Panzer in Dresden Neustadt

Panzer in der Neustadt

Panzer in der Neustadt

Die Anwohner am Bischofsweg, der Kamenzer und der Sebnitzer Straße staunten gestern Abend nicht schlecht: Gegen 23 Uhr stand plötzlich ein riesiger Panzer vor der Tür.

Und schnurstracks hinein in die engen Gassen.

Und schnurstracks hinein in die engen Gassen.

Donnerstag Abend, 23 Uhr. Heiseres Dieselgebrumm. Ein Ausruf: „Die Russen kommen!“ Ein dunkler Panzer rollt die Tannenstraße, dann die Kamenzer Straße entlang. Genauer gesagt rollt ein dicker Schwerlast-Transporter. Der Panzer steht ordentlich angekettet auf dem Anhänger. An der Sebnitzer Straße war dann Schluss. Offenbar wurde dem Fahrer dort klar, dass er hier nicht mehr weiter kommt. Mit viel Mühen konnte er sein überlanges Gefährt wenden und entschwand dann über den Bischofsweg gen Königsbrücker Straße in die Nacht.

Von der Tannenstraße gings in die Kamenzer

Von der Tannenstraße gings in die Kamenzer

Eigentliche Zieladresse des Panzers war das Militärhistorische Museum auf der Stauffenbergallee. Pressesprecher Martin Nagel bestätigte am Morgen: „Ja, der ist für uns, es handelt sich um einen Josef Stalin III.“ Der Fahrer des Schwerlast-Transporters hatte offenbar eine Ausfahrt zu früh gewählt. Der Panzer ist eine Leihgabe des Militärhistorischen Instituts aus Prag. Nach Mitternacht kam dann das 45 Tonnen schwere Gefährt schließlich wohlbehalten im Museum an. Der Panzer wird im Rahmen der Sonderausstellung „Achtung Spione“ ab 18. März gezeigt.

Vielen Dank an Peter Theeg für die Bilder.

Panzer in Dresden Neustadt

  • Ausstellung im Militärhistorischen Museum:
    Achtung Spione“ ab dem 18. März.
Auf der Kamenzer Straße ein kleines Wendemanöver.

Auf der Kamenzer Straße ein kleines Wendemanöver.

Der Panzer am Morgen nach der Neustadt-Tour - siehe da, er raucht noch. Foto: Militärhistorisches Museum der Bundeswehr

Der Panzer am Morgen nach der Neustadt-Tour – siehe da, er raucht noch. Foto: Militärhistorisches Museum der Bundeswehr

Fakten zum Panzer Iosif Stalin 3 (IS 3) – Kampfpanzer
Der IS-3 war eine Weiterentwicklung der sowjetischen schweren Kampfpanzer IS-1 und IS-2 des Zweiten Weltkriegs. Im Gegensatz zu seinen Vorgängern kam er gegen die deutsche Wehrmacht nicht mehr zum Einsatz. Die Konstrukteure hatten eine neue geschossabweisende Form sowohl am Turm wie an der Wanne entwickelt und die Panzerung verstärkt. Die neuartige Turmform – die wie eine umgedrehte Bratpfanne oder wie eine Schildkröte wirkt – blieb das Erkennungsmerkmal der sowjetischen Panzertypen bis in die 1980er-Jahre. Zum ersten Mal wurden die IS-3 bei einer Siegesparade im September 1945 in Berlin öffentlich gezeigt. Insbesondere die Bewaffnung und die Panzerung wurden bei gleichzeitig ausreichender Mobilität als bedrohlich für mögliche Gefechte mit westlichen Kampfpanzern eingestuft. Mangelnde Benutzerfreundlichkeit und Reichweite stellten seine Schwachpunkte dar. Großbritannien und die USA entwickelten jeweils einen schwereren Panzertyp, der gegen den IS-3 bestehen sollte. Den gezeigten IS-3 erhielt die damalige Tschechoslowakei für Testzwecke. Die NVA erhielt keine IS-3. Die westlichen Geheimdienste beobachteten aufmerksam diejenigen sowjetischen Panzerverbände, die mit dem IS-3 ausgestattet waren.

    Technische Daten

  • Besatzung: 4, Gewicht: 46,5 Tonnen, Höchstgeschwindigkeit: 40 km/h
    Bewaffnung: 122-Millimeter-Kanone, 12,7-Millimeter-Maschinengewehr, 7,62-Millimeter-Maschinengewehr

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21 Kommentare zu “Panzer in Dresden Neustadt

  1. abrazzo
    4. März 2016 at 11:09

    Na, das hätt ich ja zu gern gesehen, wie der Tieflader an der Ecke Kamenzer – Sebnitzer mit dem Panzer drauf wendet! So ein Ärger, ich war tatsächlich um die Uhrzeit dort unterwegs, hab es aber wohl knapp verpaßt! Oder ist das wieder ein kleiner Scherz von Dir, Anton?

  2. Matthias
    4. März 2016 at 11:46

    Gebts doch zu, der ist aus dem Ödland in der Nähe von Boston. Steht doch drauf, dass er aus dem Vault 111 ist!

  3. Arschbomber
    4. März 2016 at 12:58

    Nein das war der Putin, der seiner alten Heimatstadt einen Besuch abgestattet hat.

  4. 4. März 2016 at 13:54

    abrazzo ich dachte auch ich seh nicht richtig. Als die an der Ecke Tannenstr./Kamenzer rumrangierten. Vornweg war ein T5 zur Transportbegleitung mit gelben Rundumleuchten aus Meißen.

    Die Kamenzer Str. ist er nur bis Höhe Sebnitzer gefahren etwa 23:15 Uhr dann ist er dort rückwärts wieder raus über den Bischofsweg drüber. War eine zeitintensive Meisterleistung da nur wenige cm rechts und links Platz war.

  5. nepumuk
    4. März 2016 at 17:45

    Na klar, wenn der Feind kommt, verschlafen wirs – asymmetr. Kriegsführung eben.
    Das zeigt, die Neustadt ist auf die näherrückenden Krisen nicht vorbereitet bzw. adäquat vorberitten worden. Es wird Zeit, daß die T20-Zone kommt. T30 und größer ist einfach zuviel verlangt. Lukte auch der IS-3 zum Fenster herein – ich bleib aufm Sofa sitzen.

    Und was heißt hier: „eine Ausfahrt zu früh genommen“? Wozu verzichten wir dank WSB-Verkehrszugs aufs Welterbe? Der Autobahnzubringer geht bis vor die Museumstür. Kam der über die Brücke?! Steht die noch? Das wäre was! Die Kami hat wohl auch einige Lebensjährchen nun eingebüßt.
    Den nächsten Panzer bitte zum Dresden-Tatort im Laika durchschicken.

  6. ein anderer Stefan
    4. März 2016 at 18:39

    Gut, dass er das an der Sebnitzer gemerkt hat – hätte er erst an der Ecke zur Louisenstraße gestanden, wär die Nummer _etwas_ schwieriger geworden.

  7. René
    4. März 2016 at 18:55

    …und währenddessen sitzen drei Panzerfreaks bei Bier an der Ecke Sebnitzer/Alaunstrasse und sinnieren über Taktiken und Panzer bei World of Tanks. So ein Mist :)

  8. Insider
    4. März 2016 at 22:59

    4 Panzersoldaten. Und wo war der Hund Scharek ?

  9. günter
    5. März 2016 at 15:45

    zum letzten Bild:
    ich würd so gerne alle Panzer der Welt rauchen sehen– im Hochofenfeuer !!

  10. Florian Renneke
    5. März 2016 at 15:51

    Tag zusammen

    IS-3 ist ein geiler Panzer. Hätte ich auch gerne gesehen aber zwischen Hövelhof und Dresden liegen leider ein paar Kilometer ^^.
    Eine Frage wäre da noch und zwar ist das die 125mm d-2-5 t oder könnte das die 100mm BL-10 sein. Würde mich interessieren da ich auch World of tanks sehr lange gespielt habe und ich viel mit den russischen Panzern unteranderem den IS-3 und Main TierX den IS-7 ^^, und kannte so ziemlich jeden Panzer mit Stock gun bis zur top gun. Würde mich freuen wenn mir wer diese Frage beantworten kann.

    PS: falls es auch im Artikel steht lese ich diesen Teil mit Absicht nicht, denn will es mehr oder weniger erraten XD.

    LG: Florian Renneke 21 Jahre aus Hövelhof.

    • Ecki
      5. März 2016 at 20:16

      Auskunft über Militaria? Da bist Du hier schlichtweg im falschen Forum gelandet. Unsere Neustadt zeichnet sich eher durch pazifistisch gesinnte Einwohner aus. Deswegen verursacht ja hier so ein Panzer solche Aufregung. Unsere Kinder spielen eher mit Puppen und Holzautos als mit Gummisoldaten oder Plastepanzern, erst recht nicht mit richtigen Tanks.

      Frag doch mal im Militärhistorischen Museum nach (ehemaliges Armee-Museum der DDR). Das lieg zwar verwaltungstechnisch heute auch in unserem Viertel, aber dazwischen liegen Welten, früher sogar die Stadtgrenze – aus gutem Grund.

    • Franzl Lang
      5. März 2016 at 20:42

      @Ecki: Dafür dass die Neustadt so pazifistisch sein soll, interessieren sich wohl einige für die Panzerdetails, so z.B. der werte Autor, oder wie erklären sich die zwanzig Zeilen Fakten zum Panzer? ;) Ach stimmt, der war ja nicht in der friedlichen Neustadt aufgewachsen, wie „unsere“ Kinder.

    • 6. März 2016 at 12:45

      OMG, ein geiler Panzer. Der hat hier gerade noch gefehlt.

      PS: Panzerphilie ist aus meiner Sicht schon eine ziemlich krasse Störung. Außer bei Schildkröten.

  11. David
    5. März 2016 at 23:01

    Sag mal Ecki, jetzt da ich unlängst von der Neustadt in den Hecht zog, wie ist es dort mit dem Gleiskettenverbot? Als ehemaliger Panzeroffizier bin ich nun besorgt und möchte mich so gut es geht um neuen Viertel integrieren. Soldiers Welcome?

  12. christoph
    6. März 2016 at 02:07

    hier war wohl der eigene Irrglaube Vater des Gedanken, sehr bezeichnend, wie der Herr Pfarrer sich seine Welt zusammenträumt

    • Ecki
      6. März 2016 at 16:33

      der „Herr“ Pfarrer, wer soll das sein?

    • christoph
      6. März 2016 at 18:11

      Na derjenige, der am 2.3. 9:15 geschrieben hat: „Deshalb bin ich hier auch der evangelische Pfarrer. “ … es liegt natürlich im Bereich des Möglichen, das hier mehrere Eckies schreiben

  13. Andreas
    6. März 2016 at 02:12

    Ich halte diese lange Beschreibung des Panzertyps auch für überflüssig, da hätte ein Link genügt. Und bitte dann auch nicht so viel voraussetzen – als „Nichtgedienter“ weiß ich z. B. weder, was beim Panzer der „Turm“ noch was die „Wanne“ ist.
    @Ecki: Das Militärhistor. Museum ist mit dem ehemaligen Armeemuseum der DDR nicht auf eine Stufe zu stellen. Es enthält auch kriegskritische Ausstellungen oder Teile von Ausstellungen.

  14. julia
    6. März 2016 at 21:49

    Ihr habt definitiv ‚alle‘ keine Ahnung von Panzer … und jetzt ist still.

  15. miri
    14. März 2016 at 22:11

    Danke aber noch mal für die aufklärung des nächtlichen manövers.war gerade fast eingeschlafen als der lärm meine aufmerksamkeit nach draussen zieht.hab im halbschlaf den schwerlasttransporter gar nicht gesehen und war perplex als mich ein panzer anguckt…

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