Tote und Verletzte bei Busunglück

Kurz vor 2 Uhr hat sich heute Morgen auf der Autobahn nah der Abfahrt Dresden Neustadt ein schwerer Unfall ereignet.

Wie die Polizei meldet, forderte der Unfall nach derzeitigem Stand neun Tote. Ein polnischer Reisebus befuhr die Autobahn in Richtung Erfurt. Nach der Anschlussstelle Dresden-Neustadt fuhr er auf einen vor ihm fahrenden ukrainischen Reisebus auf. Anschließend kam er nach links ab, durchbrach die Mittelleitplanke, geriet auf die Gegenspur und kollidierte mit einem entgegenkommenden polnischen Kleinbus. Der Reisebus stürzte anschließend eine Böschung hinunter.

Nach bisherigen Erkenntnissen erlagen neun Menschen noch am Unfallort ihren schweren Verletzungen. Sechs der Toten konnten bislang identifiziert werden. Es handelt sich um polnischen Staatsbürger. Weitere 43 Personen wurden verletzt, ein Teil von ihnen schwer. Sie wurden in Krankenhäuser in Dresden und Radebeul gebracht. Die Bundesautobahn 4 ist derzeit in beide Richtungen voll gesperrt. Die Dresdner Polizei hat einen Einsatzstab aufgerufen. Der Polizeieinsatz dauert an.

Es kommt auch im Umfeld zu Verkehrsbeeinträchtigungen und bei den DVB-Linien 1, EV 2, 70, 80 und 94 zu Verzögerungen.

Wie das polnische Reiseunternehmen „Sindbad“ auf seiner Webseite mitteilt, ereignete sich der Unfall um 1.45 Uhr. Es handelte sich um einen Doppeldecker-Bus der Marke Setra 431DT, der erst vor wenigen Tagen technisch überprüft wurde. An Bord des Reisebusses waren 65 Passagiere und drei Besatzungsmitglieder, davon zwei Fahrer. Bei den beiden Fahrern soll es sich um erfahrene Männer im Alter von 44 und 38 Jahren handeln.

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Nachtrag: Am späten Nachmittag gab die Polizei den aktuellen Ermittlungsstand bekannt.

Der polnische Reisebus wurde von dem 44-Jährigen gefahren und war mit 66 Personen besetzt. Er fuhr zwischen der Brücke Flutrinne und der Elbbrücke auf einen in der rechten Fahrspur unmittelbar vorausfahrenden ukrainischen Reisebus der Marke „Neoplan“ auf. Der Bus beförderte 21 Personen, er wurde nach vorn beschleunigt, der Fahrer konnte aber nachfolgend kontrolliert am rechten Fahrbahnrand halten.

Nach dem Anstoß kam der polnische Reisebus nach links ab, durchbrach die Mittelleitplanke und stieß frontal mit einem in der Gegenrichtung fahrenden polnischen Kleinbus Marke „Renault Master“ zusammen und überrollte diesen teilweise. Danach durchbrach der Reisebus auch noch die Seitenleitplanke und stürzte die ca. 10 Meter hohe Böschung hinab. Er überschlug sich hierbei und kam auf der linken Fahrzeugseite zum Liegen.

Bereits an der Unfallstelle erlagen neun Personen ihren Verletzungen. Eine weitere Person verstarb im heutigen Tagesverlauf. Von diesen zehn Personen konnten bislang fünf zweifelsfrei identifiziert werden. Es handelt sich dabei um drei polnische Männer und zwei polnische Frauen. Die gerichtsmedizinischen Untersuchungen der noch nicht zweifelsfrei identifizierten fünf Toten dauern gegenwärtig noch an. Vor dem Hintergrund kann derzeit noch nicht abschließend gesagt werden, aus welchem Fahrzeug wie viele Personen verstorben sind.

Insgesamt sind derzeit 69 Menschen bekannt, die durch den Unfall verletzt wurden. Gegenwärtig lässt sich die Schwere ihrer Verletzungen nicht konkreter aufschlüsseln. Genauso wenig kann gesagt werden, wie sie sich auf die Fahrzeuge verteilen.

Fest steht bislang, dass von der ukrainischen Reisegruppe vier Erwachsene leichte Verletzungen erlitten. Diese konnten nach Behandlung in einem Dresdner Krankenhaus wieder entlassen werden. Die gesamte Reisegruppe setzte ihre Reise gegen 15 Uhr mit einem Ersatzbus zu ihrem Zielort Nürnberg fort.

Unter den Verletzten befindet sich auch der Fahrer des unfallverursachenden Reisebusses. Gegen ihn wurden von der Staatsanwaltschaft Dresden und der Polizei Ermittlungen wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung aufgenommen.

Die Autobahn war bis 10.30 Uhr in beide Fahrtrichtungen voll gesperrt. Dann konnte zunächst die Fahrtrichtung Erfurt freigegeben werden, gegen 13 Uhr auch die Gegenrichtung. Stau und mehrstündige Einschränkungen waren die Folge.

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