Stefan Strauss – Alternative für Deutschland

Stefan Strauss (AfD) vorm Raskolnikoff

Stefan Strauss (AfD) vorm Raskolnikoff

Im Wahlkampf kochen die Emotionen hoch. Die AfD wird zum Sammelbecken für Rechte hochstilisiert. Was ist da dran? Weil das Raskolnikoff noch geschlossen ist, treffe ich Stefan Strauß im Café Lloyds. Schnell wird klar, der 71-Jährige steht für den liberalen Flügel in der Partei.

Aber der Reihe nach. Geboren wurde Strauß in Zwickau, seine Eltern nahmen ihn mit in den goldenen Westen. Doch er strebte zurück und lebt nun sein 1990 in Dresden. Hier arbeitet er in seiner Werbeagentur „Strauss & Partner“. Seine alte politische Heimat, die FDP, gab er auf, als sich Ingolf Roßberg mit den Stimmen der Linken zum Oberbürgermeister wählen ließ. Zu den rechtslastigen Strömungen in seiner Partei sagt er: „Diese empfinde ich nicht als hilfreich, aber jede neue Partei zieht solche Leute an.“ Er hält das aber bis jetzt noch für eine normale aushaltbare Konstellation, sagt aber auch, da muss man gegenhalten. Die Neustadt ist für ihn ein typischer jugendlicher In-Bezirk.

In den vergangenen Wochen und Monaten gab es in der Neustadt immer wieder Raubüberfälle, was könnte man Ihrer Meinung nach tun?
Wenn die Stadt vielfältiger wird und auch mehr unterschiedliche gesellschaftliche Formen integrieren will, müssen wir dafür sorgen, dass die Gesellschaft als Ganzes ihre Maßstäbe für ein gedeihliches Miteinander behauptet und definiert. Wir erwarten, dass die Polizisten auf der Straße sind, um Straftaten zu verhindern, wir brauchen mehr erkennbare öffentliche Präsenz.

Ordnung und Sauberkeit auf dem Alaunplatz, was ist Ihr Konzept?
Man müsste versuchen, dass die Beteiligten, die den Park besuchen, von sich aus das Bedürfnis entwickeln, den Müll wieder mitzunehmen. Wir erleben derzeit eine Eskalation der Nachlässigkeit. Das kann man nicht mit mehr Polizei lösen, es müsste aus der Gesellschaft selbst kommen. Initiativen, die sich darum kümmern wollen, sollten unterstützt werden.

Mit dem Raskolnikoff verbindet er die Zeit der frühen 1990er, als er ganz neu in der Neustadt war.

Mit dem Raskolnikoff verbindet er die Zeit der frühen 1990er, als er ganz neu in der Neustadt war.


Wie sollte Ihrer Meinung nach die Königsbrücker Straße ausgebaut werden?
Die Königsbrücker Straße ist ein toller Boulevard, der entwicklungsfähigste Stadtraum, den wir hier haben. Wenn ich aber alle Anforderungen der heutigen Zeit erfüllen will, dann geht das nicht. Also muss sich irgendein Verkehrsteilnehmer aus der Straße verabschieden. Die Straßenbahn sollte unter die Erde, bis sie dann bei der Heeresbäckerei ihre eigene Trasse bekommen kann. Aber ich weiß, dass das wahrscheinlich zu teuer ist. Letztlich sind wir an einem lebendigen Boulevard interessiert. Bislang gibt es noch nicht die richtige Lösung dafür.

An der Leipziger Straße soll ein Kaufhaus gebaut werden, wie ist Ihre Meinung dazu?
Das Areal sollte entwickelt werden, weil es für alle möglichen Nutzungen ein interessantes Feld ist. Wenn jemand wie Globus meint, dieses Projekt mit seinen Impulsen voranbringen zu können, dann wüsste ich nicht, warum man ihn an diesem Hasardeur-Stück hindern sollte. Denn sicher ist ja nicht, dass das Globus-Konzept ein ökonomischer Erfolg wird. Verkehrstechnische Anpassungsschwierigkeiten werden sich einpegeln.

Mietentwicklung in der Dresdner Neustadt, sollte man die bremsen oder dem freien Markt überlassen?
Das regelt gar nicht der freie Markt, sondern das Leben. Es gab die Pioniere, die hierher kamen, weil es billigen, einfachen, unprätentiösen Wohnraum gab und dann arriviert das, automatisch. Für die Pioniere wird es dann zu teuer und zu etabliert. Sie werden sich ein neues Viertel erschließen, was ja auch permanent geschieht. Das ist ein ganz natürlicher Reorganisationsprozess jeder Stadt.

    Herr Strauss, vielen Dank für das Gespräch.
Das Gespräch mit Stefan Strauss fand im Café Lloyds statt.

Das Gespräch mit Stefan Strauss fand im Café Lloyds statt.

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46 Kommentare für “Stefan Strauss – Alternative für Deutschland

  1. Franzl Lang
    15. Mai 2014 um 15:22

    Inn-Bezirk? Dachte hier fließt die Elbe.

    • 15. Mai 2014 um 15:25

      Danke Franzl, ist korrigiert.

  2. Hotte Hü
    15. Mai 2014 um 15:46

    Muss er es „ganz natürlicher Reorganisationsprozess“ nennen, anstatt den anerkannten Terminus „Gentrifikation“ zu benutzen?
    Alles in Allem doch ein wenig aussagekräftiges Interview. Und dass die Partei attraktiv für Rechte ist, könnte vielleicht auch an den rechtspopulistischen Wahlplakaten der AfD liegen, Herr Strauss!?

  3. nepumuk
    15. Mai 2014 um 15:59

    Die Straßenbahn sollte unter die Erde, … Letztlich sind wir an einem lebendigen Boulevard interessiert.

    dabei ist – abseits der radler – gerade die straba DER bringer von passantenmassen – also hauptindikator einer echten lebendigkeit. autos bringen nur scheinlebendigkeit, jeder sitzt isoliert in seiner blechkiste – solches kann man sich in restdresden zu gemüte führen, hier wollen wir das aber mal nicht haben.
    das ist verkehrsgrundschule 1. klasse, das weiß der herr bestimmt auch und alles ist nur ein mißverständnis. entweder wurde an der textstelle genuschelt, das beiwörtchen „nicht“ wurde versehentlich vergessen oder es waren (natürlich!) die blechkisten gemeint. also so etwa:

    Die (..huuhust hust…-..zeihung!) unter die Erde… . Letztlich sind wir an einem lebendigen Boulevard interessiert.

    oder:

    Die Straßenbahn sollte nicht unter die Erde… . Letztlich sind wir an einem lebendigen Boulevard interessiert.

    oder:

    Die Blechkisten sollten unter die Erde… . Letztlich sind wir an einem lebendigen Boulevard interessiert.

  4. 15. Mai 2014 um 16:08

    „Die Pioniere werden sich ein neues Viertel erschließen, was ja auch permanent geschieht. Das ist ein ganz natürlicher Reorganisationsprozess jeder Stadt.“

    – Ein Stück Natur in der Stadt also. Toll!

  5. mojo
    15. Mai 2014 um 16:08

    Sehr ausdifferenzierte Analyse des Wohnungsmarktes, Hut ab!
    Auch sonst finde ich die Lösungsansätze klasse, mehr Polizei und mehr Eigenverantwortung, ausgewogenes Konzept das begeistert.Ansonsten regelt sich das meiste eh von selbst..
    Mal im Ernst, hat er überhaupt einen Plan wovon er redet?

  6. anni
    15. Mai 2014 um 16:12

    naja, da könnten doch die Autos unter die Erde- und ihren eigenen Autotunnel bekommen. ;-)

  7. Ignaz Goldstein
    15. Mai 2014 um 16:22

    @Hotte Hü: Definieren Sie doch bitte mal „rechtspopulistisch“ und dann zählen Sie mir genau die Wahlsprüche der AfD auf auf die diese Bezeichnung angeblich zutrifft!

  8. E-Haller
    15. Mai 2014 um 16:42

    Interpretiere ich die Aussagen zum Globus richtig:

    Lasst die ruhig ihren Markt bauen und die Denkmäler nebenbei sanieren – sollten sie dann Pleite gehen, haben wir zumindest den Bahnhof hübsch (…und eine riesige versiegelte Fläche und eine riesige leerstehende Halle)???

  9. Alexander
    15. Mai 2014 um 16:45

    Ich bin der Meinung, die Autos sollten einfach weg von der Köni…Straßenbahn, Fahrrad, Mensch und Anliegerverkehr…das sollte reichen. Für alles andere gibt es die Schnelltrasse aussen rum…die sind mittlerweile perfekt ausgebaut. Wer muß denn schon aus der Innenstadt die Köni lang, was nicht auch über die Autobahn oder die Hansa geht. Solange es keine Wohnungen zwischen Ende Neustadt und Anfang Klotzsche gibt…sehe ich keine Notwenidgkeit für Autos die unbedingt die Königsbrücker lang müssen.

    Macht Sie schmal und eng für Autoverkehr, die Bahn bekommt ein begrüntes Gleisbett, die Fahrräder und Fußgänger optimale Breiten…Dann fahren über kurz oder lang die Autos nicht mehr da lang.
    Ansonsten kein Neuwert aus dem Interwiev zu entnehmen…typisches „Politiker“ Slang…nix sagen…alles offen lassen…keine Stellugn beziehen

  10. Freddy Petzold
    15. Mai 2014 um 19:30

    Ich fand das Interview recht gut gelungen! Außerdem sehe ich es nicht als selbstverständlich an, das Anton sich überhaupt immer wieder die Mühe macht, sich mit den einzelnen Kandidaten zu treffen, um sie uns hier vorzustellen. Im Ernst: wer von Euch wäre denn sonst zu all den Wahlkampfverantstaltungen der verschiedenen Parteien gegangen, um die Kandidaten kennen zu lernen? Wohl niemand. Darum finde ich jedes dieser Interviews interessant, ganz gleich ob es sich um „meine“ Partei handelt oder nicht….aber dafür braucht es vielleicht dann auch schon wieder das berühmte Quentchen „zu viel“ Toleranz. Zu viel anscheinend jedenfalls für die Neustadt,- die einige Bewohner hier am liebsten politisch völlig links-grün gleichgeschaltet sähen.

  11. anni
    15. Mai 2014 um 20:28

    Freddy: du hast Recht: = Anton hat Anerkennung für die Wahlkampfinterviews verdient!!!.

  12. Hotte Hü
    15. Mai 2014 um 20:28

    @Ignaz Goldstein:
    http://bit.ly/1hOrIGm
    Und den Rest recherchieren Sie bitte selbst. Ich empfehle auch den Vergleich der AfD-Wahlwerbung mit der von eindeutig rechten Parteien.

  13. aa
    15. Mai 2014 um 20:47

    @Anton: Danke für die Interviews, trägt erheblich zur politischen Willensbildung bei.
    Hoffe nur das den anderen Kandidaten die selben Fragen gestellt wurden..

    @Hotte Hü: Wie generiert man so nen Link?
    Lustige Angelegenheit:)

    Das mit dem verkehrsberuhigten Bereich wäre eigtl. die logische Konsequenz eines gewollten Köni- Boulevards und würde auch die Planung enorm vereinfachen.
    Leider ist eine Mehrheit dafür im Stadtrat illusorisch..

  14. oha
    15. Mai 2014 um 21:41

    @Hotte Hü

    WER etwas sagt, ist nicht wichtig, ob es RICHTIG ist, ist die Frage! Alles andere ist böswillige Ideologie.

    meintest Du die Plakate?

    https://www.facebook.com/photo.php?fbid=1407264292887584&set=a.1388681484745865.1073741829.100008120794379&type=1&permPage=1

  15. Lenbach
    15. Mai 2014 um 22:11

    @Hotte Hü

    Würdest du folgender Aussage zustimmen?

    Die *** spricht sich für die Gleichberechtigung von Männern und Frauen aus, für gleiche Arbeit muß gleicher Lohn gezahlt werden. Es darf nicht hingenommen werden, daß vor allem Frauen durch Niedriglöhne und erzwungene Teilzeitarbeit in die Altersarmut gestürzt werden.

  16. Frank
    15. Mai 2014 um 22:20

    Zur Unterscheidung der einen Wahlwerbung von der anderen:
    http://afdodernpd.de/
    Viel Spass!
    (PS.: Die Macher der Seite werde ich nicht! wählen.)

    Frank

  17. oha
    15. Mai 2014 um 23:20

    einer geht noch Hotte Hü,

    falls Du es noch nicht verstanden hast! :-)

    https://pbs.twimg.com/media/BndmydQIAAAqF79.jpg:large

  18. Hotte Hü
    16. Mai 2014 um 06:23

    Danke, Frank!

    Guckt mal, wer da AfD-Plakate in Pirna hängt:
    http://i.imgur.com/wt3lLfH.jpg

  19. Seldon
    16. Mai 2014 um 10:28

    @oha „WER etwas sagt, ist nicht wichtig, ob es RICHTIG ist, ist die Frage! Alles andere ist böswillige Ideologie.“

    Was jemand SAGT ist nicht wichtig, was er TUT, ist die Frage! Oder was er letztendlich vorhat. Beim Wahlkampf geht es doch nicht darum, zu sagen, was man alles tolles machen will und vor llem, was man dann auch tatsächlich tut, sondern darum, Stimmen zu fangen. MIt mehr oder weniger subtilen Parolen, von denen man annimmt, damit in seiner (vermuteten) Klientel und darüber hinaus zu punkten. Natürlich gibt es da in den Aussagen Schnittmengen: gegen Genfood kann man z.B. aus verschiedensten Gründen sein: aus einer Blut-und-Boden-Ideologie heraus, aus diffusen Ängsten heraus, weil man den Ausverkauf und die Kontrolle der Nahrungsgrundlagen an und durch multinationale Konzerne ablehnt usw. usf.
    Also muß man auch beim Thema AfD deutlicher hinschauen: welche Ziele werden verfolgt, wer sind die Protagonisten, welche Bündnisse werden eingegangen, in welchen Verlagen/Presseerzeugnissen wird publiziert usw usf.
    „Soziale Marktwirtschaft, Asylrecht, Gewaltenteilung, Westbindung inklusive Bekenntnis zur NATO und zu »christlich-abendländische Wertegrundlagen«, es ist alles vertreten, was sich so oder ähnlich auch bei anderen Parteien findet. Und natürlich die Ablehnung des Euro in seiner derzeitigen Verfaßtheit, das Tafelsilber der AfD. Nichts zur angeblichen »Homo-Umerziehung« an baden-württembergischen Schulen, gegen die die Partei dort mobil macht, nichts über »schleichende Islamisierung« oder »SA-Antifaterror«. Das übernehmen die Basis und die »Junge Alternative«, die inoffizielle Jugendorganisation der AfD…Der ehemalige BDI-Präsident Hans-Olaf Henkel, der Wirtschaftsprofessor Lucke, der einstige CDU-Mann Alexander Gauland und der Publizist Konrad Adam wissen, wo die Grenzen des politisch Anstößigen liegen.“
    http://www.jungewelt.de/2014/05-15/019.php

  20. oha
    16. Mai 2014 um 11:47

    @ Hotte Hü

    Das Bild zeigt umso mehr wie seltsam Du Dir eine Meinung bildest! Es geht um die AfD als ganzes und nicht um einzelne Personen, oder sogar nur die Optik, bei der du dann auf eine ganze Partei oder deren Inhalte schließt. Frag Dich mal wie Du tickst? Du würdest Dir wahrscheinlich wünschen, dass alle die „rechts“ sind, eine Glatze haben, damit Du die auf der Straße erkennst und verfolgen kannst…Solche Zeiten hatten wir schon mal und sind nicht besser wie die Jagd auf farbige Ausländer.

    Wenn Hitler Plakate der linken aufhängt, sind dann alle linken Faschisten? Wenn ich nen Dynamo Dresden Trikot anziehe und den Arm hebe, sind dann ALLE Dynamofans Nazis?

    Aber ok mach mal die Drecksarbeit für die Altparteien, welche nach dem 2.ten Weltkrieg, voll von Faschisten waren.
    Die schicken schön die Leute vor und erzählen irgendwas von rechts, weil Sie keine Argumente haben. Die AfD hat tausende Mitglieder die ausländische Wurzeln haben, oder mit Ausländern verheiratet sind. Die 300.000 Linkswähler, die zur AfD gewechselt sind, hast Du wohl vergessen?

    Es ist eh egal der Zug ist ins Rollen gekommen und Argumente scheinen die Leute mehr zu überzeugen, wie „einer hat gesagt aus der Partei“, „2 ohne Haare hängen Fotos auf“, “ die Plakate sind gleich“, “ Lucke hat beim winken die Hand gehoben“, „entartet darf nur Schäuble und Schmidt sagen“…Am allerbesten fand ich aber den „Journalisten“, der der AfD einen Angriff in die Schuhe schieben wollte.

    http://www.youtube.com/watch?v=BbG6pYLnPxc

    @Seldon

    Dein Ernst?

    Bevor hier in Deutschland auch nur irgendetwas gelöst werden kann, braucht es erstmal wieder Demokratie und Meinungsfreiheit und der Wille zur Diskussion. Plakatvergleiche, Wörter rausfiltern, Fotos gehen hier 100% an den Themen der AfD vorbei!!

  21. Seldon
    16. Mai 2014 um 12:35

    @oha: Was meinst Du? Ob es mein Ernst ist, dass es im Wahlkampf nicht um Inhalte sondern Stimmen geht? Dass es verschiedene Gründe für bestimmte Forderungen gibt? Das diese Gründe sehr wohl relevant sind und hinterfragt werden müssen? Dass man „auch beim Thema AfD deutlicher hinschauen (sollte): welche Ziele werden verfolgt, wer sind die Protagonisten, welche Bündnisse werden eingegangen, in welchen Verlagen/Presseerzeugnissen wird publiziert usw usf.“?
    Ja!

    Es ändert sich was, wenn mehr diskutiert wird? Dein Ernst? Was soll denn „in Deutschland gelöst werden“? Von wem und warum? Und löst man das durch Diskussionen oder durch Lösung der zugrunde liegenden Probleme? Welche Problem würdest Du denn gern gelöst sehen und woraus schließt Du, dass diese bei steigendem Einfluß der AfD auch gelöst würden?

    Natürlich muß man über viele Dinge reden, nachfragen, diskutieren, seine Meinung äußern, vertreten und ggf. versuchen, sie durchzusetzen, aber ändern tut sich nichts, wenn endlich mal ausgesprochen wird „was man doch wohl noch sagen dürfen muss“…Demokratie und Meinungsfreiheit? Herrschaft des Volkes und gemeinsame Verantwortung, nicht Mitbestimmung, sondern Selbstbestimmung!

  22. oha
    16. Mai 2014 um 13:41

    @Seldon

    Problem- Meinung- Gegenmeinung- Diskussion- Lösungsvorschläge- Kompromiss- Lösung

    O-Ton Merkel „Es gibt keine Alternative“…

    Ja das ist nur einer Person die sowas gesagt hat, aber bei den etablierten wird von oben an die Basis diktiert, somit wird gemacht was Sie sagt.

    Im Bezug auf die Europolitik, welche ja immer als das einzige Thema der AfD hervorgehoben wird, sind wir mit Deutschland, dass einzige Land der EU, in dem das Parlament über keine eurokritische Partei verfügt. Achtung für die Leute die nicht nachdenken können!! EUROkritisch (Währung), nicht EUROpakritisch…

    und was bitte heißt „deutlich“ hinschauen? Fotos, Aussagen einzelner Mitglieder, Facebookeinträge oder was?
    Das Parteiprogramm ist deutlich genug und wurde im Gegensatz zu jeder Partei die es je gab oder gibt, von 5000 Mitgliedern nach und nach abgestimmt, also Basisdemokratie pur. Das ist einzigartig und zeigt wie demokratisch diese Partei ist!

    Im Gegensatz zu anderen Parteien kann hier jeder seine Haare so tragen wie er will, sagen was er will, dass sagt noch lange nichts über eine Partei und deren Programm. Es ist die Meinung einzelner Leute, mehr nicht!

    Welches Problem ich sehe und gelöst haben will?

    Dafür braucht es erstmal Leute die diskutieren wollen und nicht nur stumpf immer gegen etwas sind. Manche Gruppen sieht man immer nur aktiv werden, wenn es gegen etwas geht, ohne sich damit auseinander zu setzen. Ja die AfD ist auch gegen etwas, mit dem Unterschied, das es Hand und Fuß hat und mit Zahlen unterlegt werden kann. Desweiteren denkt sie weitsichtig, solange die Südländer nicht auf die Beine kommen, können sie nicht viel von uns kaufen, es sei den man gibt ihnen Kredite, welche deren Verschuldung immer mehr erhöhen. Hauptsache Deutschland und Export Export Export. Die Kredite werden nur gegeben, wenn die Länder kürzen, sparen, entlassen und und und ergo die Menschen in den Ländern haben zu leiden und sind logischerweise gegen diese Politik und die Diktatur der NOCH erfolgreichen Länder. Aber auch in den Ländern gibt es Unmengen von EUROkritischen Parteien, die unabhängig von Deutschland oder der AfD das ganze lösen werden!

    Europa ist nicht nur der EURO oder Deutschland und ich bin fest überzeugt, dass der EURO aktuell die Länder spaltet und Zwietracht schürt. Scheiß doch auf das Geld, für das wir aktuell bürgen und was gezahlt werden müsste. Wenn Griechenland den Euro verlässt und den Staatsbankrott erklärt, egal! Lass es doch nicht mehr und mehr werden mit 1% Zinsen und 50 Jahren Laufzeit und immer mehr Verschuldung der Länder…wo soll dieser Mist hinführen? Deutschland gibt Kredite zu 1% an Griechenland, damit es Staatsanleihen an Banken abzahlt zu 3%-5%, wir krank ist das? Geht es irgendwann nicht weiter zahlen wir die Bürger die Zeche und die Südländer kürzen kürzen kürzen und die Bürger zahlen auch dort die Zeche, mit Armut…und für was? Für BANKEN!

    Wir in Deutschland haben nichts besseres zu tun, den Altparteien auf den Leim zu gehen und kritische Stimmen in die rechte Ecke zu stellen, um schön weiter so zu machen. Die haben es echt geschafft das junge Menschen, die denken Sie demonstrieren gegen „rechte“ (was so nicht stimmt), die Drecksarbeit für Banken, Spekulanten und Firmen, die durch den kreditfinanzierten Export am EURO verdienen, von denen getragen und unterstützt werden. Das zeigt doch schon, das die den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sehen.

  23. Hotte Hü
    16. Mai 2014 um 14:15

    @oha: Also wenn auf dem Bild Typen mit „Thor Steinar“-Shirts die Plakate für die AfD aufhängen, dann hat das für mich schon Relevanz! Mich kotzt „Rechts“ an, egal ob es mit Glatze oder im biederen Outfit eines Professors daherkommt. Und ich habe mich ganz sicher auch mit den Inhalten der Partei befasst, und eben auch mit denen, die ihr die Stimme geben wollen.
    Für mich hat sich aus diesen Dingen ein stimmiges Gesamtbild ergeben. Anders ist das auch nicht möglich, finde ich.

  24. Seldon
    16. Mai 2014 um 14:18

    Hallo Oha:
    „Im Gegensatz zu anderen Parteien kann hier jeder seine Haare so tragen wie er will, sagen was er will, dass sagt noch lange nichts über eine Partei und deren Programm. Es ist die Meinung einzelner Leute, mehr nicht!“

    In welcher Partei wird denn nach Frisur oder mißliebigen Aussagen gefiltert?

    „Dafür braucht es erstmal Leute die diskutieren wollen und nicht nur stumpf immer gegen etwas sind. Manche Gruppen sieht man immer nur aktiv werden, wenn es gegen etwas geht, ohne sich damit auseinander zu setzen.

    Ich denke, die meisten, die gegen etwas sind (AKW, Gen-food, Tagebaue, Nazis, Privateigentum an Produktionsmitteln…), haben sich sehr intensiv mit der Thematik auseinander gesetzt, im Gegensatz zu Leuten, die kein Problembewußtsein entwickelt haben, für die doch „eigentlich alles ganz gut läuft.“

    Die „Euro-Frage“ ist sicher komplexer als dass man sie mit ja/nein beantworten könnte. Hier spielen bei Befürwortern und Gegner natürlich auch ganz unterschiedliche (eigene) Interessen mit. Bestimmte Gruppen profitieren mehr, andere weniger davon. Finanzkapital ist sicher ein Aspekt, aber nicht der einzige. Es gibt kein „böses, raffendes“ und „gutes, schaffendes“ Kapital. Die beobachteten Erscheinungen in Südeuropa sind Krisenerscheinungen des Kapitalismus als ganzem, mit oder ohne Euro. Die AfD vertritt Interessen von Leuten, die mit neoliberalen Rezepten die Agonie zu ihrem Nutzen verlängern wollen, nicht ohne sich zudem in vielfältige Widersprüche zu verwickeln. Paar Betrachtungen dazu hier.

  25. Hotte Hü
    16. Mai 2014 um 14:56

    @oha:
    „Die 300.000 Linkswähler, die zur AfD gewechselt sind, hast Du wohl vergessen?“

    Laut aktuellen Angaben (Februar 2014) hat die Partei 17.800 Mitglieder. Wo sind sie denn, Deine „300.000 Linkswähler“?

  26. oha
    16. Mai 2014 um 15:39

    @Hotte Hü

    dann poste doch das Parteiprogramm oder Argumente, die die Partei in die rechte Ecke bringen. Ein Bild der Partei und nicht irgendwelche Hanseln die Plakate verteilen und wahrscheinlich nicht mal Mitglied sind, oder irgendwas bewirken würden bei einer internen Befragung von Mitgliedern, über gewisse Punkte der Haltung der PARTEI. 300.000 Leute von den linken, wie erklärst du Dir das?

    Wie gesagt gegen rechts geht immer und ist auch ok, aber dann bitte genauer lesen recherchieren und selber mal auf ne Veranstaltung gehen! Warum spricht man nicht mit Argumenten, sondern mit Plakaten, Fotos, wer was vor 20 Jahren mal gesagt hat und evtl. seine Meinung geändert hat?

    Wie gesagt ich kann den jungen Menschen nicht mal böse sein, stumpf Bilder anschauen und leere Parolen machen sie leider blind für das was hier gespielt wird. Ja und bei einem Spiel wird immer der angegriffen, der den Ball hat…leider wird hier nicht fair gespielt und die Demokratie mit Füßen getreten und die junge linke verkommt zu einem Werkzeug des EUROkapitalismus und merkt es nicht. Durch die Politik hier werden wirkliche Faschisten in den anderen Ländern stark und dort ist es salonfähig, weil da keine Vergangenheitsbewältigung eines Staates vorherrscht! Ukraine, Holland, Frankreich, Spanien, Italien, Griechenland…Mensch wach auf 5 Fotos, 3 Aussagen und „Zeitungen“ die Pfeffer schreiben, können doch nicht Deine Meinung bilden? Warum treten immer mehr Ausländer in die AfD ein? Genau weil die zum Beispiel Verwandte haben und wissen wie dreckig es denen geht. Dafür kannst Du doch nicht sein und das im Namen einer Währung? Wo sind den wirkliche Argumente und Aussagen der Partei die das belegen?

    @Seldon

    CDU noch nie was von findet den Abweichler gehört? Wenn es da Gegenstimmen gibt ist der Teufel los. Wenn da einer den Mund aufmacht , wird der aber ganz schnell abgesägt um keine Stimmen zu verlieren.

    Dann frag doch mal nen Gegendemonstranten der AfD was die EZB oder no bale out Klausel bedeutet. Auf noch keiner Kundgebung kam vom Podium irgendwas in Richtung rechts, sondern sachliche Argumente zu anderen Themen. Hinten schreien sich 15 Leute die Seele aus dem Leib, „scheiß Nazis“, wo haben die sich damit befasst, die hören nicht mal zu und gehen auf direkte Sachen ein und sagen was dagegen. Wer da nicht zuhört, der liest auch nicht darüber und will es auch nicht verstehen. Das ist wie wenn ich zu Mc Donalds gehe und gegen die Automobilindustrie schimpfe, weil der Inhaber 3 Autos hat, was hat das mit MC Donalds zu tun? Sich mit Themen befassen ist da schon schwieriger in Zeiten von Bildern hin und herschicken über Facebook, oder was auch immer.

    Man kann ja statt ANTI auch mal für etwas sein! So wie die AfD für Europa ist, immer nur gegen etwas sein ist doch schwach und man stumpft doch ab und sucht um etwas am Befürworter zu finden, was Ihn schlecht aussehen lässt, die Sache um die es geht ist dann schnell vergessen! Warum demonstrieren die linken nicht mal für Ausländer oder sonstwas, da würde nicht ein AfD ´ler gegendemonstrieren, die würden gar nicht erscheinen, da jeder seine Meinung äüßern kann. Das werden wir aber nicht erleben, es geht immer nur gegen etwas…

    Was für Wiedersprüche? Zahlen lügen nicht und es ändert sich auch nichts daran das die Erde annähernd rund ist…und wenn es nicht am EURO liegt, warum wird daran solange festgehalten?

    Zypern Staatsbankrott- kein Problem, weil russisches Oligarchengeld.

    Griechenland Staatsbankrott- Riesenproblem weil Geld von Merkels Unterstützern und deutschen Kapitalisten drin ist.

    und das beste ist die linke wird aufgehetzt mit Lügen und lass es mal 10.000 Fotos, Aussagen und Artikeln sein von über 2 Millionen Wählern und ist so blöd und macht den Handlanger. Die Merkel lacht sich doch kaputt, die weiß doch längst das die AfD auch Juden wie Hedryk M. Broder oder jede Menge Wähler hat die aus dem linken Flügel kommen. Die hätte selbst nicht geglaubt, dass es so einfach ist, ohne sich selber die Finger schmutzig machen zu müssen, mit ARGUMENTEN!

  27. oha
    16. Mai 2014 um 15:43

    @Hotte Hü

    die haben erst links gewählt und im September AfD…Man muss nicht zwangsläufig Mitglied sein, um eine Meinung zu unterstützen. Genauso wenig ist man Mitglied, nur weil man Plakate aufhängt…

    Ich will Dich nicht überzeugen, das können Zahlen und Leute im Süden von Europa viel besser, aber du hast wahrscheinlich grad besseres zu tun. Fotos googeln oder hin und her senden!

  28. oha
    16. Mai 2014 um 15:44

    @Hotte Hü

    die linke hatte ja auch keine 300.000 Mitglieder ^^

  29. oha
    16. Mai 2014 um 15:53

    @Hotte Hü

    einfach mal auf die AfD klicken, dann weißt Du wer sich wie mit was auseinandersetzt!

    http://www.sueddeutsche.de/politik/waehlerwanderung-und-statistiken-woher-die-union-millionen-waehler-bekam-1.1777776

  30. nurmalso
    16. Mai 2014 um 16:45

    Also… mein bescheidener Senf dazu: Ich finde gut, dass es mal ne neue Partei gibt, wo sich Leute mit Sachverstand einem für sie wichtigen Thema widmen. Das macht den etablierten Parteien Angst, Wähler zu verlieren. Ergo wird das gemacht, was immer gemacht wird bei missliebigen Konkurrenten/Meinungen: Sie werden verunglimpft. Und was zieht in Deutschland immer am besten? Sie in die rechte Ecke stellen. So wie früher die Inquisition vermeintliche Ketzer und Hexen gejagt hat (und sich zum Instrument individueller Interessen gemacht hat, weil man ja missliebige Mitmenschen einfach als Ketzer brandmarken musste, und weg waren sie) – so wird es heute mit dem Stempel „rechts“ gemacht. Beweisen die Diskussionen hier im Blog ja schon oft genug (da wird ein ‚Nazgul‘ gleich zum Nazi, nur weil er sich so ähnlich anhört – echt jetzt?) (für alle, die es nicht wissen – Nazgul sind Wesen in Tolkiens Geschichte ‚Herr der Ringe‘).

    Also diese Hexenjagd auf die AfD ist wirklich erbärmlich und zeigt nichts weiter als Unwissen sowie Angst vor Konkurrenz. Klar, in jeder Partei gibts Idioten, das fängt ganz links an und geht bis ganz nach rechts. Selbiges wurde ja mit der FDP getan, als sie als vermeintliche ‚Partei der Besserverdiener‘ hingestellt wurde, obwohl ja erwiesenermaßen die Grünen die Partei sind mit dem höchsten Durchschnittseinkommen der Wähler.

    Aber – Fakten zählen auch nicht, solange man nur seine subjektiven Ziele erreicht, und Konkurrenz-Meinungen damit ausschalten kann. Der Demokratie und dem Land hilft’s allerdings nicht.

    Nun, zur AfD. Ich kann ihre Thesen verstehen, und hoffe nur, dass der Worst Case, welchen sie skizzieren, nie eintritt. Bei dem Slogan ‚raus aus dem Euro‘ treibts mich als Europäer mit Herz und Seele jedenfalls davon, weil ein Zurück zu individuellen nationalstaatlichen Lösungen meiner Meinung nach zu einem Weg führt, an dessen Ende nationalstaatliches Denken wieder zwischenstaatliche Konflikte in Europa schürt. Und das will sicher keiner mehr.

  31. oha
    16. Mai 2014 um 18:07

    @numalso sehr gut geschrieben!

    Zur AfD „raus aus DEM Euro“ und nicht DER EU. Sind wir im Krieg mit der Schweiz, Dänemark, Schweden und UK nur weil die andere Währungen haben. Europa und die EU gibt es viel länger als den Euro und die Sinnlosigkeit einer Einheitswährung.

    Wenn es Morgen nur noch Schuhe in Größe 38 gäbe, würden sie manchen zu groß, manchen zu klein und nur wenigen wirklich passen. Klar ist es denen egal, denen sie gerade passen, aber der Rest…Dafür steht der Euro und das ist weit von solidarisch und Ausländerfreundlich entfernt.

    Klar ist auch das die AfD da für Deutschland mitdenkt, weil wer soll unsere Sachen Kaufen, von seinem eigenen Geld, wenn er keinen Job hat. Ergo wäre Geld für Griechenland besser aufgehoben, wenn damit Fabriken oder sonstwas gebaut wird und nicht Staatsanleihen und Zinsen abbezahlt werden. Beim normalen Griechen kommt da nix an, kein Wunder das die sauer sind und die Merkel mit einem bekannten Diktator vergleichen.

    Europa bestand durch die Demokratien zwischen den einzelnen Staaten. So schlecht wie heute das Bild voneinander ist, war es noch nie in Europa!

    Problemlos rumreisen und arbeiten war nie das Problem! Jetzt hat keiner Kohle um rumzureisen, oder es gibt keine Jobs.

    Echt verrückt…

    Desweiteren finde ich, dass nicht alles von Brüssel aus bestimmt werden soll. Es soll doch vom Volk ausgehen und nicht von oben nach unten bestimmt werden…AfD ist z.B. für Volksentscheide.

    Aber vielleicht sind die Leute ja zu faul sich mit etwas zu befassen und wollen gar nicht gefragt werden. Was 10 Freunde von mir twittern oder sagen muss ja die Wahrheit sein und Themen sind mir eh egal. Warum diskutieren wenn ich ein Wahlplakat zerstöre bekomme ich doch 10 likes und das muss doch dann was tolles sein. Die Jugend von heute bekommt nirgendwo Anerkennung, da ist das die einzige Möglichkeit sich geliebt und gebraucht zu fühlen und das noch ohne groß nachzudenken. Aber für welchen Preis, den Preis der freien Meinungsäußerung.

  32. Hotte Hü
    16. Mai 2014 um 19:28

    @oha: Was mich persönlich interessiert: Was hältst Du von Ken Jebsen („KenFM“)?

  33. nurmalso
    17. Mai 2014 um 12:21

    @oha: Danke. Was die Jugend angeht, muss ich leider weitgehend zustimmen. Aber was können sie dafür – angemessene politische Bildung oder Persönlichkeitsprägung in der Schule Fehlanzeige. Bulimie-Pädagogik sei Dank. An die Unis strömen dann erwachsen aussehende Kinder, die dann nur wenig reifer genauso wieder ausgek**** werden. Tja – und damit dann schön verfänglich sind für populistische Thesen jeder Art. Solange sie oberflächlich und simpel logisch klingen, reicht das schon aus. Tiefergehendes, kritisches Hinterfragen bei den meisten Fehlanzeige. Damit sind sie willkommene Opfer für Bauernfänger, die sie dann für ihre Zwecke instrumentalisieren und gegen wen auch immer ins Feld schicken. So läufts jedes Jahr beim 13. Februar (rechts wie links), so liefs teilweise bei der AfD, und bei vielen anderen Fällen auch.

    Was den Euro betrifft, so denke ich, dass er doch eine einigende Funktion hat. Wenn jedes Land eine eigene Währung hätte, wäre wohl eine noch nationalistischere Wirtschaftspolitik die Folge. Die dann im Endeffekt auch zu einem Zusammenbruch der politischen Union führen kann (kann es jetzt auch, aber ich sehe das Risiko ohne Euro doch höher). Und vor allem – wenn der Euro rückabgewickelt würde, so glaube ich, landet die EU in einer Sackgasse, aus der sie nicht mehr herausfindet. Ist die Vision eines geeinten Europas erstmal verloren, vermute ich, dass es über kurz oder lang auch mit der politischen Union aus ist.

    Ja, die Position könnte man als blauäugig bezeichnen, aber letztlich mutmaßen wir alle nur, solange die Dinge nicht passiert sind. Und ich glaube halt dran.

  34. oha
    17. Mai 2014 um 13:15

    @Hotte Hü

    Habe oft von ihm gehört und mich dann mal belesen.

    Auch habe ich mal angefangen ein Video von einer Rede von ihm zu schauen, aber dabei blieb es.

    Kommt mir eher vor wie ein hochgehypter „musstDumalschauenlink“ Phänomen. Er kann wahrscheinlich gut erklären und argumentieren, dass der Zuhörer das Gefühl hat, alles besser zu verstehen und zuhören ist wahrscheinlich auch leichter wie belesen.

    Um es kurz zu sagen, jeder der irgendwie anregt zum zuhören, nachdenken, diskutieren oder dem bestätigen der eigenen Meinung und der nicht salonfähige Thesen vertritt, ist so schlecht nicht für die Gesellschaft. Auf jeden Fall mutig, öffentlich seine Meinung so preis zugeben.

    Mich würde mal interessieren was du zu Sarrazin sagst!?
    Im Grunde genommen ist er ja auch als Nazi beschimpft wurden, von Leuten die mit Sicherheit sein Buch nicht gelesen haben, sondern nur irgendwas von Gen, Kopftuchmädchen und und und gehört haben.

    Ist die SPD nun rechts, weil sie solche Mitglieder hat und auch nicht rausschmeißen konnte? Warum wird da nicht die komplette SPD versucht in den Dreck zu ziehen? Warum hört man von der Kinderpornotypen Edathy nix mehr.

    Das ist doch irgendwie merkwürdig, der eine hat Kinderpornos auf den Rechnern und der andere sagt entartet. Ein deutsches Wort, was ein Nazi vor Jahren mal gesagt hat und nun kein Wort mehr sein darf ,was man benutzen kann? Wie weit ist es schon gekommen das jetzt einzelne Wörter herhalten müssen, um Leuten was in die Schuhe zu schieben? Zumal dank google erwiesen wurde, dass auch Helmut Schmidt und Schäuble das Wort in wichtigen Reden benutzt haben!

    Ich mein dass sind doch wieder Tage und Wochen wo dass wirkliche Thema untergraben wird. Gegen rechts geht immer und Kinderpornos, hat nun mal nicht jeder auf dem Rechner…

  35. HinzundKunz
    17. Mai 2014 um 16:33

    So sieht`s aus, und alles andere ist nur hohles, nie von erreichten Zielen bzw. Ergebnissen gekrönt sein könnendes Geschwätz! AfD, die Bezwinger der Weltwirtschaft? Hahaha, wenn die selbstständig den Weg zum Klo finden, ist das schon viel! ;)
    https://www.youtube.com/watch?feature=player_detailpage&v=RXS9_quMTnw

  36. oha
    17. Mai 2014 um 16:34

    @nurmalso

    zu Jugend kann man noch sagen, dass es heute nur noch quasi Daumen hoch oder runter gibt. Schwarz/Weiß denken halt, ein wirkliches auseinandersetzten findet nicht statt. Es gibt nur noch für oder gegen und eine Diskussion findet nicht statt.

    Ich denke eigene Währungen stärken erstmal die Länder, um diese wieder wettbewerbsfähig zu machen. Ohne Wettbewerb in der EU, wird es kurz oder lang schwer sich auf dem Weltmarkt zu behaupten. Auch wird ja statt auf und abwerten das ganze aktuell über transferieren von Geld vollzogen. Der der gut da steht, stützt die Länder die nicht so gut da stehen. Das schürt definitiv Zwietracht und den Willen sich anzustrengen. Auch wird dadurch nur das minimale weitergegeben um ein Minus auf null zu bringen. Das das ganze mit Reformen und Ansagen verbunden ist, macht es auch nicht mehr so solidarisch wie es scheint. Warum sollte Deutschland forschen, bilden, erfinden, verbessern? Aktuell kann denen niemand das Wasser reichen und der Süden bekommt nur soviel um gerade sein Land am Leben zu halten. Jetzt sollen auch noch Sachen beschlossen werden Deutschland zu schwächen auf dem Markt, damit die anderen dadurch stärker werden….und spätestens da hab ich echt das Verständniss für den Euro verloren!

    http://www.welt.de/wirtschaft/article125696598/Finger-weg-vom-deutschen-Export-und-den-Bayern.html

    Das beste Beispiel ist der Länderfinanzausgleich, wenn Bayern Überschuss hat muss es abdrücken, die geben also so viel wie nur möglich aus, egal wie sinnlos es ist. Die Nehmerbundesländer bekommen nur was, wenn Sie Minus machen, also werden die auch einen Teufel tun einen ausgeglichen Haushalt zu bekommen. Das schwächt den Wettbewerb und das nachdenken etwas bewegen zu wollen. Wie beliebt die Bayern sind und wie sie sich selber darstellen, zeigt doch schon bei gleichen Nationalitäten, was das anstellt. Auf verschiedene Länder gesehen bürgt so ein Handeln ein großes Risiko. Echte und krasse Rassisten gegenüber anderen Staaten und vor allem Deutschland, entstehen in Europa in jedem Land. Diese Gefahr von rechts und Nationalismus wächst und wächst.

  37. andi_dd
    17. Mai 2014 um 18:06

    Hexenjagd auf die AfD? Die verstehen doch jede Kritik an ihnen als Hexenjagd. Ein angeblich böser linksliberaler Mainstream bedrängt sie. Nun haben sie sich verparteiet, um endlich mal sagen zu dürfen, was angeblich nie gesagt werden durfte. Das klassische Credo von Rechtspopulisten.

    Das sind doch armselige Gestalten. Sollen sie sich die Adenauer-BRD zurückwünschen, endlich wieder Frau am Herd, keine Homos und die D-Mark in der Hand.

    Ich hoffe, sie kommen nie an die Macht. Eine Auflösung der Euro-Zone bzw. deren Reduzierung zum Nord-Euro hätte zur Folge, dass die D-Mark oder der Nord-Euro massiv aufgewertet würden. Dann bürgen wir zwar nicht mehr für die Griechen, verkaufen als Exportnation aber auch keine Autos mehr etc.

    Und von einzelnen rechten Gestalten zu reden, ist doch ein Witz. Ein Dresdner Vorstandsmitglied der AfD war beim JN-Treffen. Einer Vereinigung, die Hass predigt, deren Mitglieder vereinzelt den NSU abfeiern und der das Verbot droht. Nun, er ist zurückgetreten. Davor hatte der Vorsitzende hier gemeint, man dürfe doch auch mal über den Tellerrand schauen. Ist ja sehr liberal. Mit Menschenfeinden die Hand schütteln, das muss sein. Das ist die Ausgeburt der Liberalität!

    Die AfD kann mir gestohlen bleiben.

    @ Anton: Danke für die Interview-Reihe! Gut, dass die Kommunalwahl so näher gebracht wird!

  38. rolle
    17. Mai 2014 um 19:46

    @ oha:

    Also würde laut deiner Argumentationskette der Weg zurück zum Föderalismus unausweichlich sein, weil dann hat man ja den größten Wettbewerb?
    Bayern war noch in den 1950er Jahren von Landwirtschaft und Handwerk geprägt. Erst durch die Millionen Kriegsflüchtlinge und Staatshilfen begann der Weg zum Industrieland.Und – Überraschung – bis in die 1980er war Bayern Nehmerland!
    Ach und der Länderfinanzausgleich wird auf Grund der Einnahmen eines Bundeslandes berechnet. Bayern (wie auch HH, Hessen, NRW und BW) nützt es daher nichts, seine Ausgaben zu steigern.

  39. nepumuk
    17. Mai 2014 um 20:10

    die analysen über die AFD hier sind richtig, das ist auch der politspitze alles bekannt. die AFD wird, ähnlich wie andere neue parteien, die aufgabe erfüllen, neue betrachtungen und themen in die entscheidungen einzubringen. das ist nunmal der demokratische prozeß – mit all seinen unfairen anschuldigungen usw.
    allerdings krankt die ganze AfD-sache an der rein rationalen bzw. verwissenschaftlichten (innen)perspektive, die für sich genommen und allein rational betrachtet durchaus richtig zu sein scheint. vergessen wird dabei, daß es letztlich um menschen geht, auch die menschen anderer länder. es fehlt der soziale faktor, was immer auch als solidarisches prinzip genannt wird. wir haben nunmal dieses europäische haus geschaffen, mit allen geburtsfehlern und sogar bekannten täuschungen, und wir sitzen alle mit drin.
    erstaunlicherweise ist die regierung so gut beraten, dass sie die rein rationale eigenbetrachtung zwar gut kennt, aber richtigerweise in der gesamtabwägung dennoch das kleinere übel darin identifiziert, wenn das europäische haus samt der soli-verpflichtungen nicht aufgeweicht werden wird. hier könnte man viel dazu sagen, warum das so ist. die durchaus professionellen frontleute der AfD besitzen offenbar diese fähigkeit zur ganzheitlichkeit nicht, wie man in interviews/talkshows stets erleben kann. es sind gute fachidioten, die aber auch aufgrund dessen nichts darüber hinaus zustande bringen – das übliche dilemma.
    man kann eben nicht immer nur profitieren, wie es der exportkönig deutschland tat und tut. läufts mal anders kann man nicht die tür nach gutdünken wieder zuschmeißen. wir können natürlich nicht immer dafür sorgen, dass südeuropa bei uns einkaufen kann, aber wir können die zigmillionen von lebenden menschen auf gar keinen fall nun sich selbst überlassen. im prinzip ist es eine realpolitische zwangsjacke, die der regierung unbesagt bewußt ist. insofern wird jetzt immer nur das kleinere übel gemanagt und hingetrickst – und das ist auch gut so. ansonsten gibts immer noch den rettungsausgang, die wirklich vermögenden oder die finanzmärkte höher zu besteuern. solang man dazu keinen zwang hat und die pfründe noch partout schützt, ist es auch noch nicht schlimm genug. das müsste kommen, bevor allen das europäische haus um die ohren fliegt.

  40. oha
    17. Mai 2014 um 22:20

    @andi_dd

    Du bist ein wahrer Europäer und Menschenfreund, ja DEUTSCHLAND muss es gut gehen!

    Frag mich gerade wer Deine Auto kauft! Der Süden kann es nicht sein, die gehen wahrscheinlich alle auf die Straße, weil es denen so gut geht…Vor dem Euro 46% Export in die EU, heute 33% Export in die EU! Im übrigen besteht z.B. Dein Auto zu 50% aus Importen, die mit Deiner tollen Währung teuer bezahlt wird. Soll heißen, Du solltest da mal den besagten Tellerrand nutzen.

    Wie gesagt die AfD hin oder her Du kannst hoffen so viel wie Du willst, andere Länder und Parteien nehmen dass so oder so in die Hand!

    Und warum nicht von einer „einzelne Gestalt“ reden, wenn Du dann von ! 1 ! Person redest? Ist doch dann irgendwie nur eine einzelne Gestalt :-)…

    Deine Argumente und Einstellungen wiedersprechen sich. Erzähl hier nix von rechts, Deine Intoleranz zeigt Deinen wahren Geist und scheint rechter zu sein als Du Dir selber eingestehst!

  41. oha
    17. Mai 2014 um 22:28

    @HinzundKunz

    Das sind ja harte Fakten!

    Bei soviel Dünnschiss den Du schaust, wird es Dir wahrscheinlich egal sein, ob Du Dich zum Affen machst und wahrscheinlich direkt Windeln tragen. Somit musst Du nicht mal nachdenken, was ein Klo ist!

  42. Stefan
    17. Mai 2014 um 23:20

    @nepomuk:

    Hier muss ich doch nochmal einhaken:

    „allerdings krankt die ganze AfD-sache an der rein rationalen bzw. verwissenschaftlichten (innen)perspektive, die für sich genommen und allein rational betrachtet durchaus richtig zu sein scheint. vergessen wird dabei, daß es letztlich um menschen geht, auch die menschen anderer länder. es fehlt der soziale faktor, was immer auch als solidarisches prinzip genannt wird. wir haben nunmal dieses europäische haus geschaffen, mit allen geburtsfehlern und sogar bekannten täuschungen, und wir sitzen alle mit drin.“

    Was stimmt ist, dass die AfD primär nach Zahlen und harten Fakten argumentiert. Doch diese harten Fakten stehen auch für Tatsachen, die wieder die Menschen betreffen.

    Wenn wir an Griechenland denken, können wir uns das Ganze am ehesten als Geldflüsse veranschaulichen:

    – Griechische Unternehmer kaufen in anderen Eurostaaten (Geld fließt aus GR raus)
    – Umgekehrt kaufen kaum andere Staaten in GR ein (Geld fließt also kaum zurück)

    Und, das ist das wichtigste:

    – Das Geld der Eurohilfen geht direkt an die Gläubiger (große Banken) und NICHT an die Bevölkerung!

    Der Effekt: Die griechische Bevölkerung verarmt, die sogenannte Eurorettung bringt ihnen gar nichts. Da die Unternehmer kaum Geld haben, verschwinden Arbeitsplätze, Lehrer müssen zuweilen für 400€ arbeiten (wenn sie überhaupt können), bei den gleichen Lebenshaltungskosten wie bei uns.

    Dazu nutzt die Troika die Situation aus, um empfindliche Teile der griechischen Gesellschaft (z.B. Wasserversorgung) aus der öffentlcihen in die private Hand zu bringen.

    Die sogenannte „Eurorettung“ ist eine Verarmungskampagne. Die Menschen in den Südländern werden dem politischen Ziel der Währungseinheit geopfert.

    Es ist klar, dass es so nicht weitergehen kann.

    Kurzum: Mit den Zahlen belegt sie die Verelendung und den heuschreckenkapitalistischen Ausverkauf Griechenlands, der von den großen Parteien hingenommen wird.

    Genau das ist die soziale Komponente der AfD.

  43. oha
    18. Mai 2014 um 11:23

    @Rolle

    Stefan hat es nochmal erklärt woran es hinkt und das es auch um Menschen geht. Ziemlich zu Anfang habe ich ja erklärt, wie das mit dem Geld funktioniert und wer was davon hat.

    Gegen Hilfe hat ja keiner was, wenn es bei denen ankommt die es brauchen.

    Zum Länderfinanzausgleich kann ich nur sagen, wenn NRW wirtschaftet um einen ausgeglichenen Haushalt zu haben, dann bekommen die natürlich nix, da ja nix ausgeglichen werden muss. Ergo ist dort gar keiner interessiert, wettbewerbsfähiger oder sparsamer zu werden. Wieso sollen z.B. in Berlin die KITA-Plätze ab 2016 gratis sein? Am Ende wird das wieder finanziert von Familien z.B in Bayern.

    Wie schon gesagt das Geld was in den Süden geht, hilft nur Banken und Anlegern, die dadurch Ihre fälligen Zinsen einholen. Die Staaten bluten langsam aus, weil jede Hilfe mit Reformen belegt ist. Logischerweise kauft aktuell eh schon keiner was von uns, ohne was von uns zu bekommen.

    Irgendwann sind die Länder so runtergerockt, das gar nichts mehr geht…weil das Geld aktuell nicht 1 Arbeitsplatz geschaffen hat, oder für irgendwas gesorgt hat das die Länder was haben, was gekauft wird und deren Wirtschaft ankurbelt. Spätestens dann wird auch der Deutsche merken, das nicht wie jetzt schon weniger in die EU exportiert wird, sondern nix mehr.

    Deshalb meine Meinung. Staatsbankrott- bittere Pille schlucken und für das gebürgte Geld gerade stehen- Geld schicken und damit was aufbauen und nicht nur Zinsen bezahlen- Griechen verdienen wieder Geld und können wieder was kaufen. Klar dauert das, aber jede weitere Zahlung aktuell verschuldet die Länder noch mehr und damit ist nur einem geholfen und das ist nicht der Bürger im Süden!

  44. Liselle
    18. Mai 2014 um 12:16

    die Banken müssen reguliert werden- eigene Rücklagen, Eigenkapital besitzen damit sie bei Minusdrohung sich selber „helfen“bzw. gar nicht erst ins Minus gehen. Dabei auch die super riskanten Deals verboten werden und Leerkäufe abgeschafft werden.

    Mit Grund-Lebensmittel und Wasser dürften sie nicht handeln bzw. darf dies nicht in private Hände gelegt werden! :-)

  45. Dirk
    23. Mai 2014 um 10:06

    Lokal kann AFD nicht, die Antwort zu den Raubüberfällen ist korrekt aber passt nicht in die Neustadt, lieber ins EU Parlament als Wachhund wählen als in die Neustadt als Spassverderber! ;)

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