Auf dem Dresdner Wohnungsmarkt bleibt die Lage angespannt

Noch klafft eine dicke Lücke an der Kamenzer Straße
Stadt Baulücke gibt es hier inzwischen Wohnungen für mehr als 500.000 Euro auf der Kamenzer Straße
Die guten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in den letzten Jahren sorgen dafür, dass die Preise auf dem Dresdner Immobilienmarkt steigen.

Die durchschnittliche Angebotsmiete für Wohnraum stieg im Vergleich zum Vorjahr laut dem Maklerhaus Engel & Völkers um 4,1 Prozent auf nunmehr 7,79 Euro pro Quadratmeter. Auch beim Wohnungseigentum und bei Eigenheimen sieht es nicht viel anders aus. Ein Quadratmeter Wohnraum kostet im Durchschnitt 2.349 Euro pro Quadratmeter.

Im Vergleich zum Vorjahr (+ 0,2 Prozent) liegen die Preise damit auf unverändert hohem Niveau. Deutlicher fiel die Steigerung jedoch bei Eigenheimen aus: Hier wurden für ein Haus im Durchschnitt 446.729 Euro auf den Tisch gelegt. Das entspricht einem Plus von 3 Prozent gegenüber 2016.

Werden die Preise in Relation zur durchschnittlichen Kaufkraft pro Kopf von 20.374 Euro im Jahr gesetzt, entsteht noch ein besseres Bild davon, wie hoch das Preisniveau für Immobilien derzeit einzuschätzen ist.

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Investitionen in der Wirtschaft heizen den Wohnungsmarkt an

In Dresden wird investiert wie lange nicht. Die Unternehmen blicken auf langfristig volle Auftragsbücher und erweitern ständig ihren Geschäftsbetrieb. 2017 war das bislang beste Jahr für die Wirtschaft in der sächsischen Metropole. Es wurden insgesamt etwa 7.000 neue Jobs geschaffen.

Mit Bosch und Phillip Morris haben sich zwei weitere Global Player in Dresden niedergelassen. Im Sog solcher Schwergewichte kommen natürlich auch zahlreiche Zulieferbetriebe in die Stadt, was natürlich auch für einen Zuzug entsprechender Arbeitskräfte, die in Dresden wohnen müssen.

Fassadengestaltung im Neustadt-Style - diesmal grün.
Fassadengestaltung im Neustadt-Style
Für viele ist auch das kulturelle, soziale und sportliche Angebot in Dresden ein Grund dafür, dass sie sich in der Stadt wohlfühlen. Bei der vorhandenen Infrastruktur muss jedoch nachgebessert werden. Schulen und Kitas sind vielfach auf einem modernisierungswürdigen Niveau. Viele, die mit ihren Kindern am Wochenende auf den Sportplatz gehen oder selbst einem der zahlreichen Vereine spielen, können vom dringend sanierungsbedürftigen Zustand der Kabinen, Duschen und Toiletten oder auch von den Sportanlagen selbst ein Lied singen.

Das tut der Freude am Sport und an der Teilhabe am sozialen Leben keinen Abbruch. Hier trifft man neue Leute, findet Freunde fürs Leben und kann sich wunderbar über das Abschneiden seines Lieblingsvereins unterhalten. Quoten für das nächste Spiel gibt es übrigens hier.

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Alteingesessene ziehen wegen der Mieten weg

In der Bevölkerungsentwicklung spiegelt sich die boomende Wirtschaft jedoch noch nicht so deutlich wider. Viele alteingesessene Dresdner zieht es wegen der steigenden Mieten und wegen mehr Grün vor der Haustür in die Peripherie außerhalb der Stadt.

Es bleiben dafür die gut bezahlten Arbeitskräfte, die sich die hohen Mieten und Eigentumspreise in der Stadt leisten können. Hinzu kommen zahlreiche Studenten, die sich als Wohngemeinschaften in die Wohnungen einmieten. Die derzeit rund 1.000 pro Jahr neu gebauten Wohnungen können keinen Ausgleich zwischen Angebot und Nachfrage schaffen, was unmittelbar ein Steigen der Preise zur Folge hat.

Eine Blase ist jedoch nicht erwarten

Trotz der steigenden Mieten und Kaufpreise ist der Dresdner Immobilienmarkt keineswegs überhitzt. Im Vergleich zu anderen deutschen Großstädten wie München, Frankfurt, Hamburg oder Berlin sind die Preise hier noch moderat. Sie liegen nach Einschätzung der Makler ganz im Gegenteil auf Normalniveau. Das Problem ist das immer noch unterdurchschnittliche Einkommen in der Stadt. Hier hinkt man im Vergleich zu den westlichen Pendants noch deutlich hinterher. Auf dem Wohnungsmarkt führt das zu einer Entwicklung, wie man sie auch in anderen Städten beobachten kann: Viele die sich die Mieten nicht mehr leisten können ziehen aus den inneren Bezirken um in die Randbezirke oder gleich vor die Tore der Stadt. Neben den günstigeren Mietpreisen ist auch die grundsätzlich gute Verkehrsanbindung ein Plus mit dem die Peripherie punkten kann.

Diese Tatsache kann keinem gefallen. Vor allem auf politischer Seite wird die Situation mit Besorgnis gesehen. Vor allem der Verkauf der städtischen Wohnungsgesellschaft WOBA sorgt bei vielen Dresdnern immer noch für sehr viel Unmut. Selbst die Verantwortlichen von damals haben mittlerweile eingesehen, dass der Verkauf ein großer Fehler war. Die Mieter sind damit voll den Marktkräften ausgesetzt und die Stadt hat so gut wie keine regulierende Handhabe auf dem Markt mehr.