Finanzen im Blick behalten – dank Haushaltsbuch

Einen Überblick über die Finanzen zu behalten, ist gar nicht so einfach. Denn die Einnahmen sowie Ausgaben summieren sich im Alltag schnell und dabei sind es meistens vor allem die kleinen Beträge, welche unterm Strich einen großen Unterschied machen. Viele Menschen haben mehrere Bankkonten und hinzu kommen die Beträge, welche bar abgehoben, gespart oder ausgegeben werden. Manchmal liegt auch Geld auf einem Festgeldkonto und ist somit zwar im eigenen Besitz, aber nicht (sofort) verfügbar. Dann wären da noch automatische Abbuchungen, das Online-Shopping und viele weitere Faktoren, welche es zusätzlich erschweren, die Finanzen im Blick zu behalten. Glücklicherweise gibt es für dieses Problem eine simple Lösung: das klassische Haushaltsbuch.

Finanzen im Blick behalten – dank Haushaltsbuch - dann bleibt auch was in der Kasse.
Finanzen im Blick behalten – dank Haushaltsbuch – dann bleibt auch was in der Kasse.

Private Buchhaltung mit Haushaltsbuch

Jedes Unternehmen hat eine Buchhaltung, egal, wie groß oder klein dieses ist. Im Privatleben gehen viele Menschen aber weniger sorgsam und planvoll mit ihren Finanzen um. Hier eine kleine Ausgabe, dort ein Dauerauftrag und schon ist der Überblick verloren. Bereits lange vor Online-Banking & Co haben daher viele Menschen ein Haushaltsbuch geführt – und dieses erfreut sich bis heute großer Beliebtheit. Genau genommen, ist dieses nämlich nichts anderes als die Buchhaltung eines Unternehmens, nur weniger komplex. Es geht also darum, die Einnahmen sowie Ausgaben vollständig aufzulisten. Manchmal wird zusätzlich eine komplette Vermögensübersicht erstellt. Am Ende eines Abrechnungszeitraums, beispielsweise jeden Monat, können die Werte dann gegenübergestellt werden. So wird auf einen Blick ersichtlich, ob diesen Monat mehr eingenommen oder ausgegeben wurde. Es macht daher durchaus Sinn, seinen eigenen Haushalt ebenso zu führen wie ein eigenes Unternehmen – zumindest, wenn es um die Finanzen geht.

Wann und wofür macht es Sinn?

Wer seine Finanzen gut im Griff hat, sodass am Ende des Monats stets ein Plus übrig bleibt, der braucht nicht zwingend ein Haushaltsbuch. Es gibt jedoch Fälle, in welchen das anders ist: Wer einen Kredit aufnehmen möchte, beispielsweise für den Hausbau, der muss vorab eine Finanzaufstellung tätigen. Nur so kann nämlich festgestellt werden, wie viel Geld pro Monat übrig bleibt, um den Kredit zu tilgen. Dieser Betrag bestimmt über die Höhe der Raten und somit auch über die Kreditsumme. Weiterhin gibt sie einen Überblick, wie viel Eigenkapital als Anzahlung zur Verfügung steht. Bei jeder Baufinanzierung steht daher eine Haushaltsrechnung am Anfang. Wer bereits ein Haushaltsbuch führt, dem fällt diese deutlich leichter. Aber auch, wenn das Geld pro Monat scheinbar nicht ausreicht, empfiehlt sich ein Haushaltsbuch, um Sparpotenziale zu identifizieren. Weitere mögliche Szenarien, wann ein Haushaltsbuch sinnvoll ist, sind zum Beispiel:

  • Planung einer größeren Anschaffung
  • Veränderung der Lebenssituation (Umzug, Heirat, etc.)
  • Vermeiden oder Tilgen von Schulden
  • Ansparen eines finanziellen Polsters
  • Unübersichtliche Finanzsituation (beispielsweise durch viele Konten)
  • Vermietung von Wohneigentum
  • u. v. m.

Im Grunde genommen, gibt es also für fast jeden Menschen beziehungsweise Haushalt ein gutes Argument, um ein Haushaltsbuch zu führen. Selbst, wenn aktuell kein dringender Bedarf einer Finanzaufstellung besteht, kann es daher ein hilfreiches Instrument sein. Denn so können die eigenen Finanzen optimiert werden, was mehr Ersparnisse und somit mehr Geld für jene Dinge bedeutet, die einem wirklich wichtig sind. Schließlich lassen sich viele Ausgaben problemlos vermeiden, ohne dass dies eine Beeinträchtigung der Lebensqualität nach sich zieht.

Wenn man ein Kassenbuch führt, kann man sehen, wo das Geld bleibt.
Wenn man ein Kassenbuch führt, kann man sehen, wo das Geld bleibt.

Haushaltsbuch richtig führen

Viele Menschen würden aus den genannten Gründen gerne ein Haushaltsbuch führen. Doch es fehlt ihnen schlichtweg an Zeit oder Lust, denn in der klassischen Papierform erfordert es einen gewissen Aufwand. Regelmäßig, am besten jeden Tag, muss aufgelistet werden, welche Einnahmen und Ausgaben angefallen sind. Wer viele Konten hat, muss sich dafür in jedem Online-Banking einloggen und die Zahlungsein- sowie Zahlungsausgänge überprüfen. Eventuell gilt es zudem, Rücksprache mit anderen Haushaltsmitgliedern zu halten. Doch mittlerweile gibt es viele Möglichkeiten, um diesen Aufwand auf ein Minimum zu reduzieren. Einerseits kann das Haushaltsbuch digital angelegt werden, beispielsweise als Excel-Tabelle, welche alle Berechnungen automatisch übernimmt. Noch einfacher wird die Sache mit einer bestimmten Software oder App. Letztere ist jederzeit zur Hand, sodass sekundenschnell und quasi „in Echtzeit“ eine Einnahme oder Ausgabe eingetragen werden kann. Die Berechnungen übernimmt das Gerät selbständig und auch weitere Funktionen wie die Kompatibilität mit anderen Endgeräten – beispielsweise eben dem Smartphone des Lebenspartners – stehen zur Verfügung. Wer heutzutage ein Haushaltsbuch „richtig“ führen möchte, hat also viele Möglichkeiten zur Auswahl und findet gewiss eine Variante, die im individuellen Fall optimal passt. Denn nur, wenn dieses Haushaltsbuch auch gepflegt wird und ausnahmslos alle Einnahmen sowie Ausgaben eingetragen werden, kann es seinen Zweck erfüllen.

Die Auswertung ist das A und O

Eine weitere Voraussetzung dafür, dass das Haushaltsbuch seinen Zweck erfüllt, ist die Auswertung. Denn die Auflistung alleine bringt natürlich noch nicht viel. Stattdessen stellt sie die Grundlage dafür dar, um aus den Werten auch konkrete Konsequenzen abzuleiten. Dafür ist es wichtig, einen sinnvollen Zeitraum zu wählen und diese Auswertung regelmäßig durchzuführen. Die meisten Privatpersonen machen dies monatlich, quasi stets von Geldeingang zu Geldeingang aus ihrer beruflichen Tätigkeit. Aber auch andere Rhythmen sind möglich, falls das im individuellen Fall sinnvoller ist. Erst einmal gilt es dann, jeweils die Einnahmen sowie die Ausgaben zusammenzurechnen. Anschließend können die Ausgaben von den Einnahmen abgezogen werden. Bestenfalls ergibt sich unterm Strich ein Plus. Sollte dies nicht der Fall sein, so muss dringend etwas an der finanziellen Situation geändert werden, um auf lange Sicht eine Ver- beziehungsweise Überschuldung zu vermeiden. Allerdings schwanken diese Werte oft von Monat zu Monat, denn manchmal fallen unerwartete Ausgaben an. Hin und wieder ist ein negativer Wert daher nicht schlimm, wenn ausreichend Ersparnisse vorhanden sind. Auch diese Zahl alleine ist daher nicht aussagekräftig genug. Stattdessen muss das Haushaltsbuch über einen längeren Zeitraum – bestenfalls immer – gepflegt und die Entwicklung beobachtet werden.

Haushaltsbuch individuell anlegen

Damit sind die Möglichkeiten dieser Finanzaufstellung aber immer noch nicht voll ausgeschöpft. Denn das Haushaltsbuch birgt viele weitere spannende Informationen als nur eine grobe Übersicht, ob tendenziell zu viel Geld ausgegeben wird oder nicht. Richtig angelegt, kann es beispielsweise preisgeben, welcher Betrag angespart oder wie dieser jeweils angelegt wurde. Denn auch Zinserträge, die Rendite aus einer vermieteten Immobilie & Co fließen natürlich in die Finanzaufstellung ein – und gerade in solchen Fällen geht schnell der Überblick verloren. So kann besser nachvollzogen werden, welche Rücklagen für welche Wohnung gebildet wurden, wann die Frist für ein Festgeldkonto ausläuft, wie der aktuelle Börsenkurs für die gekauften Edelmetalle steht und vieles mehr.

Sparpotenziale identifizieren und nutzen

Zuletzt kann und sollte die Auswertung des Haushalts auch zu konkreten Konsequenzen im Alltag führen. Das gilt vor allem, wenn unterm Strich die Zahlen (meistens) rot sind. Aber auch bei einer soliden Finanzsituation ist eine Optimierung meistens möglich. Einerseits kann hier also die Finanzlücke errechnet werden. Diese lässt sich nur schließen, indem entweder die Einnahmen erhöht oder die Ausgaben gesenkt werden. Andererseits zeigt ein Blick auf die Ausgabenseite schnell, wohin das meiste Geld fließt – und welche dieser Ausgaben unnötig sind. Kleinvieh macht auch Mist, heißt nämlich ein bekanntes Sprichwort, und so ist es oft die Summe der kleinen Kosten, die zum Verhängnis wird, anstatt beispielsweise die Rate für die Baufinanzierung.

Egal, ob am Ende des Monats also ein Plus oder ein Minus steht: Es ist immer sinnvoll, die Ausgaben zu überprüfen und auf ein Minimum zu reduzieren. So kann die Mitgliedschaft für das Fitnessstudio gekündigt werden, wenn diese ohnehin nie genutzt wird, oder der Handyvertrag wird zu einem günstigeren Anbieter gewechselt. Die Möglichkeiten sind vielfältig und so ergeben sich beinahe immer nennenswerte Sparpotenziale. Reicht das Geld trotzdem nicht aus, gilt es, die Einnahmen zu erhöhen, beispielsweise durch einen Nebenjob, oder eine Schuldnerberatung aufzusuchen. Dabei lautet das Motto: Lieber zu früh als zu spät! Wer das Haushaltsbuch also richtig führt und auswertet, findet damit ein hilfreiches Instrument im Alltag, um seine Finanzen besser zu verwalten und ein größeres Vermögen aufzubauen.