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Himmelblaues Hotel an der Friedrich-Wolf-Straße

Am Mittwoch hat Dresdens neuestes Hotel eröffnet, an der Dr.-Friedrich-Wolf-Straße. Mit hell- und dunkelblauen Rauten-Schindeln wirkt das Gebäude ziemlich modern, aber auch irgendwie bayrisch. Mit den drei hervorgehobenen Giebeln soll an die alte Bebauung erinnert werden.

Neues Hotel : Moxy
Neues Hotel : Moxy

Das neue Hotel gehört zur Moxy-Gruppe, eine Tochter der amerikanischen Marriott Hotelgruppe. Es ist das erste Moxy-Hotel in Dresden, das mit dem grell-pinken Schriftzug signalisiert: Jugendliche Kundschaft ist willkommen. Dieser Anspruch findet sich auch im Inneren wieder, die Möbel in dem Hotel wurden gemeinsam mit Ikea entwickelt und in Italien gefertigt. Seit 2014 gibt es Moxy-Hotels, inzwischen allein in Deutschland schon an 20 Standorten.

Standard-Zimmer im Moxy-Hotel - Foto: Marriot-Gruppe
Standard-Zimmer im Moxy-Hotel – Foto: Marriot-Gruppe

Die Räume machen einen sehr praktischen Eindruck, jedoch gibt es keine Schränke. Wie Sandra von Wiecki, die Hotelchefin hier in Dresden berichtet, habe man das Übernachtungsverhalten der Gäste beobachtet und festgestellt, dass die meisten nur eine Nacht bleiben und daher den Koffer sowieso nicht auspacken. „Daher haben wir auf die Schränke verzichtet und haben so mehr Platz in den Zimmern“, sagt von Wiecki.

Das Moxy ist ein Drei-Sterne-Hotel, die Übernachtungspreise beginnen ab 69 Euro. „Aktuell können wir natürlich nur Geschäftsreisende begrüßen“, schildert die Chefin den schwierigen Start in Pandemie-Zeiten. Sie hofft aber, dass das Hotel schon bald eine gute Adresse für Dresden-Tourist*innen wird. „Wir wollen die Millenials erreichen“, sagt sie. Dafür soll es im Foyer auch Tanzabende mit Livemusik geben. Immerhin gilt es, 185 Zimmer mit Besucher*innen zu füllen.

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Kein Schrank dafür Klapp-Elemente an der Gaderobe - Foto: Marriot-Gruppe
Kein Schrank dafür Klapp-Elemente an der Gaderobe – Foto: Marriot-Gruppe

Die weiß-blauen-Neubauten nehmen die alte Linie der Bebauung wieder auf. Bis kurz nach der Wende standen hier mehrgeschossige Gründerzeithäuser, die allerdings im Lauf der Jahre immer weiter verfielen und bis auf eine kleine Mauer abgetragen wurden. In einer Aufnahme von Google-Streetview vom August 2008 ist noch ein altes Gebäude zu sehen. Von dem Gelände dahinter hatte man eine zeitlang einen ziemlich verwunschenen Blick auf den Bahnhof Neustadt.

In einem der alten Häuser befand sich auch das berüchtigte „Café Spitz“. Zeitgenossen sind sich uneins, ob man die im Dezember 1989 eröffnete Spelunke als eines der ersten Szene-Cafés bezeichnen kann. Die Häuserzeile (hier ein Bildeindruck der Straße von 1990 in der Fotothek) selber bekam dann noch einmal ein gewissen Ruhm, als Kulisse in dem ZDF-Fernseh-Zweiteiler „Dresden“.

Früher stand entlang der Friedrich-Wolf-Straße eine Häuserzeile, die um die Jahrtausendwende abgetragen wurde, das Foto entstand 2009.
Früher stand entlang der Friedrich-Wolf-Straße eine Häuserzeile, die um die Jahrtausendwende abgetragen wurde, das Foto entstand 2009.
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10 Ergänzungen

  1. Schade, dass Wohnraum immer teurer wird aber so viele neue Hotels öffnen. Vor Corona war ja beim Hotelbestand schon keine riesige Auslastung vorhanden. Mehr brauchts also nicht.

  2. Hallo Meserune, das hatte ich auch gefragt. Allerdings sah die Marriott-Gruppe offenbar in Dresden noch Potenzial für ein weiteres Hotel. Die durchschnittliche Bettenauslastung in Dresden lag vor Corona bei etwas über 54 Prozent. Quelle: dresden.de. Zum Vergleich, in Hamburg ist man bei 59 (2018), in München bei 60 Prozent (2017).

  3. Hallo,
    ob’s nun nun ein neues Hotel braucht oder nicht, kann sich jeder selbst ausdenken.
    Zur Gestaltung denken wir: fürchterlich.
    Zur Preispolitik;
    Modern, schick, fein, aber (und das qualifiziert uns bestimmt als erweiternden Beitrag :-)):
    Haustier (Hund) 20€, Parkplatz 12€. Frühstück?
    Das ist heftig und das disqualifiziert das Hotel angesichts der anderen Sparmaßnahmen (keine Schränke etc.) schon erheblich.
    Unser Fazit: Niemand braucht das Ding unD dangesicht einer Auslastungsquote von 50…60% der Hotels in Dresden ist es nun nicht unbedingt das erfolgreichste Sadtentwicklungsprojekt.
    Viele Grüße!

  4. Ich habe mir lange das Bild von 1990 und die heutige Situation angeschaut. Gibt es irgendwelche Hintergründe, warum das Denkmalamt hier so wenig zur Erhaltung des Stadtbildes intervenierte? Sonst sind die pingelig bis zur Idiotie.

    Dass in den 2000ern angesichts der komfortablen Wohnungssituation niemand investieren wollte, verstehe ich, aber heute würde sich sicher ein Investor finden, der das Haus, mit vielleicht etwas weniger Gewinn, wiederhergestellt hätte.

  5. @DS: Die Häuserzeile war schon Anfang der 90er ziemlich baufällig. Wenn man damals reagiert hätte, wäre die Bausubstanz vielleicht zu retten gewesen. Ich war Mitte der 90er Jahre mal in einem Haus drin, da konnte man schon prima vom Erdgeschoss durch das Dach in den Himmel sehen. Meines Erachtens standen ab etwa 2000 dann für lange Zeit nur noch die Fassaden, die dann Stück für Stück abgetragen wurden.

  6. Es gab wohl mal Auflagen die Fassaden zu schützen. Die wurden dann auch in einem Film (irgendwas mit Veronica Ferres) genutzt. Später wars dann vermutlich der spekulative Verfall – das Denkmalamt scheint mir bei sowas meist ziemlich feige und versteckt sich hinter seiner fehlenden Sanktionsfähigkeit.

Ergänzungen gern, aber bitte recht freundlich.

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