Nur einmal …

Seit April gibt es das „Only One“ auf der Alaunstraße. Gestern nun hab ich allen Mut zusammengenommen, mir einen lieben Freund geschnappt und bin hin. Das Eintreten wird erschwert durch eine Clique jugendlicher Hip-Hop-Fans, die mit coolen Gesten und lustigen Jacken durch den Gastraum laufen. Der Barkeeper empfiehlt uns gleich den Garten, falls wir rauchen mögen. Aber dort ist es nass, also verziehen wir uns doch wieder nach drinnen. Stylisch sieht es aus, auf den ersten Blick.

An der Wand ein riesiges Regal mit Wodka-Flaschen, gegenüber ein Stadtsilhouettenbild im Ikea-Stil, daneben eine leuchtende Werbetafel. Der Tresen strahlt violett. Was zuerst stylisch schien, wirkt beim genauen Betrachten billig, auch die Tischdekoration. Inzwischen habe ich das Gefühl in einer Vorort-Bar zu sein. Vielleicht auch, weil die Jugendlichen verschwunden und wir die einzigen Gäste sind.

Doch wir lassen uns nicht abschrecken. Wollen die Cocktails probieren. Ich bestelle einen „Raspberry Mint Sprizz“ mit frischer Minze und Himbeeren, angerührt in Limettensaft. Mein Begleiter wählt einen der Molekular-Cocktails, einen „Ipanema“ – laut Karte ist das ein pikanter Bluff aus Limetten, Rohrzucker, Eis und aromatisiertem Maracujaschaum. Die Kellnerin ist sehr freundlich und bringt uns die Getränke in Windeseile. Die Drinks leuchten herrlich rot und grün. Lecker sind sie beide. Der Schaum des „Ipanema“ ist raffiniert.

Die Cocktails im Only One sind lecker.

Die Cocktails im Only One sind lecker. Anklicken zum Vergrößern.

Wir sitzen und schwatzen. Unsere Analyse: Die Bar kann so nicht funktionieren. Denn für die passende Cocktail-Klientel hat sie einfach zu wenig Stil. Mit wenigen Mitteln könnte man hier sicher einiges erreichen. Eine wärmere Beleuchtung, der Kitsch muss von Tischen und Wänden und die grässliche Werbetafel über dem Eingangsbereich weg. Und so toll Rock’n’Roll-Musik auch ist, zu einer Bar mit Lounge-Charakter passt das nicht wirklich.

Wir zahlen und gehen – nach nebenan. Im „Trotzdem“ sind alle Tische voll besetzt. Von dem Publikum würde sich vermutlich niemand ins „Only One“ verirren. Auch wir waren ganz sicher nur einmal dort.

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12 Kommentare zu “Nur einmal …

  1. 22. Juli 2011 at 09:50

    seit wann gibst du den Kneipern Tipps, damit aus dem Laden etwas wird? ;)

  2. Critter
    22. Juli 2011 at 12:44

    Ich wohne da gleich in der Nähe, laufe als öfters vorbei. Eigentlich habe ich noch nie Gäste drin gesehen. Ich würde auch nicht unbedingt rein wollen. Schon von draußen wirkt das wie ein Fremdkörker in der Neustadt. Hätte vielleicht eher auf die Weiße Gasse gepasst.
    Ok, die Cocktails sehen gut aus, aber bei Rocj Musik wäre ich auch geflüchtet *zw*

  3. onkel
    22. Juli 2011 at 23:04

    klingt typisch nach einem der selbs noch nie was eröffnet hat.

  4. Bernhard
    23. Juli 2011 at 14:25

    Danke fürs ausprobieren, haben uns bisher auch nicht reingetraut.
    Hatte viel Spaß beim lesen:-)
    Als nächstes könntest du mal nen Abstecher in diese Bar/Cafe’/Restaurant auf der Görlitzer gehen. Ich glaub vorher war da dieser Cup&Cino-Landen drin. Würd mich mal interessieren was du dazu schreibst.

    @onkel: Verlangt ja auch keiner, jemals eine Gastro aufgemacht zu haben nur um als Gast kritisieren zu dürfen.

  5. Gabi
    27. Juli 2011 at 09:13

    Eigentlich schon lange geplant, doch aus Zeitgründen immer wieder aufgeschoben, machte ich mich gestern mit einem Freund zum OnlyOne. Die schlechte Presse hatte uns neugierig gemacht und wir wollten uns selber ein Bild machen. Entgegen Herrn Launers Bericht können wir nur sagen: top Location. Sehr angenehme Atmosphäre, super freundliches Personal, leckere Speisen (die übrigens frisch zubereitet waren) und interessante Cocktails. Das OnlyOne ist mit viel Liebe zum Detail gestaltet und man merkt schon, dass die Besitzer sich viele Gedanken gemacht haben. Unter dem sonstigen Einheitsbrei der Neustädter Kneipen ist das OnlyOne schon was Besonderes.

    Ich habe keine Ahnung, was Herrn Launer zum obigen Bericht veranlasst hat. Für mich gibt es da nur zwei Möglichkeiten: Entweder war Herr Launer aus irgendeinem Grund angepisst oder ihm ist eine ordentliche Gastronomie nicht bekannt. Doch viel beschämender finde ich den Umstand, dass er als Möchtegernberichterstatter der Neustadt nicht mal in der Lage ist, einen objektiven und professionellen Bericht abzugeben. Ein super schlechtes Aushängeschild für die Texterwerkstatt, das Neustadtgeflüster und Herrn Launer. Bei dem Bericht kommt mir das Bild eines bockigen Kindes in den Sinn, dem der Lutscher weggenommen wurde. Ich kann nur jedem raten sich selber ein Bild vom OnlyOne und allen anderen Locations, die Herr Launer so beurteilt, zu machen und nichts auf das Urteil eines zweitklassigen Hinterhof-Journalisten zu geben.

  6. FX
    27. Juli 2011 at 12:21

    @Gabi: „Bei dem Bericht kommt mir das Bild eines bockigen Kindes in den Sinn, dem der Lutscher weggenommen wurde“. Hab nur ich den Eindruck, dass Du mit dem rezensierten Etablissement verbandelt ist?
    Blogs sind i.d.R. subjektive Meinungsäußerungen. Du bist anderer Meinung, das hast Du geschrieben. Kein Grund, Anton persönlich anzugreifen.
    Mir erscheint das Only Once ebenfalls etwas billig gestaltet, es macht einen ziemlich kühlen Eindruck, der mich nicht verleiten kann, dort einzukehren – meine persönliche Meinung ;-)

  7. moni
    27. Juli 2011 at 18:08

    @gabi: ich weiß nicht, ob du dort arbeitest oder die bar deinen freunden/bekannten/wie auch immer gehört: es klingt verdammt nach schleichwerbund in eigener sache, und die kommt hier gar nicht gut an. jeder hat das recht hier seine meinung zu sagen. und wenn dir eine meinung nicht gefällt, dann stelle den verfasser nicht beleidigend in die dumme-junge-ecke.

  8. Karsten
    28. Juli 2011 at 22:23

    @gabi: dein kommentar ist voll daneben!
    wie von einem kleinen kind dem man den lutscher weggenommen hat :-/

  9. rainer zufall
    30. Juli 2011 at 13:19

    halli hallo,

    ich kann deine meinung, das es billig aussieht und nicht durchdacht ist nicht teilen, es ist relativ stylisch eingerichtet die farbe ist vielleicht nicht so glücklich gewählt aber sticht schon hervor und zieht sich auch bis zum ende im Design der location durch. Ich find das dort super vorallem der Biergarten ist cool :-D. Wer dort noch nicht drinne war sollte sich einfach persönlich mal ne meinung bilden ;-)

  10. Sabine
    4. August 2011 at 13:47

    Biergarten ist aber doof wenn es den ganzen Abend regnet(wir uns vergangenen freitag passiert)

  11. 5. September 2011 at 16:34

    Ich beobachte das Treiben der Bar auch schon länger. Am besten finde ich die Abschreckung von Gästen, indem sich das Personal direkt vor den Eingang stellt oder setzt um ne gemütliche Kippe zu rauchen, weil ja sowieso nix los ist. Finde das mit den Leucht-Trinks eigentlich gut, aber von außen ist davon nix zu sehen, dass diese Bar diese einzigartigen Sachen anbietet. Schade!Der Betreiber sollte sein Konzept wirklich mal überdenken.

  12. Critter
    23. August 2013 at 10:29

    Nicht gut genug für den Anton, aber gut genug für CNN :)
    http://www.sz-online.de/nachrichten/cnn-lobt-dresdner-drink-2647045.html

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