Bald kein Paypal mehr für Zahlungen an deutsche Online Casinos

Der Zahlungsdienstleister PayPal verabschiedet sich mit seinen neuen, ab Oktober 2019 geltenden, Nutzungsbedingungen vom Geschäft mit dem Online Glücksspiel in Deutschland. Neu gefasst wurde hierzu der Paragraph der „Verbotenen Aktivitäten“. Als Gründe für den Rückzug aus der für PayPal durchaus lukrativen Sparte werden einerseits der zunehmende Druck von Verbraucherschützern, andererseits aber auch zunehmende Klagen vonseiten der Spieler kolportiert.

PayPal aktualisiert AGB und regelt „Verbotene Aktivitäten“ neu

Mann nutzt PayPal mit seinem Handy.
Mann nutzt PayPal mit seinem Handy. Foto: Alexas_Fotos, pixabay.com

Der Zahlungsdienstleister PayPal aktualisiert zum 1. Oktober hin seine Nutzungsbedingungen und zieht sich in diesem Zuge von der Zusammenarbeit mit in Deutschland tätigen Glücksspielunternehmen zurück. Konkret neu geregelt wird dazu der Paragraph der „Verbotenen Aktivitäten“, in dem es fortan heißen wird, dass die „Nutzung der PayPal-Services im Zusammenhang mit Angeboten, die an ihrem jeweiligen Aufenthaltsort nicht legal sind, einschließlich mancher Online-Glücksspielangebote“ nicht mehr möglich ist.

Es gibt im Netz aktuell eine große Vielfalt von Glücksspielportalen und etliche Online Casinos mit PayPal, die auf Seiten wie bonuscode.de eingesehen werden können. Seriöse Anbieter sind unter anderem durch eine Lizenz und ein vollständiges Impressum charakterisierbar. Auch Bonusangebote von bis 100 Prozent auf die erste Einzahlung und ein guter Kundensupport sind Kriterien.

Vor dem Hintergrund, dass PayPal in Deutschland über eine große Anzahl von Marktanteilen verfügt und auch das Glücksspiel hierzulande sehr populär ist, kommt der Schritt überraschend. Immerhin förderte eine Studie des EHI Retail Institutes aus diesem Jahr zutage, dass PayPal über 20,5 Prozent Marktanteile von ausgewählten Zahlungsverfahren im Online-Handel am Umsatz verfügt – nur die Rechnung war mit 27,9 Prozent noch beliebter.

Wohl zwei Hauptgründe für den Rückzug PayPals verantwortlich

Andererseits wundert PayPals Rückzug aus dem deutschen Glücksspielsegment gerade Brancheninsider nicht, denn bereits Ende des vergangenen Jahres war PayPal dazu übergegangen, Zahlungen an Online Casinos einzuschränken und arbeitete folglich mit einigen Big Playern des Segments nicht mehr zusammen.

Während damals als Grund für den Rückzug unter anderem die unklare rechtliche Situation zum Glücksspiel in Deutschland kolportiert wurde, sollen bei der jetzigen AGB-Änderung primär zwei Faktoren eine Rolle gespielt haben:

    1. Druck von Verbraucherschützern
    2. Angst vor potenziellen Rückzahlungen

Auf Nachfrage erklärte PayPal den Rückzug mit auslaufenden Online-Glücksspiel-Lizenzen des Bundeslandes Schleswig-Holstein, wonach das „ Angebot von Online-Casinospielen in Deutschland verboten beziehungsweise allenfalls geduldet“ sei.

Zwar wurden die Lizenzen für Online Casinos aus Schleswig-Holstein erst kürzlich verlängert, allerdings bieten diese häufig ihre Dienste nicht nur räumlich begrenzt, sondern in der ganzen Republik an.

PayPal in Online Casinos wegen Schnelligkeit und Komfort beliebt

Glänzender Roulettekessel mit Spielchips im Hintergrund.
Bisher konnten Spieler in Online Casinos häufig PayPal nutzen, um ihr Konto zum Beispiel für Roulette mit Geld aufzuladen. Foto: meineresterampe, pixabay.com
Dies haben bereits einige Spieler zum Anlass genommen, von PayPal hohe Beträge mit der Begründung zurückzufordern, dass unzulässigerweise Zahlungen an illegale Anbieter auf digitalem Wege unterstützt würden.

Trotzdem wird die nun folgende Änderung der Nutzungsbedingungen von den meisten Zockern nur widerwillig zu Kenntnis genommen, denn PayPal hat sich über viele Jahre unter anderem wegen seiner komfortablen Bedienung, ausgeprägten Schnelligkeit und Sicherheit im Umgang mit Spielergeldern einen exzellenten Ruf unter den Gamblern erarbeitet.

Unklar ist zum jetzigen Zeitpunkt noch, wie PayPal mit den vielen Glücksspielanbietern umgehen möchte, die mit Lizenzen aus dem EU-Ausland operieren. Sie berufen sich für das Angebot ihrer Dienste in Deutschland auf die laut haufe.de in der EU geltende Dienstleistungsfreiheit, die sie entgegen deutscher Richtlinien zum legalen Betrieb befähigt.