Raubüberfall auf der Alaunstraße

Polizeieinsatz auf der Alaunstraße - Foto: Archiv
Polizeieinsatz auf der Alaunstraße – Foto: Archiv
Wie die Dresdner Polizei heute meldet, ist am frühen Freitagabend auf der Alaunstraße ein 29-Jähriger zusammengeschlagen und beraubt worden, am späteren Abend gab es noch eine Schlägerei und auf der Katharinenstraße wurden Antänzer gestellt.

Während auf der Kreuzung Rothenburger-/Görlitzer-/Louisenstraße junge Menschen gegen die Gentrifizierung mittels Party und Outdoor-Couching protestierten, krachte es auf dem Scheune-Vorplatz. Ein aus dem Iran stammender Asylbewerber wurde um 21 Uhr von fünf unbekannten Männern zusammengeschlagen. Die Täter raubten im das Portemonnaie mit 100 Euro, einer Geldkarte und Ausweisdokumenten. Nach Angaben der Polizei sprachen die Männer arabisch. Das Opfer musste stationär behandelt werden, konnte aber inzwischen das Krankenhaus wieder verlassen.

Gegen 23 Uhr kam es auf dem Platz zu einer weiteren Auseinandersetzung, das berichteten mehre Augenzeugen. Ein Sprecher der Polizei bestätigte die Vorfälle auf Nachfrage. Es haben sich aber keine Geschädigten gemeldet, bzw. wollte keiner mit der Polizei sprechen. So wurden keine Anzeigen aufgenommen, Verletzte mussten nicht ins Krankenhaus gebracht werden.

Antänzer auf Katharinenstraße gestellt.
Antänzer auf Katharinenstraße gestellt. Foto: Sven
Fast zur gleichen Zeit wurden mehrere Antänzer von der Polizei auf der Katharinenstraße gestellt.


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Die „Besetzung“ der Kreuzung verlief friedlich. Wie die Polizei auf Nachfrage bestätigte, handelte es sich um eine unangekündigte Veranstaltung. Ein Veranstalter meldete die Versammlung aber um 21 Uhr an. Die Polizei sah keinen Grund, die Veranstaltung aufzulösen, gegen Mitternacht war die „Besetzung“ dann beendet.

Soziale Ecke besetzt - Foto: mg
Besetzung der sozialen Ecke endete um Mitternacht – Foto: mg

Nachtrag:
Wie das Tag24 meldet, ist am Sonnabend ein Mann festgenommen worden, der schon am 21. Oktober eine 15-Jährige auf der Katharinenstraße vergewaltigt haben soll. Weitere Informationen dazu hier.

116 Kommentare zu “Raubüberfall auf der Alaunstraße

  1. Ich war dann doch etwas verwundert das die Polizei die Kreuzung nicht eingekesselt hat. Es war wohl nicht genügend Personal da, oder zu wenig Pegidareichsafdbürgerdemos am laufen. Glück gehabt oder hat ein umdenken eingesetzt ?

  2. Warum sollte man eine vollkommen friedliche Veranstaltung auflösen ?
    Und es war keine demo bloß freie Meinungsäußerungen

  3. Freitag, 21uhr: da ist ja kaum jemand auf dem Scheunevorplatz, wa.
    Da raubt man mal eben 100 Dukaten und kehrt damit entspannt beim Döner gegenüber ein. Selbst vor der Zeitumstellung dürfte die Straßenbeleuchtung noch nicht abgeschaltet gewesen sein. Auf der Katharine ists ja immer dunkel, da verwundert nüscht. Deshalb ist ja auch das Bargeldhaus („Sparkasse“) dort angeordnet. Seltsam alles. Da muß mal ordentlich Licht im Dunkel gemacht werden!

  4. Ich bin gespannt, wann sich die Scheune erstmals zu den Geschehnissen vor ihrer Tür äußern wird (müssen). So kann es nicht weiter gehen oder eben es endet in Selbstaufgabe. Es muss ja nícht so lange dauern wie im Conne Island in Leipzig, bis man die Augen öffnet und ehrlich ist zu sich und der Umwelt. (https://www.conne-island.de/news/191.html) .
    Oder eben Augen zu und durch und irgendwann kommt keiner mehr in die gute alte Neustadt. Naja, dann hätte sich das Problem ja auch gelöst. Armes Viertel!

  5. @ Ratscha: Was hat das Eine (Problem bei Veranstaltungen im halböffentlichen Raum des CI) mit dem hier Dargestellten im öffentlichen Raum der Äußeren Neustadt zu tun? Und wenn Sie schon die Scheune ins Spiel bringen, sollten auch die anderen Anlieger sich äußern (müssen), also Devils Kitchen, Drop Out und Babos Döner. Oder wollen Sie mit Ihrer latent xenophoben Aussage zum Ausdruck bringen, das wir doch bitteschön die Eingänge zur Neustadt wie im CI kontrollieren sollen und den Eintritt für Auswärtige nur nach vorheriger E-Mail-Anmeldung gewähren? Brauner Quatsch mit Soße!

  6. Bin gerade über die Scheune und Louisenstraße nachhause gegangen.
    Die Treppe an der Scheune besetzt von grölenden aggressiven Migranten, die ganze Szenerie umstellt von männlichen Migranten.
    Kein normaler Mensch gesellt sich hier noch dazu.
    Eine angsteinflössende Melange aus Aggression und Alkohol.
    An der Assi-Ecke, die Ihren Namen zurecht trägt, uriniert ein grölender Migrant an eine Wohnstür.
    Dir traurige Realität in Dresden und Deutschland im Jahre 2016.
    Man kann der Neustadt nur weitere Gentrifizierung wünschen,
    die Bewohner aktuell sind entweder blind,stoned oder beides.

  7. Also, als ich noch jung war, also vor gefühlten 3 Jahren hab ich
    auch „angetantz“, äh abgeklatscht. Das waren andere
    Zeiten und fanden auf der Tanzfläche (Tivoli / Freiberg) statt.
    Spaß bei Seite. Lustig ist`s eigentlich nicht.
    Wann findet dieser Sch… endlich 1 Ende ? So langsam wird es
    einfach unerträglich.
    Mir pers. kommt das Kotz… wenn mich mitlerweile sogar in der
    Tram (Linie 8 in Richtung Bischofsweg) von Syriern bedrohen
    zu lassen. (Glücklicherweise war / bin ich 2 Köpfe größer als diese
    Rabauken. Da ich „die Ruhe in Person“ bin ging die Angelegenheit glimpflich aus. Nur 1 der 3 Dumpfbacken hat
    jetzt sicherlich Probleme mit seinen Augenlichtern.
    Sei`s drum. Passiert hoffentlich nicht wieder.

    Gutes Nächtle,

    I.

  8. Eine Szenerie also wie an jeder x-beliebigen Tanke in MeckPom am Freitagabend. Nur dass dort die Protagonisten wrschl. eher deutscher Herkunft sind.
    Hier wie dort würd‘ ich ähnliche Ursachen vermuten: Perspektivlosigkeit, Abgehängheit, Frust, fehlende Anerkennung und soziale Integration, …

  9. @kaputtnik
    Die Scheune wird sich bald sehr wohl dazu äußern müssen.
    Denn um in die Scheune zu gelangen muß ich eben ÜBER den Vorplatz laufen.
    Bei dieser Menschenversammlung habe ich als Mann schon ein mulmiges Gefühl,
    als Frau würde ich niemals mehr dorthin gehen!
    Aber für „forumgott“ ist das sicher auch „Brauner Quatsch mit Soße“.
    Wie verblödet kann man nur sein so einen Zustand nicht zu erkennen und auch zu BENENNEN?

  10. @forumgott Deine Unterstellungen helfen nicht, die Fakten sind das einzige, was zählt. Und da kippt die ganze Situation schon lange. Du kannst das gern ignorieren, aber es wird nichts ändern. Willst Du in einem Stadtteil leben, wie ihn Stephan und Insider leider auch erleben?
    Und der Vorplatz gehört natürlich offiziell nicht der Scheune, aber will hier ernsthaft jemand behaupten, dass die davon a) nix mitbekommen und b) keine Auswirkungen auf die Besucherzahlen zu sehen sind…Wie viele Frauen kennt ihr schon, die nicht mehr alleine an der Scheune vorbei gehen möchten? Ich einige!

  11. @Ratscha: der Scheune-Crew ist das Problem bestens bekannt.

    Die Zusammenarbeit mit Polizei und Behörden ist eng.

    Was da ein Posting wie das der Leipziger weiterhelfen soll, ist mir unklar. Die Situation dort war eine andere.

  12. Ja, ich bin sauer!!
    Ich bin nun seit 16 Jahren Neustädter mit Leib und Seele und denke auch schon ne Menge schönes und weniger schönes hier gesehen und erlebt zu haben. Straßenfeste, Schlägereien, Straßenbarikaden, jede Menge friedlicher-grillender Neudtädter mit und ohne Kindern im Alaunpark…
    Aber was sich mittlerweile auf den Straßen in der Neustadt und im Alaunpark abspielt ist kaum noch vertretbar.
    Bsp.: Ich bringe aktuell meiner 4 jährigen Tocher im Alaunpark das Fahrrad fahren bei. Was allerdings in den späteren Nachmittagstunden während 3-4 Runden da zu erleben ist, macht mich sprachlos, wütend und „sorgt bitte wieder für Ordnung“! Wie unverholen gedealt und vertickt wird ist an Dreistigkeit kaum zu überbieten. Verkäufer sind junge Zuwanderer und viele der Käufer Neustädter und Zugereiste aller couleur! Und NEIN, das ist Tatsache! Keine 5 Minuten später ein Streit zwischen einer Gruppe Zuwanderer und Kunden (oder was weiß ich). Nein, da wird nicht nur geschriehen, da wird die Flasche am Mülleimer zerschlagen und damit aufeinander losgegangen, um dann boxend wie ein paar Kängurus aufeinander einzuschlagen. SAMSTAG 16 Uhr!! Und meine Tochter fragt mich, warum die zanken. Sprachlosigkeit!
    Es reicht! Ich bin weiß gott kein Weltverbesserer, habe auch Klamotten, Spielzeug… zusammengesucht, gespendet, verteilt, heiße jeden willkommen dem/denen wir helfen können und der das auch gerne annimmt. Ich bin alles andere als braun, beige, rot, grün, rechts, links und finde Überwachungskameras, Hetzerei und zunehmende Bevormundung und „wir schützen Euch vor Euch selber“ auch Scheiße.
    Aber das geht eindeutig zu weit und läuft aus dem Ruder. Und ich werde nicht aus meiner geliebten Neustadt wegziehen wo ich Ruhe, Spießer und nen Gartenzaun habe. Ich möchte aber wieder im Alaunpark mit Freunden und Kindern Big Kahuna Burger grillen, die Kids über die Wiese flitzen sehen, entspannt ein paar Bier dabei trinken und vielleicht auch dazu einen schmökern.
    Ich möchte, dass das in den Griff bekommen wird. Alle gemeinsam. Wir als Neustädter, Gastronomen, Stadt, Ordnungsamt (lieber mal 2 Knöllchen aus Eurem VW Up heraus weniger verteilen und dafür ne Runde mehr im Park laufen und Präsenz zeigen), Polizei.

  13. Ich finde es schlimm, was in der Neustadt passiert. Ich wünsche mir echt, das es bald wieder ein Polizeirevier in der Neustadt gibt und diesen Menschen endlich die Härte unsere Gesetze zu spüren bekommen. Es reiht langsam. Das ist auch kein brauner Quatsch, was ich schreibe und denke. Es reicht einfach.

  14. ja Leute. Die Polizei sucht noch Fachkräfte. Nicht immer nur den beliebten Satz : …ich verurteile dies auf schärfste… leise hinter gardinen äußern.

  15. @ Frank:

    Das ist echt sehr gut geschrieben und mir geht es auch so. Wohne schon über 25 Jahre hier. Was auf den Straßen und im Alaunpark los ist, das ist echt nicht mehr zu tolerieren. Deshalb finde ich, das das Polizeirevier in der Neustadt wieder betrieben wird.

  16. Sehr niedlich, Stepahn, wie Du Dein „armes Deutschland“ hier schreibst. Und das Assi-Eck war, bis Du den grölenden Migranten beim Pinkeln gesehen hast, ein Hort der Liebe und Sauberkeit. Deshalb wurden vor längerem ja die Falschpisser-Kacheln entworfen und angebracht – um vor der Migranten(-urin)-Flut zu warnen.

  17. Klar, großer Insider. Du erkennst einen Syrer, weil Du eben so virtuos im Umgang mit Ausländern bist. Daher auch die überragende Glaubwürdigkeit Deiner Heldengeschichte.

  18. Hey Frank, im Alaunpark ist Grillen nicht erlaubt.
    Und das Ordnungsamt sollte mal lieber mehr als weniger Knöllchen verteieln. Im Alltag hab ich bisher noch keine Probleme mit dealenden oder grölenden Migranten gehabt, aber die zugeparkten Gehwege nerven mich sehr häufig.

  19. Michael und Rolf: was sollen solche unsinnigen Kommentare? Dafür wären schon mal 2 Strafzettel fällig. Wer sagt, dass wir nur hinter Gardinen sitzen und auf unsere Autos gucken, die wir auf dem Gehweg parken?
    Kommt doch mal bei mir klingeln und dann gehen wir mal gemeinsam ne Runde. Von der Kamenzer in den Alaunpark is nicht weit.
    Mich ärgert es schon wieder, dass ich auf solchen Schwachsinn reagiere.

  20. @Anton Wenn Du den Zusammenhang nicht verstehst, versuche ich Dir mal zu helfen. Es geht in beiden Fällen um bestimmte Leute aus dem Zuwandererbereich, die massiv für „Unruhe“ sorgen und sowohl die Neustadt als auch Connewitz negativ verändern, in dem bestimmte kriminelle Aktionen durchgeführt werden, die bisher so noch nicht in den Vierteln zu erleben waren. Und zwar mehr und mehr offen. Ich vermute, Du findest das auch nicht gut. Dieser Prozess geht jetzt schon sehr lange, nämlich seit etwa anderthalb Jahren und wird nur deshalb nicht weiter thematisiert, weil nicht sein kann, was nicht sein darf. Friedliche Zuwanderer werden so außerdem in Misskredit gebracht. Dass das Conne Island sich zu so einem Schritt entschlossen hat, zeigt, wie groß die „Not“ dort gewesen sein muss, denn jeder weiß, das ist nicht irgendein Club. Sie haben den Mut gehabt, der hier im Viertel noch fehlt.
    Und jetzt stelle Dir mal vor, Einheimische würden diese Dinge fast täglich in der Neustadt abziehen, wir hätten einen Aufschrei, jeden Tag entsprechende große Presseartikel usw. Dagegen erscheint mir der derzeitige Zustand so kommuniziert, als sollen wir uns daran gewöhnen. Ich möchte das nicht, ich will auch nicht wegziehen etc., weil ich diesen Stadtteil so wie Du auch schon Jahrzehnte kenne und lebe. Und für alle, die jetzt mir wieder „braun“ und „rechts“ unterstellen…ich habe viele Freunde in der Stadt aus anderen Ländern der Welt. Also, das funktioniert so nicht. Ich hoffe, Anton, ich konnte helfen.

  21. Der Alaunpark gehört unter rigoroser Polizeiüberwachung, am besten bayerische Polizei, die fackelt nicht lange.
    Ebenso der Scheunenvorplatz, und das Assi-Eck am besten gleich mit.
    Es wundert mich schon immer dass die umliegenden Gastronomen/Anwohner nichts gegen diese Wegelagerei unternehmen können/wollen/dürfen.

  22. ….aber „Anton“ lebt doch gar nicht hier… der schläft schööööön auf der ruhigen grauen Seite von DD ;)

  23. Ich wohne noch nicht lange hier, kann aber die Reaktionen verstehen.
    Ich finde es auch erschreckend, dass sich die Neustadt so negativ entwickelt. Vielleicht habe ich aber einen falschen Eindruck, so als Zugezogener. Es erinnert mich aber an die Entwicklung in dem Viertel, in dem ich vorher in NRW gewohnt habe.

    Was ich aber eigentlich sagen möchte ist, dass der Ruf nach Polizei verständlich ist, aber dass es wahrscheinlich eher einen Verdrängungseffekt geben würde. Und zwar dahin, wo die Polizei nicht oft präsent ist.
    Das mag vordergründig eine Verhübschung aber garantiert keine Lösung bringen.

    Auf der anderen Elbeseite scheint es ja so zu sein:
    http://www.dnn.de/Dresden/Lokales/Kontrollen-verdraengen-Dresdens-Drogenszene-vom-Wiener-Platz

    Man sollte über solche gesellschaftlichen und soziologischen Entwicklungen nachdenken und langfristige Konsequenzen ziehen.
    Ich denke und hoffe , dass man, trotz Rufen nach der Polizei, in der Neustadt eher der Meinung ist, dass die Konsequenz kein Überwachungsstaat mit Kameras und Gesichtserkennung sein soll.

  24. @Ratscha: Ich sehe da mehr Unterschiede als Gemeinsamkeiten. Der Eiskeller in Connewitz ist sehr offensiv mit der Flüchtlingsfrage umgegangen, hat viele Programme gestartet um zu helfen, dann war der Club mit der Situation überfordert, so lese ich zumindest die Diskussion auf der Web- und der Facebook-Site vom Conne Island.

    Die Scheune hat sich nie so massiv in der Flüchtlingsfrage engagiert. Hat schon viel eher die Probleme thematisiert, hat vor der Umgestaltung des Platzes gewarnt, dass die Fläche positiv belebt werden muss. Gewissermaßen sind jetzt die Probleme eingetreten, vor denen die Scheuneleitung schon vor dem Umbau gewarnt hat.

    Und der von Dir angesprochene „Mut“ ist ja wohl mal totaler Quatsch. Schon vor knapp einem Jahr gab es die „Save the Crowd“ Kampagne, in der sich verschiedene Club-Betreiber zusammengeschlossen haben, um unter anderem für mehr Sicherheit im Viertel zu sorgen.

    Vor etwa zehn Jahren hatten wir die Situation, dass Einheimische vor der Scheune fast täglich Dinge abgezogen haben. Damals gab es auch Körperverletzungen, brennende Müll-Container, die Polizei musste fast jedes Wochenende eingreifen. Die Situation konnte damals durch mehrere Maßnahmen entschärft werden. Die Video-Überwachung, das Alkohol-Verkaufsverbot (nach 22 Uhr), häufigere Polizeikontrollen und mehr Polizei-Präsenz. Die Presseberichterstattung war vergleichbar mit der jetzigen Situation.

    Ich kenne genügend Leute, die sich Gedanken machen, wie die Situation verbessert werden kann, und auch die Scheune ist dabei gut eingebunden. Daher halte ich Deine Einschätzung der Lage und vor allem des Engagements des Scheune-Vereins für falsch.

  25. @ Anton. Falls mein Einwand so angekommen ist, als ob ich der Scheune irgendwelche Vorwürfe machen wollte, so ist dies nicht an dem. Das steht mir gar nicht zu, weil ich davon nichts weiß. Aber ich habe eben auch noch nicht gehört, dass sie sich offiziell äußert. Vielleicht habe ich da was verpasst. Und ich stimme mit deiner Einschätzung ausdrücklich nicht überein, dass die derzeitige Situation mit irgendeiner in der Geschichte der Neustadt vergleichbar wäre (und glaube mir, ich habe da genug erlebt, wie Du auch). Das ist für mich eine Verharmlosung, die nicht zielführend ist.

  26. Jetzt tritt genau das ein, was ich schon vor Monaten gesagt habe. Aber es wollte ja niemand hören. Ich war ja nur der dumme Nazi. Die Neustadt ist einfach nicht mehr schön geschweige denn sicher. Da kann man sich nur von dem Viertel verabschieden.
    Von den täglichen Polizeimeldungen wird mir einfach nur schlecht und zeigt, dass hier gewaltig was aus den Fugen gerät.

  27. Da muss ich dir leider recht geben. Es eine echte Gradwanderung, was da gerade abläuft. Dresden hat ein schlechtes Image und das Wissen auch die Leute in der Stadt, Politik und bei der Polizei. Ich finde, das die Politik des Wegschauens bei Kriminalität voll versagt hat. Ich kann nur hoffen, das es keine Verhältnisse wie in Neukölln oder im Ruhrgebiet werden

  28. @Frank. völlig falsche Antwort. Der begriff, sich Sorgen machen, kommt in der heutigen Zeit wirklich nicht gut an. Man kann sich aber Gedanken machen, wie es weiter geht u8nd was noch alles passieren soll

  29. @Bewohner

    Die von dir angesprochenen Verhältnisse sind, zumindest in NRW, das Ergebnis mehrerer falsch gestalteter Jahrzehnte. Mein altes Viertel hat zwanzig Jahre von friedlich zu mehr als besorgniserregend gebraucht. Eigentlich eher 40, wenn man die Entwicklung seit den 60ern sieht. 20 habe ich davon aber bewusst erlebt.

    Die Probleme sehen ähnlich aus, waren aber anders gelagert.
    Damals hatte man keinen Plan und später keine richtigen Lösungen. Hoffen wir auf eine vorausschauernde Politik!
    Und ich hoffe auf einen Zusammenhalt sowie konstruktive Diskussionen und kein Bashing hier im Forum und in der Neustadt. Stationäre Gräben haben wir inzwischen überall genug.

    Die Gradwanderung ist natürlich da. Wobei die mediale deutschlandweite Aufmerksamkeit meiner Meinung nach sehr einseitig ist.
    Vielleicht geht es auch(!) in die Richtung, dass man ein negatives Beispiel braucht, damit sich der Rest Deutschlands besser fühlen kann.
    Ähnliche Kampagnen gab es z.B. bei ALG2-Empfängern.

  30. Nur um eins klarzustellen: Der kurze …(erspare ich mir) Kommentar von Frank an Maria „Sehr gut Maria, die du nur…“ stammt nicht von mir. Das ist ein anderer Frank und hat nichts mit dem von mir 2x weiter oben geschriebenen zu tun!

  31. @ Seldon – Aussagen wie Deine zu Protagonisten in MeckPomm helfen auch nicht weiter. Würdest Du ebenso relativierend argumentieren,wenn jede Nacht eine Horde Neonazis vor der Scheune die gleiche Szenerie bieten würde?

    Es geht nicht darum wer Recht hat und wer nicht. Inzwischen ist die Lage viel zu ernst, als das man mit kindischer Rechthaberei etwas erreichen könnte. Es geht darum Probleme zu benennen und pragmatisch zu lösen. Partei- und Ideologieübergreifend. Wenn es jetzt nicht Lösungen gibt, wird die Lage in der Neustadt noch viel schlimmer.
    Und wer am Ende Recht hatte und wer nicht, spielt dann keine Rolle mehr,weil die Lebensqualität für ALLE sinkt.

  32. @Anton: „Gewissermaßen sind jetzt die Probleme eingetreten, vor denen die Scheuneleitung schon vor dem Umbau gewarnt hat.“
    Ernsthaft? Schuld an dem Zustand auf dem Scheunevorplatz incl. der steigenden Aggression und Unsicherheit hat demzufolge die Stadt, weil sie den Platz so gestaltet hat, wie er jetzt ist? Versteh ich nicht..

  33. Was wir ganz sicher brauchen ist: mehr Überwachung, mehr Polizei, mehr Gefängnisse, härtere Cops, bessere Waffen, hellere Beleuchtung, Zugangsbeschränkungen für Ausländer, Körperscreening, …
    Auf keinen Fall sollte man über (soziale) Ursachen und Zusammenhänge nachdenken!
    „Mei‘ Ruh‘ will I ham!“

  34. Vielleicht idealisiere ich aber „Mei‘ Ruh‘ will I ham!“ ist wohl nicht der Trend in der Neustadt.
    Wenn du meinst, dass Anwohner teilweise eher konservativ sind, was das Viertel (Nicht die politische Richtung) angeht, hast du bestimmt recht. Da fand ich die Postings vor dem Umbau des Scheuneplatzes übrigens „lustig“.

    Der Beitrag von Frank zeigt allerdings auch, warum das teilweise so ist. Wenn man Kinder hat, möchte man Ihnen natürlich die gewohnte, ruhige, sichere und gute Umgebung bieten.

    Ich denke, dass man Sachen halt erhalten (konservieren) möchte, wenn man sich wohl fühlt. Das Empfinden steigt oft mit Kindern und im Alter, würde ich sagen.

    Natürlich sollte man über Kausalitäten nachdenken. Die Geschichte hier hat aber eher einen globalen Ursprung, und da sollte man den Protest an ganz andere Menschen und Gruppen richten.

    Übrigens: Zwischen ACAB und Polizeistaat gibt es doch noch ein paar Nuancen.

  35. Hallo Paule,
    ich weiß nicht…eine Horde Neonazis würde wahrscheinlich nicht nur rumlungern, aber auch hier würde ich “ ähnliche Ursachen vermuten: Perspektivlosigkeit, Abgehängheit, Frust, fehlende Anerkennung und soziale Integration, …“
    Hat mnichts mit Rechthaberei zu tun sondern mit Benennung von Ursachen von Problemen! Ich kann mir nicht vorstellen, wie Du Probleme lösen willst, wenn Du die Ursachen nicht erkennst, benennst und ggf. abstellst. Klassisches Beispiel: die oben schon erwähnte Situation mit Dealern im A-Park: Was wäre denn gewonnen, wenn der Park aufgrund von mehr Überwachung, verstärkter Polizeipräsenz, besserer Ausleuchtung Dealerfrei würde? Man würde andere Plätze finden, diese dann zur Sau machen usw ad infinitum…Stattdessen wäre mal zu fragen: Woher kommt der Bedarf nach Drogen, warum lohnt es sich, diese zu verticken, warum besonders für bestimmte Bevölkerungsgruppen? Und genau hier langfristig und nachhaltig anzusetzen! Analog andere benannte Probleme: Lungern auf der Straße? Ja wo sonst? Wo sind denn bezahlbare (Warum muß überhaupt dafür bezahlt werden?) Treffpunkte, Freiräume? Wofür sind solche Freiräume gerade in Städten notwendig: nicht nur und nicht in erster Linie als alternativer Wohnort für eine Handvoll Aussteiger (aber auch dies hat seine Berechtigung, auch in der Stadt!), sondern als Treffpunkt, Lebensort, Kulturinsel, Experimentierfeld (Stichwort transition town), eben als Freiraum: offen, unverplant, dem Marktgeschehen entzogen, allen zur Verfügung stehend und nicht nur zahlenden Kunden! Eben für die Menschen, die nunmal zumeist in Städten anzutreffen sind.
    Was die Ordnungsrufe angeht: Leben ist nunmal auch Unordnung, es gibt kaum etwas „ordentlicheres“ als einen Friedhof mit seinen Grabreihen, oder ordentlich zubetonierte Park- oder Scheunevorplätze…

    Der Großteil der Kommentatoren vermisst seine gewohnte Ordnung und Ruhe…schon Mist, wenn die Anfechtungen der Welt mit all ihren unschönen Seiten, ihren Widersprüchen, ihren Verlierern, sozialen Brüchen, … plötzlich das Fernsehprogramm und die „Lebensqualität“ stört…Die Lebensqualität besteht für Millarden Menschen in eiiner Handvoll Reis und brackigem WAsser, in 12h Schichten in der T-Shirt-Fabrik oder auf der Kakao-Plantage, in Krieg, Zerstörung, Hunger, Elend. Und von denen machen sich ein paar tausende auf den Weg in die Länder, welche von diesem Elend profitieren und sich behaglich in ihrer Form von Lebensqualität eingerichtet haben.

    Ruhe und Ordnung: (http://www.zeno.org/Literatur/M/Tucholsky,+Kurt/Werke/1925/Ruhe+und+Ordnung)

    Wenn reiche Erben im schweizer Schnee
    jubeln – und sommers am Comer See –
    dann herrscht Ruhe.

    Wenn Gefahr besteht, daß sich Dinge wandeln,
    wenn verboten wird, mit dem Boden zu handeln –
    dann herrscht Unordnung.

    Die Hauptsache ist: Nicht auf Hungernde hören.
    Die Hauptsache ist: Nicht das Straßenbild stören.
    Nur nicht schrein.

    Mit der Zeit wird das schon.
    Alles bringt euch die Evolution.
    So hats euer Volksvertreter entdeckt.

    Seid ihr bis dahin alle verreckt?

    So wird man auf euern Gräbern doch lesen:
    sie sind immer ruhig und ordentlich gewesen.

    (Tucholsky 1925)

  36. Hallo Markus,
    hab ja in Antwort an Paule schon einiges gesagt, was auch auf Deinen Beitrag passt. Ja, ich meine, eine Vielzahl der Kommentatoren will eher seine gewohnte Ruhe, und ich fürchte, das ist auch „draussen“ nicht anders. Klar, man geht bewußt einkaufen, ließt die TAZ und wählt grün, aber im Grunde soll alles bleiben wie es ist. Das wird’s aber nicht! Aus genannten globalen Gründen nicht, und aus ganz profan ökonomischen auch nicht. Abstiegsangst, Angst vor Jobverlust, zu kleine Rente, Klimakollaps, Gewalt, … alles mehrt als berechtigt. Nutzt nur nix, wenn man nicht gewillt ist, was zu verändern! Zuallererst an den Ursachen der ganzen Misere(n)!

    “Wenn wir wollen, dass alles so bleibt, wie es ist,
    dann müssen wir alles ändern!”

    Giuseppe Tomasi di Lampedusa

    Oder auch:

    “Ich kann freilich nicht sagen, ob es besser wird, wenn es anders wird.
    Aber soviel kann ich sagen: es muss anders werden, wenn es besser werden soll!”

    Georg Christoph Lichtenberg

  37. Wo ist eigentlich die Stadt? Und der Ortsbeirat? Es wird jede Woche schlimmer und nichts passiert von Seiten der Behörden. Was soll denn noch passieren? Noch eine Vergewaltigung? Noch eine Massenschlägerei? Noch eine Messerstecherei?
    Ich habe lieber eine gentrifizierte Neuse als eine völlig kriminalisierte. Als Frau traut man sich abends nicht mehr am Scheunenvorplatz vorbei. Traurig. Besonders auch, weil das Problemklientel überwiegend aus dem nordafrikanischen Raum stammt. Die AfD wird´s freuen. Aber solange Grüne und Linke dazu keine Statements abgeben und hier was passiert, brauch man sich nicht wundern.

  38. Seldon, es ist schlicht und ergreifend nicht unsere Aufgabe, Leuten, die hierherkommen, um zu dealen und zu rauben, Perspektiven aufzuzeigen, sie anzuerkennen und sozial zu integrieren!

    Auch in Deutschland hat jeder sein eigenes Päckchen zu tragen, und ich weigere mich, die Verantwortung zu übernehmen für Leute, die dem Rechtsstaat ins Auge spucken. Ich habe diese Leute nicht hier gewollt, ich will dafür nicht in Haftung genommen werden!

  39. Nachtrag, Seldon: Dein Lichtenberg-Zitat passt wunderbar auf die Geisteshaltung eines AfD-Wählers! Du wirst doch nicht etwa….. ;)

  40. @Anja86: „zu wundern“

    Kleine Eselsbrücke: „Wer brauchen ohne ‚zu‘ gebraucht, braucht brauchen gar nicht zu gebrauchen.“ Das fehlende ‚t‘ vermute ich mal als Schusselfehler. Die Aufregung, die Aufregung.

    Der Rest Deines Beitrages zeigt leider, dass sich künstliche Intelligenz heute maximal auf dem Entwicklungsstand einer Ratte befindet. Oder steht die 86 für den IQ?

  41. Dass die Situation nicht völlig unproblematisch ist, bestreitet wohl kaum jemand. Aber wir müssen auch aufpassen, nicht in Hysterie zu verfallen.
    Ebensolche Sorgen machen mir nämlich manche Kommentare. Da wird verbal eskaliert, als wären wir längst in der Bronx der 1970er und 1980er Jahre angelangt. Und dann wird das Totschlag-Argument schelchthin aus der Tasche geholt: „Ich bin ja nicht rechts (oder was auch immer…) – aber…!“
    Es folgen Unterstellungen an Verantwortungsträger, angeblich nichts zu tun usw. usf. Herkunftsländer werden zu genetischen Ursachen stilisiert, manchmal unverhohlen, manchmal subtil versteckt. Es sind natürlich immer die Anderen.
    Wenn hier ernsthaft weiter diskutiert wird, sollte das sachlicher erfolgen. Panikmache hilft niemandem.
    Auch nimmt es schon kroteske Züge an, wenn Kommentatoren hier plötzlich eine Staatsmacht in Gewaltausübung einfordern, welche sie sonst äußerst wenig achten bzw. eher verachten.
    Wer etwas ändern will, mache bitte ernstgemeinte, realistische Vorschläge – und engagiere sich bitte auch selbst! Stammtischrunden gibt es in Deutschland schon genug.

  42. @ Bot-Trainerin
    Wo sind deine Argumente geblieben? Oder waren sie noch nie da?
    Wenn Beleidigungen das Einzige sind, was dir zum Verfall unserer Gesellschaft einfällt, dann hast du wohl im zweiten Absatz dein Spiegelbild beschrieben.
    @ Anton
    Seit wann kann man hier jemanden als Ratte bezeichnen und Vermutungen über unterdurchschnittliche IQs abgeben? Ach ich vergaß, es kommt ja immer drauf an wer was sagt. Sorry.

  43. @maria: Wer wurde denn als Ratte bezeichnet?

    Du siehst Gespenster, genauso, wie du kürzlich behauptet hast, als dummer Nazi bezeichnet worden zu sein, das war nie der Fall. Also zumindest nicht hier im Neustadt-Geflüster. Dafür wurden von Dir schon Kommentare zugelassen, die mindestens genauso beleidigend sind.

  44. @Anja86: „kriminalisierte Neustadt“? Ich nehme an, Du meintest eine „kriminelle“.
    Vom Kriminalisieren der Neustadt bist Du selber in Deinem Kommentar allerdigns nicht weit entfernt.

  45. @ Anton – dort stehe auch schöne Relativierer aus dem Mai von Dir, Zitat:

    „@Jenner: Eine hätte ich da noch. Du gehst also montags spazieren, weil Du Bild liest?

    Übrigens musst Du uns hier keine Geschichten aus Düsseldorf auftischen. Gewalt, und sogar ganz ohne Nordafrikaner, gibt es auch in der Neustadt. Siehe heute Morgen.


    Genau die selbe Leier wie Seldon. Was das bringt, sehen wir ja jetzt.

    Und der ANTIFA-Bot hier wird mal wieder persönlich und beleidigend.

    Das ist alles so sinnlos und löst kein Problem.

  46. @Anton: Ich glaube Maria meint das hier: „Der Rest Deines Beitrages zeigt leider, dass sich künstliche Intelligenz heute maximal auf dem Entwicklungsstand einer Ratte befindet. Oder steht die 86 für den IQ?“

  47. @Maria: einen „Verfall unserer Gesellschaft“ erlebe ich in Kommentaren wie z.B. den Deinen („wie z.B.“ bedeutet, dass es nicht nur, aber eben auch Deine sind) – falls mit „unserer Gesellschaft“ bei uns überhaupt das Gleiche gemeint sein sollte. Ich habe den Eindruck, dass Du Dinge voraussetzt, die nicht einfach so vorauszusetzen sind.

  48. Naja, lassen wir mal die Kirche im Dorf ;).. Es ist doch augenscheinlich, dass mit der Aussage auf die Person Maria gezielt wird

  49. @Anton: du hast Recht, Maria war nicht gemeint – da hab ich mich verlesen – aber dafür die Person namens Anja86.. macht’s auch nicht besser.. ;)

  50. @toto: Wieso hab immer den Eindruck, dass Du mich für strunzdoof halten musst. Das war mir natürlich schon klar, dass Du Dich nur verschrieben hast. Dennoch: Dein Augenschein ist ein anderer.

  51. @Anton: Mitnichten – ich kenn dich nicht, insofern erlaube ich mir doch kein Urteil – erst Recht nicht, jemanden für „strunzdoof“ zu halten..
    Zum Thema: „Oder steht die 86 für den IQ?“ ist für mich schon naheliegend, dass damit die Person Anja86 gemeint ist..

  52. @Stephan
    Ich wohne am Assi Eck. Leider haben wir keine richtige Idee was wir gegen die Situation tun können? Hast du eine?

  53. icke ooooch !!!

    wo issen hinz&kunz ?
    warum kommentare offen ?
    bestimmt das sein das bewustsein ?

    fragen, fragen immer nur fragen
    es kann der wurm den specht nicht ertragen !

  54. Was ist Dein Vorschlag, Ecki, das ich tun soll?
    Meine Teenagertochter kann ich nicht auf jedem Weg begleiten; auf dem Weg zum Kindergarten passiere ich täglich den Alaunpark und dass dort ohne Scheu zu jeder Uhrzeit gedealt wird, teilweise auf der Spielplatznachbarbank, erkenne sogar ich als kleine harmlose Mutti.
    Und mein letzter Alaunstraßenspaziergang letzten Samstag Abend war auf Scheunenhöhe ein Spießrutenlauf, das hat mich erschüttert, ich hätte es nicht geglaubt.
    Ich achte die Polizei, sie ist doch meine Vertretung und einzig mögliche „Waffe“.
    Dass alles so bleibt, möchte ich nicht. Aber ich kann hier nur leben, wenn ich in Sicherheit bin, wenn keine Gefahr für meine Kinder besteht, wenn ich mich zu Hause fühle.
    Dieses Zuhausegefühl ist nicht mehr das selbe, ganz deutlich seit einigen Wochen.

  55. @Anne: erstmal vielen Dank für den sachlichen Ton.

    Ich hatte kürzlich ein Gespräch mit der Dr. Kristin Ferse, der Suchtbeauftragten der Stadt Dresden, nach deren Schilderung war Deine gefühlte Sicherheit bisher eben nicht mehr als ein Gefühl. Denn nach ihrer Einschätzung haben Teenager den ersten Kontakt zu Drogen in der Regel vor der Schule. Dagegen hilft nur Aufklärung.

    Die Polizei hat übrigens am Schnellsten reagiert. Sie ist seit Mitte September in deutlich größerer Anzahl, zumindest an den Wochenenden unterwegs. Nur kann ihr Einsatz das Problem nicht lösen. Polizeipräsenz führt in der Regel nur zu Verdrängung. Siehe Hauptbahnhof (Wiener Platz), dort haben die massiven Kontrollen dazu geführt, dass die kriminelle Szene sich zum Rundkino verlagert.

    Ähnlich verlagert hat sich diese Szene auch in der Neustadt. Während sich vor etwa einem Jahr die meisten Überfälle noch auf der unteren Alaunstraße bzw. am Albertplatz abgespielt haben, findet das jetzt auf dem Scheune-Vorplatz statt. Die Ursachen dafür kann ich leider nicht erklären.

    Ebenso tue ich mich schwer mit Lösungsvorschlägen. Ich persönlich tue mein Mögliches, die Situation zu beobachten und Anlieger zu befragen. Diese Informationen sammelt die Arbeitsgruppe für Ordnung und Sicherheit unter Leitung des Ortsamtsleiters André Barth. In dieser Gruppe treffen sich Gewerbetreibende, Ordnungsamt, Polizei und Vertreter von Vereinen, um nach Lösungen zu suchen.

    Aktuell hatten wir kürzlich die Stadträte um Mitternacht eingeladen, um sich ein Bild vor Ort zu machen. Da waren auch viele da. Es ist also nicht so, dass das Problem gänzlich unbekannt ist.

    Wichtig wird es nun, nach Lösungen zu suchen, die über eine verstärkte Polizeipräsenz hinausgehen.

    Meiner Meinung nach würden dem Platz mehr Licht, mehr Sauberkeit und etwas mehr positive Belebung sehr gut tun.

  56. Eine Ursache wir die Legitimation von Gewalt als gültiges Mittel in einer Auseinandersetzung von einigen Bevölkerungsgruppen sein.. Ob der Platz nun sauber, beleuchtet oder was auch immer ist..

  57. Hallo Toto,
    ich weiß jetzt nicht, wieviele „Verteidigungs“- und Innenminister, Krauss-Maffei-Manager und Deutsche Bank shareholder da jetzt auf dem Scheunevorplatz rumlungern, aber Gewalt als legitimes Mittel zur Konfliktlösung ist natürlich eine ganz wesentliche Ursache für Flucht und Vertreibung. Dann landen auch mal ein paar tausend Flüchtlinge da, wo sie Franzl Langs Meinung nach nicht hingehören: mitten in unserer schönen heilen Welt, wo Gewalt nur im Fernsehen und in Boulevardblättern vorkommt und eher ein wohliges Schaudern als Angst und Entsetzen hervorruft…
    Ja, in vielen Herkunftsländern ist Gewalt sehr viel alltäglicher als hierzulande. Möglicherweise auch dadurch, dass der Kampf um’s pure Überleben oder die nächste Mahlzeit oder den Schulbesuch der Kinder ein sehr viel gewaltigerer ist?
    Und dass das so ist, sorry Franzl, liegt nunmal auch und in erster Linie an unserem saturierten Lebensstil, denn (so ein anderer „Franzl“): „letztlich muß jeder Besitz, der über das hinaus geht, was ein Mensch mit seiner eigenen Arbeitskraft leisten kann, auf Kosten der Natur oder anderer Menschen erwirtschaftet worden sein..Schau Dir unser Haus, unser Auto, unser Konto, die Kleidung, Eßgewohnheiten…an. Hätte die Arbeit einer Familie und ihrer unmittelbaren Vorfahren mit Ihrem Milliardstel Anteil an den Ressourcen wohl ausgereicht, das zu erzeugen?… Selbst wenn du dir nicht viel gekauft hast, steckst du dein Leben lang in roten Zahlen. Du hast Schulden bei Textilarbeiterinnen in Malaysia und bei Koreaninnen, die Schaltkreise zusammenlöten, und bei Erntehelfern auf den Zuckerrohrfeldern von Haiti, die zu sechst in einem Zimmer hausen. Du hast Schulden bei deiner Bank und Schulden bei der Erde, der du Öl- und Kohlevorräte entnommen hast, die du nie mehr zurückführen kannst. Auf deinem Schuldenkonto stehen die hundert Quadratmeter Geländeaufschüttung, die zehntausend Jahre lang die Bürde des Abfalls tragen werden, den du in deinem ganz privaten Leben produzierst. Du bist Schuldner der Luft und des Wassers und in Stellvertretung auch der …Investoren, die Staatsanleihen halten. Du bist Schuldner deiner Urenkel, die nach deinem Tod für deine Bequemlichkeiten bezahlen werden….“(Jonathan Franzen, Schweres Beben, Kap. 13)

  58. Wenn (jeden Abend) klauende Banden durch die Neustadt ziehen, dann braucht es keine Sozialstudie. Das muss weg. Jetzt sind Antänzer schon das geringere Übel in der Neustadt. Holy moly!

  59. Genau, das hat mir mein Arzt auch geraten: Wenn jeden Morgen die Entzugserscheinungen auftreten: die müssen weg! Also schnell ein Konterbier! Wen interessiern schon die Ursachen!

  60. @ Seldon

    Andere Leute zu beklauen und wenn sie nicht wollen zu verprügeln, ist aus deiner Sicht, eine sozialer Protest der Straftäter?! Glaubst du wohl selbst nicht.

    Nehmen wir doch diesen Artikel aus der FAZ als Bsp: http://bit.ly/2flnjjX

    … „der Mann fühlte sich in seiner Ehre verletzt, weil sich ihm seine vier Jahre jüngere Frau in Deutschland plötzlich nicht mehr unterordnet, ihm sogar weit überlegen ist. Im Gegensatz zu ihm kann sie lesen und schreiben und lernt Deutsch. Er selbst sieht sich dazu nicht in der Lage, er hat nie eine Schule besucht. Aufgewachsen in einer Welt, in der Gewalt an der Tagesordnung ist, fehlt ihm das Handwerkszeug dazu, Konflikte im Gespräch beizulegen“ …

    Es gibt immer auch eine Eigenverantwortung, besonders wenn man sich plötzlich in Denkräumen mit ganz anderer Umgebungslogik wiederfindet.

    Diese (von dir postulierte) Reduktion auf einen Ursache Wirkung Monotheismus ist lächerlich …

  61. Hallo Franzl,
    doch, bin ich: 3. November 2016 at 12:29
    Die „westliche Welt“ lebt nicht erst in den letzten Jahrzehnten sondern permanent seit der großflächigen Kolonisierung der Welt durch westliche Zivilisationen nicht nur euphemistisch „über Ihre Verhältnisse“ sondern ganz konkret auf Kosten der eben nicht „westlich zivilisierten Völker“. Heutzutage nennt sich das Globalisierung und ist doch nichts anderes als die immer wahnwitziger sich drehende Kapitalakkumulierungsmaschine auf der Suche nach immer neuen Absatzmöglichkeiten.
    Hallo Julia,
    ich sage nicht, dass sich hier Protest äußert, sondern soziale Ursachen zugrunde liegen. Selbstverständlich heißt das im Einzelfall nicht, Täter gewähren zu lassen. Aber nur an den Symptomen rumzudoktorn hilft auf lange Sicht nicht weiter! (siehe Bsp. oben: Dealer im A-Park oder halt woanders)
    Und UrsachEN eben im Plural, also nix mit „monokausal“.
    Zum zitierten Bsp:
    … „der Mann fühlte sich in seiner Ehre verletzt, weil sich ihm seine vier Jahre jüngere Frau in Deutschland plötzlich nicht mehr unterordnet, ihm sogar weit überlegen ist. Im Gegensatz zu ihm kann sie lesen und schreiben und lernt Deutsch. Er selbst sieht sich dazu nicht in der Lage, er hat nie eine Schule besucht. Aufgewachsen in einer Welt, in der Gewalt an der Tagesordnung ist, fehlt ihm das Handwerkszeug dazu, Konflikte im Gespräch beizulegen“ …
    Hier werden doch soziale Hintergründe und Ursachen benannt: keine Schulbildung, gewalttäiges Umfeld usw…
    Vielleicht hat der als Kind die billigen sneaker zusammengeklebt, die unsere Schulkinder bei Reno gekauft bekommen:
    Bissle Musik? (Radiohead) https://www.youtube.com/watch?v=-xHfBAKMcCc

  62. „Vielleicht hat der als Kind die billigen sneaker zusammengeklebt, die unsere Schulkinder bei Reno gekauft bekommen:“

    Also bitte! Die Sneaker kommen aus Syrien?! Langsam wird’s echt (d/t)rollig.

  63. Hallo Franzl,
    ich dachte wir reden allgemein über Flüchtlinge. Die kommen ja nun nicht alle aus Syrien. Ich würde auch bezweifeln, dass Syrer einen Großteil der problematisierten Personengruppen ausmachen. Das „Schuhvideo“ war nur als Beispiel für den Zusammenhang von Lebensweise West und Lebensweise dritte Welt gedacht. („sneaker“ ist offenbar ’ne Marke…keine Ahnung…und wenn ist’s auch egal…billige Schuhe halt, oder Klamotten allgemein, oder billiges Schweinefleisch, billige handies, what ever…) Das man das jetzt extra erwähnen muss… Etwas Abstraktionsvermögen setze ich schon voraus!
    Wenn Syrer Dein Problem sind, kannst Du ja mal überlegen, warum die in den letzten Jahren verstärkt flüchten und welchen Anteil der „Westen“ daran u.U. haben könnte…

  64. @Seldon Verstehe ich Dich richtig, dass wir es wegen der von Dir benannten Gründe akzeptieren müssen, dass die in der Neustadt die derartigen oben vielfach benannten Probleme auftreten?

  65. Hallo Ratscha,
    nein, verstehst Du nicht: Ich behaupte lediglich, dass die Probleme nur gelöst werden können, wenn eben die Probleme gelöst werden und nicht, wenn irgendwelche Symptome mal eben kurzfristig und mehr oder weniger hysterisch aus dem unmittelbaren Blick- und Umfeld entfernt werden.

  66. @Ratscha: Das ist ähnlich wie Merkels „Ursachenbekämpfung“, jeder weiß, dass sich die Ursachen nicht ändern werden (ist das übrigens kein Neokolonialismus, zu behaupten, man könne apodiktisch die Fluchtursachen in anderen Ländern, Kulturen, Religionen ändern??), man kommt sich aber weltläufig und clever vor und kann die Symptome vor der Haustür gekonnt ignorieren.

    Im übrigen danke, Seldon (und H&K et al.), ihr versüßt mir die Tage.

  67. @ Seldon

    die Überfälle und Kriminialität haben ihre Ursache, einer von dir, wie auch immer gearteten Kapitalismus Kritik?!

    Wenn überhaupt, ist es maximal ein! möglicher Grund und nicht mal vielleicht! Ursache allen Übels, letztendlich macht (d)eine Welt-Konstruktion: „dein Regenschirm ist schöner, als meiner und den nehm ich dir jetzt weg“, auf einen Fehler in jeglicher Art von Theorien aufmerksam, dass sie menschliches Handeln von jeder Eigenverantwortung befreien.

    Es gibt Sachen die macht man nicht.
    Weil es kriminell ist.
    Basta. BÄH

  68. @julia, Franzl und Ratscha: Wenn ich es richtig sehe, schlägt Seldon immerhin etwas vor. Von eurer Seite habe ich noch keine konkreten Vorschläge gehört, die Lage zu verbessern. Ach doch. Julia: „Das muss weg.“ — Was genau ist das? Jeder, der kriminell wurde oder jeder, der vielleicht kriminell sein könnte oder jeder der aussieht, als könnte er kriminell sein. Der mutmaßliche Vergewaltiger sitzt in Untersuchungshaft – ist das ausreichend weg? Bei dem Raubüberfall gibt es eine grobe Täterbeschreibung, geschnappt wurde keiner, wer soll also weg? Bei der Auseinandersetzung gegen 23 Uhr meldete sich kein Geschädigter, wer soll da weg?

  69. @ Seldon

    Vielleicht liest Du mal das Buch „Afrika wird arm regiert“ – übrigens mit einem sehr interessanten Vorwort von Rupert Neudeck. Und dann denkst Du mal über Deine schwarz-weiß-Malerei ( böse „weiße“ gute „andersfarbige wie auch immer“) nach.

  70. Hallo Seldon,

    was die globalen Zusammenhänge vom Großen zum Kleinen betrifft, hast du absolut recht.

    Ansonsten sind wir bestimmt (nur) teilweise (ganz) anderer Meinung. Aber deine ist gut begründet.
    Mit dir würde ich gerne diskutieren. Dafür reicht die Plattform hier aber nicht.

    Also: Danke für deinen langen Atem hier und danke für das Video. Radiohead finde ich viel mehr als großartig, Musik kannte ich natürlich schon, aber der Clip war mir unbekannt.

    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende, Marcus

  71. @ Anton – wer die Gastfreundschaft des Aufnahmelandes missbraucht indem er kriminell wird, bekommt EINEN Warnschuss, indem er für sein Vergehen nach dem Gesetz bestraft wird. Wird er oder sie ein ein zweites Mal auffällig, wird er oder sie abgeschoben – auch nach Syrien – und wenn das aus logistischen Gründen (Krieg etc.) nicht funktioniert, wird ein Abkommen mit einem Staat in Grenznähe geschlossen wohin die Leute gebracht werden. Mit Geld lässt sich das arrangieren.

    Nicht sehr populär diese Maßnahme aber wir wollen ja sowieso nicht populistisch sein oder?

    Die nötigen Änderungen im Asylrecht sind machbar, WENN sie auch so gewollt werden.

    WENN das so angewendet wird und sich rumspricht in der nord-afrikanischen Klientel wird sich sehr sehr schnell etwas ändern und zwar nachhaltig.

    Alternativ kann man natürlich auch so weitermachen und zerreden, Bedenken anmelden, die Menschenrechte wahren wollen, nicht rassistisch sein wollen usw.wie bisher. Was das allerdings bringt, sehen wir ja jetzt.

  72. @julia: Es gibt Sachen, die macht man nicht? In manchen Kulturen zählen zu diesen „Sachen“ z.B. „Basta“ und „BÄH“. Weil das rechthaberisch und verächtlich wäre.

  73. @Anton Die Polizei hat sich ja bereits laut Zeitung dahingehend geäußert, dass es Anzeigen aus dem Migrantenmilieu meist nicht gibt. Dafür kann es verschiedene Gründe geben, da kann sich jeder seinen Teil denken. Ich vermute, die Polizei hat da auch eine Idee, spätestens wenn sie am nächsten oder übernächsten Tag wieder anrücken muss und die gleichen Auseinandersetzungen vor sich hat. Und die Probleme sind auf jeden Fall nicht einfach zu lösen, das ist ja das eigentliche Problem. Nur, Anton, wenn Du zu einer Party einlädst und einige Gäste benehmen sich daneben, was würdest Du machen? Ich weiß, das ist nicht bequem und auch nicht im Sinne der (vielleicht letztendlichen) Lösung a la Seldon, aber wir können doch nicht wirklich in Haftung genommen werden für Verfehlungen und Übel, die ganz woanders ursächlich liegen. Wenn das nämlich so ist, dann kann @Frank auch als Opa nicht mit seinen Enkeln im Park Fahrrad fahren lernen, das wäre auch in Jahrzehnten unbeschwert kaum möglich. Das fände ich sehr schade.

  74. na nu, dass ‚muss weg‘ ist ideomatisch und enhält kein Lösungsvorschlag … und ja eingesperrt ist erst mal ausreichend ‚weg‘. Mein Vorschlag, steht schon da, Bedingungen die ein Leben in Eigenverwartung ermöglichen.

    die lange Form:
    Zitat:

    (1) Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.

    (2) Das Deutsche Volk bekennt sich darum zu unverletzlichen und unveräußerlichen Menschenrechten als Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft, des Friedens und der Gerechtigkeit in der Welt.

    (3) Die nachfolgenden Grundrechte binden Gesetzgebung, vollziehende Gewalt und Rechtsprechung als unmittelbar geltendes Recht.

  75. Hallo Zwecke,
    Ich hab nirgends von weissen und anderafarbigen gesprochen, sondern von westlicher und dritter Welt als Chiffren für industriell entwickelte und weniger entwickelte Länder. Das letztere auch ihre Wirtschaftsmagnaten, (korrupte) Regierungen und Ausbeuter haben ist mir nicht neu. Aber kapitalistisches Wirtschaften im Zusammenhang mit der kolo ialen Geschichte führte halt dazu, dass auf Kosten letzterer in den entwickelten Ländern überproportional profitiert wird. Da fällt dann für uns ein Lebensstil ab der „denen“ schon erstrebenswert erscheinen kann. Ganz abgesehen von Kriegen um Zugriff u d Einfluss auf Rohstoffquellen und Verteilungswege zu erhalten usw. Das da auch einheimische „Eliten“ ihr Schäfchen ins Trockene bringen ist da doch geschenkt.

  76. Hallo Julia,
    Nein, Kapitalismus-Kritik ist ganz sicher nicht Ursache von Kriminalität (scnr)
    Was Du mit den Regenschirmen willst, ist mir nicht klar…
    Ich will ja nun gerade die Verantwortung des Einzelnen zur Geltu g bringen. Eben nicht: dir da oben machen ja nix, die Gesellschaft ist eh ni ht zu ändern, der Mensch ist halt so…

  77. @Paule, alles klar, wegen ein paar Kriminellen werfen wir unsere Rechtsstaatlichkeit über den Haufen. Ich bin fest davon überzeugt, dass Dein Vorschlag nicht mehrheitsfähig ist.

  78. Hallo Anton, erstmal danke, dass du den thread überhaupt offen lässt, ist ja in vielen Medien in unserer postfaktischen Zeit eine Seltenheit.

    Ich habe jetzt nochmal den ganzen thread durchgelesen und keinen Vorschlag von Seldon gelesen. Oder meinst du etwa „Freiräume“? Denkt ihr ernsthaft, die Räuber wollen Freiräume und lassen ihr treiben dann sein? Nein, tut mir leid Seldon, diesr Leute sind materialistischer eingestellt als du denkst, dass ich es bin. Die wollen Kohle und Mädels. Leider Gottes ist das alles nicht so sozialromantisch wie man sich erträumt.

    Ich habe viele konkrete Vorschläge, die ich mangels Lust nicht ausbreiten will. Diese Diskussionen machen müde, weil keiner seine Meinung je ändert. Ich halte euch für realitätsfern, ihr haltet mich für wohlstandssatt und hysterisch. Ich denke, wer recht hatte, wird sich in den folgenden Jahren zeigen.

  79. Hi Seldon,

    ich denke, dass der Einzelne kaum etwas machen kann.
    Du hattest es vor ein paar Posts geschrieben: Grüne wählen, TAZ lesen, wohl fühlen.

    Ich bezweifle auch, dass die Mehrheit der Einzelnen gebildet genug ist. Was wiederum gewollt sein könnte, damit sich keine Masse zusammen findet.

    Ich denke, dass es Absicht ist, dass sich die extremen Flügel der Linken und Rechten aufreiben. Der Rest hat hier in Deutschland Brot und Spiele.

    Das der, der sich hier „Nichts“ leisten kann, die indirekt ausbeutet, die sich gar nichts leisten können, sollte bekannt sein, ist es aber nicht. Da fehlt es, wie so oft, an Aufklärung.

    Die Frankfurter Schule samt 68ern haben es probiert.
    Marcuse, Poper und Co hatten recht. Nur gab es nach einer Welle bis in die 80er keine Auswirkungen.

    Warum nicht? Weil es dem Menschen nicht gemäß ist. Was Menschlichkeit ist, kann man in Schriften der letzten tausenden Jahre nachschlagen. Traurig, zumindest für meine Maßstäbe!

    Mein Fazit: So lange es dem Einzelnen in einer Gesellschaft akzeptabel geht oder man es ihm einreden kann, werden die Gleicheren Schweine sich an den Trögen bedienen. Falls es dazu braucht noch ärmere Schweine auszubeuten, um den gleichen Schweinen das zu ermöglichen, was sie glauben haben zu möchten, läuft es.

    Zum Schluss bleibt: Treib mal die gleichen Schweine an, die gleicheren zu bekämpfen, wenn es ihnen gefühlt gut geht.

    Nur ein paar kleine Gedanken von einem menschenfreundlichem Misanthropen zu einem gefühlten Idealist

  80. Sorry, hatte ich vergessen:
    @Anton: Danke auch für die Möglichkeit sich hier einzubringen und eine (kleinen) Querschnitt der Meinungen der Neustadt zu greifen.

    Als Skeptiker hatte ich natürlich darüber nachgedacht, warum du diese Plattform betreibst.
    Inzwischen habe ich ein Gefühl dafür bekommen, warum, denke ich.

    Danke!

  81. Ich möchte Anton hier ausdrücklich danken. Ich weiß, das ist anstrengend und ja auch nicht selbstverständlich, was Du hier ermöglichst. Allerdings aus meiner Sicht dringend nötig, wenn wir mit Respekt uns artikulieren und zuhören. Nur so haben wir die Chance, ins Gespräch zu kommen und uns positiv zu entwickeln.
    @ Franzl Lang Das dauert aber eben auch alles seine Zeit. Aber ohne Austausch wird gar nichts. Und anstrengend ist es sicher für Einige.

  82. Ich bin vor ein paar Wochen nachts gegen 1 Uhr mit dem Auto von der Bautzner Richtung Albertplatz gefahren, als in Höhe Alaunstraße eine Horde (ca. 10 bis 15 Personen) angetrunkener Südländer vor mein Auto sprangen und mich zur Vollbremsung zwangen! Ich fahre sogar schon tagsüber mit verriegelten Autotüren … das war auch an diesem Abend mein Glücksumstand.

  83. @Anton: Was Paule sagt, IST rechtsstaatlich. Die allermeisten Staaten auf der Welt agieren so. DEIN Vorschlag (das abzulehnen) muss früher oder später in die Anarchie führen. Wenn ich als Krimineller praktisch tun kann, was ich will, ohne je Konsequenzen befürchten zu müssen, dann werde ich das auch weidlich ausnutzen. Das ufert dann immer mehr aus.

  84. @ Anton – die aktuelle Situation seit September 2015 ist eine akute und mit dem Rechtsstaat in all seinen Facetten nicht mehr zu bewältigen bzw. durchzuhalten. Entweder es werden einfache und wirksame Mittel gefunden oder der Rechtsstaat wird paradoxerweise an seinen eigenen Werten scheitern. Wer das nicht will, MUSS temporär zu unpopulären Maßnahmen greifen. Die Frage, OB das alles gewollt wird, ist eine andere. Es gibt nicht wenige, welchen diesen Staat scheitern sehen wollen.

    Interessant dazu die gegenwärtigen Rechtspraktiken:

    http://www.anwalt.org/asylrecht-migrationsrecht/abschiebung/#Gesetzliche_Grundlagen_zur_Abschiebung_wegen_einer_Straftat

    Es gibt derart viele Mittel eine Abschiebung, welche rechtsmäßig verhängt wurde, doch noch zu vermeiden,
    das sich der Eindruck aufdrängt der Rechtsstaat kann
    geltendes Recht nicht mehr durchsetzen, d.h. er hat bereits begonnen zu scheitern.

  85. Schade, dass einige KommentarorInnen mit (Staats-)Gewalt auf Gewalt von Mitmenschen reagieren will. Wie schon angemerkt, wird damit die Problematik doch nur verlagert.

    Für Populisten bzw. Konservative (CSU, AfD, Pegida, Wagenknecht, Kretschmann und wie sie alle heißen) ist es natürlich ein gefundenes Fressen, einfache Lösungen für die heutige sich stets verändernde, komplexe Welt zu fordern. Aus meiner Sicht greifen diese Reflexe zu kurz. Hellhörig werde ich immer, wenn bei Diskussionen von einer „gefühlten“ Situation gesprochen wird, oder Emotionen getriggert werden. Einzelschicksale müssen ernst genommen werden und die Täter gehören betraft, ja. Aber auf dieser Ebene wird zugleich eine Diskussion entsachlicht und bringt uns in Summe einer allgemeinverträglichen Lösung nicht wirklich weiter.

    Fragwürdige Menschen gibt es überall, ob sie nun aus Syrien, oder der sächsischen Schweiz stammen, oder gar Politikwissenschaften an der TU Dresden lehren, spielt doch letztlich keine Rolle. Die eigentliche Frage ist mEn., welche Normen und Werte wollen wir als deutsche Gesellschaft (oder Neustädter Subkultur) leben und wie können diese umgesetzt werden. Gerade beim letzten Punkt sehe ich jede/n von uns in der Verantwortung. Wie kann es denn beispielsweise sein, dass ein Mensch auf dem belebten Vorplatz der Scheune vor den Augen anderen Menschen ausgeraubt wird? Ein tolles Live-Video einer Überwachungskamera oder eine Polizei-Streife für den gesamten Kiez ändert daran nix — aber jede/r von uns kann und sollte etwas tun.

    Gestaltet doch euer Leben selbst und übernehmt Verantwortung.

  86. @ Seldon
    … na dann ist ja gut ;)

    Mich störte und stört das Relativieren von Straftaten, eben wegen der Eigenverantwortung … das es Ursachen dafür gibt ist klar.

  87. „Gestaltet doch euer Leben selbst und übernehmt Verantwortung.“

    Man kann, es sei denn, man lebt auf einer einsamen Insel, sein leben nur begrenzt selber gestalten.
    Nennt man Gesellschaft und nötigt einem oft Sachen auf, die man nicht haben möchte…

  88. Beeindruckend, dass dieser Kommentarthread so lange offen bleibt. Danke!

    Ich denke, ein Problem liegt darin, dass es nicht „die“ Lösung gibt. Die Law-and-Order-Forderungen, die hier einige erheben, sind verständlich. Aber selbst die härtesten Strafen wirken wenig abschreckend – oder hat die Todesstrafe Mörder jemals von ihrem Tun abgeschreckt? Wenn es so wäre, dürfte es ja in den USA keinen Mord mehr geben…

    Wir haben im Grundgesetz das Recht auf Asyl verankert, aus guten Gründen. Es wird zwar vielfach mit Füßen getreten und gebogen und bis zur Unkenntlichkeit entstellt, aber es ist da. Daran darf auch nicht gerüttelt werden, es leitet sich aus der Menschenwürde ab.

    Ob nun alle, die hier einen Asylantrag stellen, tatsächlich politisch verfolgt werden, ist zu prüfen. Alles, was dann kommt, unterliegt den rechtsstaatlichen Prozeduren, die langwierig sind und oft genug an ihre Grenzen stoßen. Aber insgesamt kann ich eher damit leben, dass wir 1000 Aslyantragsteller nicht zurückschicken können, als dass wir einen zurückschicken, den dann prompt am nächsten Galgen landet. Es kann nicht angehen, dass wir als Staat auch nur einen Menschen ausweisen, dem in seiner Heimat der Tod droht.

    Das ändert nichts an den Straftaten und Übergriffen, die hier Thema sind. Da ist zum einen Politik gefragt, die mittlerweile erkannt hat, dass die heilige Schwarze Null ein Irrweg ist, wenn es um die Sicherheitsbehörden geht. (und nicht nur dort, aber das gehört hier nicht her). Das Beispiel Wiener Platz illustriert die üblichen Verdrängungsmechanismen. Es ist mittlerweile sprichwörtlich, dass Nordafrikaner hier Drogen verkaufen. Ich kann das nicht beurteilen. Wenn es so ist, muss man nach den Ursachen fragen. Warum tut gerade diese Gruppe das? Wenn man unterstellt, dass diese Menschen aus wirtschaftlichen Motiven hierher kommen, könnte man zu der Schlussfolgerung kommen, dass sie versuchen, an Geld zu kommen. Legal dürfen sie es nicht (Ausländer- und Aslyrecht), und beim Drogenhandel ist viel Geld zu verdienen. Da würde ich zwei Ansätze sehen: Erlaubt diesen Menschen, sich einen regulären Job zu suchen, und ändert die Drogenpolitik. Wenn man mit Drogen kein Geld mehr verdienen kann, fällt diese Motivation weg. Und ich nehme als bekennender Gutmensch an, dass auch diese Menschen nicht von Natur aus kriminell sind, so dass ich annehme, wenn man ihnen eine sinnvolle Möglichkeit eines legalen Einkommens bietet, dann wird auch die Kriminalität abnehmen.

    Was Überfälle etc. in der Neustadt angeht, so wird dort vermulich nur starke Polizeipräsenz helfen, Stichwort Prävention. Das wird vielen Neustädtern nicht schmecken – aber wie soll es sonst gehen? Von alleine wird es sich wohl nicht verbessern, und ein eigenes Eingreifen steht immer hart am Rande der Illegalität. Härtere Strafen schrecken nicht ab, aber wenn die Chancen, mit meiner Tat durchzukommen, drastisch sinken, das könnte helfen.

    Lösungen habe ich letztlich keine, weil es ein sehr komplexes Themengebiet ist. Wir werden die globalen Probleme nicht in Dresden lösen können, was ein Problem ist, weil alles miteinander verzahnt ist. Der Krieg in Syrien z.B. wirkt sich auf Sachsen aus, ob uns das nun gefällt oder nicht. Selbst wenn wir es nicht lösen können, so müssen wir einen Weg finden, damit umzugehen. Das kann auch sehr unerfreuliche Dinge beinhalten. Ich will keine verstärkte Polizeipräsenz, aber wenn es der einzige Weg ist, die Situation in den Griff zu kriegen, dann ist es eben so. Mit in-die-Hände-klatschen und Kuscheltiere verteilen lassen sich nicht alle Probleme lösen.

  89. @ein anderer Stefan – bitte bedenke, dass 99% aller Flüchtlinge – auch aus Syrien – welche in Deutschland Asyl beantragen über sichere Drittländer eingereist sind und damit Wirtschafts- und Rechtsstaatsflüchtlingen sind, weil sie hier a) wie Menschen und nicht wie Menschen zweiter Klasse behandelt werden und b) Geld, Unterkunft,ärztliche Behandlung und Kost erhalten. Sie haben also in erster Linie in Deutschland Asyl beantragt, weil es ihnen hier ethisch und materiell besser geht als in den Staaten, welche sie bereits passiert hatten und erst in zweiter Linie, weil Leib und Leben bedroht sind. Es bleibt die Frage, ob das Asylrecht dafür überhaupt greift.

    Und ja – das kann sein – es mag ethisch und moralisch verwerflich sein aber es ist auf Dauer nicht durchzuhalten als Staat besser 1000 Leute nicht abzuschieben als eine Person abzuschieben, welche dann am Galgen landet. Diese Person hatte lt. meinem Vorschlag eine zweite Chance und muss nun mit den Konsequenzen leben.

    Man kann anderen nur helfen, wenn man selbst stark ist und auch bleibt. Deshalb MUSS man Grenzen setzen auch wenn diese temporär unpopulär sind. Ansonsten scheitert der Rechtsstaat und mit ihm seine Moral und Ethik.

  90. Dann schließe ich mich mal dem Lob an Anton an. Wir haben hier ja auch schon andere Zeiten erlebt, gerade was das Zensurverhalten betrifft… :-)

    Bei all den Äußerungen, wo ich eine andere Sichtweise habe, hier nur mal eine Anmerkung. Es ist ja aber generell nicht zum ersten Mal zu beobachten. Handelte es sich bei den Kriminellen um sogenannte Biodeutsche, gar noch solche, die der rechten Hälfte des politischen Spektrums zuzuordnen wären, würde man lautstarke Rufe nach der „vollen Härte des Rechtsstaates“ vernehmen. Rufe nach Polizei und Verboten würden laut. Manche unserer demokratischen Menschenfreunde würden sich nicht mal scheuen, selbstjustiziable Gewaltanwendungen offen zu befürworten. Auch polemisches Gesabbel über den Wiederaufbau der Mauer oder die Ausgliederung Sachsens wäre opportun.
    Kaum aber geht es um sogenannte Geflüchtete (vor was zu wem mit welchen Erwartungen eigentlich?), wird geschwurbelt, gesabbelt, relativiert und unter den Teppich gekehrt, was das Zeug hält. Fast schon könnte man sagen: es wird fleißig rumge-maas-t. Oder rumgeschandelt für Deutschland, wie man halt will.
    Gut, das ist dann zwar nicht sonderlich rechtsstaatlich, dafür aber wenigstens rassistisch.

    Schönen Sonntag wünsch ich.

  91. @ e.a.Stefan: Wie Du ja schon mal festgestellt hast, sind wir nicht immer gleicher Meinung. Und ja, das ist so…

    Was ich persönlich von der Todesstrafe halte, sei erst mal dahingestellt. Tatsache ist aber: Wenn jemand sogar dann noch mordet, wenn ihm selbst die Todesstrafe droht, dann sagt das nichts über die Todesstrafe aus, sondern über den Mörder.
    Nach Deiner völlig verqueren Logik müsste man konsequenterweise auch noch die Haftstrafe für Mörder in Frage stellen, da selbige offensichtlich nicht vom Morden abgehalten hat…

    Diesen Stichpunkt aber nur mal aus Deinem Kommentar herausgepickt.

  92. Spätestens jetzt ist doch der richtige Zeitpunk für ganz praktische Aktionen der Mitglieder/Sympathisanten von „Gepida“, „Pro Asyl“, „Dresden für Alle“, „Nope“ usw.
    Einfach an die hier genannten Brennpunkte gehen, auf die kriminellen Migranten einwirken und sich ggf. um die Opfer und deren Entschädigung kümmern.
    Alle mit dem Slogan „refugees welcome“, stehen auch dazu, nehmen bitte mindestens einen Flüchtling zu hause auf und helfen bei seiner Integration. Damit wäre doch schon ein großer Schritt getan.

  93. @ Karsten

    Mäuschen, bleib einfach sachlich, denn vieler deiner Sätze sind hohen Maße selbst geschwurbelt, gesabbelt, polemisch … außerdem, war die Diskussion alles andere als irgendwie gewichtet. Kapier‘ ich nicht?!

  94. In dem Zusammenhang muß ich mal einen Link loswerden. Ich weiß… ganz „böse“ bürgerliche Presse, aber die hier geschilderten Fakten sind einfach unleugbar (eigentlich, aber dennoch wird`s von einigen Kreisen eben getan, was für mich ebenso faszinierend wie unbegreiflich ist, denn wie soll sich je etwas ändern, wenn man schon nicht gewillt ist, die elementaren FAKTEN zur Kenntnis zu nehmen?). Also, der Text: http://www.faz.net/aktuell/politik/die-gegenwart/linke-verweigern-diskussion-ueber-islam-und-gewalt-13377388.html

  95. Lieber Paule,

    ich kann deine Meinung zu Dublin II nachvollziehen und möchte dich an meiner Erfahrung aus dem letzten Jahr teilhaben lassen.

    Ich war Ende 2015 als Flüchtlingshelfer in einem besetzten Bahnhof an der griechisch-mazedonischen Grenze (Eidomeni) und habe u.a. in einer Teeküche geholfen. In dem Flüchtlings“lager“ gestaltete sich die Lage so, dass MSF und UNHCR Vor-Ort waren. Dank MSF gab es ca. 20 Toiletten und wenige große Waschbecken für mehrere Tausend Menschen. Familien, EinzelkämpferInnen. Das UNHCR hatte einen Container voll mit Spenden (u.a. Schlafsäcke und Zelte). Dieser Container war verschlossen und die MitarbeiterInnen trauten sich nicht, die Spenden auszuteilen, um keine Panik unter den Menschen zu verursachen.

    Da es langsam kalt wurde, holten die Menschen Holz aus dem benachbarten Wäldchen, um Lagerfeuer anzuzünden. Abends/Nachts war es dann so, dass über dem gesamten Camp ein Dunst lag, der durch die Feuer verursacht wurde. Ein größerer Teil der Menschen hatte Zelte, um darin zu übernachten. Einige waren nicht mit diesem Glück gesegnet und mussten unter freiem Himmel übernachten. Gemeinsam mit HelferInnen von Safe the Children hatten wir versucht, wenigstens die 10-20 Schlafsäcke und Zelte die wir hatten, an Mütter mit Kleinkindern zu verteilen. Dies hatte leider nicht für alle gereicht.

    Vom griechischen Staat waren GrenzschutzbeamtInnen Vor-Ort, die den Übertritt nach Mazedonien sperrten bzw. stark limitierten. Nach einigen Tagen kamen dann auch große, schwarze Busse mit vergitterten Fenstern an – die BeamtInnen von Frontex waren nun auch da. Deren Ziel war primär, den Grenzübertritt zu sichern sowie die Räumung des Lagers herbeizuführen. Die Menschen hatten die Wahl: nach Lesbos gebracht werden, oder geräumt werden. Lesbos würde bedeuten, auf einer Insel unter ähnlichen Zuständen jedoch ohne Chance auf Weiterreise zu überdauern. Egal, ob nun eine Familie reist oder einzelne Menschen.

    Ansonsten war vom griechischen Staat nichts zu sehen, finanzielle Unterstützung ist utopisch. Schließlich hat sich unser Finanzminister Hr. Schäuble höchstpersönlich dafür eingesetzt, dass sowohl an der griechischen Bürokratie und als auch am griechische Haushalt massiv gespart wird. Die Leidtragenden sind nicht wir, im Gegenteil.

    Jeder von uns sollte für sich die Frage beantworten, ob Humanität wirklich Grenzen gesetzt werden sollten. Manchmal hilft es, aus einer anderen Richtung auf die Frage zu schauen. Der historische Hintergrund des Grundrechts auf Asyl steht übrigens auch diametral einer Drittstaatenregelung sowie Dublin II entgegen.

  96. @zeitgeistkritiker: Bei Verlinkung von Artikeln, die nicht aktuell sind, wäre es schön, darauf hinzuweisen, aus welcher Zeit dieser stammt. In dem Fall aus dem Januar 2015. Außerdem empfinde ich eine Fundamentalkritik an einer überauas heterogenen Gruppe, wie in dem Artikel geäußert, als nicht zielführend. Das ist genau die gleiche Gruppenaburteilung wie sie häufig Pegida-Kritikern vorgeworfen wird.

  97. Hallo Nih23, danke für deine Schilderungen und dein Engagement. Versteh ich das also richtig, dass es sich bei dem „Lager“ um kein offizielles Flüchtlingslager sondern um ein provisorisch selbstorganisiertes?

  98. @zeitgeist-kritiker: Wo steht denn im Post von Anton, dass er keine Konsequenzen zu befürchten hat? Das Rechtssystem gibt genug Möglichkeiten, sie müssen nur genutzt werden.

  99. Dublin II ist der zu Papier gebrachte Ausdruck der Unsolidarität innerhalb der EU. Es kneift zwei oder drei Ländern in den Arsch (Griechenland, Italien und Spanien), der Rest lehnt sich zurück und zeigt mit dem Finger auf die unfähigen Griechen/ Italiener/ Spanier…

    Wie wohl jeder, der da mitmacht, dies empfinden würde, wäre er einer der drei?

  100. Die sind alle schwer beschäftigt, Leute wie Dich zu integrieren, @nickibude. Mach’s Dir selbst, dann haben wir auch wieder Zeit für Deine Vorschläge.

Kommentieren gern, aber bitte recht freundlich.

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