Wie künstliche Intelligenz Städte verändert

Künstliche Intelligenz? Foto: Alex Knight
Künstliche Intelligenz? Foto: Alex Knight, Unsplash
Die Digitalisierung berührt alle Bereiche des Lebens. Dabei bewegt sie sich so schnell, dass es oft schwerfällt, Schritt zu halten: Was vor ein paar Jahren noch als innovativ galt, ist heute schon zur Normalität geworden. Auch Städte und Kommunen müssen sich anpassen und die Vorteile moderner Technologien nutzen. Dresden ist hier keine Ausnahme. Dass die sächsische Bundeshauptstadt mit gutem Beispiel vorangeht, hat sie bereits mehrfach bewiesen. 2015 wurde ihre überarbeitete Homepage mit dem Google „eTown Award“ gekürt und vor gut einem Jahr gab Oberbürgermeister Dirk Hilbert den Startschuss für die Digitalisierung des Stadtarchivs. Aber hier hört es noch lange nicht auf: Mit dem Institut für Künstliche Intelligenz (KI), das die Frauenhofer-Gesellschaft vor kurzem mit der TU Dresden gegründet hat, ist die Stadt ein Magnet für KI- und Data-Spezialisten geworden.

Aber was hat Künstliche Intelligenz mit der Digitalisierung von Städten zu tun? Tatsächlich ist KI ein entscheidender Faktor, wenn es um die Digitalisierung des öffentlichen Lebens und der Wirtschaft geht. Von Experten wird sie auch als Motor der digitalen Revolution beschrieben. Durch sie erhalten Maschinen zum Beispiel immer mehr kognitive Fähigkeiten und können besser mit großen Datenmengen umgehen. Intelligentere Algorithmen führen zu besserer Software, die Daten für Endnutzer leichter zugänglich und brauchbarer machen. Viele Hindernisse, die Wirtschaft und Behörden bei der Digitalisierung antreffen, können so sogar behoben werden. Während es bereits einige vielversprechende KI-Lösungen in Bereichen wie Medizin und Forschung gibt, werden auch immer mehr Behörden von diesen fortschrittlichen Technologien profitieren können. Besonders bei IT- und Verwaltungsarbeiten sollen Fachkräfte in der Zukunft zunehmend von KI-Systemen unterstützt werden.

Keine neue Idee

Dabei ist die Idee von der künstlichen Intelligenz gar nicht so neu: Bereits in den 50er Jahren entwickelten US-Wissenschaftler ein Computerprogramm, das auf eine sehr menschliche Art das Brettspiel „Dame“ spielen konnte. Was mit reiner Unterhaltung anfing, soll in der Zukunft den demografischen Wandel erleichtern. Zum Beispiel gehen Experten davon aus, dass immer mehr Assistenzsysteme und Roboter Ärzte und Pflegende unterstützen werden. Smart-Home-Systeme helfen Menschen mit Bewegungseinschränkungen bereits dabei, mobiler zu sein. Seit dem Jahr 2018 arbeitet Google an einer barrierefreien Version von Google Maps, die auch den öffentlichen Personalverkehr miteinschließt. Für Rollstuhlfahrer ist dies ein großer Triumph: Sie können ihre Routen mit öffentlichen Verkehrsmitteln besser planen und reduzieren die Zahl ihrer Hindernisse auf ein Minimum. Für die meisten Städte Deutschlands gibt es zudem bereist Apps der einzelnen Verkehrsbetriebe, die Funktionen wie digitale Fahrausweise beinhalten.

KI-Lösungen für die breite Gesellschaft - Foto: Markus Spiske
KI-Lösungen für die breite Gesellschaft – Foto: Markus Spiske, Unsplash
Der Einsatz von immer mehr KI-Lösungen im gesellschaftlichen Leben bedeutet für Stadtbewohner jedoch nicht nur eine bessere Mobilität. Durch die Digitalisierungen sollen auch Verwaltungsapparate und -Prozesse transparenter werden. Viele Dienstleistungen werden bereits online angeboten, sodass sich Behördengänge und langes Anstehen vermeiden lassen. KI-Systeme können veraltete und komplizierte Abläufe also optimieren. Zudem haben sie auch das Potential, neue Handlungsstränge herzustellen. Sie können Stadtverwaltungen mit Technologiezentren und Hochschulen verbinden, sodass ein kontinuierlicher Wissensaustausch stattfindet. Durch diese Zusammenarbeit können Behörden große Datenmengen besser interpretieren und demnach auch besser handeln. In der Praxis würden zum Beispiel bestimmte Sensoren die Füllstände von Abfallcontainern anzeigen oder eine intelligente Verkehrssteuerung ermöglichen. Solche Lösungen haben einen besonderen Reiz für urbane Dienstleister, Logistikfirmen und Unternehmen, die in der Produktion tätig sind.

KI-Problemlösungen für Umwelt- und Klimaschutz

Städte können KI-Problemlösungen auch nutzen, wenn es um den Umwelt- und Klimaschutz geht. Hier laufen in der Stadt Dresden bereits verschiedene Maßnahmen. Mithilfe von KI ist in Zeiten des Klimawandels jedoch ein noch effektiveres Ressourcen- und Energiemanagement möglich. Mit der Sammlung großer Datenmengen und maschinellem Lernen können zum Beispiel bestimmte Muster erkannt und Umweltauswirkungen besser gemessen werden. Auch hat die künstliche Intelligenz das Potential, den Umstieg auf erneuerbare Energien und die damit verbundene Dezentralisierung des gesamten Energiesystems zu vereinfachen. Intelligent vernetzte Energiesysteme sorgen für eine optimierte Überwachung und eine maximierte Energieeffizienz. Weitere Anwendungsbereiche sind die intelligente Gebäudesteuerung und eine umweltfreundlichere Gestaltung des Verkehrssystems.

Fazit: Die Digitalisierung und mit ihr innovative KI-Lösungen werden auch in Zukunft unsere Städte und das öffentliche Leben maßgeblich verändern. Richtig umgesetzt, sorgen diese Veränderungen für mehr Transparenz, flüssigere Abläufe und eine bessere Entscheidungsfindung.