Lasst die Kugel rollen

Boule

Boule

In der Süd-Ost-Ecke des Alaunplatzes, der gepflegteren Ecke mit dem Trinkbrunnen befindet sich ein kleiner Boule-Platz. Gelegentlich kann man dort ein paar Leutchen beim Kugelstoßen, Entschuldigung, -werfen, beobachten.

Leider hat das so gar nichts mit den wunderbaren Bildern zu tun, die man beim Boule-Spiel so vor Augen hat. Statt uralter Männer in Kord-Jacketts mit Zigarillo in der Hand und einem schlichten Gläschen roten Vin de Pays stehen hier junge Burschen mit grellbunten Outdoorjacken und Sportschuhen an den Füßen. Na gut, beim genauen Hinsehen sind sie nicht mehr ganz so jung, etwa Mitte 30.

Und eigentlich spielen sie auch gar kein Boule, sondern Pétanque. Das ist der korrekte Name für diese Sportart der gemütlichen Sorte. Ziel ist es, mit den eigenen Kugeln möglichst nah an die Zielkugel, das sogenannte Schweinchen (cochonnet) zu gelangen. Das Spiel hat damit eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Eisstockschießen, auch als Curling bekannt.

Geboult wird auf dem Alaunplatz seit der Fertigstellung der Südost-Erweiterung 2012. Früher gab es mal an der Ecke Alaun-/Louisenstraße eine hübsche Boule-Ecke.

Der Alaunplatz hat sich in den vergangenen Jahren zu einem Treffpunkt für Spieler und Sportler aller Arten entwickelt. Der alltägliche Fußball-Wahnsinn findet jedes Jahr im Frühling mit dem Alaunpokal seinen Höhepunkt.

Außerdem treffen sich auf dem Rasen die Kubb-Anhänger. Bei dem aus Schweden stammenden Spiel geht es darum, kleine Holzklötzchen zu werfen und zu treffen.

Kubb auf dem Alaunplatz

Kubb auf dem Alaunplatz

Dieses brave schwedische Holzwurfspiel wurde inzwischen allerdings weiterentwickelt. Seit ein paar Jahren wird auf dem Alaunplatz oder während des Stadtteilfestes „Bunte Republik Neustadt“ auch auf den Straßen Flunky-Ball gespielt.

Wenn getroffen wurde, schön trinken. Foto: Youssef Safwan

Wenn getroffen wurde, schön trinken. Foto: Youssef Safwan

Flunky-Was? Zwei Teams treten gegeneinander an und versuchen mit einem Ball, eine in die Mitte gestellte Flasche umzuwerfen. Soweit, so normal, aber es wird noch besser. Die Teams stellen sich mit gut gefüllten Bierflaschen gegenüber an den Grundlinien auf. Geworfen wird mit einem Ball auf eine Zielflasche. Die befindet sich in der Mitte des Spielfeldes. Wenn diese Flasche fällt, darf das werfende Team A beginnen, die Bierflaschen zu leeren, bis Team B die Flasche wieder aufgestellt hat, dann wird gewechselt. Sieger ist, wer zuerst das Bier ausgetrunken hat.

Leider ist es nicht möglich in der Neustadt Roulette zu spielen. Also zumindest in der Art, wie man es aus James-Bond-Filmen kennt, mit Bösewichten und Geldeinsatz. Wenn man hier also irgendwo den Spruch „Rien ne va plus – nichts geht mehr“ hört, dann spielt vermutlich jemand online, dafür kann man hier Angebote effektiv nutzen oder es hat sich mal wieder das berühmte Kneipenroulette gedreht. Darüber berichten wir dann in unserer Rubrik „Gerüchteküche“.

Roulette

Roulette

Zwei andere Kugelspiele sind in der Neustadt sind dagegen sehr verbreitet. So gibt es etliche Kneipen, in denen Billard oder Tischkicker gespielt wird. Jede Menge Billardplatten stehen in Rosis Amüsierlokal, aber auch in Katy’s Garage und der Groovestation gibt es eine große Auswahl. Echte Hinterzimmer-Billard-Atmosphäre gibt es im Hebedas und im Hechtviertel in der Schmiede.

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