„Woche des guten Lebens“ verschoben

Die „Woche des guten Lebens“ ist auf Mai 2021 verschoben. Wer sich also dieses Jahr auf eine autofreie Woche in der Neustadt gefreut hat, muss jetzt noch etwas länger warten. Und wer sowieso dagegen war, hat nun die Möglichkeit, nochmal in Ruhe seine oder ihre Kritikpunkte anzubringen.

Der Fotograf und Grafiker Ronny Rozum hat zur BRN 2019 mal die leeren Straßen der Neustadt festgehalten.
Der Fotograf und Grafiker Ronny Rozum hat zur BRN 2019 mal die leeren Straßen der Neustadt festgehalten.

„Wir haben den geplanten Termin wegen Corona abgesagt. Uns fehlen einige Monate, in denen wir keine richtige Partizipation durchführen konnten und wir möchten für das Projekt so viele Meinungen wie möglich berücksichtigen“, erklärt Sindy Berndt vom Projektteam. Eigentlich sollte die „Woche des guten Lebens“ vom 30. August bis zum 6. September 2020 stattfinden (Neustadt-Geflüster am 21. November 2019).

Um diese jedoch adäquat umsetzen zu können, hat sich das Projektteam  für einen neuen Termin entschieden: Vom 2. bis 9. Mai 2021 soll ein Teil der Neustadt in eine Fußgängerzone umgewandelt werden, in diese  Autos und Motorräder nur im Ausnahmefall einfahren dürfen.

Das vorläufige Verkehrskonzept steht

Trotz des Abwartens in der Corona-Zeit ist im Projektteam einiges passiert. „Wir haben ein externes Planungsteam beauftragt, ein Verkehrskonzept für die Woche des guten Lebens zu erarbeiten“, sagt Projektkoordinatorin Sindy Berndt. Das vorläufige Verkehrskonzept liegt nun der Stadtverwaltung vor. Folgende Punkte sind geplant:

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Das Neustädter Gebiet wird in zwei Bereiche eingeteilt

Das Projektgebiet der „Woche des guten Lebens“ bleibt das gleiche, nur wird dieses in ein Kerngebiet und ein Aktionsgebiet gegliedert. Die Louisenstraße sowie angrenzende Seitenstraßen sind als das Kerngebiet der „Woche des guten Lebens“ vorgesehen.

Die Fußgängerzone rund um die Louisenstraße soll an der Alaunstraße beginnen und an der Pulsnitzer Straße enden. Außerdem sind die Talstraße, ein Stück der Kamenzer Straße und der Martin-Luther-Platz sowie die Martin-Luther-Straße als Teil des Kerngebiets geplant. Die Rothenburger Straße und die Pulsnitzer Straße bleiben uneingeschränkt befahrbar.

Im Kerngebiet soll für den motorisierten Individualverkehr weitestgehend ein Fahr- und Parkverbot herrschen, die Zufahrt soll  nur in Ausnahmefällen und mit einer Sondergenehmigung möglich sein. Diese gelten dann unter anderem für Einsatz-, Reinigungs-, Entsorgungsfahrzeuge sowie den Lieferverkehr, Taxis und  Pflegedienste.

Auch Besitzer*innen privater Stellplätze oder mobilitätseingeschränkte Personen dürfen die Straßen mit Fahrzeug in Schrittgeschwindigkeit passieren. Das Kerngebiet wird vorraussichtlich als Verkehrsexperiment angemeldet.

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Ausweichparkflächen werden zur Verfügunggestellt

Im Kerngebiets würden demnach ungefähr 350 Parkflächen entfallen. Für diese werden Ausweichmöglichkeiten in der Nähe des Projektgebiets geschaffen. Die Projektkoordinatorin Judith Kleibs verweist dabei auf freie Kapazitäten in den angrenzenden Parkhäusern und nicht genutzten Flächen außerhalb der Äußeren Neustadt. Einen genauen Überblick wird das Projektteam in den kommenden Monaten zur Verfügung stellen.

Aktionsgebiet bleibt befahrbar

Alle anderen Straßen in der Neustadt bilden das Aktionsgebiet. Dieses wird begrenzt durch den Bischofsweg, die Königsbrücker Straße, die Bautzner Straße und die Prießnitzstraße. Diese bleiben uneingeschränkt befahrbar. Im Aktionsgebiet besteht kein Park- und Fahrverbot, es können aber während der Woche im Straßenraum einzelne als Veranstaltungen angemeldete Aktionen der Anwohner*innen stattfinden. Haben also Nachbar*innen die Idee, ein gemeinsames Frühstück vor ihrer Tür zu veranstalten, kann hierfür temporär der Straßenraum gesperrt oder eine Halteverbotszone eingerichtet werden.

„Im Aktionsgebiet liegt es an den Neustädter*innen selbst, was sie aus ihrem Quartier machen und wie sie das Experiment ausprobieren möchten“, erklärt Sindy Berndt.  Die Ideen könne dabei so vielfältig und kreativ, wie möglich ausfallen. „Ich stelle mir beispielsweise ein selbstorganisiertes Fußballturnier, eine Lesung oder ein gemeinsames Grillen auf der Straße vor“, so Judith Kleibs. Das Projektteam steht als Ansprechpartner und Unterstützer bei der Planung von Aktionen für die Anwohner*innen zur Verfügung.  „Für dieses Gebiet ist nichts vorgegeben“, so Sindy Berndt. „Wenn sich Menschen finden, die an einem Tag etwas organisieren sollen, dann helfen wir ihnen bei der Umsetzung. Wir möchten aber, dass das alles auf Freiwilligkeit basiert.“

Stichwort Freiwilligkeit

So kritisiert Sindy, dass sich viele Neustädter*innen im Internet über das Projekt (auch im Kommentarbereich des Neustadt-Geflüster) beschwert hätten, ohne jedoch überhaupt Kontakt zum Projektteam aufgenommen zu haben. „Wir wollen, dass alle Menschen daran teilnehmen können, die daran teilnehmen wollen. Wir wollen aber mit dem Projekt niemanden etwas aufzwingen.“  Und genau deshalb gebe es dieses Aktionsgebiet – also ein Gebiet, das entweder gestaltet wird oder eben nicht. Um Ideen zu sammeln und zu organisieren, werden ab Sommer Quartierstreffen im Digitalen und – wenn möglich – auch im Analogen angeboten.

Die beiden Projektkoordinatorinnen vom BUND Dresden sind optimistisch, dass das Konzept von der Stadtverwaltung akzeptiert wird. So orientiere es sich am Stadtratsbeschluss zur Louisenstraße vom September 2019 (Neustadt-Geflüster am 26. September 2019). Außerdem habe man sich mit Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain ausgiebig dazu beraten.

„Das ist eine Woche für die Neustädter*innen, damit sie sich einfach mal ausprobieren können“

Bis zur Woche im Mai 2021 ist aber noch ein langer Weg mit vielen Terminen und Partizipationsmöglichkeiten. So bieten die beiden Koordinatorinnen am 11. Juni 2020 einen Dialogtermin an. Am 9. Juni wird das Projektteam genaue Informationen zur Umsetzung in Video- und Textformat veröffentlichen. Am 11. Juni stehen sie dann von 16 bis 17 Uhr sowie von 19 bis 20 Uhr den Bürger*innen für Fragen, Kritik und Lob zur Verfügung – entsprechend der Umstände aber virtuell. Die Zugangsdaten kann man sich per Mail senden lassen. Sollte es mehr Redebedarf geben, werden die beiden weitere Dialogtermine anbieten.

Befragung der Anwohner*innen

Auf die Kritik, dass die Neustädter*innen nicht zur Woche des guten Lebens befragt wurden, wiLL das Projektteam im Herbst reagieren. Zwar werde es keine Brief-Befragung aller Neustädter*innen geben, weil dem BUND die Postadressen aller Bewohner*innen auf Grund des Datenschutzes nicht vorliegen. „Wir möchten aber eine offene Umfrage zum Projekt im Herbst 2020 anbieten. Wie genau diese aussieht, wird von uns in den kommenden Wochen besprochen.“

Bis zur Woche im Mai 2021 ist also noch einiges zu tun, dafür sucht das Projektteam jederzeit Interessierte. Zum Schluss fügt Sindy Berndt noch hinzu: „Auch wenn dieses Jahr die Woche des guten Lebens vom 30. August bis zum 6. September 2020 nicht stattfinden wird, laden wir alle Neustädter*innen trotzdem dazu ein, in dieser Woche einfach mal das Auto stehen zu lassen.“

Weitere Informationen

  • Die Woche des guten Lebens ist ein Projekt von Neustädter*innen für Neustädter*innen und freut deshalb immer über helfende Hände: www.wochedesgutenlebens.de/mitmachen
  • Malwettbewerb sucht Ideen: Unter dem Motto „Stell´ dir vor, da ist eine Lücke – und niemand parkt ein“ werden kreative Köpfe zur Gestaltung von Parklücken gesucht. Einsendeschluss ist der 31. August: www.wochedesgutenlebens.de/malwettbewerb
  • Dialogtermin am 11. Juni: Das Team steht digital für Fragen und Antworten zum Projekt zur Verfügung. Nach Anmeldung unter kontakt[at]wochedesgutenlebens.de senden sie den Zugangslink zu. Der Dialog ist auf jeweils 20 Teilnehmer*innen limitiert: www.wochedesgutenlebens.de/dialog
  • Weitere Infos: www.wochedesgutenlebens.de

19 Kommentare zu “„Woche des guten Lebens“ verschoben

  1. Bitte mal ehrlich…

    1.
    nicht wegen Corona, sondern wegen der nicht in die STVO übernommene Klausel zu Verkehrsexperimenten (tritt erst am 1.1.2021 in Kraft) wurde verschoben.

    „Das Kerngebiet wird vorraussichtlich als Verkehrsexperiment angemeldet.“

    2. Stichwort Freiwilligkeit (bitte benutzt das Wort nicht mehr)

    Fahr- und Parkverbote, Sperrungen, etc. sind nicht Grundlage einer freiwilligen Teilnahme.

    „Im Kerngebiet soll für den motorisierten Individualverkehr weitestgehend ein Fahr- und Parkverbot herrschen, die Zufahrt soll nur in Ausnahmefällen und mit einer Sondergenehmigung möglich sein.“

    3. Freiwilligkeit zum zweiten..

    Da wird sich beschwert, dass sich keiner beim Team gemeldet hat, der es z.B. hier kritisiert hat. Es geht ja nicht ums kennen lernen, sondern darum, dass Ihr es lest und nachdenkt… (habt Ihr aber nicht)

    Ihr wollt etwas von den Anwohnern, nicht die von Euch !!!

    Darum müsst Ihr nachdenken, wie Ihr Eure Ware verkaufen könnt, nicht, wie Ihr es mithilfe der Stadt mit Sperrungen durchsetzen könnt.

    Das ist ja wie Kindergarten: „ich hab da was gebastelt, aber keiner will es haben…“ Jaqueline, 3 Jahre

    4. Befragung der Anwohner*innen

    Ist möglich, wollt Ihr aber nicht. Im Rahmen der Zukunftsstadt ist es gar kein Problem wenn die Stadt eine Bürgerbefragung macht. Das nennt sich „Bürgerbeteiligung an Entscheidungen der öffentlichen Verwaltung durch Konsultation“. Gibt es, geht. Aber man muss es wollen…. Habt Ihr da schon mal bei der Stadt nachgefragt? Natürlich ist die Befragung nicht durch den BUND auszuführen. Klare Falschinformation…

    5. „Das ist eine Woche für die Neustädter*innen, damit sie sich einfach mal ausprobieren können“

    Ist das so? Dann müssen die Neustädter*innen auch erstmal entscheiden können.. Wir sind doch keine Kinder die Euch brauchen um endlich mal was auszuprobieren zu dürfen…

    _________
    Es war genug Zeit zum nachdenken, aber Ihr habt Euch nicht darum bemüht Gegenpositionen zu verstehen und „mitzudenken“, wie man so schön sagt.

    Ihr verwechselt Freiwilligkeit mit Zwang, oder versucht Zwang mit der Aufschrift Freiwilligkeit zu verkaufen…

    Ihr habt vergessen Alternativen anzubieten, was ersetzt das Auto? Wie wollt Ihr die Bewegungsfreiheit der Bürger unterstützen und verändern? NIX DAVON, NUR AUTOVERBOT..

    Das ist alles nicht so recht ehrlich und offen…

    (erstaunlich wenig Kommentare, evtl. interessiert es Eure Nachbarn gar nicht?)

  2. NACHTRAG:

    https://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%BCrgerbefragung

    „Oftmals werden Einwohnerbefragungen auf kommunaler Ebene im Vorfeld von in der Öffentlichkeit umstrittenen Bau- und ordnungsrechtlichen Maßnahmen (bspw. der Neubebauung eines Areals oder der Ausweitung von Parkraumbewirtschaftung) durchgeführt, um den tatsächlichen Grad von Zustimmung und Ablehnung in der Einwohnerschaft zu ermitteln. Auf diesem Wege können den Bürgern auch verschiedene Planungsvarianten vorgelegt und ein Vorhaben so stärker an den Wünschen der Einwohnerschaft ausgerichtet werden. Darüber hinaus haben Einwohnerbefragungen oftmals eine akzeptanzsteigernde und streitvermeidende Wirkung, da den Bürgern vermittelt wird, dass sie in Entscheidungsprozesse eingebunden und nicht „über ihre Köpfe hinweg“ entschieden wird.“ Zitat Wikipedia

    … @Sindy @Wdgl:

    Ihr hättet ja auch auf Kommentare antworten können…
    ..Kommentar schreiben, Stellung nehmen… ;-)

  3. @Frei-willig
    Sehr guter Kommentar!
    Dem ganzen die Krone setzt natürlich auf daß jetzt ein externes Planungsteam die Aufgaben der beiden Damen übernehmen soll. Zur Erinnerung, die beiden gut dotierten Stellen wurden extra für dieses zweifelhafte Projekt geschaffen und von der öffentlichen Hand sprich den Leuten die Steuern bezahlen finanziert. Ich gehe davon aus daß dieses externe Planungsteam nicht gerade billig ist und natürlich auch wieder von der Allgemeinheit bezahlt wird.
    Somit wurden Posten für Personen geschaffen welche ihre Aufgabe, die damalige Ausschreibung findet man mit Google, offensichtlich nicht hinbekommen und jetzt noch mehr Geld verpulvern für eine Idee die wenige gut und viele schlecht finden.
    Kann man sich eigentlich nicht ausdenken aber beim abgreifen von Fördermitteln sind einige Leute recht kreativ oder sollte man besser dreist dazu sagen?
    Und wenn man die allseits bekannte Suchmaschine bemüht erkennt man daß dieses abgreifen von Fördermitteln und Posten schaffen offenbar das Lebens- bzw. Geschäftsmodell der sogenannten Projektkoordinatorinnen ist.
    Es ist ja schön wenn Leute Phantasien haben, aber diese bitte nicht von der Allgemeinheit bezahlen lassen und dieser überstülpen weil das ja achso ganz tolle Ideen sind!

  4. Kann von mir aus so bleiben, Mobilität heißt ja nicht, dass man die Stadt mit Autos zustellt und alles dem Verkehr unterordnet. Zuallererst sollten Menschen in einem Wohngebiet wohnen können. Wenn das ausprobiert werden soll, nur zu …

    Allen kann man es nie recht machen.

  5. Die Neustadt ist der richtige Ort um mal was auszuprobieren.
    Jeder hat dazu die Freiheit, wenn er die Freiheiten anderer nicht einschränkt. Ein einfaches Prinzip für ein gutes Miteinander…

    Die IG hat sich gegründet um hier die Fehler dieses Projektes aufzuzeigen. Es wurde Kontakt aufgenommen und klare Forderungen an die Stadt gestellt, da die Stadt hier als Auftraggeber im Sinne der Zukunftsstadt Dresden verantwortlich ist (nicht der BUND e.V.).

    Es gab auch Kontakt zum Team des BUND e.V. und eine Zusage Ihrerseits. In einer Videokonferenz sagte Frau Bernd in Bezug auf das Verkehrskonzept :“Hier wäre zum jetzigen Zeitpunkt der Ansatz, an den freiwilligen Verzicht in Bezug auf KFZ zu appellieren.“ Dies wurde positiv aufgenommen.

    Dieser Ansatz wurde aber nach jetzigem Stand bewusst nicht umgesetzt. Warum wurde es bei der Kontaktmöglichkeit dann so formuliert? Entsprechend sind die Reaktionen: Täuschung und Fehlinformation sollten doch nicht die Arbeitsmittel einer „Woche des guten Lebens“ sein…

    @Frei-willig:
    Ich habe am Freitag nach unserem Telefonat mit Frau Wagner von der LHD gesprochen. Frau Wagner klärt die Möglichkeit einer Bürgerbefragung. Wir haben es klar gefordert. Ich sehe keinen Grund, warum das in einem Projekt der „Zukunftsstadt Dresden“ nicht möglich sein könnte. Es soll ja ein Bürgerprojekt sein…

  6. @Ichkannsnichtmehrhörenesgibtnichtnurschwarzundweiss

    Die Stellenausschreibung der Projektkoordinatorinnen, oder die
    Ausschreibung des Verkehrskonzeptes?

    Verkehrskonzept interessiert uns. Evtl. schickst Du uns den link?

    IGgemeinsameZukunftsstadt@web.de

  7. @Ichkannsnichtmehrhörenesgibtnichtnurschwarzundweiss: Du schreibst „für eine Idee die wenige gut und viele schlecht finden“, woher hast Du denn diese Erkenntnis? Soweit ich weiß, gibt es ja eben noch keine Umfrage oder Befragung. Soweit ich weiß, haben die Neustädterinnen und Neustädter mit ziemlich großer Mehrheit Politiker*innen der Grünen, der Linken und der SPD gewählt. Und genau von jenen Politiker*innen gab es deutliche Zustimmung zu dem Projekt im Stadtbezirksbeirat, kann man hier nachlesen.

  8. @ Anton Laumer: es gab im Novermber 19 eine online umfrage in der SZ (25.11.2019) mit dem Ergebnis: mehr dagegen, als dafür. Obwohl Im Detail noch keiner gewusst hat, was eine „Woche des guten Lebens“ wirklich ist.

    Ob Stadträte dafür sind ist uninteressant. Wichtig ist doch was die Bürger wollen, denn die Stadträte sollen ja auch den Bürgerwillen umsetzen… manchmal haben Stadträte aber auch parteipolitische oder persönliche Interessen im Blick…

    Und um Zustimmung oder Ablehnung in der Bevölkerung wirklich festzustellen reicht eine Online-Umfrage auch nicht aus…

    Da hilft nur eine Bürgerbefragung aller in 01099 gemeldeten Wahlberrechtigten. Danach erst kann objektiv bewertet werden, was die Bürger wollen. Da Projekt kann hier auch Änderungsmöglichkeiten abfragen, um sich weiterzuentwickeln.
    So ist es auch vom BMBF vorgesehen…

    An Zeit mangelt es jetzt nicht.

  9. INFO:
    Der Stadtbezirksbeirat hat beratende Funktion für den Stadtrat und die Verwaltung… (ist keine Stadtteilregierung)

    P.S.: ein Mitglied des Stadbezirksbeirates ist zugleich Vorstandsmitglied des Trägervereines… (kein Interessenkonflikt für Jutta Wieding???)

    Berufliche Verflechtung der „Bürger“-Initiatoren:

    Julia Gerlach, TU Dresden wissenschaftliche Mitarbeiterin
    Anna Betsch, Leibnitz Institut
    Ralf Hupfer, BUND Dresden, Schatzmeister (s.o./Trägerverein)
    Rosemarie Baldauf, TU Dresden wissenschaftliche Mitarbeiterin
    (treten hier als „Bürger“ auf…gibt es da evtl. persönliche berufliche Interessen?)

    @goldfish: kann alles so bleiben, wie es geplant ist?

  10. @goldfish:

    Die Neustadt ist übrigens kein reines Wohngebiet, wo nur gewohnt wird. Es ist ein Mischgebiet aus Wohnen und Gewerbe, das schon seit über 130 Jahren… Dazu gehören auch Verkehrsverbindungen. Ein reines Wohngebiet wäre die Neubausiedlung oberhalb vom Alaunplatz, hier ist die Verkehrsanbindung durch eine Unterbauung mit einem Parkhaus gelöst worden… wie lösen wir das in der vorhandenen Struktur eines Gründerzeitviertels? Da muss doch mal erst gedacht werden…

  11. @ Frei-willig:

    Der Stadtbezirksbeirat kann Entscheidungen für den Stadtteil treffen, die rein beratende Funktion war früher, als es noch der Ortsbeirat war.

  12. @Anton Launer:

    Stadt Dresden:
    Der Stadtbezirksbeirat beschließt demnach über folgende Angelegenheiten, soweit deren Bedeutung nicht über den Stadtbezirk hinausgehen:

    1. Entscheidungen über die Pflege des Ortsbildes sowie die Unterhaltung und Ausstattung der öffentlichen Park- und Grünanlagen
    2. Entscheidungen über die Förderung von Vereinen, Verbänden und sonstigen Vereinigungen im Stadtbezirk im Rahmen von Projektförderungen
    3. Entscheidungen über die Förderung und Durchführung von Veranstaltungen der Heimatpflege und des Brauchtums im Stadtbezirk
    4. Entscheidungen über die Information, Dokumentation und Repräsentation in Stadtbezirksbeiratsangelegenheiten

    (Homepage der Stadt)

    ..die dürfen also Entscheidungen treffen, aber in Grenzen…
    ..ansonsten bleibt es bei der beratenden Funktion für die Verwaltung. Entscheidungen zu „Reallaboren“ am Bürger würde ich da nicht verorten..

    Rest auch recherchiert? (Ich wollte dem Stadtbezirksbeirat nicht zu nahe treten)

  13. @Frei-willig: Erstmal Danke fürs Richtigschreiben des Namens. Und prima, dass Du die Möglichkeiten der Stadtbezirksräte nochmal aufgelistet hast. Ich wollte nur Deine obige Aussage klarstellen. Ob die Woche des guten Lebens genehmigt wird, entscheidet natürlich nicht der Stadtbezirksbeirat. Jedoch kam von diesem eben überwiegend postives Feedback und die Räte sind die gewählten Vertreter*innen der Neustädter*innen. Soweit ich die Sitzung in Erinnerung habe, hat sich Jutta Wieding nicht geäußert, wenn es eine Entscheidung gegeben hätte, hätte sie aufgrund des Interessenkonfliktes natürlich nicht abstimmen dürfen. Solche Interessenkonflikte gibt es regelmäßig, da mehrere Stadtbezirksbeiräte auch in anderen Neustädter Gremien organisiert sind.

  14. Das sind Wohlstandsprobleme die hier am laufenden Band diskutiert werden. Wann und wo wird die nächste Lichterkette aufgehangen? Einfach herrlich…

  15. @ Aufklärer
    Mitnichten Wohlstands Probleme. Es ist geradezu zwangsläufig wohnen in „der Stadt“ neu zu denken.

    @Frei-willig
    Und genau, es geht um Verkehrsanbindung, nur eben angepasst. Hier Bsp. Texte in die Denkrichtung, die „dir/euch“ fremd scheint.

    Urbaner Raum: Von der autogerechten zur lebenswerten Stadt
    Houten in den Niederlanden – Die autofreie Modellstadt

    „Was jede Stadt von Houten lernen kann, ist, dass es gut ist, die Zahl der Autos an bestimmten Punkten zu reduzieren, dafür aber mehr Radfahrer zuzulassen. Das tut einer Stadt gut, ist förderlich für die Gesundheit und die Sicherheit.“

    atheistische Amen

  16. @goldfish

    Houten ist eine nette Stadt. Die meisten Einwohner arbeiten in Utrecht, pendeln entsprechend. Das Stadtzentrum hat sich durch Neubaugebiete verlagert, da konnte entsprechend geplant werden… Es wurden Anreize und Anbindungen geschaffen…
    (Gewerbegebiete liegen ausserhalb)

    Nun hast Du mich aber falsch verstanden, wenn Du denkst ich hätte was dagegen, wenn der Autoverkehr sich reduziert. Wenn Autos entsprechend nicht nötig sind schaffen auch mehr Leute ihr Auto ab. Eben Freiwillig!!

    Ich fahre selber gern Rad. Warum also denkfrei mit Verboten, anstatt mit Anreizen? Ist sicher mehr Hirnschmalz nötig, die Mitbürger zu überzeugen, aber ein Konzept des gegenseitigen Respekts wäre in dieser Struktur angebrachter:
    Geschwindigkeit zurûcknehmen, Auto-Anlieger-Parken im Quartier, Besucher (Auto) am Rande der Neutadt parken lassen, entsprechend anbinden. Fusswege für Fussgänger (sind gut und breit angelegt) Radfahrer und Auto miteinander (nicht gegeneinander) auf der Strasse. Feiern im Hof.
    Wer es mal ausprobieren will, kann ja bei der Woche mal mitmachen, oder auch schon vorher, aber wie wird ihm dabei geholfen? Hier muss der Druck rein, nicht mit Verboten…
    (Die Arbeit des Teams wird ja durch Fördermittel finanziert, also bitte etwas mehr bewegen, anstatt nur zu sperren)

    Die Grundideen im Sanierungsgebiet waren gut, wurden aber nicht so umgesetzt… Schade, schaut mal drauf.. Mixed-Verkehr und Miteinander…ist möglich.
    ..“freundliches, rücksichtsvolles Miteinander“ ist besser für die Seele und den Kiez!

  17. ..wären die Ziele des Sanierungsgebietes mit den öffentlichen Parkhäusern (nicht nur private Simmel und Rewe) am Rande der Neuatadt von der Stadt umgesetzt worden, wäre die Neustadt dem Prinzip von Houten schon einen Schritt näher.
    Houten hat die Infrastruktur komplett neu konzipieren können: das Anwohnerparken ist dort nicht verboten… !!!
    Es gibt auch Modelle mit kostenlosen Öffis (NL experimentiert da schon lange) die gut laufen.. Ist eben mehr zu denken als zu sperren….

    Wdgl macht es sich zu einfach, wird dem Namen so nicht gerecht..

  18. @ Frei-willig

    Langsam wirds klarer. Ich denke, du wirst die Woche, trotz der „massiven Einschränkung“ dennoch glänzend überstehen.
    Gegen naives wir machen alle Autos weg, bin ich auch. Stadtplanung kann man studieren, die Ideen wohin es gehen kann vielfältig … Planung ist immer auch zum Teil paternalistisch.

  19. ;-)

    @goldfish:
    ..geht ja nicht ums Überleben… Soll doch um „gut leben“ gehen.
    Dazu gehört es, auf möglichst viele Lebensentwürfe und Ansprüche Rücksicht zu nehmen..

    Bestehende Strukturen kann man nutzen und mit etwas Hirn (kann man ja studieren) sinnvoll modifizieren.

    Wichtig ist hier nicht einseitig zu agitieren.. Wir sind uns ja einig, dass naives „Auto-weg“ nicht reicht…

Kommentieren gern, aber bitte recht freundlich.

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