Nach 42 Jahren in den Ruhestand

Eberhard Beger mit einer GUB aus den 1950er Jahren
Eberhard Beger mit einer GUB aus den 1950er Jahren
Er gehört zur Neustadt wie ein Zahnrädchen in eine mechanische Uhr. Seit 42 Jahren repariert Uhrmachermeister Eberhard Beger Uhren und Wecker. Angefangen hat es im Jahre 1971. Mitten im von HO und Konsum dominierten Dresden sah er seine Chance. Es gab da dieses Lädchen an der Fritz-Reuter-Straße, nahe der Helgolandstraße. Das wollte er übernehmen. Dort schraubten schon seit den 1920er Jahren erst Herr Pfundt und später Herr Exner Uhren auf und wieder zu. Beger stammt aus Großenhain, machte seinen Meister in Dresden und versuchte dann das Glück in der Selbstständigkeit. Zu DDR-Zeiten kein leichtes Unterfangen, aber die Kunden kamen immer häufiger zu ihm. „Damals war alles reparabel“, schmunzelt er. „Wir haben die Quartzuhren aufgeschraubt und an der Leiterplatte gearbeitet“, berichtet er. Neue Uhren waren schließlich Mangelware. „Damals betrug die Wartezeit für die Reparatur einer Uhr bis zu sechs Wochen“.

Uhren, Schmuck und Wecker gibt es bei Eberhard Beger
Uhren, Schmuck und Wecker gibt es bei Eberhard Beger
Dann kam die Wende und mit ihr viele neue Uhren. Begers Geschäft wandelte sich, jetzt verkaufte er viel mehr – das Reparaturgeschäft trat in den Hintergrund. Seine helfende Hand ist schon seit 1975 seine Frau. Die hatte wohl auch das richtige Händchen für den Schmuck. Denn der wurde den Begers mit der frischen D-Mark förmlich aus den Händen gerissen. Dann wurde das Haus auf der Fritz-Reuter-Straße saniert. „Eine Sanierung mit Dreck und Staub, das passt nicht zu einem Uhrengeschäft – so sind wir hierher auf die Königsbrücker gezogen“, erinnert sich Beger. Hier sind sie nun auch schon wieder seit 16 Jahren. Das Geschäft hat sich wieder ein bisschen gewandelt. Mit dem Comeback der mechanischen Uhr haben auch die Reparaturen zugenommen.

Zum Jahresende ist nun Schluss. Irgendwann ist auch mal Zeit für den Ruhestand. Mit 72 Jahren und Tausenden reparierter Uhren hat ihn sich Eberhard Beger wohlverdient. Einen Nachfolger für das Geschäft hat er leider nicht gefunden. Kunden, mit Reparaturwunsch würde er Uhrmachermeister Joachim Reimer auf der Bautzner Straße empfehlen. Aber bitte erst ab Januar.

    Infos und Öffnungszeiten

  • E. Beger, Uhren und Schmuck, Königsbrücker Straße 46
    Telefon: 0351 8044866
    geöffnet: Montag bis Freitag 9 bis 18 Uhr, Sonnabend 9 bis 12 Uhr


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6 Kommentare zu “Nach 42 Jahren in den Ruhestand

  1. Vielen Dank für dutzende gewechselte Batterien und mechanische Korrekturen in den letzten 10 Jahren sowie die immer freundliche und zuvorkommende Bedienung alter Schule. Und viel Spaß im Ruhestand!

  2. Ich wünsche Herrn Beger einen schönen Ruhestand und danke für alle gewechselten Batterien. Ein freundlicher und kompetenter Service in der Neustadt weniger…

  3. Den empfohlenen Nachfolger kann ich wiederum nicht empfehlen, da er mir meine alte Schweizer Uhr so „repariert“ hat, dass die Zeiger aneinanderhingen, das Zifferblatt schief im Gehäuse saß, die Krone zu weit aus der Uhr ragte, und die Uhr plötzlich falsch ging. Das sind mir ein wenig zu viele Mängel für einen (angeblichen) Meister seines Fachs. Das nächste Mal geht es zu Wempe oder einem fähigen Uhrmacher. Der gute Mann scheint mir eher auf Glashütter Uhren aus DDR-Produktion spezialisiert zu sein, wenn ich mir die Verkaufsangebote so ansehe.
    Hätte ich einmal eher gewusst, dass es einen wirklichen Fachmann in der Neustadt gab/gibt. Nun ja…

  4. oder ihr geht zu meinem Lieblingsuhrmachermeister auf der Pfotenhauer/Hertelstrasse………wobei auch er nicht mehr lange bis zur Rente haben wird !! :oops:

    grussi……

Kommentieren gern, aber bitte recht freundlich.

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