Beim diesjährigen Kickerinnen*Cup traten am vergangenen Sonnabend sieben Flinta*-Teams gegeneinander an. Zwischen sportlichem Ehrgeiz, kräftigen Schüssen und einer Menge guter Laune zeigte sich schnell: „Bolzen ist für alle da“. Doch ob das beliebte Turnier auch im kommenden Jahr wieder stattfinden kann, ist noch unklar.

Der Kickerinnen*Cup ist ein queerfeministisches Fußballturnier, das vom *sowieso* unterstützt wird und in diesem Jahr zum siebten Mal in Dresden stattfand. Auch in diesem Jahr wurde der Wettbewerb wieder in der Louise ausgetragen. Auf dem Platz spielen ausschließlich Flinta* – also Frauen und Mädchen sowie lesbische, inter*, trans* und agender Personen.
Schon während der Spiele wurde deutlich, dass es hier nicht nur darum ging, wer am Ende die meisten Tore schoss, sondern vor allem um das Miteinander. Die Stimmung war ausgelassen und auch für die gegnerischen Teams wurde mitgefiebert und angefeuert.

Trotzdem wurde auf dem Platz keineswegs mit angezogener Handbremse gespielt. So mancher harte Schuss sorgte auch am Zuschauernetz für kurze Schreckmomente.
Vom Fußball zum Entengolf
Die sieben Teams traten in unterschiedlichen Leistungsstufen gegeneinander an. Die Einsteiger*innen spielten in der Gruppe „Zauberfüße“, während die erfahrenen Teams bei den „PassAssen“ antraten. Unter den Teilnehmenden waren zum Beispiel die Dresdner Gruppe Queer Monday, aber auch Teilnehmende mit weiterer Anreise, wie die Rosa Panther aus Nürnberg.
Neben dem Fußball gab es in diesem Jahr eine zweite Disziplin: das Entengolfen. Klingt genauso lustig wie es aussah. Kleine Gummienten mussten mit möglichst wenigen Schlägen ans Ziel kommen. Die Spielenden zeigten sich sichtlich begeistert: „Das macht so viel Spaß!“

Unterstützt wurde die Veranstaltung außerdem von verschiedenen Projekten und Vereinen. Mit dabei waren unter anderem Mission Lifeline und Azubis gegen Rechts. Auch Kinderbetreuung, ein Awareness-Team und Sanitätspersonen waren vor Ort. Für ausreichend Essen und Getränke auf Spendenbasis war ebenfalls gesorgt.
Am Ende konnten sich BSG Stars n Roses aus Leipzig (Zauberfüße) und Sergo (PassAsse) jeweils den ersten Platz sichern. Als Preis gab es für beide Teams einen goldenen Flamingo-Pokal.
Kicken ohne Vorurteile
Fußball begeistert Menschen auf der ganzen Welt, doch warum braucht es überhaupt ein Turnier explizit für Flinta-Personen? Die Veranstaltungsleitung erklärt: „Ein Flinta-Turnier gibt den Menschen Raum, die sonst kaum sichtbar sind, um sich in entspannter Atmosphäre ohne Leistungsdruck auszuprobieren oder fern von abschätzigen Blicken das eigene Können zu zeigen.“
Dabei geht es den Organisator*innen um „Fehlerfreundlichkeit“. Niemand muss perfekt Fußball spielen können, um mitzumachen. Keinen Platz haben dagegen rassistische oder andere menschenfeindliche Überzeugungen.

Dass das Konzept auf Interesse stößt, zeigte sich bereits vor sechs Jahren. Von Anfang an stieß das Turnier auf große Resonanz. Gleichzeitig haben sich die Rahmenbedingungen verändert. Das Organisationsteam ist im Laufe der Jahre kleiner geworden. Aktuell ist unklar, ob die Veranstalter*innen die Kapazitäten für ein weiteres Turnier haben.
Ungewisse Zukunft
Damit der Kickerinnen*Cup auch zukünftig stattfinden kann, braucht es Unterstützung hinter den Kulissen. Die Veranstalter*innen wünschen sich Flinta-Personen, die Lust auf Organisation haben – auch wenn sie selbst keine Fußballkenntnisse mitbringen. Auch Unterstützung für nur eine Saison ist willkommen.
Darüber hinaus sind Helfer*innen jeden Geschlechts gefragt, die am Veranstaltungstag bei den Ständen unterstützen können. Von den teilnehmenden Teams wünscht die Organisation sich vor allem eine frühzeitige Anmeldung und eine gute Erreichbarkeit für Absprachen.
Ob es ein Wiedersehen auf dem Platz geben wird, bleibt abzuwarten. Eines ist jedoch klar: Das Interesse an einem solchen Turnier ist weiterhin groß.





















