Ein Schwimmbad für Pieschen und die Neustadt

Am 11. April soll der Stadtrat über das Dresdner Bäderkonzept entscheiden. Dies hatte kürzlich der Fachreferent Sport, Gunnar Krisch, im Stadtbezirksrat vorgestellt. Neue Bäder sind laut dem Konzept in Prohlis und in Klotzsche geplant. Letzteres soll an der Königsbrücker Landstraße entstehen und auch für die Versorgung der Bevölkerung in Pieschen und Dresden-Neustadt zur Verfügung stehen.

Wollen ein Bad für Neustadt und Pieschen: Vincent Drews und Johannes Lichdi
Wollen ein Bad für Neustadt und Pieschen: Vincent Drews und Johannes Lichdi
Heute stellten die Stadträte Johannes Lichdi (Grüne) und Vincent Drews (SPD) einen Änderungsantrag für das Bäderkonzept vor. Sie wollen, dass die Stadt an der Harkortstraße ein Kombi-Bad mit Schwimmhalle und Freibad plant.

Das Grundstück gehört derzeit der Deutschen Bahn. Nach Informationen von Drews wird es derzeit als Baustellenlager genutzt und die Bahn könnte das Gelände in ein paar Jahren veräußern wollen.

Das Gelände sei für ein Bad ideal, da es verkehrsgünstig gelegen ist und aufgrund der Lage zwischen zwei Bahntrassen für Wohnbebauung ungeeignet sei. Das Gelände ist schon im „Integrierten Stadtentwicklungskonzept (INSEK) erwähnt. Interesse an dem Gelände hat auch der Sportverein Motor Mickten. Der möchte sich gern an der Entwicklung des Gebietes beteiligen. (Pieschen-Aktuell vom 31. Mai 2017) „Den Verein möchten wir gern für das Projekt mit einbeziehen“, sagt Drews.


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Idee zum Harkort-Bad schon drei Jahre alt

Diese Idee gibt es schon seit fast drei Jahren und wurde von der Pieschener SPD angeregt (Siehe Pieschen-Aktuell vom 10. Oktober 2016). Die Harkortstraße liegt an der Schnittstelle zwischen Pieschen und der Neustadt am Bahndamm nahe der Großenhainer Straße. Allerdings gehört das Gelände der Deutschen Bahn.

SPD-Vorschlag: Auf dem Gelände zwischen den Gleisanlagen sollen eine neue Schwimmhalle, eine Gewerbegebiet und Grünanlagen entstehen. Grafik: W. Schenk / openstreetmap
SPD-Vorschlag: Auf dem Gelände zwischen den Gleisanlagen sollen eine neue Schwimmhalle, eine Gewerbegebiet und Grünanlagen entstehen. Grafik: W. Schenk / openstreetmap

Sachsenbad kontra Harkortstraße

In Pieschen ist der Standort umstritten. So wird vor allem von Vertretern der Linken befürchtet, dass ein Schwimmbad an der Harkortstraße den Plänen des Wiederaufbaus des Sachsenbades den Todesstoß versetzen könnte. Im Bäderkonzept der Stadt kommt das Sachsenbad jedoch gar nicht vor.

Das Schwimmbecken im fast 125 Jahre alten Nordbad ist 16 mal 8 Meter groß. Foto: Archiv 2017
Das Schwimmbecken im fast 125 Jahre alten Nordbad ist 16 mal 8 Meter groß und aktuell das einzige für mehr als 100.000 Einwohner in Pieschen und der Neustadt. Foto: Archiv 2017

Im Bauausschuss gescheitert

Nachdem die Stadtbezirksräte in der Neustadt und in Pieschen, das bestehende Bäderkonzept abgelehnt hatten, hatte Stadtrat Lichdi versucht, im Bauausschuss den Vorschlag des Stadtbezirksrates Neustadt durchzusetzen. Der Bauausschuss lehnte den Antrag ab, der „eine erneute Standortuntersuchung für den Neubau eines Hallenbades und Freibades für den Dresdner Norden unter Einbeziehung von Neustadt und Pieschen“ forderte.

Stadtratssitzung am 11. April

Nun wollen es die beiden Lokalpolitiker also über den Stadtrat versuchen. Lichdi rechnet mit guten Chancen und hofft auf Stimmen aus der CDU-Fraktion, immerhin stünden die Kommunalwahlen bevor.

Das Gelände an der Harkortstraße gehört der Deutschen Bahn.
Das Gelände an der Harkortstraße gehört der Deutschen Bahn.

9 Kommentare zu “Ein Schwimmbad für Pieschen und die Neustadt

  1. Es gibt kaum eine bessere Anbindung für die Neustadt, als das geplante Klotzscher Schwimmbad. Man steigt in die Linie 7 und dann direkt am Schwimmbad aus. Zurück der selbe Weg. Kein Kind wird durch den Straßenverkehr gefährdet, wenn es versucht, sich mit dem Fahrrad zu behaupten. Zum Planschen und Chillen gibt das Nordbad, da landet meine Tochter mit ihren Freundinnen auch öfter und findet es sehr angenehm. Zum Bahnen schwimmen kann man ins Georg-Arnhold Bad gehen oder mit der Straba zum Freiberger Platz fahren.
    Natürlich verstehe ich, wenn Politiker sich profilieren wollen. Wirklich notwendig ist das jedoch nicht.

  2. Es gibt kaum eine bessere Anbindung für die Neustadt, als das geplante Schwimmbad in der Harkortstraße. Man steigt in die Linie 13 und dann direkt am Schwimmbad aus. Zurück der selbe Weg. Kein Kind wird durch den Straßenverkehr gefährdet, wenn es versucht, sich mit dem Fahrrad zu behaupten.

  3. Ich finde schon dass eine Stadt wie Dresden auch im Innenstadtbereich mehr Schwimmhallen braucht. Der Zeitaufwand ist enorm, wenn das Kind einen Schwimmkurs machen soll und allein die An- und Abfahrt bis zur Schwimmhalle jeweils mehr als eine halbe Stunde frisst. Als arbeitende Alleinerziehende fast unmöglich, immerhin sind es 10 bis 12 Termine pro Kurs. Und bisher sind die vorhandenen Hallen ziemlich voll, weil es einfach zu wenige sind! Für einen Kinderschwimmkurs muss man sich fast ein halbes Jahr vorher anmelden um einen Platz zu bekommen. Zwei neue Schwimmhallen sind auf keinen Fall zuviel, denn derzeit herrscht einfach ein großer Mangel!

  4. Und es schwimmen ja nicht nur Kinder. Es ist recht nervig als Erwachsener in Dresden Zeiten zu finden in denen man ein paar Bahnen ziehen kann. Unter der Woche sind viele Schwimmbahnen von Schulklassen und Vereinen blockiert, am Wochenende sind dann oft Wettkämpfe. Die Schwimmhallen, die dann übrig bleiben sind dann entsprechend überfüllt.

Kommentieren gern, aber bitte recht freundlich.

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