Spielsucht in Sachsen – Die Gefahr ist real


Spielsucht ist ein reales Problem in Deutschland und geriet durch die Corona-Krise erneut in den Fokus der Politik. Durch den zweiten großen Corona-Lockdown konnten in den letzten Monaten praktisch keine Restaurants, Kinos oder andere öffentlichen Geschäfte öffnen.

Roulette kann man auch im Online-Casino spielen. Foto: Aidan Howe, Pixabay
Roulette kann man auch im Online-Casino spielen. Foto: Aidan Howe, Pixabay

Das Gleiche gilt auch für die Hunderten von Spielhallen in Sachsen. Doch hatte der Lockdown einen positiven Einfluss auf übermäßiges Spielverhalten oder trieben die Restriktionen die Stammspieler nur weiter zu Anbietern von Online-Spielotheken?

Um die Situation in Sachsen vollständig zu begreifen, muss man sich zunächst die absolute Zahl der von Spielsucht gefährdeten Menschen in Sachsen anschauen. Und hier liegt Sachsen mit ca. 0,2 Prozent deutlich unter dem bundesweiten Schnitt von 0,39 Prozent. Allerdings ist davon auszugehen, dass die Dunkelziffer hierbei deutlich höher liegt, da ein Großteil des Glücksspiels nicht in der Öffentlichkeit stattfindet.

Zudem zeigen die Zahlen einen langsamen aber stetigen Trend nach oben. So stieg die Zahl der Personen in Sachsen die auf Grund ihres Spielverhaltens Hilfe aufsuchen, zwischen 2016 und 2019 um ganze 15 Prozent – eine problematische Entwicklung.

Therapie-Initiativen in Sachsen helfen

In der Regel wird Spielsucht in einer Therapie behandelt, in der der Spieler lernt, bewusster mit seinem Spielverlangen umzugehen und dieses zu zügeln. Das Ziel der Therapie ist, dass sich das Leben der Personen in Zukunft nicht mehr um das Spielen dreht, sondern dass diese nur noch mit Verantwortung spielen.

Die Therapie-Initiative des Landes Sachsen hat bereits vielen Einzelpersonen aber auch Familien den Umgang mit der Krankheit beigebracht und diese damit aus den Finanziellen und sozialen Problemen befreit die mit der Ludomanie einhergehen.

Es gibt noch keine offiziellen Daten zu den genauen Auswirkungen des Lockdowns auf die Spielerzahlen in Sachsen. Jedoch liegt der Verdacht nahe, dass viele Stammspieler und Besucher von Kneipen, die gelegentlich an Automaten spielen nun auf Alternativen im Internet umsteigen.

Das Gefährliche bei diesen ist zum Beispiel, dass Anmeldungen und Einzahlungen extrem einfach sind. So gibt es etwa spezielle Apple-Pay-Casinos, bei denen Spieler bequem vom Handy ihre Einzahlungen tätigen können. Alle diese Faktoren haben einen Einfluss auf das Spielverhalten vieler Sachsen, zu dem auch noch die Ungewissheit über die Zukunft und der Verzicht auf soziale Kontakte zukommen.

Insgesamt wird man aber erst in ein paar Monaten mit Sicherheit sagen können, welchen Einfluss der Lockdown hatte. Um diese Zahlen zu ermitteln, werden verschiedene Krankenkassen gemeinsam mit Suchtberatungsstellen Konzepte zur Erfassung und der Bekämpfung des Problems entwickeln.
Ein entscheidender Unterschied zwischen dem Glücksspiel-Angebot in den Spielotheken und dem im Internet ist mit Sicherheit auch die Atmosphäre. Viele Automatenspieler schätzen die vertraute Umgebung ihrer Lieblingskneipe und möchten auf diese nicht verzichten. Da können auch die diversen Online-Angebote nichts ändern.

Besserung im Sommer

Das Land Sachsen möchte weiterhin die Aufmerksamkeit auf das Problem richten und Personen die gefährdet sind weiterhin Hilfe anbieten. So werden die Suchtberatungsstellen trotz Lockdown weiterhin Sprechzeiten für alle anbieten, die Hilfe suchen oder sich einfach mal zu ihrem Spielverhalten beraten lassen möchten.

Als gute Initiative für diejenigen, die merken, dass Glücksspiel eine immer größer werdende Rolle in ihrem Leben einnimmt, empfiehlt das Diakonische Werk Sachsen, sich öfter mit Freunden zu treffen oder auf Kinobesuche (wenn wieder möglich) und andere Formen der Unterhaltung auszuweichen.

Es bleibt zu hoffen, dass der Lockdown im Sommer ein Ende hat und alle Sachsener wieder in ihr geregeltes Leben zurückkehren können, in die sozialen Kontakte und Freizeitunterhaltung wieder auf ein normales Level zurückgekehrt sind.

Artikel teilen