Vom „Leben im Netz“

Gestern Abend war ich gemeinsam mit Jan-Thomas Seidler von dieneustadt.de zum öffentlichen Randzonen-Gespräch mit Sabine Friedel (SPD) ins Projekttheater eingeladen. Thema des Abends sollte eigentlich „Das Leben im Netz“ sein.

Darum ging es dann eigentlich recht wenig, sondern vielmehr darum, was die beiden Blogs unterscheidet, wie wir mit Kommentaren umgehen, wie wir Nachrichten auswählen, wie wir die Blogs finanzieren. Darüber entspannen sich rege Diskussionen, die gut 40 Besucher stellten spannende Fragen. Auch wenn mir persönlich das Thema „Werbung auf dem Blog“ viel zu lange und zu breit diskutiert wurde. Aber der Kunde oder besser der Leser ist ja König. Schön war auch, den einen oder anderen Kommentierer mal persönlich mit Gesicht zu sehen. Alles in allem ein angenehmer Abend, aber um das Thema „Leben im Netz“ ging es doch recht wenig.

Im Anschluss zogen Jan-Thomas und ich und noch ein paar Leute um die Ecke in die Studio-Bar, dort trafen wir auf einige Stadtbekannte der social-media-Szene. Und dort habe ich dann erlebt, was „Leben im Netz“ wohl wirklich bedeutet. Jeder der Anwesenden hatte neben dem Drink noch sein Smartphone liegen, alle halbe Minute wurde dies zur Hand genommen, Twitter-Feeds und Facebook-Apps leuchteten im Halbdunkel der Bar. Fotos wurden geschossen, Blitzlichter leuchteten, die Gespräche drehten sich fast ausschließlich um das Geschehen im Netz, es ging um Apps, um Parma und teure social-media-Zertifikate. Als ich dann mit dem Begriff „faven“ nichts anfangen konnte, kam ich mir vor wie ein alter Mann, der den Trends hinterher läuft.

Und vorher hatte ich im Projekttheater noch damit angegeben, dass ich gelegentlich den einen oder anderen Kommentar per Handy frei schalte. Nun, wenn das Neustadt-Geflüster Web 2.0 ist, dann waren die Herrschaften in der Studio-Bar mindestens Web 2.3 mit Daten-Turbo. Ein Ergebnis der social-media-Orgie lässt sich hier anschauen.

3 Kommentare zu “Vom „Leben im Netz“

  1. Ich fand den Abend (zumindest den ersten Teil, den ich mitbekommen habe) recht interesaant und unterhaltsam. Das Leben im Netz ist so vielfältig, bunt und besteht aus dem Twitter-Facebook-Blog-Online-Unterwegs-Leben genauso wie eben aus Diskussionen wo Blogs stehen, wie sich selbst sehen und finanzieren.

    Vielleicht ist das allgemein und so oft propagierte Blogsterben eben doch zum Glück noch nicht so weit, wie man oft befürchtet hat. Die Zuschauerzahlen gestern sprachen da wohl für sich.

Kommentieren gern, aber bitte recht freundlich.

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