Niederländische Verstärkung für DSC-Schmetterlinge

Der Dresdner Sportclub (kurz DSC) ist einer der ältesten Sportvereine der Stadt. Und der Verein mit der aktuell erfolgreichsten Dresdner Mannschaft. Während die Herren Fußballer (Dynamo Dresden) und Eishockey-Cracks (Eislöwen) in der zweiten Liga herumkrebsen und die American Footballer (Dresden Monarchs) mit wechselndem Glück im Mittelfeld mitspielen, konnten die Damen der Volleyball-Abteilung des Dresdner SC von 2014 bis 2016 dreimal in Folge die Deutsche Meisterschaft gewinnen.

Dritter Platz 2017

2017 kam das Team auf dem dritten Platz ein. Für die kommende Saison wurde das Team mit mehreren Spielerinnen verstärkt. Eine von ihnen ist Marrit Jasper. Auf der Suche nach einer annahmestarken Außenangreiferin sind der Dresdner SC und Cheftrainer Alexander Waibl in der 21-jährigen Niederländerin fündig geworden. Sie erhält in Dresden einen Vertrag für ein Jahr und die Trikotnummer 8.

1. Bundesliga Damen Volleyball, Dresdner Sportclub 1898 gegen Aurubis Hamburg

Foto: Ralf Lotys (Sicherlich), CC-BY 4.0, Link

Zugang vom VfB Suhl Lotto Thüringen

Im Vorjahr spielte die 1,79 Meter große Außenangreiferin noch beim Bundesligakonkurrenten VfB Suhl Lotto Thüringen. In der abgelaufenen Saison wurde sie insgesamt siebenmal als wertvollste Spielerin ausgezeichnet. Mit Marrit Jasper, Katharina Schwabe, Eva Hodanova (Tschechien) und Dominika Strumilo (Belgien) verfügt der DSC jetzt über vier Außenangreiferinnen für die neue Saison. Aktuell ist Jasper mit der Nationalmannschaft unterwegs und steht mit ihrem Team beim FIVB World Grand Prix im Finale des Pool 1.

„In Dresden zu spielen ist immer ein tolles Erlebnis, da die Atmosphäre mit den vielen Fans einmalig ist“, sagt Marrit Jasper, die ihrer Zeit beim fünffachen Deutschen Meister mit Spannung entgegen schaut: „Der Club agiert auf einem sehr hohen Level. Ich hoffe viel von Alex Waibl und den anderen Spielerinnen lernen zu können.“

Steckbrief Marrit Jasper

  • Geburtstag: 28. Februar 1996
  • Größe: 1,79 m
  • Position: Annahme/Außen
  • Nationalität: NED
  • Frühere Vereine: VC Sneek (bis 2016), VfB Suhl Lotto Thüringen (2016-2017)

Die Heimspiele des Dresdner SC sind fast immer komplett ausverkauft, die Stimmung im Hexenkessel ist riesig. Selbst internationale Star-Teams tun sich schwer hier in der Margon Arena an der
Bodenbacher Straße. Zurzeit pausiert der Volleyball-Ligabetrieb. Das nächste Ligaspiel steigt am 14. Oktober um 19 Uhr in Potsdam, das nächste Heimspiel findet am 22. Oktober statt.

DSC-Volleyball-Kader

Und so sieht der aktuelle Kader der DSC-Volleyball-Frauen für Saison 2017/18 aus:

  • Zuspiel: Mareen Apitz (GER), Madison Bugg (USA)
  • Annahme/Außen: Eva Hodanová (CZE), Marrit Jasper (NED), Katharina Schwabe (GER), Dominika Strumilo (BEL)
  • Diagonalangriff: Piia Korhonen (FIN)
  • Mittelblock: Ivana Mrdak (SRB), Saša Planinšec (SVN), Barbara Wezorke (GER)
  • Libera: Michelle Petter (GER), Myrthe Schoot (NED)
Logo DSC

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Gründung 1898

Der Dresdner Sportclub wurde am am 30. April 1898 in der Gaststätte des Dresdner Hotels „Stadt Coblenz“ gegründet. Seit der ersten Mitgliederversammlung sind die Farben des Vereins gesetzt: Schwarz-Mohnrot, die DSC-Fahne ist das Vereinsemblem. Von Anfang an wurden Fußball, Leichtathletik und Radsport im Verein betrieben. Später kamen weitere Sportarten, wie Faustball, Boxen, Handball und Tischtennis hinzu, es gab sogar eine Abteilung Skisport. Etwas später folgten Hockey und Schwimmen. Als am 28. Januar 1900 der Deutsche Fußballbund (DFB) gegründet wurde, war der DSC dabei.

Heinz-Steyer-Stadion

Ein weiterer Meilenstein in der Vereinsgeschichte: die Eröffnung des DSC-Stadions, das heute nach dem Kommunisten und Arbeitersportler Heinz Steyer benannt ist, am 12. Oktober 1919. In dem Stadion, das neun Jahre später ausgebaut wurde, wurde am 26. Mai 1935 beim Länderspiel Deutschland gegen die Tschechoslowakei (2:1) der noch immer ungebrochene Zuschauerrekord von 61.000 aufgestellt. Heute beträgt das offizielle Fassungsvermögen zwar Platz für 24.000 Zuschauer, aufgrund seines Bauzustands ist das Stadion jedoch nur für 4.500 Zuschauer zugelassen.

Drei Goldmedaillen bei Olympia

Drei Sportler des DSC konnten bei den Olympischen Sommerspielen 1936 in Berlin Medaillen in der Leichtathletik erringen. In den folgenden Jahren gewannen Athleten des DSC insgesamt 87 Medaillen bei Olympischen Spielen sowie unzählige Weltmeistertitel, Weltcupsiege, Europameistertitel und Europacupsiege. Die Fußballer des Dresdner Sportclubs gewannen 1943 und 1944 die deutsche Meisterschaft.

Verbot nach dem 2. Weltkrieg

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurden gemäß der Kapitulationsbestimmungen alle Vereine aufgelöst, das betraf auch den DSC zum 31. Dezember 1945. Als Nachfolgeverein wurde die Sportgemeinschaft Dresden-Friedrichstadt gegründet, die jedoch 1950 auch aufgelöst wurde. Zwischen 1954 und 1990 gab es als Nachfolger den Verein SC Einheit Dresden, der unter anderem den DDR-Fußball-Pokal und mit Ingrid Krämer-Gulbin die ersten beiden olympischen Goldmedaillen im Wasserspringen gewann.

Der SC Einheit Dresden wurde in den Sportarten Kanu, Gewichtheben, Radsport, Rudern und Turnen zum Zentralclub, der zahlreiche Olympiasieger und Weltmeister hervorbrachte. Damit hatte der SC Einheit mit 19 Sparten eine Größenordnung erreicht, die den Club zu einer Hochburg des DDR-Leistungssports machte.

Neugründung 1990

Am 31. März 1990 wurde der Dresdner Sportclub 1898 neugegründet, DSC-Fahne und die Vereinsfarben Schwarz-Mohnrot wurden wieder belebt. Am 19. April 1990 trat der SC Einheit Dresden dem Dresdner Sportclub 1898 bei. die wichtigste Mannschaft des Vereins sind die Volleyballerinnen. Seit 1997 spielen sie in der Ersten Bundesliga. 1999 wurden sie zum ersten Mal Deutscher Meister und Pokalsieger. 2002 folgten ein weiterer Pokalsieg sowie der Gewinn des Supercups. Der nächste Titelgewinn erfolgte in der Saison 2007. Danach wurden sie Vizemeister. In der Saison 2008/09 erreichten sie Platz drei und 2010 Platz vier. 2011, 2012 und 2013 unterlagen die Dresdnerinnen erst im Finale der Play-offs dem Schweriner SC, sie wurden jeweils Vizemeister. In der Saison 2013/14 konnte das Team mit drei Siegen im Meisterschaftsfinale gegen die Roten Raben Vilsbiburg den dritten Meistertitel feiern. In der Saison 2014/15 gewannen die Dresdnerinnen mit drei Siegen im Meisterschaftsfinale gegen Allianz MTV Stuttgart den vierten Meistertitel. 2016 gewinnen die DSC-Volleyball-Damen das Double aus Meisterschaft und Pokalsieg.

Platzierungen des DSC-Volleyball in der Übersicht

  • 2016 Deutscher Meister, Deutscher Pokalsieger
  • 2015 Deutscher Meister
  • 2014 Deutscher Meister
  • 2013 Deutscher Vizemeister
  • 2012 Deutscher Vizemeister
  • 2011 Deutscher Vizemeister
  • 2010 Europacup-Sieger, Deutscher Pokalsieger
  • 2009 3. Platz Deutsche Meisterschaft, 2. Platz DVV-Pokal
  • 2008 3. Platz Challenge Cup, Deutscher Vizemeister
  • 2007 Deutscher Meister, 2. Platz DVV-Pokal
  • 2006 3. Platz Deutsche Meisterschaft
  • 2005 3. Platz Deutsche Meisterschaft
  • 2004 5. Platz Deutsche Meisterschaft
  • 2003 5. Platz Deutsche Meisterschaft
  • 2002 Deutscher Pokalsieger, Deutscher Vizemeister
  • 2001 4. Platz Deutsche Meisterschaft
  • 2000 4. Platz Deutsche Meisterschaft
  • 1999 Deutscher Pokalsieger, Deutscher Meister
  • 1998 Klassenerhalt 1. Bundesliga
  • 1997 Aufstieg 1. Bundesliga

Erfolge in anderen Sportarten

Aber auch in anderen Sportarten zeichnen sich Athleten des DSC aus. So schickte der Verein insgesamt sieben Sportler zu den Olympischen Sommerspielen nach Rio de Janeiro: Tina Punzel, Martin Wolfram und Sascha Klein (Wasserspringen), Jenny Elbe (Dreisprung), Myrthe Schoot (Volleyball) und Michelle sowie Alexander Schiffler (Sitzvolleyball). Sascha Klein erreichte im Synchronspringen vom Turm Rang vier, Martin Wolfram im Turm-Einzel Rang fünf. Myrthe Schoot kam mit der niederländischen Nationalmannschaft auf Rang vier und Vereinsmitglied Michelle Schiffler gewann mit dem Team USA Gold.

Heute sind mehr als 4.000 Mitglieder in dem Sportverein Dresdner SC organsiert.

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