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Comback des Jahres: Schwingenheuer braut wieder

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Es gibt sie wieder, die beste Brauerei der Neustadt. Christian Schwingenheuer, bekannt unter dem Spitznamen Lenin, braut wieder. Und er hat einen jungen Braumeister eingestellt, der offenbar nicht nur ein Händchen für Gerste, Hopfen und Malz, sondern auch für Tabellen, Abrechnungen und Genehmigungen hat.

Christian "Lenin" Schwingenheuer strahlt. Die Neustädter Hausbrauerei braut wieder. Foto: Anton Launer
Christian „Lenin“ Schwingenheuer strahlt. Die Neustädter Hausbrauerei braut wieder. Foto: Anton Launer

In aller Stille haben die beiden die Brauerei im Industriegelände, in der Nähe vom oka an der Meschwitzstraße, wiederbelebt und in den vergangenen sechs Wochen heimlich die erste Charge gebraut. Gestern lud Schwingenheuer erst in die Bierseminar-Stube an der Schönbrunnstraße und später zur großen Sause ins Bautzner Tor ein. Die ersten 850 Liter Elbhang Rot sind gebraut und ab sofort im Bautzner Tor zu haben. Hinzukommen wird in naher Zukunft noch die zweite bekannte Marke „Neustadt Hell“. Ausgeschenkt werden sollen die Schwingenheuer-Biere vorerst auch im Ostpol und im Hechtgarten. „Auch die Boulderhalle Mandala hat angefragt“, sagt Schwingenheuer, dem beim Termin gestern das breite Grinsen ins Gesicht gemeißelt schien. Denn mit dem Comeback hätte wohl niemand gerechnet.

2002 hatte er die Brauerei in der kleinen Stube an der Schönbrunnstraße gegründet, das Geschäft wuchs bis 2019 kontinuierlich, hatte zuletzt sieben Festangestellte, verkaufte im Jahr rund 90.000 Liter Bier. Dann musste die Brauerei umziehen, Schwingenheuer investierte 170.000 Euro und startet optimistisch ins Jahr 2020. Es folgte: Corona. Keine Feste, geschlossene Kneipen – 80 Prozent Umsatzrückgang. Dank der Corona-Hilfen ging es zwar erstmal weiter, dafür ging es mit Schwingenheuer bergab. Die Krise hat ihn kaputt gemacht, dazu noch einige tragische Umstände in der Familie – Burnout. 2023 verkündete er das Ende der Brauerei.

Das erste Bier ist wieder gebraut: "Elbhang rot" - aktuell erhältlich im Bautzner Tor. Foto: Anton Launer
Das erste Bier ist wieder gebraut: „Elbhang rot“ – aktuell erhältlich im Bautzner Tor. Foto: Anton Launer

Spendensammlung

Bier-Genießer richteten spontan eine Sammlung zur Rettung der Brauerei ein. Knapp 6.000 Euro kamen so zusammen. „Das hat mir zwar nicht das Geschäft, aber den Arsch gerettet“, sagt Schwingenheuer heute. Den Spender*innen dankt er ausdrücklich, auch wenn er es damals erst gar nicht annehmen wollte. Vielleicht war aber auch das der Anstoß, dass er die Brauerei nicht aufgegeben hat. „Ich habe auf dem Bau geschuftet, teilweise drei Jobs gleichzeitig gehabt“, guckt er auf die letzten drei Jahre zurück. Inzwischen seien alle Schulden bezahlt und er konnte sauber wieder neu anfangen. „Wir machen auf jeden Fall noch einmal eine große Party, alle, die gespendet haben, können sich gerne melden, sie sind eingeladen“, sagt Schwingenheuer.

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Dabei geholfen hat auch ein Brief, den er im vergangenen Jahr zwischen den Unterlagen gefunden hatte. „Da hat sich ein junger Mann als Braumeister beworben, ich hatte den Brief drei Jahre nicht gesehen, ihm dann geantwortet und er wollte immer noch“, so Schwingenheuer. Der junge Mann ist Oliver Kober, gelernter Braumeister, zwischenzeitlich bei Freiberger und in der Kulmbacher Brauerei tätig. Er bringt alles mit, was Schwingenheuer fehlt. Ein Händchen für die Zahlen, für die Behörden und Ämter. Gemeinsam wollen sie nun wieder durchstarten.

Vorerst soll es nur Fassbier geben. Neben den ersten vier Läden sind sie auch mit anderen Kneipen im Gespräch. Ein paar hätten schon Interesse bekundet. Auf die legendären Marken wie „Zitzschewig Death“, „Hecht alt“ oder „Mordgrund Doppelbock“ müssen Fans erst einmal verzichten. „Vorrangig brauen wir die Bestseller, wenn das gut anläuft, sehen wir weiter“, sagt Schwingenheuer.

Hausbrauerei Schwingenheuer

  • Schönbrunnstraße 1, 01097 Dresden
  • Infos und Brauseminare: obergaerig.de

Ergänzungen gern, aber bitte recht freundlich.

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