Wer wird Kanzler*in


Nach längerem Hin und Her haben sich CDU und CSU Mitte April auf einen Kanzlerkandidaten geeinigt: Armin Laschet. Spannenderweise genau einen Tag nachdem die Grünen mit Annalena Baerbock ihre Kandidatin vorgestellt haben. Die SPD liegt zwar derzeit in Umfragen weit hinter den Schwarzen und den Grünen, hat aber ihren Kandidaten für die Wahl im September schon im vergangenen Jahr aufgestellt. Am 10. August 2020 nominierte der Parteivorstand Scholz als Kanzlerkandidaten für die Bundestagswahl 2021.

Armin Laschet (CDU)
Armin Laschet (CDU) Foto: Olaf Kosinsky creator QS:P170,Q30108329, 2017-05-14 NRW Landtagswahl by Olaf Kosinsky-229, CC BY-SA 3.0 DE

Die anderen Parteien stellen keinen direkten Kanzlerkandidaten. Traditionell macht man das nur, wenn man Chancen auf eine Mehrheit im Bundestag hat. In den aktuellen Kanzler Umfragen läuft es auf ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen CDU und Grünen hinaus. Eine solche Konstellation gab es in der Bundesrepublik Deutschland noch nie. Bislang wechselten sich die beiden Volksparteien SPD und CDU mit ihren Kanzlern in schöner Regelmäßigkeit ab.

Kanzler-Chronologie

Es fing an mit dem ehemaligen Kölner Oberbürgermeister Konrad Adenauer für die CDU vom 15. September 1949 bis zum 16. Oktober 1963, ihm folgte ebenfalls ein Unionspolitiker, der Vater des Wirtschaftswunders, Ludwig Erhard, der aber schon nach drei Monaten am 1. Dezember 1966 an seinen Nachfolger Kurt Georg Kiesinger (CDU) übergab. Nach knapp drei Jahren übernahm der erste Sozialdemokrat, Willy Brandt. Er führte die Regierung der Bundesrepublik bis zum 7. Mai 1974. Ein gewisser Herr Günter Guillaume verhinderte eine längere Kanzlerschaft. Es übernimmt Vizekanzler Walter Scheel für neun Tage, dann tritt der Held von Hamburg, Helmut Schmidt (SPD) auf den Plan und regiert bis zum 1. Oktober 1982. Es folte ein weiterer Helmut, der Kanzler der Einheit, Helmut Kohl. Der regierte immerhin stattliche 16 Jahre und 26 Tage, ein bislang unübertroffener Rekord, den er vermutlich auch der D-Mark und dem Versprechen von blühenden Landschaften zu verdanken hat.

Nach Kohl hatte das Land offenbar erstmal genug von der CDU, ein Herr im Brioni-Anzug trat ins Rampenlicht, Gerhard Schröder wurde am 27. Oktober 1998 Bundeskanzler. Er übergab, wenn auch widerwillig und polternd dann an die erste Regierungschefin in Deutschland, Angela Merkel. Die nun auch schon weit mehr als 15 Jahre im Amt ist, aber sich nun zur nächsten Wahl in den Ruhestand verabschieden wird.

Wer wird der oder die Nächste?

Erstmals haben nun die Grünen eine realistische Chance, stärkste Partei im Bundestag zu werden, laut der aktuellen Umfrage von Forsa liegt die mit 40 Jahren recht junge Annalena Baerbock sogar vorn. Aber der Abstand von Armin Laschet ist gering. Und dass er von scheinbar verlorenem Posten gewinnen kann, hat der 60-Jährige schon bewiesen. So gelang es ihm 2017 bei den Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen die durchaus beliebte Ministerpresidentin Hanelore Kraft (SPD) abzulösen. Auch im Wettstreit mit dem unionsinternen Konkurrenten Markus Söder gewann er am Ende.

Annalena Baerbock (Grüne)
Annalena Baerbock (Grüne) Foto: Olaf Kosinsky Olaf Kosinsky creator QS:P170,Q30108329 , 2019-05-09 Annalena Baerbock GRÜNE MdB by Olaf Kosinsky 1777, CC BY-SA 3.0 DE

Und Olaf Scholz?

Dem aktuellen Finanzminister der Großen Koalition ist nach den aktuellen Umfragen höchstens eine Außenseiter-Chance einzuräumen. Denn weder kommt die SPD auch nur in die Nähe von einer Mehrheit, noch würden die Deutschen Scholz direkt als Kanzler wählen. Das geht aus einer Umfrage des Portals statista.com hervor.

Olaf Scholz (SPD)
Olaf Scholz (SPD) Foto: Olaf Kosinsky Olaf Kosinsky creator QS:P170,Q30108329 , 2019-09-10 SPD Regionalkonferenz Olaf Scholz by OlafKosinsky MG 2588, CC BY-SA 3.0 DE

Termin der Bundestagswahl

Die kommende Bundestagswahl – offiziell „Wahl zum 20. Deutschen Bundestag“ genannt – findet am 26. September 2021 statt.

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