Kneipe „Trotzdem“ steht vor Streik

"Trotzdem" von außen. Foto: Stadtteilarchiv Neustadt

„Trotzdem“ von außen. Foto: Stadtteilarchiv Neustadt

Die Basisgewerkschaft Nahrung und Gastronomie (BNG FAU) hat heute erklärt, dass ab Morgen Abend die Kneipe „Trotzdem“ auf der Alaunstraße bestreikt wird. Nach Aussage des Sprechers der Gewerkschaft, Wolf Meyer, sind drei langjährige Kellner der Lokalität gekündigt worden. Die gekündigten Mitarbeiter waren allesamt Mitglieder der Gewerkschaft und hatten für das „Trotzdem“ eine Betriebsgruppe gegründet. Die Inhaberin der Kneipe, Johanna Kalex, war am Abend zu keiner Stellungnahme bereit.

Die Gewerkschaft will nun ab morgen unbefristet und mit Mahnwachen vor der Kneipe streiken. Um den Konflikt zu beenden, bietet die Betriebsgruppe der BNG FAU eine Lösung an: Die Kollektivierung des Betriebs durch die Beschäftigten bei Zahlung einer monatlichen Abfindung an die Chefin.

Über die Hintergründe der Kündigungen mutmaßen die Streikenden auf ihrer Website unter anderem auch politische Gründe.

Das „Trotzdem“ wird seit dem Jahr 2000 von Johanna Kalex geführt. Sie ist vor allem bekannt für ihr Engagement in der Friedensbewegung der DDR. Sie war eine der führenden Kräfte der anarchistischen Gruppe Wolfspelz. In den Wendejahren engagierte sie sich gegen den erstarkenden Rechtsextremismus und wurde auch Opfer eines Überfalls.

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70 Kommentare zu “Kneipe „Trotzdem“ steht vor Streik

  1. 31. Januar 2014 at 22:26

    Wasn das fürn Quark?

  2. Franzi
    31. Januar 2014 at 22:33

    Na auf den Streik und die Mahnwachen bin ich ja mal gespannt. Gibt es bei der BNG FAU echt keinen der mal bissl Kollektives Arbeitsrecht gelesen hat? Streikziel Kollektivierung wegen evtl. nicht rechtmäßiger Kündigungen? … kann ich nur mit dem Kopf schütteln.

  3. Insider
    31. Januar 2014 at 22:34

    Ohne die genaueren Hintergründe zu kennen:

    Sind wir denn schon soweit gekommen ???
    Da den Mitarbeitern ja bereits gekündigt
    wurde kann ja nur zum Boykott, gerichtet
    an Gäste die Rede sein.
    Einfach geschmacklos.

  4. sylvia
    31. Januar 2014 at 22:58

    Das klingt böse nach Rufmord :-(

  5. Der ewige Stenz
    31. Januar 2014 at 23:03

    Gewissermaßen Enteignung gegen eine Entschädigung? Super!

  6. Markus
    31. Januar 2014 at 23:45

    Ich find es gut, dass es Leute gibt, die nicht alles mit sich machen lassen und darauf vertrauen, dass sie gemeinsam einfach stärker sind.
    Die Forderungen hören sich krass an, sind aber in einer solchen Situation meiner Meinung nach gerechtfertigt.

  7. 31. Januar 2014 at 23:51

    Die Dame sollte mal schnellstmöglich ihren Anwalt bemühen, ggf. eine einstweilige Verfügung erwirken. Ich frage mich welche bunten Pillen die Gewerkschafter einnehmen. Die Kündigungen sind zwar nicht nett, man weiß aber die Gründe nicht. Aber was da abgeht ist unglaublich …

  8. Mensch
    31. Januar 2014 at 23:54

    vor allem@ Franzi: Ich glaub, den Beteiligten ist bewusst, dass die Kollektivierung wohl eher unwahrscheinlich, für den soziokulturellen (politischen?) Background des Trotzdem aber an sich logische Konsequenz wäre – und unter anderen Umständen der Arbeitsplatz vermutlich eh nicht wieder aufgenommen würde, wenn die Entlassungsgründe wie an anderer Stelle erwähnt fadenscheinig und eher auf Unbequemlichkeit der Mitarbeitenden zurückzuführen seien. Sprich Betriebsklima fürn Arsch. Macht mir mehr den Anschein von ner groben Zeichensetzung, dass in ner politische Kneipe solche Aktionen nicht klargehen können – zumal wenn die Gekündigten „zufällig“ alle drei aus der gleichen Gewerkschaft sind (und mEn auch die einzigen in solcherlei organisiert im Trotzdem).

  9. Latte macchiato Linker
    1. Februar 2014 at 00:53

    Ich erinnere mich an die BRN`s von Neustadt, die Massen, die Partystimmung, den Konsum, Szenekluft, Machogehabe und allerlei aufgesetztes.
    Und nun lese ich schon in den ersten Kommentaren Wörter wie beispielsweise: geschmacklos, Quark, Rufmord, Enteignung und bunten Pillen.
    ….und eine frage drängt sich mir auf, ob nicht evtl. diese „Meinungen“ besser den BRN Hintergrund passend umschreibt.
    Denn kapitalismuskritsich plappern, mit zugedröhnter Birne faselnderweise anderen zu erklären wie etwas geht, wozu man selbst nicht in der Lage ist, wirkt auf mich nachwievor wie ein Eunuch auf dem Potest im Sexualkundeunterricht. – eben geschmacklos; völlig korrekt!

  10. u.
    1. Februar 2014 at 01:28

    auch @franzi: der artikel ist insofern unvollständig als dass die gewerkschaft als streikziel zwei alternative vorschläge aufführt: haustarifvertrag oder aber kollektivierung. die genaue argumentation der bng zum streik findet sich in diesem flugblatt: http://trotzdemunbequem.blogsport.de/images/Argumentationspapier1.pdf

  11. Letzter Kunde
    1. Februar 2014 at 01:47

    Pressemitteilungen richtig lesen liebe Leute. Streikziel ist natürlich ein Haustarifvertrag. Die Mahnwachen und die Pressekampagnen richten sich allerdings gegen die Kündigungen und klar für eine Kollektivierung.

    Auch die Kollektivierung ist nicht abwegig, schließlich hat die Chefin selbst Jahre lang die Kneipe als eine Kollektivkneipe verkauft. Die Belegschaft fordert also nur, dass auch drin ist was quasi drauf steht. Zumal die andere Option wäre, dass der Laden mangels Kundschaft zu macht. Ich mein das linke Publikum kann da nach der Aktion der Chefin da wohl nicht mehr hin gehen und das nicht linke welches einfach nur die Kellner_innen mochte wohl auch nicht. Würde heißen Chefin vor dem Ruin, Kellner_innen auf der Straße, Gäste ohne annehmbare Kneipe. Dann doch lieber kollektiviert und die Chefin ist finanziell weiter gut versorgt.

  12. Franzi
    1. Februar 2014 at 02:27

    Markus, da ich die genauen Hintergruende nicht kenne, werde ich mich nicht so weit aus dem Fenster lehnen und sagen, dass die 3 Angestellten Recht haben. Grundsaetzlich finde ich es auch gut, wenn man sich als Arbeitnehmer nicht alles gefallen laesst und sich dazu in Gewerkschaften organisiert. Umsomehr verwundert mich jedoch die angekuendigte Aktion der FAU – einfach unserioes. Schade drum, die tun sich keinen Gefallen.

  13. Seba
    1. Februar 2014 at 02:33

    @Daniel: In diesem Land herrscht seit Jahren sozialer Kahlschlag, und diese Leute wehren sich gegen Kündigungen und sind dabei mal nicht so kuschelig.. Zeit wirds! Als Arbeitnehmer stehe ich erstmal auf der Seite der… richtig: Arbeitnehmer! Das du erstmal die Position für die Chefin beziehst, indem du es als „unglaublich“ abtust, sich vor dem sozialen Fall zu schützen macht dich für mich zu einem seeehr langweiligen und angepassten Menschen. Entweder sind dir Existenzängste fremd oder du akzeptierst sie brav. Traurig, aber das ist Deutschland.
    Ich hoffe die Leute können die Kündigungen abwehren und machen anderen Gastrokollegen Mut sich nicht alles gefallen zu lassen. Hab auch mal in der Gastro arbeiten müssen, und wenn man davon leben muss… prost!

  14. oha
    1. Februar 2014 at 09:16

    Das ist ja schlimmer wie in der DDR…

    Die Lösung: „Das Personal übernimmt den Laden und zahlt ne Abfindung in Raten“. Gehts noch?

    Da fehlen mir echt die Worte…

  15. @oha
    1. Februar 2014 at 11:23

    Als, es heißt immer noch als. …hier im Osten

  16. einer
    1. Februar 2014 at 11:26

    Die Kollektivierung kann man auch als Wegelagerei betrachten. Die unternehmmerische Leistung der K., das jahrelange Betreiben der „kult-ischen“ Kneipe hat auch einen wirtschaftlichen Aspekt. Seit Jahren war ich als Freund der K. über die Belange der Unternehmung gut informiert. Einfach war es nicht immer. Das die drei Kollegen sich heute so verhalten können – ohne das ich das Verhalten kritisiere – ist auch dem langen Durchhalten der K. zu verdanken.

    Was die drei Kollegen allerdings dazu bringt / oder warum sie es zulassen (ggf. durch die Gewerkschaft inzeniert) die Kollektivierung überhaupt ins Auge zu fassen, kann ich nur als Versuch der Bereicherung betrachten und es zeugt von wenig Achtung vor Geleistetem – damit ist die Verantwortung gemeint. Denn Verantwortung trägt einzig die K. und keiner der drei Streikenden.

    Sei es drum. Der Anspruch auf einen fairen Lohn wäre nachvollziehbar; wenn es denn darum ginge. Die sozialen Hintergründe und das Eingebundensein in, oder der Verlust eines „Sozial-Netzwerk“ kann der K. nicht angelastet werden, da jeder für sich selbst zuständig ist. Perse! Das derzeitige Vorgehen und die Aussagen der Gewerkschaft haben das Geschmäckle der Sippenhaft. Etwa zu wollen, dass „Rechte“ da nichts zu suchen haben, ist nicht nur geschäftsschädigendes Sozial-Mobbing, sondern auch extrem anmaßend. Getreu der guten Grundwerte, auf den sich hier bezogen wird, begegne ich mit jenen: Wer frei von Schuld ist werfe den ersten Stein.

  17. Toni
    1. Februar 2014 at 11:50

    Kollektivierung? Sind wir hier in der DDR!? Es ist zwar schlimm das Mitarbeiter gekündigt werden, aber die ganze Sache sieht mir stark nach einen Machtkampf aus. Eigentlich sollte man heute aus Prinzip ins trotzdem =)

  18. googlehupf
    1. Februar 2014 at 11:56

    Menschen die sich wundern sollten einfach mal über/von die/der FAU lesen. Ist halt keine „normale“ Gewerkschaft.

  19. lesender Arbeiter
    1. Februar 2014 at 12:12

    don’t feed the troll!
    mir scheint die Freund*innen der Chefin tollen hier schon gewaltig rum. über vielleicht sind es auch nur sozialpartnerschftsfuzzis aus den einzelverbänden des sogenannten DGB.
    wie dem auch sei. ein cheffin, die sich selbst immer noch als Anarchistin bezeichnet ist ein Widerspruch in sich, denn schließlich wollen Anarchist*innen weder ‚Herr noch sklave‘ sein.
    und wenn Arbeiter*innen sich gegen entlasungn und niedriger Löhne wehren, dann ist das gut und noch schlecht!
    in Dresden herrschen ja nicht mal französische Zustände, da hätte die Belegschaft einfach ‚bossnapping‘ gemacht.

    PS: an die ‚linken‘ und die ‚Szene‘
    ihr habt gerade die einmalige Gelegenheit einen ar eitskampf zu unterstützen der sich nicht einfach im Rahmen des üblichen abspielt. diese Chance sollte ihr nutzen und all ure Phantasie anstrengen und euer ganzes know how einbringen, damit der Arbeitskampf schnell und sicher gewonnen wird!
    und falls am Ende tatsächlich ein kollektivierer betrieb steht, also ein betrieb der dehenen gehört die darin arbeiten, dann habt ihr die Gewissheit, das ihr tatkräftig dazu beigetragen habt das zu erreichen!
    in spanien, ist das übrigens sein zwei Jahren ei e Strategie der cnt die auch von der ccoo und teils sogar von der gut unternommen wird und aktuell gibt es eine handvoll Betriebe in giechenlad wo es auch geht un noch zu vergessen Argentinien und viele andere Länder mehr.

  20. oha
    1. Februar 2014 at 13:24

    @@oha

    bin ich hier im Deutschkurs?

    Das nervt mich schon seit Tagen…das es mehr um Rechtschreibung geht, WIE um das Thema…:-)

  21. M
    1. Februar 2014 at 13:53

    Lesen hilft!

    Direkt in der Überschrift heisst es:
    „…Basisgewerkschaft kämpft gegen Kündigungen und fordert Haustarifvertrag…“

    und das auf verhandlungsanfragen nicht eingegangen wurde! so einen streik macht mensch doch nicht zum spaß und wenn alles toll wäre!

  22. Blumenkraft
    1. Februar 2014 at 13:59

    Sehr schön, jetzt stehn also die linksradikalen Spinner vor ihrer eigenen Saufstatt und demonstrieren, so leicht kann einem seine Klientel auf die Füße fallen. Als nächstes wird das Pawlow bestreikt und dann das AZ Conni und der Rote Baum, warum sollte man auch richtige Probleme lösen wenn man sie selbst generieren kann. Ich wünsch Frau Kalex ein gesundes Durchhaltevermögen und dem „lesenden Arbeiter“ eine Tastatur mit Autokorrektur.

  23. Lämpchen
    1. Februar 2014 at 14:28

    Ist heute der 1. April? Gehts noch? Das ist ja glatt eine kalte Enteignung. Wenn die Kellner nicht entsprechend ihrer Leistung und dem Können vergütet werden, dann sollten sie sich einen anderen Arbeitgeber suchen. An jedem zweiten Lokal steht: Suche Servicekraft….! Gute Kräfte werden gesucht wie die Nadel im Heuhaufen – wobei die Betonung auf „gut“ liegt!
    …nee,nee, nee…Geschichten gibt es….ich kann das immer noch nicht glauben. Vielleicht ist das ja auch ein guter Marketinggag? Wenn man schon mal vorbeischaut, ob es wirklich wahr ist, dann kann man sich ja auch gleich ein Bier gönnen…

  24. icke
    1. Februar 2014 at 16:43

    so nah ich den forderungen nach wiedereinstellung und haustarifvertrag stehe, halte ich die forderung, das trotzdem zu kollektivieren, zum aktuellen zeitpunkt und auf diesem weg für falsch. so etwas sollte doch in gemeinsamer absprache passieren und nicht als druckmittel dienen, denn so wird das nix…
    stattdessen sollten die aktivist*innen der fau besser selbst eine kneipe nach eigenen vorstellungen aufbauen. dann würden sie vielleicht auch merken, was alles dahinter steckt, einen gastronomischen betrieb am laufen zu halten.
    ach und eins noch: dresden, du scheißkaff, jede*r kennt jede*n und alle quatschen mit. ich auch.

  25. Timo
    1. Februar 2014 at 16:47

    Einge Leute sind ganz offenbar nicht in der Lage, den Sinn geschriebener Zeilen zu erfassen, und neigen dazu, geistigen Dünnschiss in Kommentarspalten abzusondern. Trotz vorausgegangener Kommentare, die die Irrtümer bereits aufgeklärt haben. Dieser Streik richtet sich, wie man ganz klar lesen kann, gegen die Kündigungen und fordert einen Tarifvertrag. Die Kollektivierung ist ein optionales Angebot. So what!? Und wenn hier Leute die DDR-Keule schwingen: Die Betriebe in der DDR waren verstaatlicht (in staatlicher Hand) und eben nicht kollektiviert (in Belegschaftshand). Das ist ein maßgeblicher Unterschied. Anscheinend können das einige nicht unterscheiden und fallen auf den SED-Etikettenschwindel rein, gegen den sich Anarchisten immer gerichtet haben. Wenn hier jetzt noch einer einen Kommentar schreibt, der meint, dieser Streik fordere eine Kollektivierung, oder mit nem DDR-Vergleich ankommt, der kann sich gleich setzen. Sechs!

  26. Seldon
    1. Februar 2014 at 16:48

    Ich behaupte mal, niemand kennt bisher die Hintergründe, aber eins ist schon mal klar: das EIGENTUM ist sokrosankt! Wer andere für sich arbeiten läßt ein Heiliger!

  27. Arno Nym
    1. Februar 2014 at 16:57

    Vielleicht wäre für so Hirnzwerge die Frage mal ganz ergiebig, warum es so oft „linke“ und „subkulturelle“ Läden trifft.. und was sie darunter verstehen. Die FAU ist wohl eine Gewerkschaft, die erstmal eher viele Leute anspricht die sich wohl auch als linke verstehen… und linke arbeiten eben manchmal auch in „linken“ Läden. Leider heißt das nicht, das dort unbedingt gute Löhne, Arbeitsbedingungen oder gar kollektive Arbeitsstrukturen bestehen. Meist sind diese eure so heiß geliebten identitäraufgeladenen „linken“ Läden noch viel schlimmere Klitschen als normale Betriebe. Da wird genauso gegen die Gründung eines Betriebsrates vorgegangen wie bei Aldi oder Lidl – nur mit anderen (moralischen) Argumenten („das brauchen wir doch nich, wir sind doch so links“). Die einzige Spaltung die sich hier vollzieht ist eine zwischen einer identitären und subkulturellen „Linken“ mit weichgespülten Prinzipien (oder überhaupt keinen) oder einer klassenkämpferischen Linken – eine „Spaltung“ die eher die anderen vollziehen weil Solidarität kein Fundament sondern nur ein „lifestyle“-Wort ist.
    Anarchosyndikalistische Gewerkschaften kämpfen im Übrigen nur dort, wo Mitglieder haben die dort arbeiten, und nicht dort wo sie keine Mitglieder haben – solche Stellvetreterpolitik ist was für sozialdemokratInnen. Und sie kämpfen auch nur dort, wo die Mitglieder das wollen: das ist das Prinzip von Selbstorganisation und Autonomie und resultieren aus der schlichten Erfahrung, das du nicht für Leute kämpfen kannst, die es gar nicht wollen. Was zeigt uns also dieser Arbeitskampf? Dort ham die Leute gearbeitet, sie wurden gekündigt weil sie angefangen haben ihre Arbeitsbedingungen zu verbessern, und nun gibts eben auf die Mütze – weil sie sich dafür entschieden haben. Es ist ja lächerlich genug das eine angebliche „Anarchistin“ als chefin fungiert und auch noch Leute entlässt. Wem’s da nicht einleuchtet, wünsch viel Spaß bei seiner freiwilligen Selbstausbeutung in ach so „coolen linken Läden“….

  28. Seldon
    1. Februar 2014 at 17:03

    wer sich für die Hintergründe der beteiligten Gewerkschaft interessiert wird hier fündig: http://www.fau.org/artikel/
    Zu den Geschehnissen im Vorfeld lließt man u.a.:

    Gleichzeitig zum Stellenabbau will sie aber auch
    einen Freund der Familie einstellen. Das ist unserer Meinung nach rechtlich und moralisch nicht haltbar,
    zumal dieser Freund nicht einmal Gastronomie-Arbeiter ist…Im Sommer und Herbst letzten Jahres hatte es eine Reihe politischer Auseinandersetzungen im „Trotzdem“
    um einen Freund der Chefin gegeben, der sich immer wieder mit Merchandise rechter und rechtsoffener Bands
    sehen ließ. Im Trotzdem ist in solchen Fällen Einsicht des/r Kund_in oder ein Hausverbot üblich. Hier wurde
    der Kunde durch die Chefin und ihren Lebensgefährten geschützt und es gab massive Meinungsverschiedenheiten mit Teilen der Belegschaft und anderen Kund_innen.

  29. Seldon
    1. Februar 2014 at 17:18

    @Lämpchen

    Wenn die Kellner nicht entsprechend ihrer Leistung und dem Können vergütet werden, dann sollten sie sich einen anderen Arbeitgeber suchen.

    Nenn‘ mir mal bitte, einen „Arbeitgeber“, der „entsprechend Leistung und Können“ entlohnt. Und Dein Hinweis auf andere „Arbeitgeber“ grenzt ja schon fast ein bisschen an Sarkasmus. Mag ja sein, dass allerorten Kellner gesucht werden. Vorrangig aber wohl als billige Arbeitskraft, allzuoft mehr als mies bezahlt, auf 400,- Euro-Basis oder als Student, um „Lohnnebenkosten“ zu sparen, temporär angestellt, usw.

    Alles kein Problem: „Die Leute haben kein Brot? Sollen sie doch Kuchen essen!“ wie Marie Antoinette ähnlich naiv meinte.

    „Job weg? Kein Problem: findet sich doch bestimmt irgendein Halsabschneider, bei dem Du Dir für ein paar Kröten, oder auch ein Netter, bei dem Du Dir für ein paar Kröten mehr (wenigstens solange der sich das leisten kann oder will) die Nacht um die Ohren schlagen kannst, und blasierten Welterklärern das Getränk an den Stammtisch tragen kannst.“

  30. Seldon
    1. Februar 2014 at 17:27

    zu den Bedingungen, zu denen in der „Szene-Gastro“ gearbeitet wird, ein paar Infos hier:
    https://www.libertaeres-netzwerk.org/allgemeines-syndikat/bng/

  31. oha
    1. Februar 2014 at 17:28

    @Seldon,

    na wenn es so schlimm war ist es doch besser gekündigt zu werden, als zu kündigen…Hartz 4/ 3 Monate Sperre und so…

    Wenn die meinen die können es besser, es machen genug Läden in der Neustadt auf und zu. Wenn die dann noch das leben, was die fordern, dann steht einer rosigen Zukunft als GbR in der Gastro nix entgegen.

    Ok 25% aller Selbstständigen haben weniger als der Mindestlohn, aber in der Neustätter Gastro rollt ja der Rubel…

  32. sylvia
    1. Februar 2014 at 17:43

    @seldon: Abgesehen davon, dass du Fremdwörter inadäquat und auch noch rechtschreiblich falsch verwendest (siehe „sakrosankt“), du aus dem Gewerkschaftsschreiben zusammengeschnittene Satzfetzen zitierst, so wie es dir in den Kram passt und deiner Meinung entspricht, empfinde ich deine Belehrungen hier allmählich als belästigend.

  33. Dom
    1. Februar 2014 at 17:47

    Laut Seldons liste zahlen die doch schon am meisten, mit dem neuen Mindestlohn aus Berlin wäre dann dich alles in Butter und man braucht keine Gewerkschaft mehr …

  34. Seldon
    1. Februar 2014 at 17:53

    Hallo Oha,
    haben wir jetzt Mindestlohn? Ist da was an mir vorbei gegangen?
    25% haben weniger als…? 75% also mehr als…?
    100% aller „Arbeitnehmer“ bekommen weniger als das, was sie erarbeiten. Den Rest bekommt der „Arbeitgeber“. Manchmal ist der recht klein, zugegeben. Und grade im Kleingewerbe knaupeln viele rum, ich weiß. Da wäre eine kollektive Lösung doch möglicherweise hilfreich, oder man kann eben niemanden einstellen…blöd…u.U. geht der Laden ein, auch blöd, aber so ist das nun mal im viel gepriesenen real existierenden Kapitalismus: Konkurrenz, Zentralisation und Konzentration von Kapital. Profit des einen, Verlust bis hin zur Pleite des anderen.
    Wie heißt so treffend:

    Man hat uns Kommunisten vorgeworfen, wir wollten das persönlich erworbene, selbsterarbeitete Eigentum abschaffen; das Eigentum, welches die Grundlage aller persönlichen Freiheit, Tätigkeit und Selbständigkeit bilde.

    Erarbeitetes, erworbenes, selbstverdientes Eigentum! Sprecht ihr von dem kleinbürgerlichen, kleinbäuerlichen Eigentum, welches dem bürgerlichen Eigentum vorherging? Wir brauchen es nicht abzuschaffen, die Entwicklung der Industrie hat es abgeschafft und schafft es täglich ab.

    Oder sprecht ihr vom modernen bürgerlichen Privateigentum?

    Schafft aber die Lohnarbeit, die Arbeit des Proletariers ihm Eigentum? Keineswegs. Sie schafft das Kapital, d.h. das Eigentum, welches die Lohnarbeit ausbeutet, welches sich nur unter der Bedingung vermehren kann, daß es neue Lohnarbeit erzeugt, um sie von neuem auszubeuten. Das Eigentum in seiner heutigen Gestalt bewegt sich in dem Gegensatz von Kapital und Lohnarbeit.

    Marx, Manifest

  35. Seldon
    1. Februar 2014 at 18:10

    Hallo SYlvia, Danke für Deinen Hinweis auf den das fehlerhafte o im Wort sAkrosankt, leider gibt es hier keine Editierfuntion, sonst hätte ich es selbst noch korrigiert. Inwieweit die Verwendung dieses Wortes in meinem kurzen statement inadäquat ist, mußt Du mir bitte erklären. Ich hab‘ sicherheitshalber nochmal nachgeschaut (zugegebenermaßen auf die Schnelle bei Wikipedia): „Im Deutschen hat das Wort sakrosankt heute noch eine ähnliche Bedeutung wie in der römischen Kaiserzeit. Es bezeichnet eine unantastbare oder unverletzliche Sache. Benutzt wird es im Kontext besonders wichtiger und nicht anzweifelbarer Angelegenheiten, wobei der religiöse Gehalt nicht mehr im Vordergrund steht.“ Die Frage des Eigentums scheint mir allerdings von Zeit zu Zeit doch eine religiöse Komponente zu haben…
    Ein Zitat ist natürlich „herausgerissen“ aber ich habe mich bemüht, die Sätze in ihrer Gänze zu transportieren.
    Ich würde hier gern weiterhin von Zeit zu Zeit kommentieren, auch diskutieren (inwieweit dies als Versuch zu belehren aufgefasst wird, liegt wohl doch sehr im Auge des Betrachters…). Sollte Dich dies „belästigen“ tut es mir leid. Vielleicht überscrollst Du einfach die entsprechenden Beiträge schnell (mein nick steht ja immer ganz am Anfang. Dann wirst Du in Zukunft nicht mehr mit abweichendem Gedankengut behelligt…oder Du machst Dir den Spaß und gehst mal mit dem einen oder anderen Argument darauf ein, oder stellst eine konkrete Frage…

  36. sylvia
    1. Februar 2014 at 18:33

    @seldon: Ich muss gestehen, dass ich mittlerweile des öfteren an deinen längeren Beiträgen vorbeiscrolle. Nicht des Inhaltes, sondern des belehrenden Tones wegen…
    Sakrosankt: Inadäquat verwendet deshalb meiner Meinung nach, weil es hier eben nicht um Eigentum geht. Es geht um Kündigungen von Arbeitsverträgen. Alles weitere ist reine Spekulation.
    Und falls dich meine Meinung zum Thema interessiert: Ich hoffe, Johanna macht die Kneipe lieber dicht, als sich auf solcherlei Erpressungsversuche einzulassen. Gewerkschaft hin, Gewerkschaft her. Recht ist nicht immer recht, auch wenn es im Recht ist.

  37. sylvia
    1. Februar 2014 at 18:36

    Ich vergass: Letztendlich wird diese Demonstration/Lektion dazu beitragen, dass Gastronomen immer stärker auf Arbeitskräfte mit Gewerbeschein zurückgreifen und nicht mehr fest einstellen. Wem ist damit letztendlich geholfen?

  38. Timo
    1. Februar 2014 at 18:54

    Sylvia, hör bitte mit deinen Belehrungen auf! ;-)

    Natürlich geht es hier um Eigentum. Du sagst doch, dass das „Erpressung“ wäre und die Chefin gewissermaßen das Recht habe, zu kündigen wie sie will. Und warum sprichst du ihr dieses Recht zu? Wohl deswegen, weil die Kneipe ihr Eigentum ist, oder? Deine Argumentation stützt sich also auf eine durchaus sakrosankte Annahme. Da hat der Kollege vollkommen recht.

    Vielleicht kannst du mir dann noch erklären, warum es Erpressung ist, wenn Leute sich für bessere Arbeitsbedingungen einsetzen, dafür gekündigt werden und das nicht akzeptieren wollen. Ist es nicht eher Erpressung, jegliche Arbeitsbedingungen hinnehmen zu müssen, weil man sonst gekündigt wird? Irgendwas hängt mir da in deiner Sichtweise gehörig schief.

    Und wenn Gastronomen beginnen, auf Gewerbescheien umsteigen, dann ist es eben Aufgabe der Gewerkschaften, dagegen vorzugehen. Im Übrigen steht es dir auch zu, auch so etwas mal als Epressung und Unrecht zu kennzeichnen. Tatsächlich ist so etwas auch im Sinne des geltenden Rechts unrecht, Scheinselbstständigkeit usw. ;-)

    Ist das eigentlich die typisch deutsche Untertanenmentalität, die da durchscheint? Nach unten hin zu verurteilen und nach oben hin freizusprechen?

  39. christoph
    1. Februar 2014 at 19:10

    @ seldon.. vielen Dank für den aufschlussreichen link zu den „Gehältern“ , deren Höhe für mich als Handwerksgesellen echt erschreckend sind. Es fällt auf das die Kollegen/innen des Trotzdem auf dem oberen Ende der Gehaltsleiter stehen und „trotzdem“ gewerkschaftlich organisiert sind?? der Zusammenhang erschließt sich mir nicht so recht.. interessant fände ich mal mit welchen Entlohnungsvorstellungen die (Ex)Angestellten so liebäugeln, ich finde das es nicht allzuviel an Qualifikation bedarf, Getränke zu servieren und abzurechnen ( obwohl das in manchen Lokalitäten gelegentlich zu comedyreifen Darbietungen führt, wenns ans Kopfrechnen geht…)

    …. und noch eine kleine Frage…

    Wer sind im Trotzdem die blasierten Welterklärer am Stammtisch?? war nicht irgendwo davon die Rede das Trotzdem sei auch für die Belegschaft ein soziokultureller Treffpunkt… linke Szene und so??? gibts da gute Linke und schlechte ;) ?

  40. sylvia
    1. Februar 2014 at 19:12

    @Timo: Ich denke, der Folgeartikel im Neustadtgeflüster spricht für sich… und meine Sichtweise hängt wieder im Lot :-)

  41. Seldon
    1. Februar 2014 at 19:37

    Hallo Sylvia, mein erstes statement hier im Strang war denkbar knapp und daher vllt. mißverständlich. Ich bezog‘ mich auf die Mehrzahl der Vorredner, die jeglichen Gedanken an Kollektivierung und, ja, auch Enteignung vehement zurückwiesen mit u.a. auch dem Argument, das ja hier verantwortung und Leistung getragen und Arbeitsplätze geschaffen würden. Auf diese Sichtweise bin ich im Allgemeinen einggangen. Zum Fall „Trotzdem“ hab‘ ich garnichts gesagt, da wir hier, wie gesagt, kam mehr als mutmassen können. Gewerkschaftliche Aktivitäten im Allgemeinen, als auch im Speziellen halte ich zunächst jedoch für sinnvoll, hier hat Timo eigentlich alles gesagt. Ob die Kündigung im speziellen Fall gerechtfertig war oder nicht, die Arbeitsbedingungen top oder nicht, weiß ich nicht, beurteile ich nicht, …
    ebensowenig, wie ich den Ton eines Einwurfs, so er denn habwegs sachlich ist, be- oder gar verurteile. Meiner scheint Dir also belehrend, ok, wenn dass für Dich so klingt, ist dass Deine Wahrnehmung, die ich nicht bewerten will und kann. Belehrung als solche halte ich persönlich jedoch für nichts grundsätzlich Abzulehnendes. Ich habe mich schon oft mit Gewinn belehren lassen, aber jeder wie er möchte…

  42. Seldon
    1. Februar 2014 at 19:38

    Die zwei Doppel-S sind mir auch aufgefallen!

  43. oha
    1. Februar 2014 at 19:55

    @seldon

    25% sind ein Fakt und manche haben noch weniger als das.

    Jetzt aufzuschlüsseln ob 10% richtig fette Kohle machen und der Rest 15,-Euro die Stunde hat, wäre mir zu müssig.

    Aber um mal nach Deiner Sichtweise zu argumentieren ein link von mir, der nach Deiner Aussage 75% der Ostdeutschen zu „Spitzenverdienern“ macht…, bzw. mehr verdienen. Dann können wir das ja genauso schnell abhacken, wie mit den Selbstständigen…warum Mindestlohn 75% haben doch mehr?

    http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/studie-zur-mindestlohn-debatte-im-osten-verdient-ein-viertel-der-beschaeftigten-weniger-als-8-50-euro-12217860.html

  44. Timo
    1. Februar 2014 at 20:12

    @sylvia: „spricht für sich“? Nun ja, ich sehe da erst mal nur eine Behauptung der Chefin. In deiner Weltsicht muss das wohl einfach wahr sein. Aber selbst wenn es stimmt, was für sich spricht ist, dass du es offenbar für rechtens hält, eine ganze Crew kollektiv zu entlassen für Taten, die wohl nur ein einzelner begangen hat. Du tust mir ein wenig leid für dein schräges Rechtsbewusstsein.

  45. Seldon
    1. Februar 2014 at 20:52

    Hallo Sylvia, schön, dass Deine Welt wieder in Ordnung ist!
    sorry, can not resist: „Klauen hin, Klauen her. Recht ist nicht immer recht, auch wenn es im Recht ist.“
    ;)
    Aber im Ernst: Natürlich kann, soll, darf jmd der klaut, entlassen werden. Normalerweise gibt’s da eine Anzeige gg. Unbekannt, Ermittlungen, Feststellen des Täters usw. Aber keine Ahnung, könnt‘ mir vorstellen, dass man auch nicht unbedingt die Polizei in’s Haus holen will, schwierig, aber Kollektivhaftung? Interessant z.B., wie mit solchen Fällen in einer großen Genossenschaft in Argentinien (Name fällt mir grad nicht ein…hab‘ ich irgendwo gelesen…) umgegangen wurde: da wurde gesagt: ja es wird aus der gemeinsamen Kasse geklaut, aber der Verlust wiegt nicht so schwer, wie das Mißtrauen, der Verlust von Vertrauen und Gemeinsamkeit wiegen würden, wenn wir hier jetzt erhöhte Sicherheitsmaßnahmen einführten.

    Momentan steht da für Aussage gg. Aussage, die FAU meint, sie würde nicht aktiv, wenn nicht die Betroffenen es mittragen würden…ich weiß es nicht, Du weißt es nicht…aber Fakt ist doch wohl, dass v.a. organisierte „Arbeitnehmer“ eine gewisse Chance auf Erkämpfen besserer Bedingungen (und dazu zählt nicht nur die Lohnhöhe) haben, nicht gegeneinander ausgespielt werden können usw.

  46. sylvia
    1. Februar 2014 at 21:30

    @Timo: Das hat doch nix mit Weltsicht zu tun … ich sympathisiere nun mal … und das ist meines Wissens noch nicht verboten … außerdem ist das menschliche Rechtsbewusstsein meines Erachtens rein subjektiv (Produkt von Erziehung, Umwelt und empirisches Wissen). Was daran schräg sein soll – ich weiß nich‘ :-(

  47. Zschertnitzer
    1. Februar 2014 at 21:37

    Tja, wäre die Kneipenbesitzerin keine Linke, wäre sicher längst die Polizei eingeschaltet worden.

    Wahrscheinlich wäre es aber gar nicht so weit gekommen, weil die FAU in nichtlinken Kneipen quasi nicht existent ist.

    Das sieht sehr nach Dünnbrettbohren aus. Hier markiert man den großen Zampano, weil die Gegenseite unter moralischem Druck steht und nicht so agieren kann, wie es ein anderer Besitzer höchstwahrscheinlich tun würde.

    Gegen Kündigungen kann man klagen, dafür gibt es das Kündigungsschutzgesetz. Mehr als eine Abfindung wird es da trotzdem nicht geben. So ist das aber nun mal. Es gibt kein Menschenrecht darauf, für immer im Café Trotzdem arbeiten zu können. Und erst recht nicht, kann man einfach daher kommen, und anderen den Laden, den sie aufgebaut haben, einfach wegnehmen. Der richtige Weg wäre, einen eigenen Laden aufzumachen.

    Solche Vorgehensweisen wie hier, sind der Grund warum ich linke Gesellschaftsentwürfen, bei aller grundsätzlichen Sympathie, doch ablehnend gegenüber stehen werde. Am Ende steht offenbar Anarchie doch für Willkürherrschaft.

    Es wäre traurig, wenn die FAU damit durchkommt, auch wenn’s eher eine Milieustreitigkeit zu sein scheint, und auf den Rest der Gesellschaft keinen Einfluss haben wird.

  48. Timo
    1. Februar 2014 at 21:58

    @sylvia: Dein subjektives Rechtsbewusstsein steht dir zu. Verstehe aber auch, wenn ich Kollektivhaftung für eine erbärmliche Geisteshaltung halte, für Willkür. Und das führt zu

    @Zschernitzer: Gegen die Kündigungen lässt sich natürlich klagen. Ansonsten gibt es aber die Forderung nach einem Haustarifvertrag. Ein solcher dient kollektiven Standards und eben der Vermeidung von Willkür. Daran ist nichts Extremes. Anarchie im Sinne von Willkürherrschaft, wie du es ablehnst, betreibt die Chefin. Die Kollektivierung ist keine Forderung, sondern ein Angebot. Was ist daran extrem, seinen Chef anzubieten, ihm quasi den Laden abzukaufen? Verstehe nicht, was an so einem Vorschlag so verwerflich sein soll.

  49. Seldon
    1. Februar 2014 at 22:34

    Hallo Oha,
    es ging mir eher darum, dass es meines Wissens nach gar keinen Mindestlohn in D-Land gibt, daher die Nachfrage. Aupßerdem ist es doch halbwegs irrelevant, wieviel der eine oder andere Selbstausbeuter zu wenig verdient, wenn wir über das Verhältnis von „Arbeitgebern“ und „Arbeitnehmern“ reden…
    Ansonsten reagierst Du auf die ersten zwei Zeilen…auf den Rest nicht mehr?

  50. ex-gast
    1. Februar 2014 at 23:59

    Ich hatte die ganze Sache bis gerade, als ich mein Feierabenbier im T. trinken wollte noch gar nicht mitbekommen.
    Es gäbe sehr vie zu schreiben, aber das spare ich mir an dieser Stelle. Ich werde das T. bis zum Ende des Konflikts boykottieren u d hoffe das dies viele weitere Gäste tun werden.
    Persönlich bin ich aber von einigen Leuten, die hier ‚diskutieren‘ sehr enttäuscht. In den nächsten Tagen versuche ich raus zu finden wer sich hinter ’silvia‘ ,’zerschnitzer‘ und Konsorten verbirgt (ich habe da schon eine Idee zu). Sollte es sich um diejenigen handeln von denen ich denke das sie es sind, habt ihr die längste Zeit zu meinem Freundes- und Bekanntenkreis gehört.

    Und an die Kollegen und Kolleginnen der BNG und der FAU: bitte macht weiter so!

  51. christoph
    2. Februar 2014 at 05:37

    @ Timo… was wäre denn, wenn es wegen solcher diffusen Gegebenheiten wie jetzt gerade der Inhaberin an den Kragen gehen würde?…. immerhin trägt sie allein das unternehmerische Risiko… würde da die Fxyz genau so eintreten… oder würde der super Klassenkampf dann anders geführt werden?

  52. gewerbetreibender
    2. Februar 2014 at 08:11

    Hallo, ich habe mehrere Fragen:
    Wieviel verdienen die Leute im Trotzdem?
    Warum habe ich noch keine Bewerbungen im Postkasten? (Als lohnabhängiger Beschäftigte/r wäre es doch dumm, sich nicht immer mal nach besser bezahlten Jobs umzutun, oder?)
    Wie klug sind denn diese Arbeiter/innen, wenn die das nichtmal schaffen, sich bei anderen Buden zu bewerben?

  53. Pete
    2. Februar 2014 at 12:26

    Die ganze Sache ist doch ein trauriger Beleg dafür, wie verbohrte Fundamentalisten ihr beschränktes Weltbild anderen aufzwingen wollen. Dass sie sich dafür die Neustadt und das Trotzdem aussuchen, macht es noch lächerlicher. Auch hier in den Kommentaren offenbaren sie und ihre Sympathisanten ja sehr deutlich, in welcher Art und Weise sie mit Menschen anderen Meinungen umgehen würden, wenn sie denn Gelegenheit dazu hätten mal etwas zu entscheiden oder Verantwortung zu tragen. Diese Sprücheklopfer suchen sich hier in der Neustadt ihre gemütliche Nische, nutzen das tolerante Umfeld um ihre kruden Klassenkampftheorien zu pflegen und wenn ihnen dann irgendetwas nicht passt, greifen sie die Leute an, die diese Nische über Jahrzehnte erst geschaffen haben. Das ist parasitär! Und wenn sie dann keine Argumente mehr haben, um ihre Taten zu rechtfertigen, wird seitenweise das altehrwürdige kommunistische Manifest zitiert! Absurd! Ich kann die Forderung nur unterstützen: macht selbst einen Laden auf, zeigt, dass ihr es besser könnt. Kollektiviert euer eigenes Eigentum, wenn ihr dann welches habt! In der Neustadt sollte ein toleranter Geist herrschen und nicht diese Totschlag-Klassenkampf-Mentalität. Versucht Menschen zu überzeugen, statt gegen sie zu kämpfen! Und wenn ihr es nicht lassen könnt, sucht euch doch bitte richtige Kapitalisten aus für eure pubertären Experimente! Das sind die, die mit dem Q7 vorfahren und die Einnahmen des Tages abholen. Fragt dort mal nach Mitbestimmung! Johanna, viel Erfolg!

  54. Thomas
    2. Februar 2014 at 13:24

    Es ist schon paradox, wie hier populistisch Stimmung gegen die Streikenden gemacht wird und gleichzeitig von „verbohrten Fundamentalisten“ die Rede ist. Entlarvend.

  55. Seldon
    2. Februar 2014 at 14:27

    Hallo Pete,
    „verbohrte Fundamentalisten“, „beschränktes Weltbild“, „lächerlich“, „Sprücheklopfer“,…
    ich suche verzweifelt ein Argument, auf welches man erwidern könnte…was genau möchtest Du sagen? „Alle, die „Arbeitnehmerinteressen“ vertreten sind doof…“? OK, ich denke, diese Deine Meinung ist deutlich, wenn auch nicht begründet worden. „Parasitär“ ist es imho, andere Leute für sich arbeiten zu lassen. Ob gewollt oder ungewollt, als netter „Arbeitgeber“ oder nicht. (Ich mache hier keine Aussage zum speziellen Fall, da hier für mich erstmal nur Aussage gg. Aussage steht, ich kann mir durchaus vorstellen, dass es sich hier um eine komplexe und schwierige Situation handelt…) Wenn zunächst mal jeder seine Interessen dort zu vertreten sucht, wo er arbeitet, ist ja auch schon mal gut…Wieso darf man nicht auch im Kleinen versuchen, seine Ideale zu verfolgen…
    Ich denke es ist eine etwas eingeschränkte Sichtweise, Gastronomie-Unternehmer als Vorkämpfer des „Neustadt-Flairs“ zu bezeichnen. Ich würde auch bezweifeln, dass viele ihrer Gäste hier einkehren, weil sie die linke, anarchische Geschichte der Neustadt gustieren (oder auch nur kennen)…
    Überzeugen wollen ja die Gewerkschafter ebenso wie die Kommentatoren hier im Strang durchaus, mit Informationen und Argumenten und ja, auch Verweisen auf’s „alt-ehrwürdige“ Manifest. Du könntest ja darauf einfach mal eingehen, z.B. belegen, dass abhängige Beschäftigung eben doch Eigentum schafft, dass die Konkurrenzsitiution im Wirtschaftsleben allgemein oder im Kneipenleben der Neustadt keine Rolle spielt, das Interessen von „Arbeitnehmern“ denen der „Arbeitgeber“ gleichberechtigt gegenüber stehen…
    Aber einfach Dampf ablassen ist manchmal ja auch ganz entspannend…

  56. Pete
    2. Februar 2014 at 15:09

    Hallo Seldon,
    wenn Argumente helfen würden… Die meisten wurden hier in den Kommentaren ja schon ausgetauscht. Was mich stört ist ja gerade diese Gleichmacherei, das Schwarz-Weiß-Denken: der böse Arbeitgeber und der arme ausgebeutete Arbeitnehmer, die reichen Kneipenbesitzer und die prekär beschäftigten Kellner. Sorry, aber das ist zu einfach, das ist nicht die Realität, das könnte man als eingeschränkte Sichtweise bezeichnen. Darum habe ich in meinem Beitrag ja gerade dazu aufgerufen zu differenzieren und hab niemanden pauschal als Vorkämpfer für irgendetwas hingestellt. Aber egal: die Fronten sind halt klar, da gibt es nichts dran zu rütteln, das wäre dann ja auch viel zu kompliziert, nicht wahr. Sorry, das war jetzt sarkastisch. Jedenfalls, wenn es so einfach wäre, würde ja der Kellner, der dann seine eigene Kneipe aufmacht, plötzlich zum bösen Kapitalisten werden, nicht wahr? Es ist aber immer noch derselbe Mensch, der in diesem blöden System etwas auf die Beine stellen will. Viele Leute wollen ja auch nichts weiter als einen Job und eben nicht die Verantwortung und das Risiko tragen. Dabei sollten die Bedingungen stimmen, keine Frage. Dass aber jeder, der andere für Arbeit bezahlt, eine Parasit oder Ausbeuter ist, halte ich für grundfalsch. Mit solchem Fundamentalismus (Sorry!) bringt man linke Ideen immer wieder in Verruf, darum haben sie es so schwer sich durchzusetzen. Und gerade die hier aktive Pseudo-Gewerkschaft (Sorry!) bringt eben keine überzeugende Argumente, sondern Schwarz-Weiß-Klischees und schlecht recherchierte Halbfakten, anstatt mit den Chefs und den Beschäftigten der Neustadt-Kneipen gemeinsam die durchaus vorhandenen Missstände anzugehen. So könnte man etwas ändern, wenn man miteinander redet, zumindest in einem Viertel wie der Neustadt, zumindest in einigen Läden. Ach, was solls…

  57. Seldon
    2. Februar 2014 at 15:41

    Hallo gewerbetreibender,
    im Trotzdem wurden offenbar 7,50/h gezahlt. Viel? Wenig? Wie sind denn Deine Konditionen? Lohnhöhe, Urlaub, RV, KV?
    Im Fichtejahr mal ein Zitat nicht von Marx ;):
    „Es ist Grundsatz jeder vernünftigen Staatsverfassung: Jedermann soll von seiner Arbeit leben können. Sobald also jemand von seiner Arbeit nicht leben kann, ist er von diesem Augenblicke an nicht mehr rechtlich verbunden, irgendeines Menschen Eigentum anzuerkennen. Von dem Augenblick an, da jemand Not leidet, gehört keinem derjenige Teil seines Eigentums mehr an, der als Beitrag erfordert wird, um einen aus der Not zu reißen, sondern er gehört rechtlich dem Notleidenden an. Wie kein Armer, so soll auch kein Müßiggänger in einem vernunftmäßigen Staate sein.“

  58. Diego
    2. Februar 2014 at 16:14

    Meine Güte, geht das hier heiß her. Alldieweil ich gestern Abend mehr per Zufall mitten in die Sache reingestolpert bin, hier mal ein paar Eindrücke anstelle von Polemik.

    Ich bin zwar kein wirklicher Stammgast, aber wenn ich in der Neustadt ausgehe, liegt das Trotzdem öfter mal auf mal meiner Tour. Als ich gestern Abend mit zwei Freunden dort ankam, habe ich nicht schlecht gestaunt. Jede Menge Leute, bestimmt so an die 70, viele mit Plakaten. Neben Leuten von der Gewerkschaft aus dem Trotzdem und auch aus ein einigen anderen Gastro-Betrieben, waren da Unterstütze der Streikenden, ein Liedermacher, Gäste des Trotzdem, Leute aus der Nachbarschaft, Passanten. Jemand hat uns auch gleich freundlich angesprochen und uns erklärt, dass man hier steht, weil Leute entlassen worden sind. Ich habe mir das ausführlich erklären lassen, weil ich natürlich nie in einen Laden gehen würde, in dem die Beschäftigten für ihre Interessen streiken, das versteht sich von selbst. Ich würde soviel Solidarität schließlich auch erwarten, wenn ich mich mal im Arbeitskampf befände. Das ging offensichtlich nicht nur mir so, sondern auch vielen anderen Gästen, die wieder weggingen, als sie hörten, was los ist. Ich habe die Leute von der Gewerkschaft als sehr nett und sachlich wahrgenommen und fand ihre Argumente nachvollziehbar. Ich werde mir sehr genau anschauen, wie das weitergeht. Wenn die Kündigungen rückgängig gemacht werden und es eine vernünftige Einigung mit der Belegschaft und der Gewerkschaft gibt, gehe ich gerne wieder etwas im Trotzdem trinken. Falls nicht, ist der Laden für mich gestorben.

  59. Seldon
    2. Februar 2014 at 17:53

    Hallo Pete,
    ich bin durchaus ein Freund differenzierendem Meinungsaustauschs. Dein zweiter Beitrag klingt hier auch schon sehr viel sachlicher…
    Ich weiß nicht, was Du mit „Gleichmacherei“ meinst, es wird ja gerade auf die unterschiedlichen Voraussetzungen von „Arbeitnehmern“ und „Arbeitgebern“ hingewiesen. Diese ausführen, hat auch nichts mit „schwarz-weiß-Malerei“ zu tun. ES geht ja nicht um moralische Bewertung, sondern lediglich darum festzustellen, das die einen eben abhängig beschäftigt sind, die anderen eben andere beschäftigen. Sind letztere nett, aufgeschlossen, liberal…um so besser, ändert aber nichts an dieser Grundvoraussetzung. Wenn sie in Klein- und Kleinstbetrieben auch sich selbst ausbeuten, gar unter gleichen oder ähnlichen prekären Bedingungen arbeiten und leben wie ihre zwei, drei Angestellten, macht sie das vllt. sympathischer, vllt. verständnisvoller für die Sorgen und Nöte der Angestellten, vllt. auch nur bissiger und noch drängender und „ausbeuterischer“ als „große“ Kapitalisten,…who cares….darum geht es (mir) nicht. Es geht mir darum, gegen die Verklärung des Unternehmers als solchen, oder die Verherrlichung der „Institution“ „Eigentum“, wie oben zur Genüge nachzulesen, zu argumentieren. Verantwortung? Risiko? Sicher. Verantwortung tragen die Menschen für sich und ihr Unternehmen auch in kollektiv betriebenen Unternehmen, bspw. Genossenschaften. Das Risiko des Unternehmers liegt darin, pleite zu gehen und letztlich vllt. in Hartz IV-Verhältnisse zu fallen, ein Risiko, das er mit den 90% abhängig Beschäftigten teilt. Das Argument, jeder könne es doch selbst versuchen, trägt meines Erachtens nicht, denn es kann eben nicht jeder: weil ihm Fähigkeiten oder Kapital fehlt, weil es nicht genügend Räumlichkeiten gibt, weil die Aufnahmefähigkeit bspw. der Neustadt für Kneipen einfach mal begrenzt ist! In diesem System etwas „auf die Beine zu stellen“, ist immer schwer, das liegt in der Natur der Sache. Über diese Sache rede ich. Sie heißt „Kapitalismus“ und offenbar sind sich viele über dessen Funktionsweise nicht bewußt…

  60. Benny
    2. Februar 2014 at 18:55

    Also ich find’s super dass die dre sich nicht einfach so vor die Türe setzen lassen. Und die Forderung nach einem Haustarifvertrag ist ja wohl auch voll okay. Eigentlich ist es ja eher erschreckend, dass soetwas in einer „linken“ nicht selbstverständlich ist. Die Forderung nach einer Kollektivierung ist da nur die konsequent weitergedachte Folge des Problems, dass Chefs in „linken Läden“ halt immer noch Chefs sind. Und es zwingt ja niemand die Chefin ihren Laden zu verschenken.
    Wem dieser Streik suspekt ist kann ja gerne mal mit den Menschen des Streikpostens reden.

  61. Zschertnitzer
    3. Februar 2014 at 10:54

    @Timo
    Wenn es sich tatsächlich um ein unverbindliches Angebot handeln würde, dann ginge das irgendwie in Ordnung, auch wenn es nach wie vor ziemlich frech und dreist ist. Der Tonfall in den Statements der „Gewerkschafter“ à la „die Olle kann froh sein, wenn wir ihr den Gruftieschuppen abnehmen“ macht es auch nicht gerade besser.

    Dazu kommen aber öffentlicher Rufmord und das Zusammenrotten vor der Kneipe und der Wohnung, damit niemand bei Johanna kauft… Das hat mit einem fairen, unverbindlichen Angebot nichts aber auch gar nichts zu tun. Mit herrschaftsfrei sowieso nicht, aber das nur am Rande. Das juckt euch als angebliche Anarchisten offenbar schon lange nicht mehr.

    Zu den angeblich, willkürlichen Kündigungen, selbst wenn das Café nicht unter die Kleinstbetriebgrenze fallen würde, könnte man mit den aktenkundigen Diebstählen, die die Wirtschaftlichkeit des Betriebs gefährden, betriebsbedingte Kündigungen aussprechen. Und klar stellt man dann lieber Familienmitglieder ein, denen man eher vertraut. (Wenn es überhaupt so ist, und das auch nicht nur Teil der Rufmordkampagne ist.)

    Wer die Klientel und die Verhältnisse im AZ Conni kennt, weiß, dass auch dort die Klauerei/Selbstbedienung üblich ist, dort müssen aber im Gegensatz zum Trotzdem keine Mieten, Gehälter und Investitionskosten erwirtschaftet werden. Ihr solltet langsam begreifen, dass das kein Szeneladen ist, den ihr einfach mal Kraft eurer Wassersuppe die Bestimmerrolle übernehmen könnt und der notfalls von irgendwelchen staatlichen Fördergeldern am Leben gehalten wird. Macht euern eigenen Schuppen auf, da könnt ihr euch dann selbst ausbeuten und alle ausschließen, die euch nicht politisch in den Kram passen. Viel Spaß.

    Wenn ich Johanna wäre, würde ich das Café lieber schließen und gegebenfalls an irgendjemand anderes weiterverkaufen, bevor ich mich von Vögeln wie euch erfolgreich erpressen lasse.

    @ex-gast
    Viel Erfolg. Stalin wäre stolz auf dich.

  62. Lämpchen
    3. Februar 2014 at 11:46

    https://www.libertaeres-netzwerk.org/allgemeines-syndikat/bng/

    Tja, da und die Leute essen zu Hauf ne Pizza für 3,99 und scheren sich nicht darum, warum der Riesenfladen so günstig ist. Und wie bitte soll ein Koch oder Kellner vernünftig bezahlt werden, wenn der Brunch für 9,90€ angeboten wird? Ist der Endverbraucher wirklich so naiv oder stellt er sich nur „dumm“, um seinen eigenen Vorteil, den des günstigen „satt werdens“, ohne schlechtes Gewissen zu nutzen. Letzendlich ist das nichts anderes als die Ausbeutung von Servicekräften durch Konsumenten.

  63. Seldon
    3. Februar 2014 at 12:07

    Hallo Lämpchen,
    Der Endverbraucher sieht sich nur leider in der Zwickmühle, das Geld, das er mit vollen Händen ausgeben soll, zunächst unter ähnlichen, präkereren oder auch leicht besseren Bedingungen verdienen zu müssen, wie die Servicekräfte, die ja nicht von ihm angestellt und beschäftigt werden, sondern immernoch vom jeweiligen „Arbeitgeber“. Dieser bestimmt auch über das Was und Wie der Produktion. Ob höhere Preise tatsächlich beim Angestellten ankommen oder nicht, bestimmt weder der Kunde noch er Angestellte, sondern der Chef! Ja der Konsument ist so frech und gewissenlos, nicht nur essen zu wollen, sondern sich mit seinem (begrenzten) Budget auch noch Wohnung, Krankenversicherung und Kinobesuch leisten zu wollen…Sicher kann man versuchen, etwas verantwortungsvoller zu konsumieren, aber die Schweinereien geschehen auf der „anderen Seite“, der der Produktion, nicht auf der der Konsumenten, die ja letztlich auch nur „Arbeitnehmer“ sind, halt irgendwo anders…
    fyi: http://www.gegenstandpunkt.com/gs/10/2/gs20102067h1.html

  64. Thomas
    3. Februar 2014 at 13:02

    @Zschertnitzer

    „Frech und Dreist“ ist eher dein Statement. Voll von Populismus und Fantastereien. Nirgens in den Statements der drei ist ein von dir angesprochener Tonfall zu finden.

    Bleib mal bei den Tatsachen. Die drei haben vor dem Streik mehrmals versucht mit Johanna zu verhandeln. Für die Eskaltion hat sie selbst gesorgt, in dem sie den drei gekündigt hat! Sie haben lediglich in ihrem Sinne darauf reagiert. Wie schonmal geschrieben: Syndikalistische Gewerkschaftspraxis ist überhaupt nichts ungewöhnliches, sondern aus Sicht von Arbeitnehmern ein sehr effektives Mittel Chefs unter Druck zu setzen. Dass das gut funktioniert, zeigen ja die Reaktionen hier. :D Wie auch immer, diese Eskalation hätte es garnicht gebraucht, wenn Johanna auf die Verhandlungen eingegangen wäre. Die drei zeigen übrigens nach wie vor Verhandlungsbereitschaft. In einem Beitrag von gestern schreiben sie:“Die BNG-FAU kündigte an schnellst möglich ein neues Gesprächsangebot an die Chefin zu senden und hofft, dass diese endlich Dialogbereitschaft zeigt.“

    Nur weil Diebstähle aktenkundig sind, heisst das noch lange nichts. Johanna muss vor Gericht erstmal nachweisen, dass es sie gab bzw. darf sie in so einem Fall nicht kollektiv drei Leuten kündigen, die zufälligerweise auch noch gewerkschaftlich organisiert sind. Damit wird sie vor Gericht niemals durchkommen.

  65. rh.
    3. Februar 2014 at 13:37

    Also von außen klingt das ziemlich nach versuchter Erpressung und Enteignungsabsicht zum persönlichen Vorteil.

    Diebstahl ist kein Kavaliersdelikt – war es nie und wird es auch nicht werden. Das eine Chefin ab einer gewissen Diebstahl-Grenze Konsequenzen zieht, wenn es sich um ein „wirtschaftlich“ orientiertes Unternehmen handelt, ist völlig nachvollziehbar. Das eine Kneipe kein Selbstbedienungsladen ist, sollte auch einem Kellner klar sein.
    Dass nicht ermittelt werden konnte, wer das war und derjenige im Sinne seiner Kollegen nicht bereit ist, die Konsequenzen zu tragen, ist das eigentlich Schlimme daran. Schuld ist also die Chefin, die nicht ewig zusehen will, dass Waren, deren Einsatz kalkuliert und abgerechnet werden muss, verschwinden. Das Finanzamt ist in der Regel nicht bereit, verschwundene Waren dauerhaft zu ignorieren. Um ernsthafte Probleme zu verhindern, bleibt einem Chef nur der Ausschluss der potentiellen Diebstahlgefahr.

    Wer als Kellner arbeitet, wird seine Gründe dafür haben – dass es nicht immer gut bezahlt ist, ist allgemein bekannt. In der Regel, weiß man das vorher – und dass ein Kellnerjob durch Trinkgeld aufgewertet werden kann, ist nicht ungewöhnlich. Das setzt allerdings voraus, dass die Gäste soviel Anstand und Benehmen genossen haben, dass sie wissen, was Trinkgeld ist.

  66. Zschertnitzer
    3. Februar 2014 at 13:40

    @Thomas
    >>Die Forderung nach der Kollektivierung der Kneipe „Trotzdem“ erscheint zunächst abwegig – wer möchte den Gruftischuppen schon „haben“?<<
    http://trotzdemunbequem.blogsport.de/2014/02/02/zusendung-auf-welcher-seite-stehst-du/

    Ja, es ist als "Diskussionsbeitrag" veröffentlicht worden. Eine Diskussion oder Distanzierung von Seiten der verantwortlichen "Gewerkschafter", das sind nicht nur die drei Gekündigten, findet man nicht.

    Vor Gericht muss Johanna Kalex übrigens gar nichts nachweisen. Dazu wird es nicht kommen, da es dafür keinen gesetzlichen Anlass im Zusammenhang mit den Kündigungen gibt. Deswegen wurde ja von euch auch der Mob zusammengerufen. Es ist nämlich ihr gutes Recht zu kündigen, wann und wen immer sie will, solange sie die gesetzlichen Vorgaben dabei einhält, so ist das nun mal. Ist ja nicht so, dass man nicht woanders als Kellner arbeiten könnte oder man sein eigens Café betreiben kann. Aber nein, es muss unbedingt im Trotzdem sein. Da fragt man sich schon, warum und was das Theater soll. Ideologisch vernagelt oder Dünnbrettbohrerei, wahrscheinlich beides.

  67. Lämpchen
    3. Februar 2014 at 13:56

    Liebe Seldon,
    für 3,99 kann man sich durchaus Lebensmittel kaufen, sogar Bio, und die zu Hause zubereiten, um seinen Hunger zu stillen. Danach gehts ins Kino oder sonst wohin. Nur wenige Menschen können sich alles leisten. Ich muss aber auch als Konsument wissen, dass für 3,99 keine fairen Löhne gezahlt werden kann und annehmbare Arbeitsbedingungen vorzufinden sind. Andersrum gesprochen, ist der Preis der Leistung/Lieferung hinsichtlich Qualität der Produkte und der Arbeitsleistung angemessen, so werde ich als Verbraucher das auch wiederholt nutzen. Und eine gute Arbeitsleistung bringt auf Dauer nur der, der auch entsprechend entlohnt wird. Und wenn die entsprechende Entlohnung nicht erfolgt, dann packt der Kellner/Koch/Barkeeper seine Sachen und geht eben in die Schweiz oder nach Österreich, oder…. So sieht das in der Gastronomie aus und sicherlich nicht nur in dieser Branche dort.

  68. blub
    15. Februar 2014 at 03:04

    Find ich mehr als affig.

    Da klaut jemand aus der Belegschaft, Täterkreis kann nicht eingegrenzt werden, Angestellte sind offenbar nicht kooperativ den Täter zu stellen..Vertrauensverhältnis gebrochen…Dann wird eben allen gekündigt.
    So einfach ist das. Ich arbeite selbst in er Gastro und beim klauen hört der Spaß eben auf. Und wenn die Belegschaft „kollektiv“ nicht dazu beiträgt das der unrechtmäßige Warenschwund durch Mitarbeiter eingedämmt wird, wird eben kollektiv einer nach dem anderen entlassen.

    Regt euch lieber über solche Machenschaften, wie im Bio-Späti auf der Rudolfstraße auf…wo leuten gar nicht erst ein Vertrag angeboten wird oder jahrelangen Mitarbeitern gekündigt wird und im selben Atemzug selben ein neues Arbeitsverhältnis angeboten wird…weniger gehalt, weniger Freiheit…

    Aber ihr macht das schon, mit euren Hippie-Vorstellungen in unserer post-modernen Gesellschaft

  69. 15. Februar 2014 at 13:39

    Die Diskussion ist hiermit geschlossen. Meiner Meinung nach sind alle Argumente mehrfach ausgetauscht worden. Vielen Dank allen Beteiligten für den respektvollen Umgang miteinander.

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