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Dresden: Drei wichtige Söhne der Stadt

Bäder auf der Elbe
Dresden im frühen 20. Jahrhundert

Dresden ist eine der schönsten Städte in Deutschland und hat eine lange Geschichte. Die Stadt wurde zwar erstmals in einem Dokument aus dem frühen 13. Jahrhundert erwähnt, aber hier siedelten Menschen wahrscheinlich schon seit knapp 8.000 Jahren. Im Laufe der Zeit wurde die heutige Landeshauptstadt zu einem wichtigen Handels- Kultur- und vor allem Politikzentrum.

Das 20. Jahrhundert war für Dresden ein tragisches. Die Stadt wurde im Februar 1945 von den Alliierten schwer bombardiert und ihr historisches Zentrum zerstört. Viele tausend Menschen kamen ums Leben, Dresden lag in Trümmern.

Die Stadt wurde in den Jahrzehnten nach dem Krieg wieder aufgebaut, aber sie wird ihre tragische Vergangenheit nie vergessen. An die Ereignisse erinnert unter anderem das Dresdner Stadtmuseum. Dresden war auch Zuhause für viele prominente Menschen.

Erich Kästner

Alle, besonders Kinder kennen die Geschichten von Erich Kästner. Dieser talentierte Schriftsteller, Dichter, Journalist und Drehbuchautor ist ein Junge der Dresdner Neustadt, die Königsbrücker Straße, der Albertplatz und das Hecht-Viertel waren die Stationen seiner Jugend.

Erich Kästner 1961, Foto: Dutch National Archives, gemeinfrei
Erich Kästner 1961, Foto: Dutch National Archives, gemeinfrei

Kästner wurde 1899 in Dresden geboren. Er hat seine Kindheit und Jungend im Gründerzeitviertel verbracht. Sein Vater arbeitete in einer Lederfabrik und seine Mutter war Hausfrau und als Friseurin tätig. Kästner begann schon früh mit dem Schreiben und veröffentlichte bereits mit elf Jahren sein erstes Gedicht. Nach ersten journalistischen Erfahrungen bei Zeitungen erschien 1928 Kästners erstes Buch „Herz auf Taille“. Es folgte 1929 „Emil und die Detektive“, das auf Anhieb ein Erfolg wurde. Kästner starb 1974 im Alter von 75 Jahren in München. In seine Heimatstadt Dresden ist er nach dem Krieg nur noch einmal zurückgekehrt.

Wenn man seine Autobiographie mitnimmt und durch die Stadt bummelt, kann man Dresden von Kästner erkunden. Zum Beispiel, auf der Königsbrücker Straße, wo er geboren wurde, gibt es ein Gedenktafel für ihn.

Matthias Sammer

Ein weiterer Dresdner Junge ist Matthias Sammer, der 1967 geboren wurde. Er ist ein ehemaliger deutscher Fußballprofi und Manager. Als Fußballspieler hat er die UEFA Champions League, die Bundesliga und den Weltpokal gewonnen. Er spielte für Dynamo Dresden, den VfB Stuttgart, Borussia Dortmund und Schalke 04 und war auch Mitglied der deutschen Nationalmannschaft, gewann die Euro 1996 und erreichte das Finale der Weltmeisterschaft 1990. Seine Karriere war wie ein Gewinn bei Fussball Wetten.

Nach seinem Rücktritt als Spieler wurde Sammer im Juli 2000 Trainer von Dortmund. Später übernahm er Funktionärsaufgaben bei Dortmund, den Bayern und beim DFB. Aktuell ist er wieder für Borussia Dortmund tätig, als externer Berater.

Victor Klemperer

Die dritte Person aus unserer Liste wurde nicht in Dresden geboren, aber sein Name ist ohne Zweifel mit der Stadt sehr eng verbunden: er hat in Dresden gelebt, gearbeitet und ist hier gestorben.

Victor Klemperer, eine der wichtigsten Stimmen des deutschen Widerstands gegen das NS-Regime, war ein Tagebuchschreiber, Journalist, Literaturwissenschaftler und Professor für Romanistik. Er ist am bekanntesten für sein Tagebuch, das sein Leben in Nazi-Deutschland aufzeichnet.

Victor Klemperer um 1930
Foto: Ursula Richter (1886-1946), Victor Klemperer um 1930, als gemeinfrei gekennzeichnet, Details auf Wikimedia Commons

Er wurde 1881 in Landsberg an der Warthe, Polen geboren. Als Sohn einer jüdischen Familie in Königsberg geboren, konvertierte Klemperer 1905 zum Protestantismus. 1911 heiratete er die Nichtjüdin Eva Schlemperer, was ihn vor der nationalsozialistischen Rassentrennungspolitik bewahrte. Klemperer war ein Anhänger der Weimarer Republik.

Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 wurde Klemperer von seiner Professur an der Universität Dresden entlassen. Während des Zweiten Weltkriegs fand er Arbeit als Übersetzer für die deutsche Armee.

1940 wurden er und seine Frau aus ihrem Haus in Dölzschen bei Dresden vertrieben und haben begonnen, in „Judenhäusern“ in Dresden zu leben. In seinem Tagebuch hat er darüber geschrieben.

„Am Abend dieses 13. Februar brach die Katastrophe über Dresden herein: die Bomben fielen, die Häuser stürzten, der Phosphor strömte, die brennenden Balken krachten auf arische und nichtarische Köpfe, und derselbe Feuersturm riß Jud und Christ in den Tod; wen aber von den etwa 70 Sternträgern diese Nacht verschonte, dem bedeutete sie Errettung, denn im allgemeinen Chaos konnte er der Gestapo entkommen.“

Nach dem Zusammenbruch des Nazi-Regimes und dem Ende des Krieges konnte Klemperer als Professor an die TH Dresden zurückkehren. 1946 war er erster Direktor der Volkshochschule Dresden. Nach der Volkskammerwahl am 15. Oktober 1950 zog er als Abgeordneter des Kulturbunds der DDR in die Volkskammer ein. Victor Klemperer starb am 11. Februar 1960 im Alter von 78 Jahren. Seine Grabstelle befindet sich auf dem Friedhof Dölzschen.

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