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Watzke hängt das Bier unter die Decke

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Im Watzke am Goldenen Reiter ist der Umbau fast abgeschlossen. Für rund 1,4 Millionen Euro wurden Küche und Tresen erneuert und ein zusätzlicher Gastraum geschaffen. Das Auffälligste hängt über den Köpfen der Gäste: fünf große Biertanks mit jeweils 1.000 Litern Fassungsvermögen.

Jens Berndt, Braumeister; Holger Stetzler, Architekt; Nicole Rothländer, Watzke-Chefin und Mike Böhme, Restaurantleiter, stoßen auf die geschaffte Renovierung an. Foto: Anton Launer
Jens Berndt, Braumeister; Holger Stetzler, Architekt; Nicole Rothländer, Watzke-Chefin und Mike Böhme, Restaurantleiter, stoßen auf die geschaffte Renovierung an. Foto: Anton Launer

Seit Februar wird im Watzke an der Hauptstraße gebaut – und das bei laufendem Betrieb. Die Gelegenheit zur Erweiterung ergab sich, als ein Lederwarengeschäft auszog und auf die andere Elbseite wechselte. Das Brauhaus konnte die frei gewordenen Räume übernehmen.

„Die Küche war zu klein. Als das Geschäft auszog, war das die Chance, uns zu erweitern“, sagt Watzke-Chefin Nicole Rothländer. Seit Anfang Juli ist die neue Küche bereits in Betrieb. Auch der Tresen wurde erneuert.

Fünf Tanks mit jeweils 1.000 Litern

Die auffälligste Neuerung befindet sich im ehemaligen Raucherbereich. Dort hängen nun fünf Biertanks unter der Decke. Vier davon sind für Helles, Pilsner, Altpieschener und eine saisonal wechselnde Sorte vorgesehen. Der fünfte dient als Reserve.

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Dass sich der Aufwand lohnt, zeigen die Mengen, die an der Hauptstraße durch die Zapfhähne fließen. Das Watzke am Goldenen Reiter gehört zu den umsatzstärksten Häusern des Unternehmens. „An einem Sommerwochenende setzen wir hier 3.000 Liter Bier um“, sagt Braumeister Jens Berndt. Das bedeutete bislang bis zu 60 Fasswechsel an einem Wochenende.

Künftig kommt zwei- bis dreimal pro Woche ein Tankbierfahrzeug über die Rähnitzgasse. Das Bier wird direkt in die Tanks gepumpt. Von dort führt eine sogenannte Bierpython durch die Kühlzelle bis zur Theke. Wer künftig ein Helles bestellt, bekommt sein Bier also gewissermaßen direkt von der Decke. Sollte die Kühlung ausfallen, kann das Brauhaus weiterhin auf Fässer zurückgreifen.

Für die Mitarbeiter entfällt damit ein großer Teil der körperlich anstrengenden Fasswechsel. Gleichzeitig wird in der Kühlung Platz frei, wovon wiederum die vergrößerte Küche profitiert.

1,6 Tonnen über den Köpfen

Fünfmal 1,6 Tonnen Bier samt Tank hängt man allerdings nicht einfach unter eine Decke. Unter dem Gastraum befindet sich zudem der alte Rathauskeller. Deshalb mussten zusätzliche Stahlbetonträger eingezogen werden.

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Architekt Holger Stetzler begleitete die Arbeiten, die während des laufenden Restaurantbetriebs stattfanden. Auch die Abstimmung mit den Behörden habe dabei gut funktioniert, berichtet er.

Unter den Tanks ist nun ein zusätzlicher Gastraum entstanden. Restaurantleiter Mike Böhme sieht darin vor allem eine Möglichkeit für kleinere Gesellschaften. Sie können künftig separat feiern, auch ein Buffet lässt sich dort aufbauen. Außerdem sind Biertastings geplant.

Braumeister Jens Berndt wuchtet den schweren Schlauch an den Tank. Dann muss er nur noch den Hebel umlegen und tausend Liter laufen vom Laster in den Biertank. Foto: Anton Launer
Braumeister Jens Berndt wuchtet den schweren Schlauch an den Tank. Dann muss er nur noch den Hebel umlegen und tausend Liter laufen vom Laster in den Biertank. Foto: Anton Launer

Bier mit Druckluft statt Kohlendioxid

Technisch unterscheidet sich die Anlage nach Angaben von Braumeister Berndt vom normalen System mit Fässern. Die Tanks arbeiten mit Druckluft statt mit zugesetztem Kohlendioxid. Watzke sei der erste Tankbieranbieter, der unfiltriertes Bier auf diese Weise ausschenke. Am Geschmack ändere sich gegenüber dem bisherigen Ausschank aber nichts. Der Vorteil liege vor allem darin, das Bier möglichst frisch ausschenken zu können.

Insgesamt investiert Watzke rund 1,4 Millionen Euro in die Erweiterung. Das Restaurant verfügt nun über 197 Plätze und weitere 250 im Außenbereich.

Die Eröffnung des neuen Gastraums ist für das kommende Wochenende geplant. „Allerspätestens in der kommenden Woche wird das Bier dann regulär von der Decke laufen“, legt sich Rothländer fest.

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