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Neustadt-Geflüster

Dresden Neustadt von Anton Launer

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Beschreibung
Das Neustadt-Geflüster von Anton Launer erzählt täglich frische Nachrichten aus dem Kneipen- und Szene-Viertel Dresden-Neustadt. Damit es nicht langweilig wird, werden diese mit Hintergründen, Albernheiten, Gerüchten, Klatsch, Tratsch, Tests und heißen Diskussionen aus der Äußeren Neustadt vermischt. Und natürlich gibt es hier die besten Informationen über die Bunte Republik Neustadt.

Gentrifizierung in der Neustadt

Da dieses Schlagwort in den vergangenen Tagen sehr oft gefallen ist und ich gestern ein interessantes Gespräch mit einem Hausverwalter führen konnte, möchte ich gern etwas näher auf das Thema eingehen.

Das sagt die Wikipedia (Auszug): Die Gentrifizierung, umgangssprachlich auch Yuppisierung, ist ein in der Stadtgeographie angewandter Begriff, der einen sozialen Umstrukturierungsprozess eines Stadtteiles beschreibt, die Aufwertung des Wohnumfelds durch teils gezielte und selektive Veränderung der Bevölkerung, sowie durch Restaurierungs- und Umbautätigkeit.

Ich will mich mal auf die Neustadt beschränken. Eine Aufwertung des Wohnumfeldes hat in den vergangenen Jahren definitiv statt gefunden. Das ist unstreitig. So gibt es in der Neustadt kaum noch leerstehende Häuser und nur noch wenige unsanierte mit Außenklo und Ofenheizung. Aber hat sich die das soziale Umfeld wirklich so stark verändert? Sind die sogenannten Ur-Einwohner wirklich alle weggezogen?

Ich hab da jetzt keine statistische Zählung an der Hand, wie sich die Einkommen der Neustädter so entwickelt haben, aber gefühlt ist es doch so: Durch die Sanierungen sind viel mehr Wohnungen bewohnbar geworden. Die Anzahl der Neustädter hat also gewaltig zugenommen, die Zugezogenen haben sicherlich im Vergleich zu denen, die schon länger als 20 Jahre hier wohnen, mehr Geld zur Verfügung, um auch die Spitzenpreise von 7,50 Euro/m² kalt zu zahlen. Aber es gibt auch noch eine Menge günstigerer Wohnungen und für Sozial-Schwache gibt es immerhin noch die Möglichkeit Wohngeld zu beantragen. (Infos dazu gibt es hier) Außerdem gibt es auch immer noch günstige Wohnungen, die man nur mit Wohnberechtigungsschein bekommt. In dem Gespräch mit dem Hausverwalter gestern erzählte er mir über die Mischung in einem Haus, dass er betreut. Die Mieter seien Studenten, Angestellte, ein Professor und auch eine Dame jenseits der 70, die noch mit dem alten DDR-Mietvertrag in ihrer Wohnung lebe.

An anderer Stelle fiel einmal das Schlagwort Gentrifizierung light … Ist es das, was auf die Neustadt zutrifft?

Und Yuppies gibt es doch wohl nur im Blumenau. Zumindest steht es dort seit Ewigkeiten draußen dran.

2 Kommentare zu „Gentrifizierung in der Neustadt“
  • Matti sagt:

    Zu Thema Gentrifizierung in der Neustadt:
    Die Dissertation von Jan Glatter (Lehrstuhl für allgemeine Wirtschafts- und Sozialgeographie an der TU) hat genau dies zum Thema (2007). Siehe hier

Kommentieren gern, aber bitte recht freundlich