Auch in dieser Woche gibt es in den Neustädter Programmkinos wieder einige spannende Neustarts. Wir stellen die Filme vor, die in Thalia und Schauburg neu auf die Leinwand kommen.
Schauburg, Bundesstart: Spaziergang nach Syrakus

Paul Gompitz (Charly Hübner) möchte einmal nach Syrakus und zurück wandern. Auf den Spuren des Dichters Johann Gottlieb Seume, der 1802 tatsächlich von Grimma bis nach Sizilien wanderte, will Paul eine Reise antreten, die eigentlich ganz einfach klingt.
Wäre da nicht ein entscheidendes Problem: Es ist das Jahr 1982, und Paul lebt in Rostock. Sein Wanderwunsch kann unter diesen Vorzeichen nur ein Traum bleiben. Paul versucht trotzdem, offiziell an eine Ausreise zu kommen, scheitert aber. Es bleibt also nur ein Ausweg: die Flucht. Und die hat es in sich, denn Paul will nicht einfach nur raus, er will auch wieder zurück.
Thalia, Bundesstart: Hiddensee

Dem Beschreiben, Besuchen, Bewundern der Insel Hiddensee lag immer schon ein besonderer Zauber inne. Immer schon zog es Menschen weg von den mondänen Seebädern der Begüterten und Betuchten, hin zu den unverbauten, unmotorisierten 17 Kilometern Ostseesand. So wuchs übers letzte Jahrhundert ein ansehnlicher Kreis an Dauergästen und Zeit-Insulanern heran. Egal unter welchem Regime, hier war das Publikum immer erlesen, speziell und charmant.
Sommers residierten hier Gerhart Hauptmann, Joachim Ringelnatz, Heinrich George oder Asta Nielsen. Fest verbunden mit der Insel ist auch der Name von Gret Palucca, die hier viele Sommermonate mit ihren Schülerinnen arbeitete. Wie passen Karl-Eduard von Schnitzler, Nina Hagen, Bertolt Brecht oder Feeling B. in das Urlaubsparadies und wie die Dokumentarfilmerin Annekatrin Hendel?
Selbst bei so viel herrlichem Publikum gilt es Geschichte zu schürfen, hat Hendel sich gesagt, und erinnert sich an ihre eigene, wilde Sommer-Jugend auf Hiddensee. In einem stillen Schwarz/Weiß porträtiert sie die Insel von heute, mit ihren aktuellen kommunalpolitischen Zerwürfnissen, die Insel ihrer eigenen Jugend mit den Punkkonzerten am Strand und die Insel von anno damals, mit all den namhaften Festlandflüchtlingen, die der Inselpuppenspieler Karl Huck liebevoll verfremdet.
Schauburg, Bundesstart: A Sad and Beautiful World

Gehen oder bleiben? Diese Frage stellt sich Yasmina fortwährend vor dem Wiedersehen mit Nino, danach und auch, als sie ein gemeinsames Kind haben. Nino hingegen liebt Beirut, seine Heimatstadt. Mit unbändiger Freude leitet er das Restaurant seiner Eltern, die bei einem Unfall gestorben sind, als er ein Kind war. Und wenn er neue Pläne schmiedet, dann nur innerhalb seines Heimatlandes.
Eine schicksalhafte Liebe verbindet Yasmina und Nino. Sie werden nur wenige Meter und Augenblicke voneinander entfernt geboren, treffen sich in der Schule wieder und verlieben sich. Sie wollen zusammen weglaufen, doch dann verlieren sie sich für 25 Jahre aus den Augen. Als sie sich wiederfinden, ist das Politische die Folie, vor der sich ihre Geschichte entwickelt.
Aris fokussiert sich auf das Zwischenmenschliche, auf die Auswirkungen der Realität auf die Einzelnen. Auf ihre Entscheidungen und die Fähigkeit, sich eine gemeinsame Zukunft aufzubauen. Der Filmemacher zeigt die Fragilität des Augenblicks, der neben Dunkelheit und Chaos auch wundervolle Momente bereithalten kann. Diese Erkenntnis ist universell. Das Leben ist schön, bis es das nicht mehr ist. Oder wie Aris sagt: „Das Leben ist keine Tragödie, es ist ein konstanter Wechsel zwischen Extremen.“
Thalia: Everytime

Das letzte Foto von Jessie zeigt die Sonne über Berlin. Nach dem Tod ihrer Tochter bleiben Ella, Jessies kleine Schwester, und die schwierige Beziehung zu dem Jungen, dem alle die Schuld geben. Gemeinsam reisen die drei nach Teneriffa. Dort verweben sich Erinnerungen und Gegenwart.
Zwischen Nähe und Distanz, Schuld und Vergebung entsteht für Ella, Melli und Lux eine neue Form des Weiterlebens. Sandra Wollner erzählt in „Everytime“ von Verlust sowie von Vergangenheit, Gegenwart und möglicher Zukunft. Kameramann Gregory Oke gestaltet die Bilder. Bei den Filmfestspielen in Cannes gewann „Everytime“ den Hauptpreis der Sektion Un Certain Regard.
Schauburg: Spider-Man: Brand New Day

Niemand kennt ihn, und doch kennt ihn jeder. Peter Parker (Tom Holland) hat vor vier Jahren die folgenschwere Entscheidung getroffen, sich aus dem Gedächtnis aller Menschen zu entfernen. Man kennt Spider-Man, aber niemand weiß mehr, dass Peter Parker hinter der Maske steckt. Und so ist es auch gut, zumindest für eine Weile. Peter ist zwar einsam in New York und kann seinen ehemaligen Freund Ned (Jacob Batalon) und seine Freundin MJ (Zendaya) nur aus der Ferne beobachten, aber dafür kann er weiterhin Gutes tun als friendly neighbourhood Spider-Man. Doch neue Gefahren und neue Bösewichte warten nicht darauf, dass bei Peter wieder alles im Lot ist. Zusätzlich bekommt er auch noch Schwierigkeiten mit seinen eigenen Kräften. Obwohl schon lange aus der Pubertät raus, verändern sich sein Körper und seine innere Spinne gewaltig. Ein neues Zeitalter seiner Spinnenkräfte steht in den Startlöchern. Kann er es also schaffen, New York City von Bösewichten freizuhalten und gleichzeitig irgendwie wieder Kontakt zu seinen Freunden aufzunehmen?
Thalia: Was haben wir gelacht

Warum lachen wir eigentlich – und worüber? Die Dokumentation begibt sich auf eine unterhaltsame Reise durch die Geschichte des Humors. Archivaufnahmen, persönliche Erinnerungen und kluge Beobachtungen verbinden sich zu einer ebenso amüsanten wie nachdenklichen Zeitreise.
Neustadt-Kinotipps ab 20. August: Freikarten
- Das Neustadt-Geflüster verlost diese Woche jeweils zwei Freikarten für das Thalia und die Schauburg für die laufende Kinowoche, also bis Mittwoch. Bitte in dem Ergänzungsfeld den entsprechenden Film und das Filmtheater angeben. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Verlosung findet Sonntagabend statt.
- Alle Dresdner Kinos und Filme unter www.kinokalender.com






















Everytime, again – please :-)