Auch in dieser Woche gibt es in den Neustädter Programmkinos wieder einige spannende Neustarts. Wir stellen die Filme vor, die in Thalia und Schauburg neu auf die Leinwand kommen.
Schauburg, Bundesstart: Corpus Delicti

Eine Gesellschaft, in der die Gesundheit der Menschen den höchsten Stellenwert hat. Ist das wirklich das, was wir wollen? In einer dystopischen Zukunft bestimmt ein totalitäres System namens „Methode“ das Leben der Menschen. Getarnt als „zum Wohle der Menschheit“ wird kontrolliert, überwacht und letztendlich auch bedroht. Die Neurowissenschaftlerin Mia Holl (Hannah Herzsprung) ist komplett überzeugt von diesem System. Allerdings bekommt ihre Loyalität gegenüber dem Überwachungsstaat Risse, als ihr Bruder Moritz (Damian Hardung) des Mordes beschuldigt wird und ins Gefängnis kommt. Mia ist sich sicher, dass Moritz unschuldig ist, auch er selbst beteuert es immer wieder. Sie nimmt sich also vor, ihren Bruder zu retten und die Wahrheit ans Licht zu bringen. Dabei muss sie sich selbst auch einige unangenehme Fragen zu der „Methode“ stellen. Das bringt Mia selbst ins Visier der mächtigen Staatsorgane. Plötzlich befindet sie sich also in einem Kampf gegen das System, das sie bis vor kurzem selbst noch so unterstützt hat.
Thalia und Schauburg, Bundesstart: Digger

Digger (Tom Cruise) entert mit bedenklich schütterem Haar und einem Bauchansatz, der eigentlich eine Wampe ist, die Leinwand. Der auf Action abonnierte Mime spielt einen reißerischen Ölbaron, der die Menschheit retten soll, nachdem er eine globale Katastrophe ausgelöst hat. Den Auftrag erhält er vom so aufgebrachten wie aufbrausenden US-Präsidenten (John Goodman). Aber Digger ist eher einer, der Chaos auslöst, statt es unter Kontrolle zu bringen. Cruise spielt keinen unerschrockenen Helden, sondern einen größenwahnsinnigen Machtmenschen.
Schauburg, Bundesstart: Frau Winkler verlässt das Haus

Das Thema KI und die damit einhergehende Entmenschlichung ist in aller Munde, und da erscheint ihr Buddy-Movie über eine Rentnerin und ihren Pflegeroboter genau zur richtigen Zeit. Frau Winkler (Angela Winkler) ist nach einem Sturz zu einem Pflegefall geworden und damit auch zu einer Belastung für ihre Familie. Als ihre Tochter Emi (Laura Tonke) ein Theaterengagement in einer anderen Stadt erhält, besorgt sie für ihre Mutter einen Pflegeroboter, der sich um sie kümmert, ihre Vitalzeichen überprüft und auch für Unterhaltung sorgen soll. Nach anfänglichem Zögern lässt Frau Winkler sich auf den neuen Begleiter ein, auch wenn dieser ebenso ihr Leben beenden darf, falls ihre Werte zu schlecht werden. Mit viel Humor, der dabei aber nie den Blick für das Wahrhaftige dahinter verliert, erzählt Dörrie nach einem eigenen Drehbuch die Geschichte.
Thalia, Bundesstart: Boulevard der Dämmerung

Joe Gillis, ein erfolgloser Drehbuchautor, rettet sich vor dem Zugriff seiner Gläubiger in ein altes Anwesen, auf dem die einstige Stummfilmdiva Norma Desmond mit ihrem Hausdiener Max wohnt. Sie erteilt ihm den Auftrag, ein von ihr verfasstes Drehbuch zu überarbeiten. Nach und nach wird er dabei immer abhängiger von ihr, wird ihr Geliebter, ihr Gefangener. Als er einen verzweifelten Versuch unternimmt, sich von ihr zu befreien, indem er sie schonungslos all ihrer Illusionen beraubt, erschießt sie ihn und erlebt ihren letzten großen Auftritt vor den Kameras der Wochenschau.
Schauburg, Bundesstart: Bruno – Der junge Kreisky

Biopics sind zurzeit schwer in Mode. Doch es werden große Stars vor allem aus dem Musikbereich ausgewählt, da ihr Leben meistens aufregend und wild verläuft. Der österreichische Spielfilm »Bruno – Der junge Kreisky« von Harald Sicheritz widmet sich aber einem Politiker: Bruno Kreisky (1911-1990) war der am längsten dienende österreichische Bundeskanzler (1970-1983), über den in Österreich wie über manch andere Promis viel gestritten und debattiert wurde. Sicheritz, der auch das Drehbuch schrieb, widmet sich nun den politischen Anfängen des SPÖ-Mannes. Der Film spielt in den 1920er Jahren in Wien: Dort will sich der aus einem reichen jüdischen Elternhaus stammende junge Bruno (Nils Arztmann) der sozialistischen Arbeiterjugend anschließen. Diese nimmt ihn anfänglich widerwillig bei sich auf. Doch als das faschistische Regime an die Macht kommt, stehen die Mitglieder fest beieinander, organisieren verbotene Treffen, verteilen Widerstandsaufrufe und setzen dabei ihr Leben aufs Spiel. Der Film ist nicht nur ein klassisches Biopic, sondern auch ein Historiendrama, das die NS-Zeit in Österreich noch einmal von einem anderen Winkel beleuchtet. Dafür hat der Regisseur nicht nur die richtigen Settings und Kostüme, sondern fand mit Nils Arztmann und Maya Unger auch zwei Darstellende, die die Energie des Widerstands wunderbar einfangen. Auch spürt der Film der Frage nach, welche Vergangenheit hinter dem Bundeskanzler liegt und wie das seine spätere Arbeit geprägt hat. Doch nicht nur für Österreicher:innen ist »Bruno – Der junge Kreisky« interessant, sondern für alle, die in der Vergangenheit nicht nur eine Geschichtsstunde sehen, sondern daraus lernen wollen, für die eigene politische Überzeugung einzustehen.
Thalia: Vaterland

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs zögert der deutsche Schriftsteller und Nobelpreisträger Thomas Mann lange, nach Deutschland zurückzukehren. Stattdessen verlegt er seinen Wohnsitz aus den USA in die Schweiz. 1949 reist er schließlich anlässlich des 200. Geburtstags von Johann Wolfgang von Goethe nach Frankfurt am Main und Weimar.
Vier Jahre nach Kriegsende wird viel vom „größten deutschen Erzähler“ erwartet. Thomas Mann (Hanns Zischler) und seine Tochter Erika (Sandra Hüller) begegnen einem Land, das zwischen Neuanfang und alter Denkweise schwankt. Sie treffen auf begeisterte Zuhörer ebenso wie auf offene Ablehnung. Mann wird beschimpft und hofiert, braucht Polizeischutz und überschreitet mit seiner Reise nach Weimar auch die gerade entstehende Grenze zwischen Ost und West.
Im Mittelpunkt steht dabei nicht nur Thomas Manns Rückkehr, sondern auch die Frage, wie Deutschland nach Nationalsozialismus und Krieg mit den Exilanten umgeht. Denn ausgerechnet ihnen wird teilweise vorgeworfen, das Land verlassen und damit im Stich gelassen zu haben.
Neustadt-Kinotipps ab 1. Oktober: Freikarten
- Das Neustadt-Geflüster verlost diese Woche jeweils zwei Freikarten für das Thalia und die Schauburg für die laufende Kinowoche, also bis Mittwoch. Bitte im Ergänzungsfeld den entsprechenden Film und das Filmtheater angeben. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Verlosung findet Sonntagabend statt.
- Alle Dresdner Kinos und Filme unter www.kinokalender.com





















