Zart ist gar kein Ausdruck

Liebevoll eingerichtet: Estancia Beef Club

Liebevoll eingerichtet: Estanzia

Seit dem 12. Januar gibt es an der Forststraße wieder kulinarische Leckereien. Inhaber Steffen Zuber hat das ehemals italienische Restaurant ordentlich umgekrempelt. Zeit für einen Luxus-Imbiss-Test.

Von außen nicht so schick: Estancia Beef Club

Von außen nicht so schick: Estancia Beef Club

Von außen sieht das Gebäude nicht so einladend aus, außerdem hat jemand eine Botschaft untergebracht: „Esst weniger Fleisch“. Ich habe mir einen adretten Begleiter gesucht und will mich von diesem Spruch und der Fassade nicht schrecken lassen. Steffen Zuber begrüßt uns mit einer riesigen Flasche Wein in der Hand „Großes Gewächs“ – nein, nach Wein steht mir gerade nicht der Sinn, wir wollen Mittagstisch und suchen uns ein gemütliches Tischchen.

Esst weniger Fleisch

Esst weniger Fleisch


Zuber hat vorgebeugt und die ersten sechs Wochen zur Probezeit erklärt. Die richtige Eröffnung soll Anfang März folgen. Zum Mittag sind noch einige Plätze frei, abends, so schreibt Kollege Stipriaan, sollte man besser vorbestellen.

Wir werfen einen Blick in die Mittagskarte. Ich entscheide mich für ein Gulasch, mal sehen ob die Köche hier das vorzügliche Feuergulasch aus der Schmiede toppen können. Mein Begleiter entscheidet sich für ein Mini-Steak mit Salat. Schnell soll es gehen, in zehn Minuten serviert, so wird es auf der Speisekarte versprochen. Für mein Rinder-Gulasch werden 7,95 Euro fällig, für das 100-Gramm-Steak 9,95 Euro. Uns bleibt nur kurze Zeit zum Umsehen.

Innen erscheint das Restaurant sehr rustikal, die hässliche Außenfassade ist längst vergessen, riesige Baulampen hängen von der unverkleideten Decke, schwere Ledersessel laden zum gemütlichen Lümmeln ein. Schicke Holztische warten auf die Speisen.

Rinder-Gulasch

Rinder-Gulasch

Dann ist es da. Zwei Klöße kuscheln sich an das Gulasch, ein bisschen roter Pfeffer lässig daneben gestreut, dazu frischer Salat. Der knackt. Ganz im Gegensatz zu dem zart durchgegarten Fleisch. Das ist so weich, dass ich es fast mit der Zunge am Gaumen zerdrücken kann. Und die Soße, grandios. Die Klöße hätte Großmutter auch nicht besser gesiedet.

Ich werfe einen Blick zum Teller meines Begleiters. „Esst weniger Fleisch“ – na, wenn das so gemeint ist. Das Steak ist echt winzig. Keine Kohlehydrate dazu nur Salat. Dabei handelt es sich um ein Black Angus Filet-Steak. Der Herr ist zufrieden und bietet mir sogar noch einen Koste-Häppchen an. Herrlich. Hier komme ich wieder Steak essen.

100-Gramm-Mini-Steak

100-Gramm-Mini-Steak

Übrigens, „Großes Gewächs“, auf der Weinflasche gelegentlich auch mit GG gekennzeichnet, steht für die höchste Klassifikationsstufe für trockene Weine, der Franzose würde vom Grand Cru sprechen.

Infos und Öffnungszeiten zum „Estancia Beef Club“

  • Fazit: Gehobene Steak- und Grill-Spezialitäten vom Holzkohle-Grill, dazu edle Tropfen. Ein Restaurant für Feinschmecker. Mittags vergleichbar kleine Preise für schnelle Gerichte ab 6,95 Euro
  • Forststraße 1 (Bautzner Straße gegenüber der runden Total-Tankstelle)
  • Montag bis Freitag 12 bis 15 und 17 bis 24 Uhr, Sonnabend 17 bis 24 Uhr, Sonntag 12 bis 22 Uhr, weitere Infos auf der Facebook-Site, und unter: www.estancia-dresden.de Telefon: 0351 81157899

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13 Kommentare für “Zart ist gar kein Ausdruck

  1. Franzl Lang
    17. Februar 2016 um 12:21

    Frage der Fragen: sättigt dieses winzige etwas denn hinreichend?

    • 17. Februar 2016 um 13:08

      Mein Begleiter behauptet dies.

  2. Andreas
    17. Februar 2016 um 14:25

    Sieht irgendwie nach Mensa-Tablett aus.

  3. Tomdd
    17. Februar 2016 um 18:28

    Wenigstens mal kein vegan oder ähnliches. Viel Erfolg!

    • julia
      17. Februar 2016 um 21:19

      na ja immer Gulasch ist auch nicht so der Heilsbringer … ;)

  4. christoph
    17. Februar 2016 um 22:01

    @ Julia… euja

  5. Insider
    17. Februar 2016 um 22:31

    “Zart ist gar kein Ausdruck”

    Franzl Lang:

    Frage der Fragen: sättigt dieses winzige etwas denn hinreichend?
    Antworten
    Anton:
    Mein Begleiter behauptet dies.

    @Anton,
    ist Deine Begleitung Magersüchtig ? :-)))
    Handelt es sich bei diesem Herrn Zuber
    um selbigen welcher seine „Kneipe“ auf der
    Alaunstraße verkauft hat und welcher am
    Fetscherplatz sein „Zugpferd“ bewirtet äh betreibt ?

    • 18. Februar 2016 um 08:46

      @Insider: Nein, ja und ja.

  6. Roger G.
    18. Februar 2016 um 11:04

    „ob die Köche hier das köstliche Feuergulasch aus der Schmiede toppen kann“ ist mein Lieblingssatzteil ;)

    Rosa Pfeffer gibt es nicht. Es sind rosa Beeren.

    Klugscheißermodus off.

    • 18. Februar 2016 um 14:55

      Danke Roger, den falschen Singular hab ich mal korrigiert. Mit „rosa Pfeffer“ kann ich jedoch sehr gut leben.

    • julia
      19. Februar 2016 um 18:11

      ich finde rosa Pfeffer super

  7. Jutta B.
    18. Februar 2016 um 15:45

    Flax zu, We love Vegan in Flammen aufgegangen und Lobeshymnen auf’s Beef: das nenne ich mal Klimawandel.

  8. Mitlesend
    24. Februar 2016 um 11:01

    Und prompt ist das Graffiti seit letzter Woche weg. :-)

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