Der Klimawandel ist schon da – ist es also zu spät?

Obwohl nicht jeder diese Tatsache wahrhaben oder anerkennen möchte, ist der Klimawandel real und macht sich bereits bemerkbar. Er ist also längst kein Zukunftsszenario mehr, sondern gehört schon jetzt fest zum Alltag. Dementsprechend bleibt keine Zeit mehr, um länger mit Gegenmaßnahmen zu warten. Es stellt sich die Frage, wo und wie Sie den Klimawandel direkt beobachten können, aber vor allem, was Sie dagegen tun können? Daher lohnt sich ein Blick auf die Antworten und das Thema des Klimawandels aus einer neuen Perspektive.

Fakten belegen: Der Klimawandel existiert

Der Prießnitzsee unterhalb des Diakonissenkrankenhauses
Hochwasser an der Elbe im Jahre 2013
Dass es überhaupt noch Kritiker gibt, ist erstaunlich, wenn es um den Klimawandel, dessen Ursachen und Auswirkungen geht. Denn zahlreiche Studien haben mittlerweile belegt, dass sich das Klima verändert, und zwar nicht resultierend aus natürlichen Faktoren, sondern sozusagen „menschengemacht“. Fast ein Grad beträgt der durchschnittliche Anstieg der Temperatur bislang. Das klingt nicht viel, hat aber große Auswirkungen und diese könnten weiter wachsen.

Denn die Klimaforscher haben einen kritischen Wert definiert, der bei 1,5 Grad liegt. Sie sind sich sicher: Steigt die Durchschnittstemperatur über diesen Wert, könnte das eine gefährliche Kettenreaktion auslösen, wodurch sich der Klimawandel automatisch beschleunigt und kaum mehr aufhalten lässt – mit drastischen Konsequenzen: Ein Auftauen der Permafrostböden, ein Hitzekollaps des Amazonasregenwaldes, Stürme und Waldbrände in den Taiga-Wäldern, ein abschmelzender Nordpol, das unwiederbringliche Schmelzen von Gletschern oder ein Versiegen des Golfstroms bis hin zu einer Eiszeit sind nicht nur denkbare, sondern äußerst reale Szenarien für diesen Fall. Noch mögen die Auswirkungen zwar nicht so eindeutig sein, aber tatsächlich macht sich der Klimawandel bereits bemerkbar.

Aktuelle Auswirkungen des Klimawandels

Der Blick sollte daher nicht nur auf die Zukunft gerichtet werden, sondern auch auf die Gegenwart. Schon jetzt können nämlich erhöhte Werte an Methan und Kohlenstoffdioxid in der Atmosphäre gemessen werden. Weiterhin schwindet das Eis an den Polkappen, was für viele Tiere eine Bedrohung ihrer Lebensgrundlage darstellt. Dieses abschmelzende, einst „ewige“ Eis von der nördlichen Polkappe und von Grönland, aber auch den Gletschern, führt zu einem steigenden Meeresspiegel. Er liegt bereits viele Zentimeter höher als noch vor einigen Jahren oder Jahrzehnten. Für einige Inseln bedeutet das sprichwörtlich den Untergang. All diese Dinge sind bislang aber nur für wenige Menschen direkt spürbar und daher erscheint der Klimawandel aus deutscher Sicht manchmal als (noch) nicht real.

Doch eine Sache ist auch hier in den vergangenen Jahren deutlich geworden: Hitzewellen sowie Überschwemmungen werden immer häufiger. Aber auch die Wahrscheinlichkeit weiterer Extremwetterlagen steigt, beispielsweise von Wirbelstürmen, exzessiven Regenfällen, Dürren oder heftigen Gewittern. Dass sich das Wetter langsam, aber sicher verändert, dürfte mittlerweile jedem wachsamen Menschen in Deutschland und darüber hinaus ausgefallen sein.

Die Folgen innerhalb von Deutschland im Fokus

ausgetrocknet - Prießnitz-Bett in Höhe des Bischofsweges
Ausgetrocknet – Prießnitz-Bett in Höhe des Bischofsweges im Jahre 2015
In Deutschland sind die Auswirkungen des Klimawandels regional unterschiedlich zu spüren. Mancherorts sind sie also bereits häufiger und drastischer zu beobachten, in anderen Landkreisen scheint noch alles normal zu sein – auch, wenn sich das bald ändern könnte. Besonders betroffen ist demnach jetzt sowie in Zukunft der Nordosten von Deutschland. Hier steigen die durchschnittlichen Temperaturen stetig an, was zunehmend die Landwirtschaft belastet. Im Südwesten ist hingegen zu beobachten, dass der Niederschlag abnimmt und somit die Gefahr von Dürren steigt. An der Nord- und Ostsee wurde in den vergangenen Jahren eine gesteigerte Blaualgenproduktion gemessen, resultierend aus der wärmeren Wassertemperatur. Fischen sowie weiteren Lebewesen im Meer wird dadurch der Sauerstoff, sprich ihre Lebensgrundlage, entzogen. Und zuletzt lässt sich deutschlandweit eine Zunahme an Herz-Kreislauf-Erkrankungen beobachten, denn die Tage sowie Nächte werden zunehmend heißer und damit eine Belastung für den Körper. Deutschland passt sich also bereits an, doch natürlich darf Anpassung nicht die einzige Lösung sein.

Der Klimawandel muss verlangsamt werden…

…oder besser noch: gestoppt. Anpassung darf also zwar eine vorübergehende Reaktion darstellen, dennoch darf die Menschheit den Kampf gegen den Klimawandel nicht aufgeben, warnen Forscher. Denn sobald der kritische Wert überschritten ist, beschleunigt sich die Entwicklung automatisch und wird beinahe unkontrollierbar. Nicht ohne Grund bezeichnen die Klimaforscher die globale Erwärmung als die größte Katastrophe der Geschichte. Allerdings ist dies kein Szenario, das vielleicht irgendwann in ferner Zukunft eintritt. Denn wer denkt, für Gegenmaßnahmen bliebe noch Zeit, täuscht sich. Der kritische Wert von 1,5 Grad wurde schon erreicht.

Die Zeit drängt demnach, um diese Entwicklung noch aufzuhalten oder bestenfalls sogar umzukehren und dabei muss jeder seinen Beitrag leisten. Das gilt auch für die Neustädter, obwohl diese scheinbar noch nicht allzu sehr betroffen sind. Schnell könnte sich das nämlich wandeln. Natürlich sind es auch die Industrie, Landwirtschaft & Co, welche eine große – wenn nicht sogar die größte – Verantwortung tragen. Doch jeder Mensch trägt ebenfalls zum Klimawandel bei. Daher kann und sollte auch jeder dabei helfen, diesen aufzuhalten. Aber wie?

Was Sie gegen die Klimaerwärmung tun können

Natürlich ist es möglich und sinnvoll, sich aktiv für die Umwelt zu engagieren. Dabei kann es sich um die Unterstützung politischer Kampagnen handeln, um Spenden an Klimaschutzprojekte, um Müllsammelaktionen und vieles mehr. Doch anfangen sollte jeder bei seinen eigenen Gewohnheiten und Alltagsroutinen. Denn es sind all diese Kleinigkeiten, welche in der Summe einen wirklich großen Unterschied machen. All die eingesparten Fahrtwege mit dem Auto also, weil Sie stattdessen das Fahrrad nehmen, oder all die ausgeschalteten Lichter, weil Sie sich gerade ohnehin nicht in dem Raum aufhalten.

Schon mit solchen Kleinigkeiten können Sie einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Überdenken Sie daher Ihre Gewohnheiten und überlegen Sie, inwiefern Sie Ihren Alltag klimafreundlicher gestalten können. Neben den bereits genannten Beispielen, gehören dazu auch Wasser- und Stromeinsparungen, die Vermeidung von (Plastik-) Müll, der Verzicht auf tierische Lebensmittel, vor allem Fleisch, sowie der Kauf von nachhaltigen Produkten.

Eine klimafreundliche „Infrastruktur“ schaffen

Photo-Voltaik-Anlage - Foto: Bishnu Sarangi, Pixabay
Photo-Voltaik-Anlage – Foto: Bishnu Sarangi, Pixabay

Neben solchen aktiven Maßnahmen für mehr Klimaschutz, gibt es zudem die Möglichkeit, passive Maßnahmen zu verfolgen. Diese sollten nicht stattdessen, sondern zusätzlich ergriffen werden. Dabei geht es um eine klimaschonende Infrastruktur im eigenen Zuhause. Schon beim Hausbau kann demnach das Konzept klimafreundlich(er) gestaltet werden. Moderne Technologien bieten hierfür zahlreiche Möglichkeiten: Die PV-Anlage ist ein klassisches Beispiel, das sich steigender Beliebtheit erfreut, da sie zahlreiche Vorteile mit sich bringt – und zwar längst nicht nur für das Klima. Diese wiederum kann mit einer Luft-Wasser-Wärme-Pumpe, einer intelligenten Gebäudesteuerung, einer Ladestation für ein Elektroauto oder anderen Technoligien, welche dem Klimaschutz dienen, kombiniert werden. Aber auch im Kleinen gilt es, auf das Klima zu achten. Elektrogeräte sollten demnach mit der besten Energieeffizienzklasse gekauft werden und bei Möbeln gilt es, auf nachhaltige Materialien zu achten, um nur zwei von vielen Beispielen zu nennen.

Fazit

Es geht also vor allem darum, ein allgemeines Bewusstsein für die Thematik zu entwickeln und Rücksicht zu nehmen auf die Umwelt sowie das Klima. Denn schlussendlich ist jeder vom Klimawandel betroffen – viele bereits jetzt, aber alle anderen spätestens in naher Zukunft. Dementsprechend groß sollte das Interesse eines jeden Einzelnen daran sein, einen Beitrag zu leisten, um die globale Erwärmung aufzuhalten sowie gegebenenfalls umzukehren. Wenn es um den kritischen Wert von 1,5 Grad geht, ist es also tatsächlich schon zu spät. Das bedeutet aber nicht, dass die Welt dem Klimawandel ausgeliefert ist. Stattdessen ist es allerhöchste Zeit, um endlich aktiv zu werden, dann lässt sich durchaus noch Positives bewirken. Das gilt im Kleinen sowie im großen Ganzen. Ob der Klimawandel dann tatsächlich noch gestoppt oder umgekehrt werden kann, ist zwar fraglich – zumindest aber wird er verlangsamt und somit erhalten die Forscher mehr Zeit, um neue Lösungen zu finden. Mehr Zeit erhalten zugleich die Menschen und Tiere in einer lebenswerten Welt. Die Frage sollte für Sie daher nicht lauten, ob Sie helfen sollten, sondern wie Sie das können.

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