Sachsen wird dicker: Mit der richtigen Ernährung abnehmen

Fettig und kalorienreich, da nützt auch das Salatblatt in der Mitte nichts. Foto: @M.studio – Fotolia.com
Fettig und kalorienreich, da nützt auch das Salatblatt in der Mitte nichts. Foto: @M.studio – Fotolia.com
Sachsen hat ein Problem – und zwar ein schwergewichtiges. Mittlerweile ist etwa die Hälfte der Sachsen einfach zu dick. Übergewicht und Adipositas machen aber nicht nur dem Freistaat zu schaffen. In der gesamten Bundesrepublik tritt dieses Phänomen auf. Häufig hat Übergewicht mit einer Kombination aus zu wenig Bewegung und hochkalorischer Kost zu tun. Dabei sind es nicht nur Burger und Pizza, welche direkt auf den Hüften landen.

An den Feiertagen zum Jahreswechsel ist es die Gans, in der Woche eine sehr fleischreiche Ernährung und zum Feierabend ein kühles Bier – mit Kollegen und Freunden vielleicht auch zwei. Sachsen muss, darin sind sich Ernährungsexperten und Ärzte einig, dünner werden. Allerdings ist dies leichter gesagt als getan. Welche Wege führen wirklich aus dem Übergewicht?

Jeder zweite Sachse hat Übergewicht

Bei den Frauen sind es 49 Prozent, bei Männern sogar über die Hälfte. Mit 51 Prozent ist das „starke Geschlecht“ dicker. Diese Zahlen sind sehr alarmierend. Mittlerweile wird sogar jeder sechste Mann im Krankenhaus entweder wegen der direkten oder indirekten Folgen aufgrund des Übergewichts behandelt.

Besonders Erkrankungen wie:

  • Diabetes
  • Bluthochdruck
  • Gelenkserkrankungen
  • Entzündungen

stehen in den Augen der Medizin mit Übergewicht in Verbindung. Dringend etwas gegen die Pfunde tun, ist aus medizinischer Sicht nicht nur mittelfristig interessant. Auch langfristig hat ein gesunder Lebensstil (im Hinblick auf die Lebenserwartung) Vorteile. Die Veränderung muss zuerst im Kopf stattfinden. Ein Ansatz ist mehr Bewegung. Auf der anderen Seite geht es nicht ohne Änderungen bei den Ernährungsgewohnheiten. Was hat sich beim Thema Diät in den letzten Jahren getan?

Sachsen hat wie viele Bundesländer ein Problem mit Übergewicht – doch was lässt sich dagegen tun? Foto: @terovesalainen – Fotolia.com
Sachsen hat wie viele Bundesländer ein Problem mit Übergewicht – doch was lässt sich dagegen tun? Foto: @terovesalainen – Fotolia.com

Moderne Ernährungskonzepte gegen Übergewicht

Einfach weniger essen ist der falsche Ansatz. Zumindest, wenn dabei einige entscheidende Punkte außer Acht gelassen werden. Besonders gefürchtet ist vor allem der Jo-Jo-Effekt. Moderne Ernährungsansätze versuchen damit umzugehen.

1. Intervallfasten: 16:8 oder 2-Tage-Diät

Intervallfasten ist eine Fastenmethode, welche seit einigen Jahren sehr starken Zulauf erlebt. Kern ist kein Fasten im klassischen Sinn, wo über Wochen die Nahrungsaufnahme sehr strikt reduziert wird. Intervallfasten will eine praktische Lösung für den Alltag sein, die Betroffenen nicht zu viel abverlangt.

Das Ganze basiert auf zwei verschiedenen Ansätzen:

    1. 16:8 Fasten
    2. 2-Tage-Diät.

Bei letztgenannter Variante wird an zwei aufeinanderfolgenden Tagen die Kalorienzufuhr deutlich – auf 500 kcal – eingeschränkt. Experten empfehlen eine an Kohlenhydraten arme Ernährung mit einem hohen Proteinanteil. Diese 5-zu-2-Methode hat in den letzten Jahren Abwandlungen erfahren, die sich aber an den grundsätzlichen Ablauf halten.

Wer an den „Nicht-Fastentagen“ nicht zu stark überkompensiert und sich sonst an die 500-Kalorien-Grenze hält, kann so auf relativ verlässliche Erfolge hoffen. Darüber hinaus gibt es hierzu bereits belegte Wirkungen:

  • Verbesserte Sensibilität in Bezug auf Insulin
  • Geringere Verlust an Muskelmasse
  • Senkung von LDL-Cholesterin (bei Low Carb oder Low-Fat)

Die 16:8-Diät kennt keine besonderen Fastentage, erlaubt Essen aber nur in einem festen Zeitfenster von acht Stunden. Die restliche Zeit des Tages ist die Fastenzeit. Dabei kenn jeder selbst entscheiden, wie er die acht Stunden (am Stück) auf den Tag verteilt. Frühaufsteher nehmen das Frühstück im Idealfall bis 9 Uhr zu sich – ab 17 Uhr ist dann aber Schluss.
Wichtig ist, beim Intervallfasten auf den richtigen Mix an Lebensmitteln zu achten. Junk Food sollte fast immer tabu sein. Es geht vielmehr um hochwertige Lebensmittel, die für längere Zeit sattmachen.

2. Low Carb: Zellen den Brennstoff entziehen

Low Carb gehört zu den Ernährungsansätzen, welche den Übeltäter für Übergewicht gefunden haben wollen: Kohlenhydrate. Letztere werden inzwischen von vielen Verbrauchern kritisch gesehen – auch wenn die DGE eine gewisse Aufnahme als essentiell ansieht. Low Carb darf allerdings nicht fehlinterpretiert werden.

Der Grund: In diesem Bereich tummelt sich eine Vielzahl von Ansätzen, bei denen von einer leichten Reduktion bis zum fast kompletten Verzicht fast alles dabei ist. Bekannte Vertreter sind:

    1. Atkins-Diät
    2. LCHF-Diät
    3. Ketogene Ernährung.

Einige der Ansätze sind in der Medizin inzwischen sogar für die Therapie von einigen Erkrankungen anerkannt. So hat sich gezeigt, dass sich eine an Kohlenhydraten stark reduzierte Diät als positiv bei Epilepsie erwiesen hat.

3. Dinner Canceling: Kein Abendbrot oder Frühstück

Eigentlich handelt es sich hierbei um eine besondere Form des Intervallfastens. Ziel ist das Weglassen einzelner Mahlzeiten, um Fastenphasen auszudehnen. Dies kann zum Beispiel das Abendessen sein, welches auf Tee und Wasser reduziert wird. Durch die Fastenphase soll der Insulinspiegel entlastet werden. Zudem muss der Körper in dieser Phase seine Energiespeicher angreifen.

Durch das Weglassen des Abendbrots entsteht eine Fastenphase von circa 14 Stunden. Im Rahmen der Warrior Diät schrumpft das Zeitfenster zum Essen auf vier Stunden. Allerdings sind kleine Snacks an dieser Stelle erlaubt.

Irrtümer beim Abnehmen

Kaum eine Lifestyle-Zeitschrift, in der nicht über die neusten Diät-Trends geschrieben wird. Oft handelt es sich um zweifelhafte Ideen. Gängige Beispiele sind:

  • Suppen-Diät
  • Avocado-Diät
  • Beeren-Diät
  • Rohkost-Diät.

Viele Diäten helfen nur anfangs. Innerhalb weniger Tage geht das Gewicht nach unten. Allerdings ist der Effekt eher von kurzer Dauer. Da viele Konzepte nur über einen Zeitraum von wenigen Wochen eingehalten werden, geht das Gewicht schnell nach oben. Grund: Der Körper schaltet in den Energiesparmodus – und verstoffwechselt Energie im Anschluss besser.

Eine Entwicklung, welche den einprägsamen Namen Jo-Jo-Effekt hat, da das Gewicht kontinuierlich nach oben und unten geht. Viele Diäten machen einen weiteren Fehler. Gewisse Nährstoffe braucht der Körper einfach. Durch die Diät entsteht ein Mangel, der sich später auch gesundheitlich bemerkbar macht. In diese Falle zu tappen, kann gefährlich werden – wie selbst prominente Fitness-Influencer in der Vergangenheit haben erfahren müssen.

Wie kann die Ernährung dauerhaft auf Gewichtsreduktion und mehr Gesundheit umgestellt werden? Foto: @puhimec – Fotolia.com
Wie kann die Ernährung dauerhaft auf Gewichtsreduktion und mehr Gesundheit umgestellt werden? Foto: @puhimec – Fotolia.com

Hochwertige Lebensmittel im richtigen Mix

Abnehmen ist gesund. Die überflüssigen Pfunde verlieren ist allerdings nur eine Seite der Medaille. Wichtig ist, dass Erreichte zu halten. Es braucht letztlich eine dauerhafte Änderung der Lebensgewohnheiten. Hierzu gehört mehr Bewegung. Auf der anderen Seite muss es aber auch darum gehen, die richtigen Lebensmittel zu essen.

Ein Problem ist die fehlende Zeit, um sich wieder intensiver mit Lebensmitteln auseinanderzusetzen und diese gesund zuzubereiten. Obst und Gemüse gehören einfach auf den Teller. Und es muss kein exotisches „Superfood“ sein, welches einmal rund um den Globus reist. Heimische Gärten und Obstbauern haben nicht minder leckeres Obst und Gemüse zu bieten. Und je mehr frische Lebensmittel auf den Tisch kommen, umso stärker können hochverarbeitete Pendants in den Hintergrund rücken.

Tipp: Eltern sollten im Zusammenhang mit einer Änderung ihrer Lebensgewohnheiten hinterfragen, ob der Nachwuchs einbezogen wird. Kinder haben in Bezug auf den Stoffwechsel andere Prämissen als Erwachsene – was in jedem Fall zu berücksichtigen ist.

Fazit: Mithilfe moderner Diäten werden Sachsen dünner

Halb Sachsen ist zu dick. Eine Erkenntnis, die im ersten Moment erschüttert. Experten sind solche Zahlen allerdings nicht wirklich neu – sie folgen einem deutschlandweiten Trend. Und dieser ist seit Jahren zu erkennen. Das Problem: Übergewicht führt langfristig zu gesundheitlichen Problemen. Diabetes ist nur eine Erkrankung, welche damit in Verbindung steht. Was bleibt Betroffenen, um aus der Spirale auszubrechen? Mehr Bewegung ist ein wichtiger Ansatz (der leider viel zu kurz kommt). Auf der anderen Seite muss Abnehmen auch über die Ernährung stattfinden. Dabei ist nicht automatisch tagelanges Fasten gefragt und eine Mentalität des sich jede Kalorie vom Mund absparen. Wer bewusst mit dem Thema Ernährung umgeht – und auf die Qualität der Lebensmittel achtet – erreicht oft schon sehr viel. Eines ist aber Fakt: Abnehmen beginnt zuerst immer im Kopf.

Kommentieren gern, aber bitte recht freundlich.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.