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Rampen-Tour: Mit dem Rolli durch Dresden

Vor ein paar Tagen haben sich morgens um 9 Uhr Vertreter*innen der Initiative Neustad(t)raum, des Verbandes der Körperbehinderten der Stadt Dresden und Neustadt-Kümmerer Peter Thormeyer in Seidels Klosterbäckerei getroffen. Gemeinsam starteten sie eine “Rampen-Tour”. Vorneweg Annett Heinich. Sie und andere Rollstuhlfahrer*innen hatten mobile Rampen im Gepäck und wollten praktisch testen, ob und mit welcher Rampe der Zugang für Rollstuhlnutzer*innen in Läden, Restaurants, Cafés oder Kulturstätten mit maximal zwei Stufen am Eingang ermöglicht werden kann.

Annett Heinich gelingt hier sicheres Ein- und Ausfahren trotz Stufe. Foto: Stefan Wicklein
Annett Heinich gelingt hier sicheres Ein- und Ausfahren trotz Stufe. Foto: Stefan Wicklein

Denn auch eine nur wenige Zentimeter hohe Stufe kann im Rollstuhl zu einer riesigen Barriere werden, die ohne Hilfe nicht mehr zu überwinden ist. “Barrierefreiheit ist eine Grundvoraussetzung für ein selbstverständliches Zusammenleben im Stadtteil”, sagt Heinich. Selbst wenn eine Stufe mit einem sportlichen Aktivrollstuhl noch überwindbar ist, endet der Weg bei einer 8-Zentimeter-Stufe mit einem 150 Kilogramm-Elektrorollstuhl ohne Rampe. Den kann dann auch nicht einfach ein Mitarbeiter des Ladens hineinziehen.

Schon einige Läden mit Rampen

Bei der Rampentour wurde deutlich: Viele Läden, gastronomische Betriebe und andere öffentliche Orte in der Neustadt sind nicht barrierefrei. Mobile Rampen könnten eine gute Lösung für eine bessere Erreichbarkeit für alle darstellen. “Wir hoffen auf positive Resonanz und Bereitschaft, Rampen zu leihen, zu kaufen oder selbst zu bauen”, sagt Heinich. Einige Läden in der Neustadt verfügen schon über eine solche Rampe, zum Beispiel der Friseurladen am Martin-Luther-Platz, die Ecke Nord an der Nordstraße oder das Tranquillo an der Ecke Louisen-/Rothenburger Straße. Eine Übersicht gibt es auf der Seite des Verbands der Körperbehinderten.

Annett Heinich nimmt von der Rampen-Tour einen guten Eindruck mit. “Auch wenn wir nicht wissen, ob das jetzt direkt zu Initiativen für eine Rampe führt, waren die Reaktionen sehr positiv”, erzählt sie. Das Lädchen “Vagabundobjects” hat so großes Interesse gezeigt, das Heinich davon überzeugt ist, dass dort bald eine Rampe ausliegen wird.

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Wo kann man eine mobile Rampe ausleihen?

Das Ausleihen von Rampen ist über den Verband der Körperbehinderten Dresden e.V. möglich (weitere Informationen). Gegen eine kleine Kaution wird eine mobile Rampe überlassen. Die Tür sollte mindestens 75 Zentimeter breit und über maximal zwei Eingangsstufen zu erreichen sein. Die Rampen werden durch Spenden finanziert, unter anderem von der Firma Jürries und Jang GmbH.

Eine solche Rampe kann man beim Verband der Körperbehinderten Dresden e.V. auch ausleihen. Foto: Stefan Wicklein
Eine solche Rampe kann man beim Verband der Körperbehinderten Dresden e.V. auch ausleihen. Foto: Stefan Wicklein

Was gibt es für Förderungen?

Die Fachförderrichtlinie Soziales (als PDF auf Dresden.de) kann Grundlage einer Förderung für die Anschaffung von mobilen Rampen und/oder mobilen Hebeeinrichtungen sein.

Auch über die Stadtbezirke ist eine Förderung möglich. Antragsberechtigt sind freie Träger, Vereine, Verbände, Gruppen, Initiativen, Privatpersonen und Körperschaften des öffentlichen Rechts, die Aufgaben im Interesse der Landeshauptstadt Dresden erfüllen und/oder gemeinnützig arbeiten. Anträge sind rechtzeitig, spätestens bis 15. Oktober für das laufende Jahr, beim Stadtbezirksamt Neustadt zu stellen.

Förderprogramm „Barrierefreies Bauen – Lieblingsplätze für alle“: Es ist eine Förderung von Projektkosten bis zu 25.000 Euro möglich. Das Projekt muss innerhalb eines Förderjahres begonnen und abgeschlossen werden. Das Objekt muss für die Öffentlichkeit zugänglich sein. Weitere Informationen auf dresden.de.

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3 Kommentare

  1. Tolle Aktion, danke, lie Annett!!
    Schade, dass “barrierefrei” hier wieder nur rollstuhlgerecht meint. Dabei ist Barrierefreiheit so viel mehr, denn auch Menschen mit Einschränkungen beim Sehen, Hören oder ihres Intellekts treffen oft auf schwer zu bewältigende Barrieren im Alltag…

  2. Ich staune und bewundere Frau Heinich für ihr Engagement und wie sie ihr Leben, ihren Alltag meistert.
    Sie ist sicher vielen ein Vorbild.
    Ich hoffe, dass sie das weiß.
    Alles Gute ihr!

  3. Schade, dass es an so vielen Stellen immer noch solcher Behelfslösungen bedarf. Gerade am Lloyds (2. Bild) wäre der bauliche Aufwand minimal, um endlich einen dauerhaft stufenfreien Eingang zu ermöglichen. Man darf ja noch träumen …

Ergänzungen gern, aber bitte recht freundlich.

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