Die Entwicklung der wachsenden Krypto-Szene in Dresden

Kryptowährungen sind in Deutschland noch nicht so weit entwickelt wie an anderen Orten der Welt. Während Bitcoin in einem Land wie Japan bereits als offizielles Zahlungsmittel akzeptiert wird, ist das in Deutschland noch lange nicht der Fall. Doch mittlerweile schickt sich Dresden an, den noch jungen Markt zu erobern. Eine besondere Rolle fällt dabei der evan GmbH zu. Das Start-up erhielt zuletzt Wachstumskapital im mittleren siebenstelligen Bereich. Was hinter dem Unternehmen steckt und wie die Rolle von Dresden in der Krypto-Szene aussieht, gibt es hier im Neustadt-Geflüster.

Starkes Zeichen von der evan GmbH

Der Mai 2019 war ein besonders erfolgreicher Monat für ein Start-up aus Dresden: Die evan GmbH wartete mit gleich zwei positiven Nachrichten auf. Einerseits gab das Unternehmen bekannt, dass es zusätzliches Wachstumskapital sicherstellen konnte. Dieses liegt laut Angaben der Verantwortlichen im mittleren siebenstelligen Bereich. Weiterhin stellte die evan GmbH einen neuen CFO vor. André Münnich ist für die Bereiche Finanzen, Investor Relations sowie Cash Management zuständig. Vor seinem Wechsel zu evan war Münnich als Gründer und CEO für die Geschicke der faytec AG verantwortlich. Er verkaufte das Technologieunternehmen 2017 an Facebook. Auch Controlling, Steuern und das Audit des Unternehmens fallen in Zukunft unter André Münnichs Verantwortung.

Doch wer steckt eigentlich hinter der evan GmbH? Es handelt sich um den Initiator einer neutralen Blockchain, die sich an Unternehmen richtet. Die Chain heißt evan.network und wird finanziell in ihrer Entwicklung nun von der beteiligungsmanagement thüringen GmbH (bm|t), dem Technologiegründerfonds Sachsen (TGFS) und zwei Business-Angeln unterstützt. Das Kapital möchte evan wiederum dafür einsetzen, die Blockchain weiter auszubauen.

Mit der modernen Technologie, die vor allem durch die erste Kryptowährung Bitcoin Bekanntheit erlangte, sollen Business-Transaktionen fortlaufend digitalisiert und automatisiert werden. Die Unternehmen selbst können auf der Blockchain digitale Kopien für Produkte oder Maschinen erstellen und dabei Standards für automatisierte Transaktionen festlegen, die über die Unternehmensgrenzen hinausgehen. Insbesondere die Einfachheit und Sicherheit sind Argumente, die für die Nutzung der Blockchain sprechen. Evan.network aus Dresden zeigte nicht nur Interesse an der Technologie, sondern konnte auch Partner wie Textil-Discounter KIK und Baumaschinen-Dienstleister Lindig für die Idee gewinnen.

Diese Firmen nutzen vor allem deshalb die Technologie, weil letztere mittlerweile deutlich akzeptierter in der Gesellschaft ist. Immer mehr Händler weltweit kaufen Kryptowährungen oder nutzen sie zum Trading. Dabei haben sie auf bekannten Plattformen wie eToro mittlerweile 92 Märkte zur Auswahl, um ein geeignetes Investment vorzunehmen. Darunter befinden sich Währungen wie Ripple, die auch für die sächsische und damit deutsche Finanzindustrie von Bedeutung sind. Das Unternehmen ist vor allem durch seine vereinfachten Auslandsüberweisungen bekannt. Mit der steigenden Verständnis der Vorteile dieser digitalen Technologie wächst auch die Bereitwilligkeit von Unternehmen wie KIK und Lindig in Dresden, auf die Blockchain zu setzen.

Kryptowährungen in Dresden

Es lässt sich gut leben in Dresden - Foto: Pixabay
Es lässt sich gut leben in Dresden – Foto: Pixabay

Nachdem die evan GmbH sich in den letzten Jahren stark weiterentwickelt hat, stellt sich die Frage, was rund um Dresden sonst noch in der Welt der Kryptowährungen passiert. Vor fünf Jahren wurde mit großen Versprechen die CoinBau GmbH gegründet, die spezielle Chips entwickeln wollte. Das gelang anfangs erfolgreich, doch schlussendlich ging das Start-up in Insolvenz. Im März 2019 fand die Liquidation aller Vermögenswerte statt. Noch voll mit dabei ist die ebenfalls in Dresden beheimatete Blockchain Holding GmbH. Das Unternehmen ist eng mit der CoinBau GmbH verbunden und hat mit Sebastian Krause nunmehr den ehemaligen Geschäftsführer in gleicher Funktion angestellt. Beide Unternehmen schlossen 2017 noch einen Beherrschungsvertrag ab und sind am gleichen Ort anzutreffen. Die physische Adresse lautet nach dem Umzug von Frankfurt nach Dresden Theresienstraße 18. Einerseits zeigt sich, dass die Branche der digitalen Währungen nach wie vor riskant und noch nicht auf der großen Landkarte angelangt ist. Andererseits besteht schier unendlich großes Potenzial, wenn man sich die Unternehmenskooperationen auf Basis der Blockchain ansieht.

Doch auch Nichtunternehmer mit Interesse an Kryptowährungen kommen in Sachsens Hauptstadt auf ihre Kosten. Das geschieht zum Beispiel durch regelmäßige Meet-Ups für potenzielle Digitalgeld-Händler. In diesen Praxis-Workshops finden Trader alle nötigen Informationen, um erfolgreich zu investieren. Neben Bitcoin (BTC) stehen dabei diverse weitere Kryptowährungen im Fokus, die auf eine Form der Blockchain setzen und damit großen Erfolg erzielen. Zu diesem zählen etwa Ethereum, Ripple, Dash und Litecoin. Vor allem Ripple befindet sich aufgrund seiner für die Krypto-Welt innovativen Entwicklungen zuletzt immer wieder im Mittelpunkt der Diskussionen: Partnerschaften mit etablierten Finanzinstitutionen wie der Santander Bank eröffneten große Wachstumsmöglichkeiten. Dementsprechend setzte sich Ripple mit seiner Coin XRP auf Rang 3 der wertvollsten Digitalgelder nach Marktkapitalisierung fest.

Es ist unbestritten, das viele Menschen die Zukunft des Zahlungsverkehrs in den Kryptowährungen sehen. Nicht nur in Dresden soll es schon bald möglich sein, auch den Einkauf außerhalb des Internets mit Bitcoin und Co. zu bezahlen. Bislang belief sich das Modell vor allem auf fortschrittliche Lieferdienste, bei denen eine BTC-Pizza zu kaufen war, auf Internet-Shops, auf Spenden auf dafür geeigneten Websites sowie auf den Austausch mit gleichgesinnten Handelspartnern. Sobald die Blockchain in der Masse ankommt, wird auch den Kryptowährungen nichts mehr im Weg stehen. Dresden nimmt in dieser Entwicklung eine führende Rolle ein.

Bitcoin-Club
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