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Nach dem Polizeieinsatz im Hecht-Viertel

Am Morgen ist ein Team der Spurensicherung vor Ort. Rund um das Haus an der Rudolf-Leonhard-Straße riecht es noch stark verbrannt. In der Wohnung sind die Scheiben kaputt und rundherum ist Ruß. Auch in den anderen Wohnungen im Haus stehen die Fenster offen. Die Polizei will gegen Mittag weitere Informationen bekannt geben. Der Mann, ein 26-jähriger Deutscher mit der Waffe ist tot, sechs Polizisten wurden notärztlich versorgt.

Am Vormittag war die Spurensicherung vor Ort.
Am Vormittag war die Spurensicherung vor Ort.

Am Mittwochnachmittag war die Polizei gerufen worden, weil ein junger Mann mit einer Pistole hantiert haben soll. Ab ca. 14.30 Uhr sperrte die Polizei die Straße ab. Der Mann mit der Pistole hatte sich in die Wohnung zurück gezogen, zeigte sich aber immer wieder am Fenster. Im Laufe des Nachmittags muss er sich selbst verletzt haben. Bilder vom späteren Nachmittag zeigen ihn blutend und bandagiert.

Nach Angaben der Polizei hat er die Pistole mehrfach abgefeuert. Ein Anwohner berichtet, dass er diese dann auf die Straße geworfen habe. Es war offenbar eine Schreckschusswaffe. Später zeigte er sich mit einer Maschinenpistole am Fenster, ob es sich dabei auch um eine Anscheinwaffe handelte, hat die Polizei derzeit noch nicht bekannt gegeben.

Feuerwehr- und Polizeieinsatz im Hecht-Viertel - Foto: Roland Halkasch
Feuerwehr- und Polizeieinsatz im Hecht-Viertel – Foto: Roland Halkasch

Mann in der Wohnung ist tot

Später rückte das Spezialeinsatzkommando an und die USBV-Gruppe des Landeskriminalamtes, die für die Sicherung bzw. Entschärfung unkonventionellen Spreng- und Brandvorrichtungen verantwortlich ist. Die Polizei versuchte mit dem Mann zu verhandeln. Dies misslang. Zwischen 21 und 22 Uhr gab es mehrere Knallgeräusche und Rauchentwicklung. Die Polizei stürmte die Wohnung, gelangte aber wegen der massiven Brandentwicklung nicht bis zum Gesuchten. Mehrere Trupps der Feuerwehr ging unter Atemschutz zur Brandbekämpfung vor. Im Gebäude wurde eine bewusstlose Person aufgefunden und ins Freie gebracht. Dort wurde sie vom Rettungsdienst übernommen, welcher sofort mit Reanimationsmaßnahmen begann. Die Reanimation wurde nach einiger Zeit erfolglos beendet. Zur Identität des Toten ist derzeit noch nichts bekannt.

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Währenddessen erfolgte durch die Feuerwehr die Rettung von sechs Polizeieinsatzkräfte mittels Brandfluchthauben über den Treppenraum vom Dach des Gebäudes. Sie wurden durch das Einatmen von Brandrauch verletzt, vor Ort notärztlich versorgt und mit Rettungswagen in Krankenhäuser transportiert. Die Feuerwehr stellte stark erhöhte Kohlenmonoxid-Werte im Gebäude fest. Deshalb waren aufwändige Belüftungsmaßnahmen notwendig. Es wurden alle umliegenden Wohnungen kontrolliert und bedarfsgerecht maschinell belüftet.

Im Anschluss konnten die Bewohnerinnen und Bewohner in ihre Wohnungen zurückkehren. Sie waren durch die Polizei im Verlauf des Nachmittags in Sicherheit gebracht worden und temporär in Bussen der Dresdner Verkehrsbetriebe unterkommen.

Brandspuren an der Wohnung in der Rudolf-Leonhard-Straße
Brandspuren an der Wohnung in der Rudolf-Leonhard-Straße

Nachtrag Pressemitteilung der Polizei

Nach dem Einsatz am Mittwoch in der Leipziger Vorstadt dauern die Ermittlungen an. Zwischenzeitlich konnte die Identität des Mannes geklärt werden, der gestern leblos in der Wohnung an der Rudolf-Leonhard-Straße gefunden worden war. Es handelt sich um einen 26-jährigen Deutschen. Dieser hatte am Mittwoch mit zwei Waffen am Fenster der Wohnung hantiert. Diese Waffen sind gestern von Einsatzbeamten aufgefunden und sichergestellt worden. Bei ihnen handelt es sich um eine Schreckschusspistole sowie eine Softairwaffe in Form einer Maschinenpistole.

Die Todesursache des 26-Jährigen soll durch Sezieren der Leiche geklärt werden. Am Vormittag untersuchten Brandursachenermittler die betroffene Zweiraumwohnung an der Rudolf-Leonhard-Straße. Dabei stellten die Beamten mehrere Brandausbruchsstellen fest. Die Kriminalisten gehen davon aus, dass der Mann die Wohnung an verschiedenen Stellen selbst in Brand gesetzt hat. Die Wohnung brannte vollständig aus. Hinweise auf einen selbstgebauten Sprengsatz, mit dem der Mann am Mittwoch gedroht hatte, fanden die Beamten nicht. Die Motivation seines Handelns ist noch unklar.

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Im Einsatz waren mehr als 140 Polizeibeamte, darunter auch Spezialkräfte des Landeskriminalamtes Saschen. Beim Einsatz sind sechs Polizisten durch das Einatmen von Brandrauch verletzt worden.

Nachtrag: Anmerkungen eines Anwohners

Ein Anwohner, der das Geschehen von der anderen Straßenseite beobachtet hat, widerspricht der Darstellung der Polizei teilweise. So sei am Nachmittag nur ein Schuss gefallen. Außerdem habe der Mann die Pistole nicht auf die Polizisten, sondern einfach nur aus dem Fenster geworfen. Außerdem hat er später sein Handy und einen Blumentopf auf die Straße geworfen. Währenddessen standen die Polizisten die ganze Zeit verbal mit ihm in Kontakt.

Später habe er dann mit der großen Waffe gedroht, auch gerufen, dass er schießen wolle. Der Mann habe sich offenbar selbst verletzt, blutete stark an den Armen und hat sich wohl im Laufe der Zeit selbst bandagiert. Später war er dann nicht mehr zu sehen. Als es schon dunkel war, gab es mehrere Knallgeräusche und dann waren in der Wohnung Flammen zu sehen. Das SEK rückte vor und schlug die Fenster ein, wohl um den Rauch herauszulassen. Als die Feuerwehr mit Löschen fertig war, wurde der Mann auf die Straße getragen, dort fanden dann noch Reanimierungsversuche statt.

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