Schön Fühlen im Herzen Dresdens

Die Kosmetikerin Diana Korbella freut sich ihre Kunden. zu verwöhnen.

Kosmetikerin Diana Korbella freut sich, ihre Kunden zu verwöhnen.

Ruhige Jazzmusik dringt durch die hohen hellen Räume. Die Sonne färbt die Magnolien im Garten in bunte Farben. An den weißen Tischen stehen Männer und Frauen – schön frisiert – mit Sektgläsern in der Hand. Gereicht wird das Getränk von Kellnern in exquisiter Unterwäsche. In der Villa Baumgarten am Albertplatz wird Sommerfest gefeiert.

Die Wellnessoase öffnete am vergangenen Donnerstag ihre Pforten. Von 17 bis 21 Uhr konnten sich modeinteressierte Menschen frisieren, stylen und verwöhnen lassen – bei Cocktails und Sonnenschein. Für Chefin Juliane Sach zeigt das Sommerfest, dass die Villa weit mehr als ein Friseurstudio ist. Sie sagt: „Das Besondere entsteht dann, wenn Menschen sich begegnen, ein Erlebnis schaffen und sich Zeit füreinander nehmen.“ Genau das wolle sie mit dem kleinen Fest erreichen, den Menschen einen Ort des Zusammentreffens geben – einen Ort, um dem Alltag zu entfliehen.

Seit 2012 betreibt sie gemeinsam mit der Kosmetikerin Anne-Kathrin Went den Flagship-Store der Marke „La Biosthétique“ in der Villa Baumgarten. Sie bieten Männern und Frauen ein Total-Beauty-Konzept – mit Haarpflege, Haarschnitt, Styling-Beratung und Massagen.

Zusammen mit ihrem Partner hatte Juliane Sach das heruntergekommene Gebäude saniert und in „Villa Baumgarten“ umbenannt. Nach mehrjähriger Erfahrung in anderen Friseursalons wusste die gebürtige Dresdnerin, was sie will: Einen Ort mit Garten, wo sich die Menschen schön und angekommen fühlen. „Wir laden alle ein, die genießen wollen“, sagt Juliane Sach. Genuss ist auch nicht weit von Kunst entfernt. Neben den marokkanischen Spiegeln des Salons hängen Bilder des Künstlers Fritz Wolf. Auch der Bildhauer und Designer Thomas Reimann nutzt die Räume als Ausstellungsort für seine Skulpturen.

So läuft eine Gesichtsinjektion ab.

Auch im Angebot: Gesichtsinjektionen.

Neben den Profis für Haarpflege, Haarschnitte und Kosmetik arbeitet in der Villa auch der Arzt für ästhetische Medizin Dr. Philipp Triemer. Am Donnerstag führte er eine Gesichtsinjektion mit Botox vor. Seine Probanden waren Steffi und Christopher. Letzterer tat es zum ersten Mal und meinte anschließend: „Es tut gar nicht weh.“ Der Arzt sagt auf die Frage, ob Falten denn so schlimm seien: „Jeder hat seine eigene Grenze, was er schön findet. Ich möchte nur, dass die Menschen sich wohlfühlen – auch im höheren Alter.“ Inwieweit die Vorstellung über Schönheit gesellschaftlichen Zwängen unterliegt, darüber lässt sich sicher reichlich streiten. Kommt die Zornesfalte nicht bei jedem?

Eine Nachtwäsche aus dem Modegeschäft von Michaela Binder.

Nachtwäsche aus dem Modegeschäft von Michaela Binder.

Mit eintretender Abendstimmung folgte eine Modenschau. Fokus lag dabei auf Haar, Styling und Mode selbst. Dessous und Nachtwäsche stammten aus dem Neustädter Wäschegeschäft „Boutique de Lingerie Michelle“. Ausgesucht wurden Schmuckstücke namenhafter Marken wie Calida, Like it oder Simone Perlélé von Boutique-Chefin Michaela Binder persönlich. Ihr kleines Wäschelädchen wurde erst im März 2018 als eines der besten deutschen Unterwäsche-Geschäfte ausgezeichnet (Neustadt-Geflüster vom 6. März 2018)

Unterwäsche-Modenschau in der Villa Baumgarten

Unterwäsche-Modenschau in der Villa Baumgarten

Im Herbst soll die Veranstaltung in der Wellnessoase „Villa Baumgarten“ wiederholt werden. Bis dahin freut sich das zwölfköpfige Team über jeden, den es verwöhnen kann.

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16 Kommentare zu “Schön Fühlen im Herzen Dresdens

  1. statler und waldorf
    18. Juni 2018 at 15:52

    Liebe Luisa,

    das nenn ich ja mal journalistische Vielfalt ! Gestern noch Bilder mit „Solidarität mit Geflüchteten“ und heute ein Arzt, der Menschen, die ein Problem mit ihrem Alter haben, irgendwelchen Kram ins Gesicht spritzt.

    Der heisst jetzt aber nicht wirklich „Trimmer“, oder ?

  2. 18. Juni 2018 at 19:38

    „Gereicht wird das Getränk von Kellnern in exquisiter Unterwäsche.“

    Luisa, pfui! Wenn ich über so ’n entfernt, siehe Hausordnung lese, bekomme ich „die Zornesfalte“.

  3. jonas
    19. Juni 2018 at 02:20

    die gute Frau heisst Anne-Kathrin WENT!

    mfg

  4. 19. Juni 2018 at 07:16

    Danke für den Hinweis, korrigiert.

  5. S. Ebnitzer
    19. Juni 2018 at 09:24

    @ Anton: Darf man „verklemmter Spießer“ schreiben?

  6. 19. Juni 2018 at 09:48

    entfernt – siehe Hausordnung“ darf man jedenfalls nicht schreiben, S. Ebnitzer. Aber „verklemmter Spießer“ sollte durchgehen, sowie „spätrömisch dekadent“, „perverse alte reiche Säcke“ oder eben „pfui“.

  7. S. Ebnitzer
    19. Juni 2018 at 11:11

    Wie […] muss man sein, dass man an diesem Spiel Freude hat?
    […] = z. B. „alt“

  8. 19. Juni 2018 at 11:28

    Wie alt oder […] man sein muss, um an diesem Spiel Freude zu haben weiß ich nicht. Verspielt muss man jedenfalls sein.

  9. enrico
    19. Juni 2018 at 13:32

    Guter Laden, gute Chefin, gute Haarschnitte … vielleicht ein bisschen zu viel Mädchen Chi chi für einen Mann, aber dennoch 10 Daumen nach oben.

    ;)

  10. Unfassbar
    19. Juni 2018 at 15:05

    Immer wieder schön zu sehen, wie schnell bei Einigen die Toleranzgrenze erreicht. Ich sag’s ja schon immer, ein Teil der Neustadt ist genauso tolerant wie die Taliban, schreien aber immer Freiheit für alle.
    Würde dies aber ein syrischer Flüchtlingsarzt betreiben und erfolgreich ein Geschäft aufbauen, fänden das alle prima!

  11. S. Ebnitzer
    19. Juni 2018 at 23:12

    Ich bin jetzt schon ziemlich alt. Und ich entdecke noch so manche Spiele, die ich früher nicht kannte. Andere Spiele spiele ich dagegen längst nicht mehr … zu öde.
    Es wurde hier nicht zum ersten Mal gesagt:
    Die Äußere Neustadt hat einen links-konservativen und rückständigen Restanwohnerbestand, der endlich nach … na, einfach wegziehen, oder bleiben, und akzeptieren sollte, dass es weiter geht. Man kann es auch Fortschritt nennen, was nichts mit Verbesserung zu tun hat. Das steckt auch nicht in dem Wort drin.

  12. S. Ebnitzer
    19. Juni 2018 at 23:33

    Wow … habe ich das geschrieben. Ich bin echt begeistert…

  13. Andreas
    20. Juni 2018 at 09:51

    Das Nachtwäschebild ist übrigens sexistisch. Sollte man im Neustadtgeflüster mal überlegen, wie weit Werbebeiträge gehen sollten. Das gilt auch für die unkritische Darstellung der Arbeit von Dr. Trimmer. Damit wird die Spaltung der Gesellschaft befördert, indem man nicht kritisch hinterfragt, dass es mittlerweile Menschen gibt, die so viel Geld haben, dass sie sich solch unnötigen Kram leisten können, und andere, die am und unter dem Existenzminimum leben, geschweige denn die im ersten Beitrag erwähnten Flüchtlinge. Man sollte eher auffordern, für Ärmere zu spenden, als Leute noch motivieren, ihr Geld für Gesichtsinjektionen auszugeben.

  14. goldfish
    20. Juni 2018 at 11:10

    @ Andreas
    Kannst du dein Sexismus Einwand erläutern? Ich sehe eine Frau in Unterwäsche, oder meinst du, solche Bilder gehören nicht in den „Neustadt Ticker“?!

  15. S. Ebnitzer
    22. Juni 2018 at 08:44

    Jaaa, sicher wurden die Modelle dazu gezwungen, sich so zu präsentieren. Und natürlich von einem Mann….

  16. G. Rossenhainer
    26. Juni 2018 at 10:08

    Unfassbar,

    es wäre auch geschmacklos, wenn ein syrischer Flüchtlingsarzt die reichen Mitvierziger/innen trimmt.
    Soll halt jeder tun und lassen, was er will und sich frei dabei fühlen, aber ich würde nicht wollen, dass die eigene 18 jährige Tochter da halbnackt Sektgläschen reicht. Ich wage sogar mutig zu behaupten, dass sehr viele Neustädter sowie die meisten Damen und Herren des Sommerfests das ganz ähnlich sehen. Absolute Freiheit fordern, solange es nicht die eigenen Kinder sind, denen da auf den Arsch gestarrt wird, ist irgendwas zwischen kurzsichtig bis heuchlerisch.
    Die Würde des Menschen ist eben antastbar, sie ist sogar antatschbar.
    Das hat wenig mit den Taliban zu tun aber schon mehr mit dem Niedergang Roms. (https://de.wikipedia.org/wiki/Dekadenz)

    Und noch ein bisschen Goethe zum Thema „Freiheit“:

    „Das Wort Freiheit klingt so schön, daß man es nicht entbehren könnte, und wenn es einen Irrtum bezeichnete.“

    „Freiheit ist nichts als die Möglichkeit, unter allen
    Bedingungen das Vernünftige zu tun.“

    „Was ist des Freiesten Freiheit? – Recht zu tun!“

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