STA) auf Nachfrage mitteilt, kann die Kfz-Zulassungsstelle keine statistischen Daten bereitstellen, da eine gesonderte Betrachtung des Gebietes der Äußeren Neustadt nicht möglich sei. Jedoch gibt es eine Ausweisung nach Postleitzahl. Unter der Postleitzahl 01099 sind folgende Fahrzeuge erfasst (Stand: 04.02.2020):

  • 10.100 PKW
  • 803 Krafträder
  • 1.508 Nutzfahrzeuge

Im Postleitzahl-Bereich 01099 wohnen rund 28.000 Einwohner in der Äußeren Neustadt etwa 18.000, im Projektgebiet noch etwas weniger. Im Stadtteilkatalog der Stadt Dresden werden für das Jahr 2017 5.270 Kraftfahrzeuge ausgewiesen.

Laut STA gibt es in der Äußeren Neustadt gibt es rund 3.800 Stellplätze, davon etwa 1.800 im öffentlichen Verkehrsraum und ca. 2.000 auf privatem Grund. Für das Viertel gibt es zwei Bewohnparkgebiete, in denen wurden insgesamt 2555 Parkausweise ausgegeben.

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Wenn man nun bedenkt, dass das Projektgebiet etwas kleiner als die Äußere Neustadt ist, inzwischen aber ein paar Wohnungen hinzugekommen sind, sind vermutlich etwas mehr als 5.000 Kraftfahrzeuge betroffen.

Wo sollen die Autos während dieser Woche hin?

Die Organisator*innen haben sich zum Ziel gesetzt, ausreichend alternative Abstellmöglichkeiten zur Verfügung zu stellen, die nicht in Konkurrenz mit Parkplätzen angrenzender Quartiere stehen. Diese Planungen sind bislang noch nicht abgeschlossen. Das können brachliegende Flächen rund um die Äußere Neustadt sein und mögliche Kapazitäten der auf bewirtschafteten Parkplätze und in Parkhäusern in der Umgebung.

Was ist mit den Privatstellplätzen

Sowohl in der Stadtbezirksbeiratssitzung als auch bei der Infoveranstaltung für Gewerbetreibende sagten die Projektverantwortlichen, dass die Besitzer*innen ihre Autos auf private Stellplätzen ein- und ausfahren werden können.

Wie wird das mit dem Liefer- und anderem Serviceverkehr geregelt?

Die Straßenbahn wird weiterhin fahren. Keine Beschränkungen gibt es für Fahrzeuge der Rettungsdienste wie Polizei und Feuerwehr. Auch Pflege- oder Hausmeisterdienste sollen in das Gebiet fahren dürfen. Ob es dafür einer Genehmigung bedarf, ist bislang noch nicht geklärt.
Auf der Infoveranstaltung für Gewerbetreibende schlugen die Organisatorinnen ein Zeitfenster für Lieferverkehr vor, das wurde von den anwesenden Gewerbetreibenden abgelehnt. Das wird wohl auch nicht eingerichtet. Sprich: Lieferverkehr ist ganz normal möglich, jedoch soll er in Schrittgeschwindigkeit fahren.

Wer darf sonst noch in das Gebiet fahren?

Auf der Webseit der „Woche des guten Lebens“, werden noch weitere Ausnahmen aufgeführt. Dazu gehören Menschen mit Behinderungen, Pflegedienste, Kfz-Werkstätten, Handwerker*innen und Kundenservice und Anwohner*innen und Kund*innen zum kurzen Be- und Entladen sperriger und nicht-händischer Gegenstände.

Werden die Neustädter*innen befragt, ob sie das überhaupt wollen?

Auf der Webseite heißt es dazu: „Die Möglichkeit einer Abstimmung loten wir derzeit mit der Begleitforschung aus.“

Weitere Fragen und Antworten

Die Organisator*innen haben auf ihrer Website eine Unterseite mit Fragen und Antworten eingerichtet. Wenn darüber hinaus noch Fragen offen sind, können die gern auch hier in der Kommentarspalte formuliert werden

45 Kommentare zu “Autofreie Woche – Details und offene Fragen

  1. Durch eine fixe Idee werden 18.000 Menschen zu Laborratten erklärt.
    Wird bei jedem auch morgens und abends zwangsweise der Puls gemessen, um das Stressniveau bzw. die neu gewonnene Tiefenentspannung zu ermitteln?
    Am Ende wird es sowieso zu Radale kommen.
    Ich sehe schon den Kampf zwischen dem SUV-Fahrer, der aus seiner privaten Tiefgarage kommt und auf der Straße von reigentanzende Ökoaktivistinnen mit ihren filzbekleidenden Kindern aufgehalten wird.
    Und der genervte Amazon-Auslieferungsfahrer wird eh´alles platt machen, was nicht bei Drei von der Straße ist.
    Sind die dämlichen E-Roller eigentlich auch verboten?

  2. „Organisatorinnen ein Zeitfenster für Lieferverkehr vor“

    Haha genau! :D Nur zwischen 8:15 und 8:30 und dann nochmal zwischen 14:17 bis 14:23….

    Das zeigt perfekt den Wissenstand auf!

  3. Das rumgeheule wird das schlimmste sein. Leute es geht darum das eine(!) Woche zu testen, warum lässt man sich nicht einfach mal drauf ein? Ich selber bin auch betroffen, muss um 5:30 mit dem Auto aus der neustadt los weil ich in Meißen arbeite. Es bricht niemandem ein Zacken aus der Krone wenn man halt mal 5 Minuten länger läuft und es wird auch nicht im Chaos enden wenn sich jeder mal ein bisschen strafft. Das ist kein Versuch der linksgrünen weltverschwörung nachts heimlich euren SUV zu klauen, sondern einfach nur das Leben neustadt etwas angenehmer.

  4. @ früh musser raus: warum soviel reflexhaftes Gesenfe?!
    Warum diskriminierst du deine Mitbürger, die sich schon bewußt umweltfreundlicher verhalten und z.B. aufs Auto verzichten?
    Du bist also für Privatmüll einfach „vorm Haus“ abstellen(?), das ist aber verboten laut Gesetz. Daß 80% der Straßen dem Blech geopfert sind (Todeszone Fahrbahn + Abstellhalde Parkierung), ist halt typische Anspruchsentwicklung im „Autoland“, jedoch verfehlt.
    Wo wohnst du(?), ich möchte gern meinen Wohnanhänger und paar alte Sofas bei euch „vorm Haus“ einfach hinstellen. Ich nehme dann gern „eure“ Parkplätze weg, wenn kurz frei wird. Also gleicher Schwachsinn wie heute als „normal“ angenommen, dabei sind die Straßen erst seit paar Jahrzehnten wissentlich zweckentfremdet und die Autolands Straßen tot.
    Naja, jeder „Früh-raus-Mus“ hat offenbar keine Argumente – also übliche selbstverschuldete Unmündigkeit. Super!

    zum Anliegen: die Meldezahlen PKW würden sich schon deutlich reduzieren, denn ein Fakt ist noch nicht mitbedacht:
    Viele der üblichen jungschen Zuzügler/Bewohner (man siehts ja tagtäglich zuhauf) nach Dresden und auch in die Neustadt kommen aus den ländlichen Landkreisen drumrum (BZ, DW, MEI, PIR, ERZ, GRH, GR, OSL, etc.pp), wir nehmen sie meist als „Studenten, Azubis, Berufsschüler“ wahr. Obwohl für viele Bahnanschluß möglich ist, dominiert rein domestiziert ein hoher Autonutzanteil. Das sind die Massen fittester Twens, die irgendwie ja angelich „öko“ sein wollen – zumindest teilweise. In der Aktionswoche wäre es für die Meisten der Obigen Landkreisler möglich, die papi-finanzierte Karre mal einfach im Kuhkaff stehen zu lassen oder im heimischen Schweinstall. Dann halbierte bzw. drittelte sich (meiner augenscheinlichen Rechnung nach) schon die BlechhalDDe und das „schöne Leben“ sähe schon besser aus.
    Desweiteren ist noch unklar, wie all jene Kinder bei einer Volksbefragung abstimmen, deren verblendete Eltern bei Illoyalität zum Blech (also widersinnig gegen ihre eigene Lebenszukunft) Taschengeld&Co sanktionieren.
    Ich bleibe dabei: GG §1 besagt nix zum Menschen, sondern meint ausschließlich die Würde des deutschen Automobils, des Heilsbringers für Frischluft, Ruhe und Entspannung. Nichts anderes ist im Draußen und tagtäglich ablesbar. Amen.

  5. “ …Werden die Neustädter*innen befragt, ob sie das überhaupt wollen?
    Auf der Webseite heißt es dazu: „Die Möglichkeit einer Abstimmung loten wir derzeit mit der Begleitforschung aus.“… “

    o_O

    Achso, ja klar macht sinn. Auch wieder voll logisch…
    Mal drüber nachzudenken die Anwohner direkt zu befragen. Brauch man ja auch nich unbedingt… wozu auch… sind doch eh alle der selben Meinung, und natürlich wird jeder dafür stimmen….

  6. Man könnte meinen, dass es hier darum geht, Autobesitzern dauerhaft den Führerschein zu entziehen. Meine Güte, es ist eine Woche. Mal schauen, wer diese apokalyptische Zeit überleben wird..

  7. @Ein unbesorgter Bürger:

    Ich verstehe was du meinst. Für dich bedeutet es 5 Minuten länger zu laufen, dafür erhältst du eine Woche mehr oder minder autoarme Neustadt (was ein positives Erlebnis sein wird).

    5 Minuten Fußweg bedeutet ggf., dein Kfz im Hecht, in der Radeberger Vorstadt oder in der Johannstadt abzuwerfen. Für die Leute, die da wohnen, bedeutet das dann eben auch 5 Minuten ‚weiter raus‘ zu laufen. Ohne den Komfort der autoarmen Zeit (eher wird dann dort der Parkplatzsuchverkehr eher noch zunehmen).

    Idee: Stell dein Auto in dieser Woche in Meißen ab und fahr mit der S-Bahn.

    Davon ab werden wir die Woche alle überleben. Die einen weniger, die anderen mehr genervt :-)

    Beste Grüße
    Peter

  8. Mensch Nepi, den meisten (entfernt, bitte unterlassen Sie Beleidigungen) laberst du. Du schilderst sogar schon Widersprüche, nur mit der Auflösung hapert’s.

    Also langsam und der Reihe nach. Umweltbewusstes Verhalten ist wie Empathie, Rücksichtnahme, Ehrlichkeit… nichts als zeitgeistliches Schauspielhohlgelabere. So tun als ob und dann doch ganz anders denken&handeln.
    Wer kein Auto hat, der 1. hat im Moment sowieso keins, 2. braucht im Moment auch keins und kommt auch ohne eins aus, hat 3. eine evt. Anschaffung nur temporär verschoben und 4. spart damit Geld, Aufgaben und Nerven. Kaum jemand schafft ein existierendes Auto ab und selbst niemand deiner Gesinnungsgenossen wird dir garantieren, niemals eines anzuschaffen. Fazit: Da ist gar nichts umweltfreundlich, es verkauft sich nur besser.

    (entfernt, bitte unterlassen Sie Beleidigungen)

  9. Und, geschätzter Nepi, kleiner Nachtrag: Es ist seit geraumer Zeit (sogar bundeslandüberschreitend) möglich, sich an einen neuen Wohnort umzumelden, ohne das existierende Kfz-Kennzeichen wechseln zu müssen. Die von dir mit tiefster Abscheu genannten Orte könnten eine Anregung sein, mal kurz die Mikrofilterblase „Neustadt“ zu verlassen. (Auch wenn man sie sehr liebt.) Manchen führte das schon zur Erkenntnis, das man zu alt oder bedürfnismodifiziert für frühere Wohnorte geworden ist.

  10. Jo, lasst die Autos in den Kuhkäffern. Am besten sofort, ich fahre meine Blechschüssel jetzt nach Wachau. Das dauert ca. 25 min laut Google. Die Rückfahrt ist unwesentlich länger mit denn Öffis : 6,5 Stunden. Danke für den verkackten Ratschlag.

  11. Am besten find ich allerdings das die Leute, die sich für 300-500€ im Jahr einen Privatplatz leisten können diesen weiter nutzen können. Der Trottel mit seinem 25 jahre alten Polo, weil er sich nix anderes leisten kann, darf drausen bleiben. Wieder mal typisch SPD/Grün-sozial geregelt. Top.

  12. Für die offenen Fragen und Bedenken kann ich nur die offene Sprechzeit bzw den direkten Kontakt empfehlen. Ich hatte selber große Zweifel…konnte die mitteilen, aus meinen Erfahrungen und tägl. Abläufen berichten. Es wurde alles ins nächste Planungstreffen mitgenommen. Mittlerweile bin ich auf die Woche gespannt…

  13. klasse Sache – wird Zeit! Schon vor über 15 Jahren hatten wir als Jugendliche die Idee, die Neustadt zur FussgängerZone erklären zu lassen – endlich nimmt es Gestalt an! Ich hoffe, dass aus der ‚Probewoche‘ vielleicht auch langfristig Ideen zur Umsetzung entwickelt werden können.

  14. Also ich verfolge dieses Thema inclusive Kommentare jetzt schon eine Weile … echt interessant . Aber hey .. Kuhkäffer oder heimischer Schweinestall ( die Wortwahl sagt alles … )? Parken in Meissen ? Das ist doch wie mit dem Laubbläser oder? Der verlagert das Problem auch nur an eine andere Stelle. Zudem gibt es in Meißen und auf den umliegenden Dörfern nicht wirklich viele Möglichkeiten eure Autos für eine Woche abzustellen.
    Viele Grüße vom Land

  15. @alle:

    es ist möglich sowas auf freiwilliger Basis zu machen. Das wäre ein StarkesSignal aus der Neustadt.

    Ist ja klar zu sehen, dass hier Unfrieden entsteht. Der Tag des guten Lebens in Köln ist eine mikro-BRN, brauchen wir nicht nachmachen. Können wir schon länger….

    Aber eine Woche wo möglichst viele mal ihr Kfz neu denken ist interessant, wenn freiwillig.

    Wer denkt schon nach, wenn er gezwungen wird…

    Ist ein Geburtsfehler im Konzept, der aber noch behoben werden kann, kann ja auch eine Woche des guten Miteinanders werden. Also freiwillig autoreduziert, braucht weniger Genehmigung, keine Sperrungen und hat mehr Erfolg, weil in der neustadt sicher viele mitmachen.

    Bedeutet für die Woche des guten Lebens mehr werben, weniger zwingen…

    Schafft ein Signal des Miteinanders und der Toleranz. Bitte nochmal am Konzeot feilen.
    .

  16. „Anton Launer sagt:
    22. Februar 2020 um 17:58 Uhr
    @Verstandohnesinn: eine Befragung aller Bewohner wird wohl unter anderem aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht stattfinden.“

    Datenschutz wird gern als Totschlagsargument missbraucht, greift hier aber nicht. Es gibt keinen Grund, personenbezogene Daten der Bewohner zu sammeln. Dieses Argument fällt schon einmal weg. Falls es um die ursprüngliche Übermittlung der Daten der Bewohner geht, könnte hier auch die Stadt aktiv werden und z. B. mit den Daten aus dem Einwohnermelderegister arbeiten. Im schlimmsten Fall geht man alle Straßen ab und wirft Benachrichtigungen ein (geringfügige Abweichungen wie z. B. mehrere WG-Bewohner, die nur über einen Postkasten erreichbar sind, sollten das Ergebnis nicht verfälschen). Rückmeldungen können anonymisiert ausgewertet werden. Um Rückschlüsse auf die abstimmenden Personen zu vermeiden, kann mit nur 1x verwendbaren Zugangscodes zur Abstimmungsoberfläche gearbeitet werden. Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg. Sollte in einer Demokratie möglich sein.

  17. @Fragesteller: Soweit ich weiß, haben die Organisatoren mit eben dieser Begründung keine Daten vom Einwohnermelderegister bekommen. Sie wollten gern alle Neustädter erstmal über das Projekt informieren. Deswegen schätze ich es als schwierig ein, dass eine Befragung auf diesem Wege stattfinden kann. Das Thema „Rumgehen und Postkarten einwerfen“ ist in der Neustadt recht kompliziert, da die Briefkästen meist hinter verschlossenen Türen sind.

  18. Abstimmen ist schwierig…
    Zwingen ist schwierig..

    Freiwillige Teilnahme ist einfach und viel friedlicher.

    Für ein friedliches Miteinander und eine „Woche des guten Lebens“ für alle…

    Organisatoren können Ihre Kräfte Nutzen und für freiwillige Teilnahme werben..

  19. @Fragesteller
    Die Organisatoren müssten Name und Anschrift der Bewohner bekommen. Also eine Art Wahlregister.
    Dann wäre bei Teilnahme an der Wahl der Abgleich zwischen Privatperon und Meinung möglich.
    Das sind sehr sensible Daten!

    @Frei-willig
    Das scheint mir sehr naiv. Gute Idee, und bestimmt machen gaaaanz viele mit. Wie bei kein Krieg mehr, keine Stallhaltung mehr, nicht mehr falsch parken, …
    Gerade mit dem Selbstverständnis der meisten Autofahrer, dass das die Königsklasse der Forbewegung ist, würden sich unter 1% beteiligen.

  20. Das Projekt scheint ja jetzt schon verwässert zu werden: „ihre Autos auf private Stellplätzen ein- und ausfahren werden können“ – schaut man sich die Zahl der Tief- Hof- etc-Garagen an, kann von regem Autoverkehr ausgegangen werden. Und in den FAQ steht „die StVO gilt weiter“: § 31 Abs.1: Sport und Spiel auf der Fahrbahn, den Seitenstreifen und auf Radwegen sind nicht erlaubt…

    Wo bitte soll dann das gute Leben stattfinden? Soll ich meine Kinder zum gut (Ab)leben auf die Rothenburger schicken? Und einen gesetzeskonformem Rahmen für das Ganze gibt es auch nicht. In Hamburg ist so ein Versuch gerade weggeklagt worden. https://ottensenmachtplatz.de/2020/01/31/aufhebung-der-beschilderung-fuer-den-verkehrsversuch-ottensen-macht-platz/

    Ich finde die Idee gut und richtig, aber die Vorstellung, daß man einfach mal so losmacht naiv. Und die Unterstützung der Stadt (siehe Rechtsrahmen) ist gleich null.

  21. @Markus

    Naiv ist so eine Sache. Die Aufgabe ist es doch, die Leute zu aktivieren…
    ___________________________________
    Was ist es denn, wenn ich vorher schon aufgebe, weil ich denke nur 1% dazu bewegen zu können und deshalb die Zwangsjacke anlege?
    ___________________________________
    Das Projektteam ist fit und die Argumente sind gut. Trotzdem wird es viel Arbeit…

    Es soll ein „Reallabor“ werden und nicht untersucht werden, wie es 99 % gegen ihren Willen, sondern wie sich ein Stadtteil zum positiven verändert, wenn möglichst viele mitmachen. Darum besteht die Aufgabe darin, die Menschen zu aktivieren. Punkt.
    Ich kann mir vorstellen, dass deutlich mehr mitmachen, evtl. naiv… aber besser.

    (Krieg und Stallhaltung lassen wir mal…)

  22. Hallo,

    „Dazu gehören Menschen mit Behinderungen, Pflegedienste, Kfz-Werkstätten, Handwerker und Kundenservice und Anwohner*innen und Kund*innen“

    Ich möchte höflich darauf hinweisen, dass auch Frauen in handwerklichen Berufen tätig sind – und nicht gerade wenig: Handwerker*innen wäre angebracht.

    Und wenn wir schon dabei sind: Menschen*innen – Frauen sind auch Menschen ;)

  23. @Braxton Schmidt: Vielen Dank für den Hinweis, ich werde das gleich korrigieren. Jedoch, eine weibliche Form von Mensch gibt es nicht, dieses Wort gilt schon als genderneutral.

  24. @-.- welches wachau meinst du denn, das bei radeberg? da kannste laufen und brauchst keine 6,5 std. mit den öffis eine std.

  25. Ich finde es super. Allerdings weiß ich auch ohne Testwoche, dass die Lebensqualität steigt. Auch interessant, mal vor Augen geführt zu bekommen, dass 5.000 Stücken Blech auf den Straßen rumstehen und Platz wegnehmen. Und dass (mit Bewohnerparkausweis) für 30 Euro im Jahr! Sollte man mal in Relation zu den Mieten sehen…
    Ich hoffe, die Woche trägt dazu bei, den Zweiflern mal eine andere Blick-Perspektive zu vermitteln. Mit Zweiflern meine ich die, die es per sé als gegeben annehmen, dass Autos die Straßen und Städte zu dominieren haben.
    Ich glaube, ein Leben ohne Auto wäre weit mehr Leuten möglich, als sich das eingestehen… Und da nehme ich mich nicht raus – meins steht größtenteils ungenutzt herum und wird aus dem selben Grund auch bald wieder abgeschafft werden.

  26. Wir haben auch echte Probleme! Dummer Aktionismus, für was und mit welchem mit welchem Ziel? Verbesserung der Wohnsituation? Zieht in den Wald! Ich sage Euch was das Viertel attraktiv machen würde, wenn das Viertel frei von allen Maulhelden werden würde, die nach 1995 in die Neustadt gezogen sind. Dafür könnte ich mich erwärmen…herrlich, eine Ruhe! Lasst euch bloß nicht einfallen, mit euren Karren das Hechtviertel zu verstopfen. Und was soll der Unsinn, dass derjenige, der sich einen bezahlten Stellplatz leisten kann, natürlich trotzdem hineinfahren darf? Das ist asozial, im höchsten Level. Dem, der das zu verantworten hat, dem müsste der Puls gefühlt werden. Bevor ihr jetzt herumheult, ich habe gar kein Auto.

  27. Ich frage mich seit geraumer Zeit, wieso das Thema „Woche des guten Lebens“ immer nur auf eine Sache (keine Autos bzw. Autos raus) reduziert wird. Das haben die Initiator*innen ja selbst schon bei ihrem initialen Statement bewusst so in den Vordergrund gerückt, so dass diese sich nicht wundern müssen, wenn alle Welt sich befürwortend oder eben nicht sich daran hochzieht. Mal ganz abgesehen davon haben doch die meisten Leute, die einen regulären 9-5 Job haben, überhaupt nix davon, dass man eine ganze Woche lang (nicht nur am WE) keine o. wenige Autos in der Neustadt rumstehen. Die Lebensrealität sieht doch insbesondere auch bei Familien oft vielmehr so aus, dass morgens vor Job/Schule o. eben danach wenig bis keine Zeit ist, sich entspannt auf den autofreien Straßen mit den Nachbarn*innen zu brunchen o. zu dinieren o. abends Straßenfeste ala BRN zu feiern.
    Meines Erachtens wäre es der bessere Ansatz gewesen, erst einmal zu hinterfragen, was für die Bewohner der Neustadt zum „guten Leben“ dazugehört. Mir fällt dazu spontan ein: weniger Müll, weniger Dreck, weniger Straßenkriminalität, weniger Lärm, weniger Hitze, weniger Schmierereien an den Hauswänden… mehr Grün, mehr Parks etc. Darauf basierend ließe sich dann auch ein Plan entwickeln, was man eben in einem solchen Experiment ausprobieren o. alternativ auch mit nachhaltigerer Wirkung angehen will.
    So wird nen Schuh draus und nicht diese vor vorherein zum Scheitern verurteilte Experiment!

  28. Ich zitiere, die sehr löblichen Forderungen:

    Mir fällt dazu spontan ein: weniger Müll, weniger Dreck, weniger Straßenkriminalität, weniger Lärm, weniger Hitze, weniger Schmierereien an den Hauswänden… mehr Grün, mehr Parks …

    ,

    und ergänze, weniger Autos auf den Straßen, bessere Luft, mehr Bäume in den Straßen. Wie das Konzept „Straße ohne Blech“ aussehen kann, sie man auf der Pulsnitzer Str., Martin-Luther-Str., Martin-Luther-Platz nach der Sanierung.

    Letztendlich sind hier Stadtplaner gefragt. Städte an die Bedürfnisse der Menschen, die in ihnen Wohnen anzupassen. Der Zuzug der Autos kam schleichend.
    Also schleicht euch wieder (davon). ;)

  29. @ DD Hecht (-bewohner)

    Nur weil es dir nicht gefällt, muss niemand in den Wald ziehen, wenn Urbanität neu gedacht, mal ausprobiert wird.

    P. s. Das Hechtviertel ist mit den Karren des Hechtviertels verstopft. Genau genommen, müsstest du in den Wald ziehen, weil dort ändert sich nicht viel. ;)

  30. So ganz kann ich ja nicht verstehen, warum sich die Verantwortlichen ausgerechnet die erste Woche nach den Sommerferien ausgesucht haben und man damit davon ausgehen kann, dass auch möglichst viele da sind. An so was tastet man sich doch wohl erst mal heran, um Erfahrungen zu sammeln und sucht sich zunächst vielleicht erstmal eine Woche in den Ferien aus. Oder muss ich davon ausgehen, dass man da halt auch nicht da sein möchte und der Wunsch, etwas langsam zu verändern doch nicht so ausgeprägt ist?

  31. @goldfish
    „Wie das Konzept „Straße ohne Blech“ aussehen kann, sie man auf der Pulsnitzer Str., Martin-Luther-Str., Martin-Luther-Platz nach der Sanierung. “

    Ernsthaft? Dann schau mal in den Abendstunden vorbei, speziell Freitag und Samstag. Die Stadt tut NICHTS dagegen, freut sich nur über mehr Geld durch Strafzettel. So wird das auch nach der Aktionswoche bleiben.
    Solange die Stadt nicht wirklich ein ernsthaftes Transformationskonzept hin zu weniger Blech vorweisen kann und verfolgt, habe ich arge Zweifel am Sinn dieser geplanten Woche.

  32. @leni
    wenn du genau hinsehen würdest, würdest du merken das mein letzter Beitrag von Abends ca. 0 Uhr war. Da fährt halt nixmehr, daher die absurd hohe Zeit.
    Jetzt (21.12 Uhr) bräuchte ich mit den Öffis von Wachau nach Hause, laut google, ca. 2 stunden – mit nur 3 mal Umsteigen und 15min Fußweg. Wohlgemerkt ich wohne in Dresden.

    Mit dem Auto 28 minuten.

    Schön das sich dein ganzes Leben in der Neustadt abspielt (merkt man kaum), meines nicht. Und bei solchen öffentlichen Verkehrsmitteln werd ich einen scheiß tun mein Auto abzuschaffen.

  33. @NG

    Es gibt „die Menschin“ – eine weibliche Form zu „der Mensch“ – steht so im Duden.

    Ich persönlich finde die Verbenform in einer geschlechtergerechten Sprache besser: „die Studierenden, die Handwerkenden, …“ besser.

    Und die ETH Zürich empfiehlt – in der achten ihrer Zwölf Sprachregeln – „Wenn Sie einen Text zuerst in der männlichen Form erarbeiten und die weibliche Form erst nachträglich ergänzen, wirkt dies meist langweilig, aufgesetzt und schwerfällig.“

    Wie wäre es denn mit:

    „Dazu gehören Personen mit Behinderungen, Pflegedienste, Kfz-Werkstätten, Handwerks- und Servicebetrieb, Ortsansässige sowie Kundschaft zum kurzen Be- und Entladen sperriger Gegenstände.“

  34. „Die Sprachpolizei wird jetzt bestimmt auf Person*innen pochen.“

    Korrekt. Wenn schon weibliche Form von „Mensch“, dann auch männliche für „Person“. Alternativ: „Personende“.

  35. Hier geht es aber gar nicht um AUTOFREI, oder AUTOVOLL, oder Radfahrer sind besser, oder Mensch/Menschin….

    …sondern um geförderte Forschung:

    Das Bundesministerium macht Geld locker, damit Daten erhoben werden, die einem Strukturwandel zugrunde gelegt werden können.

    Der BUND hat sich hier verrannt…

    Es werden Daten benötigt vom Verhalten von unterschiedlichen Nutzergruppen:

    „Analyse der verschiedenen Mobilitätsbedürfnisse von unterschiedlichen Stadtbewohnern (unterschiedliche Nutzer- und Altersgruppen wie z. B. junge Familien, Senioren, Migranten, Jugendliche etc.) und deren voraussichtliche künftige Entwicklung, “ (Förderrichtlinie BMBF vom 18.3.16)
    _________________________________________________
    Strassensperrungen sind unnötig, Es soll das Verhalten aus der Perspektive von Nutzern ermittelt werden.
    _________________________________________________
    Also geht es jetzt um die Platzierung von Blumenkübeln auf der Strasse, oder um Forschung? Woher kommt denn das Geld?

    50 bis 100 freiwillige Teilnehmer reichen sicher aus, 15.000 gezwungene sind unnötig, wenn Blumenkübel auf der Strasse wichtiger sind kann sich der BUND das Geld dafür woanders besorgen (jedenfalls nicht vom Bundesministerium für Bildung und Forschung)

  36. .. der BUND hat hier nur die Funktion als öffentlicher Trägerverein die Forschung zu unterstützen!!!

    Also Bitte:

    Eigeninteressen abschalten, nachdenken und mit den Projektkoordinatorinnen (finanziert aus Mitteln des BMBF)
    die Forschungsinteressen wieder in den Fokus rücken.

    Forschen oder Scheitern? Ist ja nicht schlimm Fehler zu machen, aber wichtig ist es diese zu erkennen und daraus zu lernen…

    (eine sinnvolle Datenerhebung von 15000 Nutzern und deren Verhalten könnt Ihr eh nicht stemmen, dafür reicht das Geld sicher nicht… bis zu 100 Nutzer stellen schon eine gewaltige Aufgabe dar, wenn umfangreiche, verwertbare Daten über Verhalten und Verhaltensänderungen erhoben werden sollen)

    Viel Erfolg.

  37. Entschädigt der BUND eigentlich die ganzen Ladenbetreiber und Geschäfte die in der Woche erhebliche Umsatzverluste hinnehmen müssen? Da es hier nicht um höhere Gewalt geht sondern um eine willkürliche Aktion die nicht Demokratisch legitimiert ist, freu ich mich schon auf die ersten Schadenersatzklagen

  38. natürlich nicht…. Die Mittel des Ministeriums sind für die Kosten der Datenerhebung und Organisation…

    Für Umsatzentschädigungen sind keine Mittel aus dem Programm vorgesehen. Es sollen ja auch keine Daten gegen den Willen der Bürger erhoben werden. Das Förderprogramm ist nicht auf Datenerhebung gegen den Willen der Bürger ausgelegt…

    Wenn der BUND e.V. hier nicht umschwenkt haben die am Ende nichtmal mehr das Geld für die Miete oder andere Projekte. Im Falle einer unrechten Mittelverwendung kann die Förderung zurüchgezogen oder komplett zurüchgefordert werden. Dazu die Gerichtskosten, etc. würden gut dran tun, nochmal nachzudenken. Die Stadt stirbt daran nicht, die TU überlebt das finanziell auch… Die Verantwortung liegt hier beim BUND e.V.

    Wenn hier um freiwillige Teilnehmer geworben wird, ohne Sperrungen für die anderen können die sich aber auch ne goldene Nase machen… müssen nur auf die Blumenkübel und Tischtennisplatten auf der Strasse verzichten… Spart auch viel Arbeit und Planungsleistungen… bleibt dann für die Forschungsarbeit übrig…

    (Unter Reallabor versteht das Ministerium nicht, dass alle Bewohner hier zu Versuchstieren werden sollen, sondern, dass die Daten sozusagen im echten Leben erhoben werden…)

Kommentieren gern, aber bitte recht freundlich.

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