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Viertes Gitarrenfestival

Der Sommer kommt und damit die Zeit der Festivals. Für Fans der Gitarre und der Hinterhofkultur gehört dabei das Gitarrenfestival in der Alten Fabrik fast schon zu den Pflichtterminen. In gemütlichem Rahmen und jenseits kommerzieller Ziele haben Fabian Zeller und Juliano Camara für nächstes Wochenende wieder ein auserlesenes Programm auf die Beine gestellt.

Gemütliches Festivalambiente in der Alten Fabrik. Foto: Patrick Böhnhardt

Klänge aus Lateinamerika

Wie immer gehört dazu eine gehörige Portion südamerikanische Musik. So tritt Eduardo Pinheiro, Julianos Parter von Guanduo, diesmal als Teil eines ganzes Quartetts auf, um Kompositionen aus seinem neuen Album vorzustellen, die afro-brasilianische Rhytmen gefühlvoll mit Jazz zu verbinden wissen.

Aus ihrem neuen Album stellt auch Nora Buschmann vor – weltweit renommierte Sologitarristin, einst Dozentin und seitdem gute Freundin Fabians. Erst vor einigen Monaten sind die beiden gemeinsam durch Argentinien getourt. Noras Musik ist eine Hommage an das Land und seine Musik; unter anderem interpretiert sie Stücke von Carlos Moscardini.

Fabian und Juliano beim Konzert letztes Jahr. Diesmal sind sie ausschließlich vor der Bühne anzutreffen. Foto: Patrick Böhnhardt

Singen gegen den Status Quo

Um die musikalische Bandbreite des Festivals zu erweitern, haben Fabian und Juliano die junge iranische Musikerin Avin Ahmadi eingeladen. Sie spielt und komponiert auf der Oud, der persischen Laute, seit ihrer Kindheit in einem Land, in dem Frauen das Musizieren in der Öffentlichkeit verboten ist.

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Blitzumzug

Nun ist sie Studentin in Wien und singt auf europäischen Bühnen gegen den Status quo an. Und das ist nicht nur politisch, sondern auch künstlerisch eindrucksvoll. Selbst Fabi, der Weltmusik studiert hat und sehr umtriebig ist, hat damit eine neue Entdeckung gemacht: „ Mir war gar nicht klar, wie krass persische Musik ist; das kennt man hier gar nicht so.“

Avid Ahmadi mit ihrer Oud. Foto: Manuela Schauer

Das Festival liefert also ganz nebenbei eine der so wichtigen Gelegenheiten, über unseren kulturellen Tellerrand zu schauen. Wobei natürlich auch das, was auf dem Teller ist, durchaus als Leckerbissen bezeichnet werden kann. Davon gibt es auch europäische, speziell französische serviert: von Kevin Seddiki und Jean-Louis Matinier.

Das Duo auf Gitarre und Akkordeon ist dabei natürlich keineswegs unberührt von Einflüssen aus aller Welt; die virtuose Leichtigkeit, mit der die beiden musikalische Grenzen überschreiten, hat sogar das Label ECM mit einer Albumaufnahme gewürdigt. Vor dem Konzert gibt Kevin auch einen Workshop in perkussiver Gitarre. Die hat schließlich neben Saiten auch einen Klangkörper und kann also genauso als Trommel verwendet werden.

Kooperationsprojekt

Obwohl das Gitarrenfestival nun schon zum vierten Mal – nach wie vor mit freiem Eintritt – stattfindet und das Line-Up mit internationalen Bekanntheiten aufwartet, steht das Projekt finanziell noch immer auf wackeligen Beinen. „Wir sagen immer ‚Es wird durch eure Spenden ermöglicht‘, und das stimmt auch“, zuckt Juliano mit den Schultern.

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Neben einer Projektförderung der Stadt Dresden ist es die Privatkasse der beiden Jungs, die das Risiko trägt. Obwohl es bisher funktioniert hat und sich verschiedenste Menschen im Hintergrund engagieren, bleibt der Wunsch nach weiteren Kooperationspartnerschaften präsent.

Das Festival ist das “Baby” der beiden befreundeten Gitarristen. Foto: Elisabeth Renneberg

Nun, im Vordergrund steht erst einmal der nach einem gelungenen Festival mit tollen Konzerten und Menschen – also bitte zahlreich erscheinen!

4. Gitarrenfestival

 

Ergänzungen gern, aber bitte recht freundlich.

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