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Kraftklub vor der Scheune

Die derzeit wohl angesagteste sächsische Band hat vor ein paar Tagen ihr neues Album „Kargo“ veröffentlicht und gibt in dieser Woche ein paar Überraschungskonzerte. Heute Abend traten die Jungs aus Chemnitz auf dem Scheune-Vorplatz auf. Obwohl der Gig nicht offiziell bekannt gemacht wurde, war der Platz rammelvoll.

Kraftklub vor der Scheune - Foto: Anja Schneider
Kraftklub vor der Scheune – Foto: Anja Schneider

Gut eine dreiviertel Stunde spielten die fünf Jungs. Während noch eine Viertelstunde vor Beginn der Platz ziemlich leer war, füllte er sich mit den ersten Tönen schlagartig. Die Gruppe stieg ein mit „Wittenberg ist nicht Paris“, irgendwie passend bezeichnete Sänger Felix Kummer die Dresdner Neustadt als einen der Lichtblicke in Sachsen. Er erinnerte daran, dass sie hier in der Scheune einen ihrer ersten größeren Auftritte hatten, 2010, damals als Vorband von Casper.

Zwischenzeitlich wogte die Menge ordentlich hin und her. Dennoch brauchte es keinen großen Ordnereinsatz und die kleine Behelfsbühne, ein Musik-Koffer, reichte dem Frontmann völlig aus, der sich über eine mitgebrachte Antifa-Fahne sichtlich freute. Aufgrund der recht kleinen Fläche, normalerweise spielt die Band vor 10.000 und mehr Zuschauern, war der genaue Auftrittsort geheim geblieben. Die überwiegend jugendlichen Fans hatten aber aus den Andeutungen auf dem Instagram-Kanal schnell geschlussfolgert, dass das Konzert nur vor der Scheune stattfinden kann.

Felix Kummer, Sänger der Chemnitzer Band Kraftklub
Felix Kummer, Sänger der Chemnitzer Band Kraftklub

Nächstes Jahr auf der anderen Elbseite

Die Scheune wartet derzeit auf den Umbau, der eigentlich schon längst angefangen haben sollte. Vor gut einem Jahr hatte der Verein die letzte Party in dem alten Haus gegeben. Seitdem wird an diversen Spielorten in der Stadt gespielt und auch im Blechschloss vor der Scheune. Der geheime Live-Gig von Kraftklub erinnert an ein Konzert der Toten Hosen, die Anfang der 1990er im Haus gespielt hatten. Auch damals wusste angeblich niemand, dass das Konzert stattfindet, und dennoch war es rammelvoll. Felix Kummer und sein Bruder Till sind übrigens die Söhne von Jan Kummer, der mit seiner legendären Band AG Geige auch schon in der Scheune auftrat.

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Nach 45 Minuten war Schluss mit dem Hinweis, dass die Band im kommenden Jahr wiederkommt. Dann jedoch auf die andere Elbseite, im Messegelände ist ein großes Open-Air-Konzert geplant.

Kraftklub vor der Scheune - Foto: Anja Schneider
Kraftklub vor der Scheune – Foto: Anja Schneider

Kurzer Video-Eindruck

Alle Springen
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Gratiskonzert vor der Scheune
Gratiskonzert vor der Scheune
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6 Ergänzungen

  1. Bin zwar diesen Sommer aus Dresden weggezogen. freut mich aber, dass mal ein deutscher Act auf Promo Tour mit solchen Secret Gigs auch mal Dresden oder wie letzten Freitag Halle/Leipzig bedient. Ist vielleicht auch Part der Strategie, sich in Sachsen und Umgebung so präsent zu zeigen? Als Fan der Gruppe freue ich mich auch jeden Fall über diese Auftritte und die Tour im November. Sind einige interessante Songs auf der neuen Platte, die sich so mancher säschsischer Wutbürger zu Gemüte führen sollte… ich sag nur „Alman Angst“.

  2. @Elisa: ich interpretiere deinen letzten Satz so, dass du dir keine Gedanken über deine Existenz machen musst, aber nicht wenigen geht es ganz anders, sonst würden die Proteste aktuell nicht solchen Zulauf erhalten.

    Und auch an der Neustadt wird die aktuelle Krise nicht vorbeigehen. Diesmal sind alle betroffen.

  3. @Linie3

    Ja, es gibt Grund für Proteste. Aber diese sollten sich gegen Russland und deren Angriffskrieg richten. Denn Putin und seine Schergen sind Schuld an der derzeitigen Situation in Europa. Ebenfalls gilt es Putins Marionette im sächsischen Landtag – M.K. abzusetzen. Dies ist aber mit einfachen Antworten durch die Linke oder die AfD nicht möglich. Also Demokraten – auf die Straße und der CDU in Sachsen Druck machen!

  4. Nee, Dani, so einfach isses nich.

    Putin weg, alles gut? Mit nichten.

    Das System Globalisierung nach westlicher Art ist am Ende. Die letzten 30 Jahre Turbokapitalismus haben die Grenzen ihres eigenen Wachstums erreicht.
    Die fetten Jahre sind vorbei, jetzt heißt es Umdenken, aber zügig.
    Es gibt kein weiter so, kühler wirds leider (global gesehen) auch nicht. Zweiter Satz der Thermodynamik.

    Die einzige Chance wird sein diesem Kapitalismus weltweit Einhalt zu gebieten und die unglaublichen Papiergeldmengen für Transformation von fossiler zu erneuerbarer Energie zu verwenden. Und die Erdbevölkerung möglichst ohne Atomkrieg zu reduzieren. 8 Mrd. sind nachhaltig nicht ernährbar. Das muss uns mal klar werden und dann wird man sehen wie man die westlichen Sesselfurzergesellschaften (Mittelschicht) an der Transformation beteiligt. Demokratisch wird das nicht passieren. Sieht man an Dir und anderen Ewiggestrigen, die mit immer wieder den selben Parolen vor allem versuchen ihre Bequemlichkeit und ihre Privilegien zu verteidigen.

    Man darf gespannt sein. Hoffen wir das die Bauernfänger der Rechten mit Ihrer Ausgrenzungsrhetorik das nicht in die Hand nehmen.

    Die Hoffnung stirbt zuletzt.

  5. @g.kickt

    Ne du – staatlichen Sozialismus hatten wir schon mal. Kann gern wegbleiben.

    „und dann wird man sehen wie man die westlichen Sesselfurzergesellschaften (Mittelschicht) an der Transformation beteiligt. Demokratisch wird das nicht passieren.“

    Wie darf ich das verstehen? Reichen meine Steuern nicht, damit ich Lebenskünstlern wir dir das Leben finanzieren kann? Wie soll der „Umbruch“ denn aussehen? Mich gruselt es, dass es immer noch Menschen gibt, die ernsthaft denken Sozialismus/Kommunismus wären unsere Rettung.

  6. @g.kickt Setzen, Fünf.
    Nach dem zweiten Satz der Thermodynamik wird die Erde selbstverständlich kühler!
    Nur ganz am Ende wird sie wärmer aber nur wegen der größer werdenden Sonne. Das dauert aber noch ein paar Milliarden Jahre.

Ergänzungen gern, aber bitte recht freundlich.

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