Günstig Wohnen in Sachsen: Möglichkeiten für Kredite und Fördergelder

Der Traum vom Eigenheim zerplatzt oft an den hohen Kosten. Bauplätze sind gerade in Ballungsgebieten teuer, von den Baukosten insgesamt ganz zu schweigen. Einkommensschwächere Familien bekommen oft auch kein Baudarlehen oder nur mit erhöhtem Zinssatz. Der Freistaat Sachsen bietet aber mit Förderprogrammen genau denen die Möglichkeit, die nicht zu den Besserverdienern gehören, den Wunsch eines eigenen Hauses zu erfüllen.

Baustelle mit Rohbau und Bauplänen - Foto: Eisenhans - fotolia.com
Baustelle mit Rohbau und Bauplänen – Foto: Eisenhans – fotolia.com

Top-Konditionen für Familien mit Kindern

Top-Konditionen für Familien - Foto: fotolia.com – Sunny studio
Top-Konditionen für Familien – Foto: fotolia.com – Sunny studio
Die Förderprogramme werden von der Sächsischen Aufbaubank angeboten. Neben vielen verschiedenen Möglichkeiten für die Wohnraumförderung, die oft an bauseitige Bedingungen wie Energieeffizienz oder Barrierefreiheit gebunden sind, sticht die Förderung von Wohnraum speziell für Familien besonders hervor. Familienwohnen ist das Stichwort, denn durch diese Fördermaßnahme erhalten Familien ein zinsgünstiges Darlehen, um entweder ein Haus zu bauen oder zu kaufen. Aber auch die Instandsetzung einer bereits selbst genutzten Immobilie oder Eigentumswohnung kann gefördert werden. Die maximale Darlehenssumme beträgt 50.000 Euro je Kind unter 18 Jahren.

Die Konditionen hierfür sind nahezu traumhaft, der Zinssatz beträgt 0,75 Prozent, und dass bei einer Sollzinsbindung von 25 Jahren. Die Rückzahlung des Darlehens erfolgt nach zwei tilgungsfreien Anlaufjahren mit einem Tilgungssatz in gleichmäßigen Raten von jährlich 3,99 Prozent. Ausgehend von einer Familie mit zwei Kindern und einer Darlehenssumme von 100.000 Euro wäre eine Tilgung mit einer monatlichen Rate von unter 350 Euro möglich. Nach 25 Jahren verbleibt eine Restschuld von knapp 11.000 Euro, die den Zinsen dieses Darlehens entsprechen. Es fallen zwar noch weitere Kosten für Grundpfandrechte und die Versicherung des Wohngebäudes an, alles in allem handelt es sich hierbei jedoch um eine sehr attraktive Möglichkeit der Baufinanzierung.

Wer die Möglichkeit einer jährlichen Sondertilgung in Anspruch nehmen möchte, kommt sogar noch günstiger weg. Für die Antragsteller gelten jedoch Einkommensgrenzen. Demnach dürfen Alleinstehende nicht mehr als 60.000 Euro Jahreseinkommen mit nach Hause bringen, für Paare gelten 100.000 Euro, plus 10.000 Euro für jedes im Haushalt lebende Kind, das zudem Kindergeld erhält. Die Einkommensgrenzen gelten im Prinzip aber zusammengerechnet für alle, die im Haushalt leben.

Verfügen Kinder über ein eigenes Einkommen, z. B. in Form eines Ausbildungsgehalts, wird dies hinzugezählt, und es entfällt dann die zusätzlich mögliche Darlehenssumme von 10.000 Euro, da für das Kind während der Ausbildung kein Kindergeld mehr gezahlt wird. Wichtig ist noch, dass der geförderte Wohnraum auch tatsächlich über 25 Jahre selbst genutzt werden muss und es sich dabei nicht um Mietwohnraum handelt. Außerdem ist bei der Finanzierung ein Eigenanteil an der Gesamtfinanzierung von 20 Prozent vorgegeben, ein entsprechendes Darlehen bei der KfW soll hier genutzt werden.

Neben dem Programm „Familienwohnen“ der SAB gibt es auch noch weitere Möglichkeiten, Wohnraum fördern zu lassen, beispielsweise über Förderungen für energieeffizientes Sanieren oder barrierefreien Umbau und Einbruchschutz. So können auch Einzelmaßnahmen mit Hilfe von unterschiedlichen Förderprogrammen kosteneffektiv umgesetzt werden.

modernes Einfamilienhaus im Sommer - Foto: fotolia.com – js-photo
modernes Einfamilienhaus im Sommer – Foto: fotolia.com – js-photo

Günstiger Wohnen auf dem Land

Eine enorme Kostenbremse kann das Bauen in ländlichen Wohngegenden sein. Die Grundstücke sind dort in der Regel weitaus günstiger als in Ballungsgebieten, und gerade für Familien ist das Leben im ländlichen Raum oft attraktiver als in der Stadt. Dem entgegen stehen würde lediglich der möglicherweise längere Weg zur Arbeitsstätte und die höheren Fahrtkosten, die dadurch entstehen, denn viele Arbeitsplätze sind in oder Nahe Ballungsgebieten angesiedelt.

Da kann die Strecke, die man täglich zum Arbeitsplatz zurücklegen muss, schon sehr lang und zeitraubend sein und zudem noch immense Kosten verursachen, die sich langfristig nicht rechnen. Wenn aber die Rahmenbedingungen passen oder man trotz des längeren Arbeitsweges seinen Lebensmittelpunkt aus Überzeugung lieber in ländlichen Gefilden sieht, kann auf dem Land gut und günstig wohnen, und zwar im Eigenheim. Auch hierfür gibt es ein spezielles Förderprogramm des Freistaats Sachsen analog zum Familienwohnen, also zu fast identischen Konditionen. Auch hier werden Förderkredite zu Zinssätzen von 0,75 Prozent mit 25-jähriger Zinsfestschreibung vergeben. Die Darlehenshöhe beträgt beim Neubau oder Neuerwerb einer selbstbewohnten Immobilie bis zu 80.000 Euro und bei einer zeitgemäßen Sanierung einer Bestandsimmobilie zwischen 8.000 Euro und 40.000 Euro.

Dieses Förderprogramm Wohneigentum ländlicher Raum wird von der sächsischen Landesregierung mit 40 Millionen Euro pro Jahr bezuschusst. Hintergrund ist der angespannte Wohnungsmarkt in den Großstädten. Dem entgegen stehen Kritiker, die Leerstände in den Kommunen anprangern. Zudem würden Zersiedelungen gefördert und damit Kosten für die Infrastruktur in die Höhe schnellen. Befürworter sehen wiederum mit dem Erwerb einer selbstbewohnten Immobilie einen richtigen Schritt auch in Richtung Altersvorsorge. Für Mehrgenerationenkonzepte bieten sich ebenfalls Möglichkeiten. Der ländliche Raum wird gestärkt und das Wohnen auf dem Land dadurch insgesamt attraktiver.

Die Finanzierung muss gut durchgerechnet sein. Foto: fotolia.com – Monster Ztudio
Die Finanzierung muss gut durchgerechnet sein. Foto: fotolia.com – Monster Ztudio

Alternative Finanzierungsmöglichkeiten

Fördergelder für Bauvorhaben sind für diejenigen, die die entsprechenden Vorgaben erfüllen, geradezu ideal. Aber nicht jeder kommt in den Genuss der Fördermaßnahmen der Landesregierung. Die Fördertöpfe sind nur begrenzt gefüllt, die Förderrichtlinien müssen erfüllt werden, wozu Einkommensgrenzen ebenso gehören wie öffentlich-rechtliche Vorschriften, die dem Bau nicht entgegenstehen dürfen. Auch möchte sich nicht jeder per se 25 Jahre an einen Wohnort binden und die Immobilie beispielsweise im Fall eines beruflichen Standortwechsels verkaufen oder vermieten können. Anstelle eines Darlehens bei der SAB bliebe noch eines von der KfW, die bestimmte Maßnahmen entsprechend bezuschussen – mit meist weniger Auflagen in Bezug auf die eigene Nutzung. Hier wird das Darlehen über die Hausbank beantragt und nicht direkt bei der KfW. Dementsprechend können auch die Zinskonditionen ausfallen, denn mit geringerer Bonität steigt der Zinssatz oder das Darlehen wird gar komplett abgelehnt. Über diverse Online-Portale kann sich aber jeder das beste Kreditangebot für sein Bauvorhaben heraussuchen, denn meist sind die Konditionen hier besser als bei der Hausbank. Selbst bei negativer Schufa kann ein Online-Kredit helfen, nötige Instandsetzungen oder Umbaumaßnahmen des Eigenheims umzusetzen. Oft kann man auch mit kleineren Beträgen schon den Wohnwert durch Einzelmaßnahmen erhöhen.

Urbanes Wohnen in der Stadt

Wer nun doch lieber in der Stadt wohnt, findet auch hier das passende Zuhause. In Dresden-Neustadt entstehen zur Zeit zahlreiche neue Wohnungen, die schon bald bezugsfertig sein werden. Da „Eigentum verpflichtet“, wie man so schön sagt, kann eine moderne Mietwohnung eine Form des Wohnens sein, die manchem eher entgegenkommt.

Wer sich nicht über Jahrzehnte an eine Immobilie binden und flexibel sein möchte, fühlt sich vielleicht in einer Stadtwohnung wohler. Das urbane Umfeld spricht Singles und junge Paare besonders an, aber auch mit Kindern kann eine Stadtwohnung einen besonderen Reiz ausmachen.

Reizvoll und finanziell attraktiv kann aber auch der Kauf einer Eigentumswohnung sein. Wer ohnehin lieber in der Stadt lebt und nicht unbedingt ein ganzes Haus kaufen möchte, kann mit einer Eigentumswohnung viel Geld sparen. In Dresden liegt der Kaufpreis für Eigentumswohnungen im Schnitt bei etwa 36.000 Euro und damit im Bundesdurchschnitt im oberen Drittel.

Zum Vergleich: In Cottbus kommt man schon mit etwa 20.000 Euro Kaufpreis hin, ausgehend von einer 60-Quadratmeter-Wohnung. Wer das Doppelte an Wohnfläche benötigt, landet schnell im sechsstelligen Bereich, zumindest in Dresden. Dennoch wird man bei den hohen Mietpreisen in Großstädten erst recht darüber nachdenken, die Wohnung besser zu finanzieren als zu mieten. Selbst wenn man irgendwann umziehen möchte, kann man sie mit Wertsteigerung wieder verkaufen oder als Mietobjekt für die eigene Altersvorsorge nutzen.

Je nachdem, ob für den einen oder anderen Familienleben im Mehrgenerationenhaus, in ländlicher Idylle oder in der Stadtwohnung die ideale Wohnform darstellt, gibt es entsprechende Angebote im Raum Dresden und Umgebung. Für Familien gibt es derzeit die besten Möglichkeiten, über Fördergelder an ihr Traumhaus zu kommen, wenn man bei der Standortwahl flexibel ist. In der Großstadt in einer zu leben kann aber auch seinen Reiz haben. In modernen Wohnkomplexen muss man auf nichts verzichten.

Auch eine Eigentumswohnung in der City kann eine Alternative sein, wenn man sich langfristig für eine selbst bewohnte Immobilie entscheiden will, aber kein komplettes Haus kaufen oder bauen möchte. Die Miete spart man sich dann allemal und investiert stattdessen in eine Wohnimmobilie, die auch der Altersvorsorge dienen kann. Gerade in Ballungsgebieten ist die Wertsteigerung von Eigentumswohnungen höher als bei Immobilien auf dem Land.