Die Kiezlichter, früher als Nacht(sch)lichter*innen bekannt, sind seit mehreren Jahren in der Dresdner Neustadt unterwegs. Sie sprechen Menschen im öffentlichen Raum an, vermitteln bei Konflikten und versuchen, Auseinandersetzungen frühzeitig zu entschärfen. Nach dem aktuellen Haushaltsentwurf der Stadt soll die Finanzierung ab 2027 vollständig entfallen.

Die Dresdner SPD hält diese Entscheidung für falsch. „Die Kiezlichter sind ein Erfolgsprojekt der Neustadt. Sie kennen den Stadtteil, sind ansprechbar und können Konflikte entschärfen, bevor sie eskalieren“, sagt Julia Hartl, Co-Vorsitzende der Dresdner SPD und Stadträtin.
Eine Streichung der Mittel würde aus ihrer Sicht auch zusätzliche Kosten verursachen. Beschwerden über Lärm und Ordnungswidrigkeiten müssten dann verstärkt vom Gemeindlichen Vollzugsdienst bearbeitet werden. Hartl geht davon aus, dass dies deutlich teurer wäre als die bisherige Präventionsarbeit.
Die SPD will das Projekt nicht nur erhalten, sondern auch auf die Dresdner Altstadt ausweiten. Insbesondere rund um den Postplatz sieht die Partei Handlungsbedarf. Dort und in weiteren Teilen der Innenstadt gebe es zunehmend Konflikte zwischen verschiedenen Gruppen. Hinzu kämen Unsicherheitsgefühle und fehlende Aufenthaltsmöglichkeiten für junge Menschen.
„Polizei und Ordnungsamt allein werden die Probleme dort nicht lösen“, erklärt Albrecht Pallas, Co-Vorsitzender der Dresdner SPD und Landtagsabgeordneter. Er setzt auf Menschen, die regelmäßig vor Ort sind, die Situation kennen und bei Konflikten vermitteln können.
Nach dem Willen der SPD sollen die Kiezlichter deshalb künftig auch in der Altstadt eingesetzt werden.

Zusätzlich fordert die Partei einen Altstadtkümmerer nach dem Vorbild des Neustadtkümmerers. Dieser soll als Ansprechpartner für Anwohner, Gewerbetreibende, soziale Einrichtungen und weitere Menschen vor Ort dienen. Seine Aufgabe wäre es, Probleme aufzunehmen und gemeinsam mit den Beteiligten nach Lösungen zu suchen.
Die SPD verbindet damit drei Forderungen an die Stadtverwaltung: Die Finanzierung der Kiezlichter soll im Doppelhaushalt 2027/2028 gesichert werden. Das Projekt soll dauerhaft bestehen bleiben und auf die Altstadt ausgeweitet werden. Außerdem soll die Stadt die Stelle eines Altstadtkümmerers schaffen.
„Wer mehr Sicherheit will, muss auch in Prävention und soziale Arbeit investieren“, erklären Hartl und Pallas.
Auch Neustädter CDU-Stadtrat will sich für Kiezlichter einsetzen
Der Stadtrat Johannes Schwenk (CDU) sagte Neustadt-Geflüster am Abend: „Der Forderung nach dem Erhalt der Kiezlichter schließen wir uns klar an. Wir reden hier über 170.000 Euro im Jahr – dafür müssen und werden wir eine Lösung im Stadthaushalt finden.“ Die Kiezlichter hätten sich längst bewährt, so Schwenk. Sie seien Ansprechpartner*innen für Menschen, die abends unterwegs sind, helfen bei Konflikten und können oft schon eingreifen, bevor überhaupt die Polizei gebraucht werde. Insbesondere für junge Frauen seien die Kiezlichter wichtig.
„Gleichzeitig sollten wir prüfen, ob wir das Konzept nicht auch auf den Postplatz in der Altstadt ausweiten. Gerade in den Abendstunden hat sich die Situation dort deutlich verschlechtert. Zunehmende Kriminalität und ein wachsendes Unsicherheitsgefühl zeigen, dass wir hier dringend handeln müssen“, so Schwenk.






















