Ausverkauf im Mode-Atelier Sumeria

Nach 13 Jahren und schweren Herzens gibt Saadya Alraee ihr Mode-Atelier in der Rothenburger Straße auf. Es ist die Gesundheit, die ihr zu schaffen macht. An dem kleinen Lädchen „Sumeria“ prangen nun große Schilder mit „Räumungsverkauf“.

Alraee Saady im Mode-Atelier Sumeria

Alraee Saady im Mode-Atelier Sumeria

„Alles muss raus“, seufzt sie. Ende März gibt sie den Laden ab. Einen Nachfolger, der das Atelier übernehmen könnte, hat sie nicht gefunden. Dabei hatte die 61-Jährige hier in der Neustadt ihre neue Heimat gefunden. Ihr Leben glich bis dahin einer endlos langen Odyssee. Geboren im Irak, dort hat sie auch das Schneider-Handwerk erlernt, dann Zwischenstationen im Libanon, dem Jemen und Bulgarien, bis sie hier in Dresden ankam.

Das Lädchen auf der Rothenburger war ideal. Ordentlich Laufkundschaft und genügend Platz für die kleine Nähwerkstatt im Hinterzimmer. Ihre uralte Textima-Nähmaschine hat Saadya mit einem Motor ausgerüstet. Hier schneidert sie Hochzeitskleider, Festkleider, Berufsbekleidung und Alltagskleider. Und wundervolle Accessoires wie Hüte und Schals. Auf zahlreichen Modenschauen war sie mit ihren Kleidern präsent.

Jetzt hört sie auf. Das Geschäft sei auch schwieriger geworden, berichtet sie, die Miete im Laufe der Zeit um gut 50 Prozent gestiegen. Da sie keinen Nachfolger gefunden hat, verkauft sie nun alles. Von den Kleidern und Accessoires bis hin zu Regalen, Tischen, Stoff-Meterware. Auch die Schneider- und Schaufensterpuppen und die Nähmaschinen will sie los werden. „Ich weiß noch nicht, wie es weiter geht“, sagt sie, aber dass sie noch einmal ein Geschäft aufmacht, ist ziemlich unwahrscheinlich.

Weitere Infos zum Modeatelier Sumeria

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12 Kommentare zu “Ausverkauf im Mode-Atelier Sumeria

  1. Andrè
    18. Januar 2016 at 14:12

    @ Anton Launer:

    Warum gibt’s eigentlich nichts zum gelegten Brand neben Cafe Europa auf der Königsbrücker Straße zu lesen? Das ist jetzt drei Tage her. Vor einer Woche hat es erst auf Bautzner gebrannt, auch Brandstiftung. Stehen die Brände im Zusammenhang? Bitte recherchiert.

    • 18. Januar 2016 at 14:32

      @André: Die Dresdner Polizei hat dazu nix gemeldet. Möglicherweise hat niemand den Brand bzw. die Brandfolgen angezeigt.

  2. tom
    18. Januar 2016 at 17:06

    @ Anton Launer:

    Ich habe euch schon am Sonntag davon geschrieben, dass es dort gebrannt hat, wann das war und welcher Schaden entstanden ist. Nur weil die Polizei es nicht veröffentlicht hat, soll der Brand jetzt nicht erwähnenswert sein? Ich dachte ihr berichtet was so in der Neustadt passiert oder geht konkreten Hinweisen zumindest nach. Offenbar falsch gedacht. Schade.

    In Anbetracht, dass es erst vor ein paar Tagen diesen Kellerbrand ein paar Straßen weiter gab, könnte man schon darüber berichten. Die Einfahrt ist frei zugänglich, ihr könnt euch vom Ausmaß selbst überzeugen, von mir aus schicke ich euch auch gerne noch ein paar Bilder. Die Bewohner im Haus hatten riesiges Glück, dass bei diesem Brand keiner ins Krankenhaus musste wie beim Brand letzte Woche.

    • 18. Januar 2016 at 17:23

      @tom: Wenn ich jeden Brand melden wollte, hätten wir hier ein Brandgeflüster. Heute hat es übrigens schon wieder gebrannt, diesmal auf der Helgolandstraße. Siehe Mopo-Facebook-Site.

  3. Unfassbar
    18. Januar 2016 at 17:07

    Hmm, ist schon ein Monat der Schließungen und Renovierungen, wenn man so durch die Neustadt läuft. Naja, nichts bleibt wie es ist… Schauen wir mal was so Neues kommt.

  4. Andreas
    18. Januar 2016 at 19:45

    Ich vermisse hier übrigens eine Meldung über das „Urteil“ des Europ. Gerichtshofes zur Waldschlösschenbrücke. Was kann es bedeuten? Wie wird es eingeschätzt?

  5. Jutta B.
    19. Januar 2016 at 10:49

    Der Leerstand der Geschäfte nimmt auf jeden Fall zu.
    Viele Geschäftsmodelle rechnen sich nach einer Mieterhöhung nicht mehr. Wäre alles bestens, würden sich ja Nachfolger finden.

    In der Kami hat der
    – ungarische Laden Tokaj geschlossen,
    – die Piraten sind weg,
    – das kleine Lädchen daneben steht seit geraumer Zeit leer,
    – das ehemalige Schmuckatelier wird seit einer gefühlten Ewigkeit „in Kürze“ renoviert,
    – der Müsliladen hat immer noch keinen Nachmieter.

    Nur das ehemalige Orange wird jetzt von verschiedenen Jugendlichen bespielt – leider hinter verklebten Scheiben (warum?).
    Das Nachbarschaufenster ist auch schon lange verklebt und wohl jetzt eine Wohnung.

    Bald ist auch das Herbert-Wehner-Bildungwerk weg, dann wird’s hier dunkel.

    • 19. Januar 2016 at 11:03

      @Jutta B. … Das Problem ist, dass sich die Ladenmieten nicht an der Nachfrage orientieren, sondern an den Immobilien-Preisen. Solange die Wertsteigerung der Immobilie pro Jahr höher ist als die zu erwartenden Mieteinnahmen, wird sich zumindest bei Anlage-Immobilien daran nichts ändern. Auf der Kamenzer Straße könnte sich für einige der von Dir erwähnten Lädchen auch eine Umgestaltung in eine Wohnung lohnen.

    • maya
      20. Januar 2016 at 02:02

      das wehner-werk zieht weg? gibts dafür ne quelle?

  6. Jutta B.
    19. Januar 2016 at 11:39

    „Umgestaltung in eine Wohnung“ – na klar! Aber wer sagt das den Besitzern mal?

  7. abrazzo
    19. Januar 2016 at 14:31

    Mir kommt das alles sehr merkwürdig vor. Wenn der „freie Markt“ funktionieren würde, dann müssten die Pachtpreise bei dem riesigen Überangebot doch schnell fallen. Oder?
    Warum sollte man sich an den Immobilienpreisen orientieren? Dann bleibt die Bude doch trotzdem leer. Ich kann mir nicht vorstellen, daß die alle verkaufen und mit zu erwartenden Pachteinnahmen punkten wollen. Oder will nur niemand das erste Zeichen mit billigeren Preisen setzen, um das Pachtniveau künstlich hoch zu halten?
    Irgendwie klappt das alles nicht. Sieht man auch an zahllosen, teuren Einkaufspassagen andernorts, die auch mesit zur Hälfte ständig leerstehen. Warten die alle auf die gelangweilten Zahnarztgattinen, die teure Nobelboutiquen aufmachen? Rätsel über Rätsel.

  8. Unfassbar
    19. Januar 2016 at 23:02

    Alles ändert sich, nur nicht HuK, standfest in stürmischen Zeiten, die Revolution fest im Blick. :-)

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